Billige Klamotten, billigere Leben

23. April 2014

10178331_10152331471515874_923782686_nInterviewpartner:
Anika Rabbani, 33, lebt mit ihrer zweijährigen Tochter und ihrem Lebensgefährten in Dhaka/Bangladesch. Heute arbeitet sie als Yoga-Lehrerin.

 

 

 

 

 

 

Anika, Du bist als freiwillige Helferin am 26. April Augenzeugin bei den Bergungsarbeiten nach dem Einsturz des Rana-Plazas gewesen. Welcher Beschäftigung gingst Du damals nach?

Ich habe Öffentlichkeitsarbeit für das UN- Welternährungsprogramm gemacht. Die UNO hatte sofort ihre Unterstützung angeboten, aber die Regierung hat sie aus Imagegründen abgelehnt. Mit Hilfe der Spezialisten hätten so viele Leben mehr gerettet werden können.

Was hast du erlebt, als Du am Ort des Unglücks angekommen bist?

Es war unheimlich, die Luft war schwanger von einem starken Verwesungsgeruch. Überall waren riesige Flutlichter aufgestellt worden, und es wimmelte nur so vor Menschen, die alle verzweifelt aussahen. Die Umgebung war abgesperrt, hin und wieder gab es Aufruhr von Textilarbeitern außerhalb der Absperrungen. Die Polizei und das Militär drängten sie zurück. Wir zogen die ausgegebenen Helfer-T-Shirts über und gingen in die Ruine hinein.

Ich nehme an, wenn man mitten in so einer Ausnahmesituation steckt, dann funktioniert man einfach, um den Notleidenden zu helfen. Aber wie hast Du dich hinterher gefühlt?

Ich war Monate lang depressiv. Ich erinnere mich an eine Leiche, die von einer Maueröffnung baumelte, aus der wir Retter versuchten, Überlebende zu bergen. Dann war da eine Mutter, die weinte, ja fast schon halluzinierte, und ihre Tochter und ihre Enkelin suchte, die beide in der Fabrik gearbeitet hatten. Sie umklammerte meine Hand, und ich konnte keine Worte finden, um sie zu trösten. Und dann bin ich im Dunkel auf etwas getreten. Es hätte ein Teppich, aber auch genauso gut der Arm oder das Bein eines Opfers sein können.

Du bist so eine moderne, positive junge Frau. Man kann sich kaum vorstellen, dass Du je Zeugin einer solchen Tragödie geworden bist. Wie hat diese Erfahrung Dein Leben verändert?

Ich schätze mein Leben seitdem mehr. Mir ist bewusst geworden, wie klein der Einzelne innerhalb des Kosmos ist, aber auch, wie sehr sein Leben zählt. Als Gesellschaft haben wir versagt gegenüber denjenigen, die im Rana-Plaza sterben mussten. Ich würde mir wünschen, dass wir dem Leben der Armen mehr Wert beimessen. Es gibt eine zynische, aber leider wahre Bemerkung, die zum Zeitpunkt des Unglücks die Runde machte: „Billige Klamotten, billigere Leben“. Mir ist aber auch klar geworden, wie viel Kraft wir in Ausnahmesituationen entwickeln, mit deren Hilfe wir weitermachen können.

Ein Jahr nach dem Einsturz berichten westliche Medien, die Überlebenden hätten immer noch keinen Schadensersatz aus dem von der ILO eingerichteten Fonds erhalten. Viele große Firmen haben nicht einmal einbezahlt. Wie beurteilst du die Situation von Bangladesch aus?

Ich habe Zweifel daran, dass der Fonds jemals die Opfer ausbezahlt. Es sind so viele. Wer nimmt sich schon die Zeit, ist so selbstlos oder verantwortungsbewusst, denen zu helfen, deren Stimme nicht bis in die abgeschirmten Wohnzimmer der westlichen Geschäftsleute reicht? Selbst wenn sie gehört würden, würde das einen Unterschied machen? Bis jetzt nicht.

Was an der Tragödie und ihren Folgen ist in Deinen Augen typisch für Dein Land und seine Leute? Gibt es positive Seiten, die Du der Welt gerne zeigen würdest?

Mich hat berührt, wie viele Menschen sich spontan eingesetzt haben. Selbst die einfachen Leute hier sind so warmherzig und sanft. Ein paar Stunden nach dem Unglück stieg der Preis für Sauerstoffflaschen schlagartig. Die Menschen spendeten Geld dafür und  für medizinische Versorgung, spendeten Blut. Ich habe nicht das geringste Vertrauen in unsere Regierung, aber umso mehr in die Güte der Menschen hier.

Wie denken die Menschen in Bangladesch über das Unglück? Glaubst Du, es wird unfair über Dein Land geurteilt?

Textilfabriken sind der Lebenssaft unseres Landes. Jedoch sollten kurzfristige Geschäfte, wie sie ja Aufträge für die Produktion billiger Kleidung immer sind, einhergehen mit strengen gesetzlichen Reglementierungen, die die Menschen, die sie herstellen, schützen. Die Textilfabriken geben jungen Frauen die Chance ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Heutzutage ist das Straßenbild hier von jungen Frauen in leuchtender Kleidung geprägt, die morgens zur Arbeit gehen. In einer ansonsten überwiegend muslimischen, patriarchal dominierten Gesellschaft spricht dieses Bild meiner Ansicht nach Bände.

Was macht die Arbeitskraft in Bangladesch so billig? Warum können die Firmen nicht höhere Preise verlangen, den Arbeitern bessere Löhne bezahlen und die Fabriken sicherer ausstatten?

Wir sind einfach zu viele. Wir sind ein armes Land, wirtschaftlich und auch an Bildung. Was wir jedoch auf keinen Fall brauchen, sind Almosen, Tischabfälle reicher Länder. Wir verdienen, auf Augenhöhe behandelt zu werden und unsere Arbeiter sollten selbstverständlich ordentliche Löhne verdienen. Dann hätte die Ausbeutung der Armen ein Ende.

 

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

EARTH DAY: Flüsse – die Lebensadern unserer Erde

22. April 2014

Home_KW17_2014-01
Der Earth Day wird heute 44 Jahre alt! Im Jahr 1970 entstand der Aktionstag als spontane Studentenbewegung in den USA. Er sollte dem Washingtoner Establishment und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass es in Nordamerika eine Umweltbewegung gab und dass die Natur von nun an über eine starke Lobby verfügen würde. Mittlerweile wird dieser Aktionstag für die Umwelt in mehr als 150 Nationen der Erde begangen.

In Deutschland steht der Earth Day in diesem Jahr unter dem Motto „Lebensader Flüsse aktiv schützen“. Zum einen steht die Wasserverschmutzung auf dem Spiel. Wie ich schon hier im Blog berichtet habe, sind stinkende Kloaken und Schaumberge selten geworden. Die Gefahr geht heute von Chemikalien aus Industrie, Landwirtschaft und Medizin aus.

Wir von hessnatur tun durch unsere strengen Richtlinien einiges dafür, unsere kostbare Naturressource Wasser, nicht zu belasten. Wir verwenden weder für den Menschen, noch für die Umwelt giftige Substanzen, um unsere Kleidung herzustellen: Weder Spritzgifte beim Faseranbau, toxische Farbstoffe für die Textilfärbung noch schädliche Appreturen für die Ausrüstung unserer Stoffe. So fallen auch keine Stoffe an, die das Wasser von Flüssen und Bächen verunreinigen könnten.

Daneben stellen Wasserprojekte wie Staudämme, Begradigungen und Umleitungen ein großes Problem da. Flüsse, die unser Klima nachhaltig beeinflussen, werden aus ihrem natürlichen Verlauf geleitet. Überall auf der Erde verschwinden die Wasservorräte, umgeleitete Flüsse sollen das geplünderte Grundwasser in ausgetrockneten Gebieten wieder auffüllen. Doch während Wasserbauer weltweit ihre Hoffnungen auf solche Flussumleitungen setzen, warnen Wissenschaftler vor Gefahren für Menschen, Klima, und Umwelt.

Was wir alle tun können, um Flüsse und Bäche zu schützen:

-Feste Abfallstoffe sollten nie in die Kanalisation gelangen, wie Textilien, Wegwerfwindeln, Hygieneartikel, Watte, Ohrenstäbchen, Rasierklingen, Zigarren- und Zigarettenreste, Kleintiersand.
- Pflanzenschutzmittel auch im Garten vermeiden. Dünger sehr selten anwenden.
- Keine Farbreste wie Lacke, Benzin, Lösungsmittel in die Kanalisation oder auf den Waldboden geben.
- Alte und gebrauchte Medikamente nicht ins WC schütten.
- Waschmittel dosieren.
- Reinigungs- und Putzmittel sparsam verwenden.
- Autos nur da waschen, wo die Abwässer aufgefangen werden.
- Verstopfte Abläufe nie mit chemischen Mitteln durchgängig machen.
- Streusalz vermeiden. Es schadet der Flora und Fauna und versalzt das Grundwasser.

Seit fast 40 Jahren setzen wir auf ökologische und soziale Standards, um Ressourcen der Natur zu schützen und Menschen mit ihrer Würde und Arbeitskraft zu respektieren. Der Earth Day fordert uns jedes Jahr auf, uns für den Umweltschutz einzusetzen. Um den Earth Day gebürend zu feiern, verschenken wir heute 20% Rabatt auf Alles!
ZUM ONLINESHOP >>>

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Wie war das nochmal mit dem Osterlamm?

20. April 2014

HESS B003B       261

Es wird Ostern, und selbst im rauen Mittelgebirgsklima der Rhön springen schon die Osterlämmer auf den kargen Weiden herum. Sie sind auch nicht zu übersehen mit ihren schwarzen Köpfen und dem weißen Fell – Osterlämmer. Woher kommt eigentlich die Tradition des Osterlamms? Was für eine Bedeutung steckt dahinter?

Der Brauch geht auf das jüdische Pessach- oder Passah-Fest zurück, das ursprünglich in derselben Woche gefeiert wurde, in welcher die Christen die Kreuzigung und Wiederauferstehung begingen. Passah erinnert an den Exodus der Israeliten aus Ägypten. Als der Pharao sich weigerte, die Israeliten ziehen zu lassen, schickte Gott die zehn Plagen, die zehnte war die Tötung der Erstgeborenen. Die Israeliten aber schlachteten ein Lamm und bestrichen ihre Türpfosten damit, als Zeichen, dass der Engel des Todes an diesen Häuser vorüber gehen sollte.

Das Lamm Gottes

Die katholische Kirche bringt von Anfang an Christus als Lamm Gottes mit dem Opferlamm in Verbindung: “Siehe das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.” (Joh 1:29) oder “Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist.” (1. Kor 4:7). Da lag es natürlich nahe, zu Ostern ein Lamm als Symbol zuzubereiten. Außerdem ist es gerade die richtige Zeit zum Lammschlachten. Die Fastenzeit geht am Ostersamstag zu Ende, Fleisch ist also wieder erlaubt.

Doch wir bei hessnatur sind mehr an der Wolle der kleinen Osterlämmer mit den schwarzen Köpfen interessiert. Seit dem Jahr 2006 arbeitet hessnatur mit verschiedenen Schäfereien in der Rhön zusammen, um die überaus robuste Wolle zu herrlichem Rhönwalk zu verarbeiten. Das fördert den Erhalt dieser alten Schafrasse, das Auskommen der Schäfer und stärkt die regionale Wollverarbeitung. Den Walkstoff lassen wir in einer Bayerischen Tuchfabrik fertigen.

schurwolleMehr hessnatur Produkte aus Schurwolle >>

Ach, übrigens, Wenn Ihr gerade Zeit und Lust habt und in der Nähe seid: Im Groenhoff-Haus in Gersfeld auf der Wasserkuppe läuft noch bis zum 28. April die Ausstellung „Alte Haustierrassen“. Die Verwaltung des Bioreservats Rhön und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen haben die Ausstellung kuratiert, nachdem das Bundesamt für Naturschutz im vorigen Jahr eine Zählung in Auftrag gegeben hatte: 181 alte Nutztierrassen findet man heute noch in der Rhön, leider auch 75 dieser Rassen, die als gefährdet gelten. Dazu gehören immer noch das Rhönschaf und auch das Fränkische Gelbvieh.

Wir wünschen Euch Frohe Ostern!

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Facebook-Verlosung: Zieh Hasi an!

17. April 2014

hasi_klein
Vor wenigen Wochen haben wir ein kuschelweichen Hasen zugeschickt bekommen. Dieser Hasi wurde liebevoll in der Projektwerkstatt Dresden in hessnatur-Qualität gefertigt. Die Näherinnen und Näher aus Dresden zaubern aus Reststoffen unserer Kollektionen wahre Kunstwerke und begeistern uns jedes Mal auf’s Neue!

Dieser Hase besteht aus unserer Rhönschafwolle, die Schnauze und der Puschel besteht aus Kuschel-Teddy aus dem Inneren unseres Babyschlafsacks. Heute trägt Hasi zudem ein Shirt, welches aus dem hessnatur Rippjersey Shirt besteht. Die Hose ist von einer älteren hessnatur Herren-Boxershorts. Gestützt ist Hasi mit einem Holzgerüst und gefüllt mit reiner Schurwolle.

hasi3u81
Und schon bald kann unser Hasi bei Euch einziehen! Wie? Das erfahrt Ihr auf unserer Facebook-Fanseite!

Viel Glück!

Dieser Artikel wurde von Valentina Zerr geschrieben.

Unsere Auszubildenden erklären spielerisch die Natur

14. April 2014

P1060779

Letzte Woche veranstalten unsere Auszubildenden in Kooperation mit dem Kindergarten „Pusteblume“ in Butzbach eine Waldrallye für 30 Kinder. Dieses Projekt wurde von den sieben Auszubildenden gemeinsam auf die Beine gestellt. Hauptziel des Projekts ist es, den Kindern spielerisch die Natur näher zu bringen.

Bei der Waldrallye absolvieren die Kinder in kleinen Gruppen drei Stationen. Sie müssen beim Ertasten von Waldgegenständen Feingefühl beweisen, Geschicklichkeit beim Tannenzapfenwerfen entwickeln und bei verschiedenen Balancierübungen auf einem Baumstamm ihre Körperbeherrschung unter Beweis stellen.
Abschließend spielen alle gemeinsam das Eichhörnchenspiel, bei dem die Kinder nicht nur viel über Eichhörnchen lernen, sondern auch Fairness und Teamfähigkeit entwickeln. Hierbei müssen sie selbst in die Rolle eines Eichhörnchens schlüpfen und ihren Wintervorrat von Nüssen geschickt im Wald verstecken, um sie anschließend wieder zu finden.

Nicht nur für die Kinder ist die Waldrallye eine besondere Herausforderung. Auch die Auszubildenden müssen unter realen Bedingungen zeigen, dass sie ihr Projektmanagement beherrschen. Dabei wird vor allem die Arbeit und Organisation im Team gefordert. Ein rießen Spaß für alle Beteiligten und eine große Erfahrung für unsere Auszubildende.

P1060840

P1060853

P1060881

P1060899

P1060917

 

Dieser Artikel wurde von Valentina Zerr geschrieben.