16. Mai 2012

Die Internationale Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin hat den Studiengang „Sustainability in Fashion“ ins Leben gerufen. hessnatur unterstützt den einjährigen Masterkurs mit der Entsendung einer Lehrkraft und die Vergabe eines Vollstipendiums an Anna Johannsen, die hier im hessnatur-Blog von ihren Erfahrungen berichtet. Heute schreibt Anna über den dritten Workshop und den Aufbau eines Pop Up-Shops:
„Ziel des Workshops war es, im Rahmen der Berlin Fashion Week einen so genannten „Pop Up-Shop“ aufzubauen. Damit ist ein temporärer Laden beziehungsweise Stand gemeint, der in unserem Fall auf der Ethical Fashion Show im E-Werk entstand.
Zunächst haben wir uns in Berlin vorhandene Shop-Konzepte angesehen und dabei besonderes Augenmerk auf Interieur-Design, Musik, Licht, Warenpräsentation und Verkäuferverhalten gelegt. Positiv aufgefallen sind uns dabei, auch aus ökologischer Sicht, zum Beispiel der Eco Showroom, „Wertvoll“ oder „Banuq“.
Im zweiten Schritt ging es darum ein eigenes Konzept aufzusetzen. Zu sechst haben wir daran gearbeitet und uns in Zweiergruppen um Shop-Design, Marketing und Retail gekümmert. Unsere Idee: Der [C]hanging Room. Unser Raumkonzept dafür bestand aus vielen hängenden Elementen, z.B. wie einer Metallbügel-Installation, einer Holzschaukel und einer schwebenden Umkleidekabine – entworfen übrigens von dem wie ich finde sehr talentierten Produktgestalter Sebastian Kalies aus recycelter Pappe. Dementsprechend passte der Titel „[C]hanging Room“, der im Englischen Umkleidekabine bedeutet, perfekt.

In unserem Shop waren viele tolle ökologische Labels vertreten, wie zum Beispiel Ehrensache, die aus gebrauchten Rettungswesten und Fallschirmen Accessoires und Taschen herstellen, das Wiener Label „Milch“, die aus recycelten Kleidungstücken neue Produkte schneidern und die Hamburger Mützendesignerin Laura Ott mit ihrem Label Wooligan. Unterstützt hat uns Bernd Hausmann, der Gründer der Glore Konzeptstores. Er gab uns viele hilfreiche Tipps, besonders zu den Verkaufsgesprächen und der Warenpräsentation.
Fazit aus dem Verkauf: Das Design steht klar im Vordergrund, und auch der Preis spielt eine große Rolle. Und die authentischen Geschichten hinter den Produkten haben die Kunden überzeugt, für Umweltschutz und gerechte Arbeitsbedingungen bei der Herstellung etwas mehr auszugeben.
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht an der Organisation des Pop Up Shops beteiligt gewesen zu sein – obwohl auch viel Arbeit hinter dem Shop stand, der nur für drei Tage geöffnet hatte! Für mich war es zu dem eine tolle Erfahrung, da ich in Kontakt mit vielen begabten und interessanten ökologisch arbeitenden Designern und Vordenkern kam.

Tags: ESMOD, Pop Up-Shop, Sustainability in Fashion
Veröffentlicht in
Allgemeines, externes, Gemeinschaft, Kollektion, Produktion, soziales |
Keine Kommentare »
Dieser Artikel wurde von Anna Johannsen geschrieben.
11. Mai 2012
Noch nie waren Schuhe so günstig wie heute. Möglich macht das die globale Schuhproduktion. Aber die steckt voller Risiken für die Verbraucher. Immer wieder werden Rückstände von gefährlichen Giften und krebserregenden Stoffen in Schuhen gefunden, die sich nicht nur negativ auf die Umwelt auswirken, sondern auch der Gesundheit derjenigen schaden, die die Schuhe fertigen und die sie letzten Endes tragen – die Verbraucher.
Am kommenden Montag, 14. Mai zeigt das NDR-Fernsehen um 22.00 Uhr den Film „Giftige Schuhe“ von Inge Altemeier und Steffen Weber, die den Spuren der Gifte folgen und recherchieren, wie die globale Schuhproduktion die Umwelt und Gesundheit zerstört.
Wer nachlesen möchte, wie wir uns bei hessnatur für ein gesundes Schuhklima und eine nachhaltige Produktion einsetzen, dem empfehle ich den Blogbeitrag meiner Kollegin Dagmar, der hier im hessnatur-Blog erschienen ist.
Tags: Gesundheit, Gift, Produktion, Schuhe, Umwelt
Veröffentlicht in
Allgemeines, externes, Gemeinschaft, Haut, Kollektion, Produktion, Umwelt |
1 Kommentar »
Dieser Artikel wurde von Michael Krause geschrieben.
9. Mai 2012

Bei den sommerlichen Temperaturen konnten wir die Pumphose und den Sommer-Spieler endlich einsetzen. Auch die Kurzarmshirts haben wir getestet.
An sich sind die Kurzarmshirts super, halt einfach T-Shirts. Sie haben die richtige Länge und zwei Druckknöpfe am Halsausschnitt, damit auch „Dickköpfe“ durchpassen. Allerdings ist mir der Stoff zu dick. Denn wenn ich Jonas im T-Shirt rumkrabbeln lasse, dann ist es schon relativ warm und dafür finde ich den Stoff dann etwas zu dick. Liegt wahrscheinlich daran, dass Jonas sehr schnell schwitzt und es ihm immer eher zu warm ist. Ich finde einen leichten Jerseystoff für ihn besser geeignet. Dafür hat der dicke Stoff einen großen Vorteil: er ist sehr strapazierfähig!
Die Pumphose ist eine richtige „Aladdinhose“. Für orientalisches Klima gut geeignet und mit einem luftigen Schnitt. Trotz Windel sitzt die Hose auch im Po- und Schrittbereich noch locker und sie bietet einen guten Sonnenschutz ohne viel Schwitzen. Der Bund schnürt nicht ein, obwohl Jonas nach dem Essen doch oft einen dicken Bauch hat. Farblich ist die Hose auch gut, da wir sie als „Draußen-Krabbel-Hose“ verwenden. Grasflecken, Sand und Schlamm bleiben auf ihr unsichtbar
. Auch die Länge ist super, da die Hose das Knie bedeckt und schützt, aber trotzdem noch kurz genug für sommerliche Temperaturen ist.
Der Sommer-Spieler ist ja ein heißbegehrtes Teil, wahrscheinlich weil er so praktisch ist. Anziehen und fertig. Hose und Shirt in einem! Durch die Druckknöpfe im Schritt kann man schnell wickeln und wenn‘s doch ein bisschen frischer wird, ist er wärmer als ein Body. Was ich noch super finde, sind die Druckknöpfe am Halsausschnitt, da Jonas diese Ausschnittvariante am besten passt. Da rutscht ihm nichts über die Schulter und der Brustbereich ist dadurch immer gut geschützt.
Tags: Bio-Baumwolle, hessnatur baby, hessnatur baby-Blog, Kurzarmshirt, Pumphose, Sommer-Spiel, Sommer-Spieler
Veröffentlicht in
Allgemeines, Baby, Haut, hessnatur baby-Blog, Kollektion, Material |
1 Kommentar »
Dieser Artikel wurde von Nora Diesner geschrieben.
7. Mai 2012

Jüngst fand die jährliche Mitgliederkonferenz der niederländischen Fair Wear Foundation (FWF) – der so genannte Members Day –in Amsterdam statt. Alle Mitgliedsunternehmen waren eingeladen, um sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich Sozialstandards auszutauschen. Wir von hessnatur (v.r.) – Rolf Heimann, Leiter Bereich Corporate Responsibility, Kristin Heckmann, Projektmanagerin CSR und ich – waren wirklich überrascht, wie viele neue Gesichter wir im Konferenzsaal des beeindruckenden Felix Meritis-Gebäudes entdeckten. Denn im Jahr 2005, als hessnatur der FWF als erstes deutsches Mitglied beitrat, zählte die Initiative nur eine Hand voll Mitglieder. Heute, 2012, sind es stolze 90!
Um den Mitgliedern einen persönlichen Einblick in das Leben der Arbeiter in den Textilfabriken zu geben, hatte die FWF drei lokale Auditoren eingeladen. Diese hatten eine kleine Präsentation vorbereitet, in denen jeweils ein Arbeiter, sein Leben und sein Arbeitsalltag vorgestellt wurde. Schockiert waren wir alle über eine junge türkische Frau, die noch vor einiger Zeit einen Teil ihres Lohns nach Erhalt an ihren Arbeitgeber zurückzahlen musste. Damit zahlte er auf dem Papier „offiziell“ den Mindestlohn, in Wirklichkeit erhielt sie allerdings viel weniger. Inzwischen hat der Arbeitgeber diese inakzeptable Praktik eingestellt.
Spannend war der Vortrag von John Morrison vom Institut für Menschenrechte aus London, der über das so genannte „Ruggie Framework“ gesprochen hat. Der Namensgeber dieses Leitfadens, John Ruggie, war bis 2011 Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs zum Thema Verantwortung international operierender Unternehmen. Wie Morrison berichtete, setzte sich Ruggie mit der Rollenverteilung zwischen Staat und Unternehmen auseinander und hinterfragte dabei, wie sich diese Rollenverteilung im Hinblick auf den Schutz der Menschenrechte verhält.
Als Abschlussbericht verfasste Ruggie einen Leitfaden für Unternehmen, basierend auf den Grundsätzen „Protect“, „Respect“, „Remedy“ (Schützen, Respektieren, Wiedergutmachen). So wird sein Leitfaden übrigens auch oft genannt. Grob geht es darum, dass zwar der Staat immer eine wichtige Rolle spielt, wenn es um Menschenrechte geht, aber dass auch Unternehmen Verantwortung haben.
Ruggie fordert in seinem Leitfaden, dass unternehmerische Aktivitäten keine negativen Auswirkungen auf Menschenrechte haben dürfen. Das Besondere an Ruggies Forderung ist, dass es nicht nur um Arbeitsrechte geht (wie es bisher immer der Fall war, wenn es um die Verantwortung von Unternehmen geht), sondern den Unternehmen auch Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte zugesprochen wird, obwohl diese nicht unbedingt direkt etwas mit Rechten am Arbeitsplatz zu tun haben. Ein Beispiel laut John Morrison: Die Wohnsituation von Arbeitern, die sich wegen zu niedriger Löhne keine „vernünftige“ Unterkunft leisten können. Hier soll laut dem Ruggie-Leitfaden, wie John Morrison skizzierte, auch das Unternehmen als Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden.
*
Rabea Schafrick ist derzeit Praktikantin im Bereich Corporate Responsibility. Sie befindet sich derzeit im letzten Jahr ihres Studiums der technisch-kommerziellen Textilkunde und schreibt ihre Abschlussarbeit in Zusammenarbeit mit hessnatur. Darin befasst sie sich mit Trainingskonzepten für die Lieferanten von hessnatur im Bezug auf Sozialstandards.
Tags: Amsterdam, Fair Wear Foundation, John Ruggie, Konferenz, Members' Day, Ruggie Framework
Veröffentlicht in
Allgemeines, externes, Gemeinschaft, Produktion, soziales |
Keine Kommentare »
Dieser Artikel wurde von Praktikum geschrieben.
4. Mai 2012

Es sind die Frühlingsgefühle, die uns alle nach draußen treiben. Nicht die Lust am Rauchen. Nein, das ist Nebensache, ehrlich. Bei uns gehen die “Frischluft-Fans” unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in eine Ecke neben dem Versandgebäude, mit einem Dach für die nicht so schönen Tage im Jahr. Mit Blick auf den herrlichen Garten rund um den Laden. Dort lassen sich auch Vögel nieder und lassen sich nicht an der einen oder anderen aufsteigenden grauen Wolke stören. In diesem Jahr brütet ein Amselpaar in einer Ecke unter dem Dach unseres Stehtreffs.
Als ich dort vor zwei Wochen auch mal stand, wollte ichs allerdings kaum glauben, auf welch schmalem Grad das Amselpärchen seine Arbeit aufnahm, um den Nachwuchs heranzuziehen. Die Ecke der T-Träger war einfach zu schmal, das Nest hatte schon so, nur im Eier-Brütstatus, schon gefährliche Schieflage. Ich hatte schon öfters Gelegenheit gehabt, Amselkinder groß werden zu sehen. Amseln sind nicht sehr wählerisch in ihrer Nestplatzsuche und platzieren sich gern auch mal in der Nähe von Fenstern, aus denen heraus sie vortrefflich zu beobachten sind. Bis die kleinen zwei bis drei Nesthocker ihr Nest verlassen, muss es die Fülle der Schreihälse gut aushalten können. Das schien mir mit dieser Nestkonstruktion, die ich da sah, unmöglich zu sein.
Jetzt haben wir ja viele echte Naturfans unter uns, auch eine engagierte Tierschützerin, die sich zwar auf Igel spezialisiert hat, aber sie schien mir jetzt für meine Idee genau die Richtige. Meine Frage ging also an sie: „Regine, wie kriegen wir das Nest abgestützt, ohne die Amseln zu verjagen?“
Mit Leiter, Schraubzwingen und einem zu einem Dreieck zugeschnittenen Layout-Karton ausgerüstet, machten wir uns dann morgens auf den Weg zu unserem Freiluftplätzchen. Die Sorge begleitete uns, was das Amselpärchen wohl zu unserer Idee sagen würde. Würden sie weiterbrüten? Oder die Störung zum Anlass nehmen, die Flucht zu ergreifen?
Wir beeilten uns. Innerhalb von wenigen Minuten war der feste Karton befestigt. Improvisiert, aber praktikabel – und vor allem: ohne viel Aufwand. Die Aktion hat sich bis jetzt gelohnt: Die Amselmutter war mittags schon wieder auf ihren Eiern, man konnte nur noch den Schwanz und den Schnabel in der nun dunklen Ecke erkennen, aber sie war da. Juhuuu. Und was soll ich sagen: Es zwitschert schon mehrstimmig aus dem Nest – die Jungen sind also geschlüpft. Emsig fliegen die Eltern Futter herbei, der Karton dient jetzt als Start- und Landerampe. Wenn Die Jungvögel flügge werden, können sie hier ihre erste Flugstunde gut vorbereiten. Rettung also fürs erste geglückt.
Meine Kollegin und gleichzeitige Jugend- und Auszubildendenvertreterin Katrin Backhaus möchte daraus ein Projekt für die Auszubildenden ableiten. Sie werden sich bis zum nächsten Frühjahr eine sinnvolle und haltbare Konstruktion für alle Ecken des Dachs überlegen und so für viele kommende Vogeleltern schöne Nistplätze bereiten.
Klasse, oder?!
Tags: Amselnest, Natur, Umwelt
Veröffentlicht in
Allgemeines, externes, Umwelt |
1 Kommentar »
Dieser Artikel wurde von Dagmar Reichardt geschrieben.