hessnatur ist für mich transparenter geworden

25. Juli 2014

Am 1. Juni 2013 luden wir von hessnatur 150 Kunden zum Firmensitz nach Butzbach in der Wetterau ein. Dort haben wir uns mit den Kunden ausgetauscht, ihnen das Unternehmen gezeigt und mit ihnen gemeinsam das gegessen, was das hessnatur-Küchenteam leckeres zubereitet hatte. Im Anschluss daran wählten die 150 Kunden ein Sprechergremium von zwölf Kundenräten, die künftig der Geschäftsleitung von hessnatur über die Schulter gucken und bei der Entwicklung des Unternehmens mitdiskutieren sollten und wollten. Ein Jahr später machen wir eine Bestandsaufnahme und fragten zwei der Kundenräte nach ihren Erfahrungen.

Lutz Scharpenack (45), ist Versicherungskaufmann im Herzen vom Saarland.

Herr Scharpenack, was waren Ihre Beweggründe, sich zur Wahl für den hessnatur-Kundenrat zur Verfügung zu stellen?
Meine Beweggründe waren generell die Bedenken hinsichtlich des neuen Investors Capvis, der hessnatur im Jahr 2012 gekauft hat und die damit einhergehenden Veränderungen im Unternehmen. Die Fragen, was bleibt, was ändert sich und was gibt es für mich als Kunden für eine Möglichkeit, diesen Prozess des Übergangs positiv zu begleiten.

Welche Erfahrungen haben Sie durch Ihre Mitarbeit im Kundenrat gesammelt?
hessnatur ist dadurch für mich transparenter geworden, die Idee des Kundenrats ist mehr als ein Werbegag. Trotzdem ist der Einfluss eher gering, da ja auch viele Dinge ohne den Kundenrat entschieden werden (z.B. Eröffnung des neuen Stores in Frankfurt).

Wie ist Ihr Verhältnis zu hessnatur vorher gewesen? Waren Sie Stammkunde, Neukunde, was hatten Sie mit dem Unternehmen schon für Erfahrungen gehabt?
Meine Frau und ich waren vorher Stammkunden und haben gute Erfahrungen in Sachen Qualität der Produkte gemacht. Leider fehlte uns der modische Aspekt, so dass eigentlich außer Basics und Unterwäsche nichts in Frage kam. Hinzu kommt, dass wir in unserer Familie alle groß und schlank sind, und da hat es oft mit der Passform gehapert.

Wie haben Sie zuallererst von hessnatur erfahren?
Das ist schon über 20 Jahre her, als wir für unsere Tochter, die an endogenen Ekzemen litt, auf der Suche nach ungiftigen Textilien waren.

Welche Werte verbinden Sie mit hessnatur?
Konsequente ökologische Ausrichtung, Fairness, Nachhaltigkeit, Pionier in Sachen Sozialstandards.

Welche Rolle spielen die Werte von hessnatur für Sie persönlich? Welchen Stellenwert nehmen sie in Ihrem Leben ein?
Meine Familie lebt seit über 20 Jahren bio, die Werte von hessnatur nehmen auch in meinem Leben einen hohen Stellenwert ein. Mir persönlich fehlt hier allerdings seitens hessnatur als einem Wirtschaftsunternehmen die Option, Gewinne zu sozialisieren.

hessnatur-kunenrat

Daniela Schojan (35) lebt in der Wetterau.

Frau Schojan, was waren Ihre Beweggründe, sich zur Wahl für den hessnatur-Kundenrat zur Verfügung zu stellen?
Ich finde es spannend, zu Themen, die das Unternehmen umtreibt, einen Diskussionsbeitrag leisten zu können und sehe den Kundenrat als Chance, Themen aktiv mitzugestalten. Durch meinen Job in der Kreditanalyse habe ich einen “betriebswirtschaftlichen Blick” auf die Dinge, den ich als Kundenrätin in den Diskussionen einbringen möchte.

Welche Erfahrungen haben Sie durch Ihre Mitarbeit im Kundenrat gesammelt?
hessnatur hat uns Kundenräten einen Vertrauensvorschuss gegeben, indem man uns Einblicke in Projekte gibt, über die nachgedacht wird, die geplant sind. Im Internet haben wir Kundenräte die Möglichkeit in einem eigenen Forum zu gelisteten Themen an einem vielseitigen Brainstorming teilzuhaben, was zeigt, dass der Kundenrat sehr facetten- und ideenreich ist. Ich hatte beim Lesen der Forums-Beiträge den ein oder anderen “Aha-Effekt”, der mich zum Nachdenken angeregt hat.

Welche Werte verbinden Sie mit hessnatur?
Für mich steht hessnatur für Wohlgefühl und Freude. Einen Besuch im Butzbacher hessnatur-Laden – am besten mit einer lieben Freundin- empfinde ich als “Insel im Alltag”, als Auszeit. Ich genieße dort die angenehme Atmosphäre, das Stöbern nach schönen Kleidungsstücken, das angenehme Gefühl der Kleidung auf der Haut, die sehr engagierten und netten Damen, die mit Kombi-Ideen, Rat und Tat zur Seite stehen und auch mal ins Versandgebäude ´rüberlaufen, um die fehlende Größe zu holen.

Welche Rolle spielen die Werte von hessnatur für Sie persönlich? Welchen Stellenwert nehmen sie in Ihrem Leben ein?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich in Kleidung aus Naturmaterialien am wohlsten fühle, ich den Geruch der Wolle mag und der Kaschmirpulli nach einem langen Arbeitstag nicht verschwitzt riecht….. Seit ich Yoga praktiziere und stärker mit den yogischen Grundsätzen in Berührung gekommen bin, habe ich Naturkosmetik für mich entdeckt und präferiere beim Einkauf Bio-Obst und Bio-Gemüse. Wenngleich ich mein Leben nicht ausschließlich nach ökologischen Grundsätzen ausrichte, ist mir wichtig, bewusste Konsum-Entscheidungen in Sachen Nachhaltigkeit zu treffen.

hessantur ist ein Unternehmen für nachhaltige Mode, deren Kunde sie sind. Was ist Ihre Vision von nachhaltigem Konsum in der Zukunft?
Ich wünsche mir, dass “Bio und Nachhaltigkeit” keine Konsumlügen sind, mit denen ein Unternehmen seinen Profit steigert, sondern dass “da, wo Bio/Nachhaltigkeit draufsteht, auch Bio/Nachhaltigkeit drin ist”. Mit Blick auf wachsende Transparenz durch Blogs/Social Media etc. bin ich davon überzeugt, dass etwaige “Nachhaltigkeits-Lügen” enttarnt würden und kein Unternehmen sehenden Auges zu Gunsten des Profits seine Reputation riskieren würde.

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Zwergentreffen in der Cafeteria

10. Juli 2014

Die Cafeteria bei hessnatur in Butzbach sieht irgendwie verwandelt aus: Alexandra, Referentin für Personalentwicklung bei hessnatur, hat drei Babydecken auf den Boden gezaubert und dazu mehrere Kisten mit bunten Spielsachen. Dahinter ist einer der Esstische eingedeckt mit farbenfrohen Servietten und Blumen aus dem hessnatur Garten. Da ist doch was im Busch!
Ja, nämlich ein Müttertreffen. Von sieben Müttern in Elternzeit, die sich angemeldet hatten, haben es trotz der Hitze und sonstiger Zwischenfälle vier geschafft, mit ihrem Nachwuchs bei hessnatur vorbeizuschauen. Verena, Bereichsleiterin PR, mit der dreieinhalb Monate alten Marie, Jenny aus dem e-Commerce mit dem fünf Monate alten Finn, Elli ebenfalls aus dem e-Commerce mit dem achtmonatigen Jonathan und Julia aus dem Marketing mit Emma (18 Monate), Anton (4 Jahre) und Paul (6 Jahre). Viele Kollegen, die einfach mal so die Nase in die Cafeteria hereinstecken, sind sofort verliebt. „Ach, wie süß! Oh, das ist ja so schnell wieder vorbei. Meine sind schon so groß!“

Es ist etwas Schönes, wenn man den Kollegen auch mal für eine andere Leistung als eine rein auf den Beruf bezogene Anerkennung zollen kann. Das ist für hessnatur auch sehr wichtig, immerhin sind wir seit 2006 durch die berufundfamilie GmbH auditiert und unterstützen die Mitarbeiter mit verschiedenen Angeboten wie flexible Arbeitszeiten, Vertrauensarbeitszeit, Rückkehrgespräche nach der Elternzeit oder Alternierende Telearbeit, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.

Verena sagt, sie genieße zwar die Zeit zuhause mit der kleinen Marie, sie freue sich aber schon wieder sehr darauf Anfang 2015 an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Für hessnatur-Mütter wie Verena verhandelt Alexandra gerade über ein Kontingent an Plätzen in einer Kita in Butzbach. „Beim letzten Telefonat hieß es, die Chancen sehen ganz gut aus“, sagt Alexandra. Man werde sehen.

Marie1

Der kleine Finn ist ein fröhliches Kind, er strampelt, dreht sich und spielt voller Inbrunst mit seinem gepunkteten Spucktuch. Seine Mutter Jenny ist ganz und gar gelassen, was die Rückkehr an den Arbeitsplatz anbelangt. Sie wartet jetzt mal ab, wie es dem Finn gehen wird, wenn ihr Elternzeitjahr verstrichen ist, wie er sich in der Betreuung, die sie für ihn schon in Aussicht hat, eingewöhnen wird. Elli, die Mutter von Jonathan freut sich jetzt schon darauf, wieder arbeiten zu gehen. Aber noch genießt sie die Zeit zuhause in vollen Zügen. Demnächst fährt sie mit der Familie in den Urlaub. Sie sie ist schon gespannt, wie Jonathan der Strand und das Meer gefallen werden.

Jonathan

Und Julia mit ihrer dreiköpfigen Schar? Sie hat gerade ihre Elternzeit um ein Jahr verlängert. „Ich habe den Druck rausgenommen“, sagt sie. Drei Kinder morgens fertig zu machen und pünktlich beim Job zu erscheinen, dazu müsste sie die Kleinen schon morgens um sechs Uhr aufwecken. Und dann das Bangen, ob auch ja keines krank wird, sagt sie. Derweilen diskutieren Anton und Paul gerade, wer die Brezel teilen darf, während das Lockenköpfchen Emma gerade Baby Jonathan mit ihrem Anteil füttert. „Nein, da hat man ja nur noch das Gefühl, dass man niemandem mehr gerecht wird, weder der Familie noch dem Job.“ Muss ja auch wirklich nicht sein.

Emma füttert sich
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Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Making Of der Serial Upcycling Collection No. 2

9. Juli 2014

Seit heute ist die Serial Upcycling Collection No. 2 in Kooperation mit der Kunsthochschule ESMOD in Berlin in unserem Online Shop erhältlich. Wie bereits berichtet, haben wir auch in diesem Jahr wieder einen Workshop zum Thema Upcycling innerhalb des ESMOD-Studiengangs „Sustainability in Fashion“ gefördert. Zu diesem Zweck haben wir in unserem Lager gestöbert und den zwölf Studenten der Esmod Berlin Internationale Kunsthochschule für Mode Stücke aus vergangenen Kollektionen zur kreativen Verfügung gestellt. Heute zeigen wir euch exklusive Einblicke von dem Fotoshooting der Kollektion!
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Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Serial Upcycling Collection No. 2: Die Gewinner und Ihre Outfits

8. Juli 2014

Erster Preis

Der Look

Fantasievoll und frech muss nicht dick aufgetragen sein. Im Gegenteil, die marine-weiß gestreifte Leggings aus Jersey ist von der Grundidee ein unaufgeregter Klassiker. Wenn da nicht die kleinteilige Verarbeitung wäre: Aus zwei Ringelsweatshirts ist eine Hose entstanden in einem raffinierten Patchwork-Stil. So sehen die Knie aus, als wäre das Streifenmuster mit Hilfe einer aufwendigen Computersoftware zu einem M.-C.-Escher-Muster verfremdet worden. Nur ist das hier kein digital entworfener Print, sondern eine analog genähte Upcycling-Hose! Die lässigen weißen Hosenrock-Shorts aus einem Seidentop in der Farbe Muschel korrespondiert unauffällig mit einem schlichten beigen Strickshirt aus Seide und Leinen. Peppig wird das Styling durch den Lagen-Look: Über der Shorts hängen die Schöße einer karierten Longbluse, die ehemals ein Hemdblusenkleid war aus 100% Biobaumwolle. Der Clou sind die ehemaligen Brusttaschen des Kleides, die hier wie verkehrt herum aufgesetzt aussehen. Ein augenzwinkernder Kommentar zum Thema Upcycling. Über der Bluse wiederum und unter dem Strickshirt blitzt noch der Saum eines Paisely-Tops, ehemals ein Schal in der Farbe Rittersporn, hervor. Frischer könnte ein Styling aus Stücken früherer Saisons nicht sein!

Die Designerinnen

Ina Budde (25) studierte Modedesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, mit den Schwerpunkten Textildesign und Nachhaltigkeit. Während dieser Zeit entwickelte sie fünf Kollektionen. Ihre Kollektion „Memories oft the Future“ (Sommersemester 2011) gewann den dritten Platz des Audi Fashion Awards 2012 in der Kategorie Flexible Comfort. Ihre Abschluss-Kollektion „Festhalten an der Zeit“ war 2013 Teil der Ausstellung „4 Blickwinkel in Hamburg“ und wurde für den European Design Award Apolda nominiert. 2013 gewann sie das Stipendium von hessnatur für den Masterstudiengang Sustainability in Fashion an der ESMOD Berlin.

InaBudde.

Teresa Krönung (23) studierte an der University for the Creative Arts in Rochester, UK, das sie mit Auszeichnung abschloss. Sie bildete sich durch Praktika weiter, unter anderem bei Sergio Rossi und J.W. Anderson. Als sie 2012 das Studium beendete, wurde sie mit ihren Arbeiten für den Karen Millen Portfolio Award bei der Graduate Fashion Week in London nominiert. Auch für das New Fashion Talent der VOGUE Italia schaffte sie es unter die letzten Anwärter. Von Januar bis Juli 2013 war sie Junior Designer bei dem Modelabel zero. Im Oktober 2013 nahm sie den Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD Berlin auf.

TeresaKrönung

Zweiter Preis

Der Look

Man nehme ein gerade geschnittenes Sweatkleid in der Farbe hell-grau-meliert und setze die Schere und ein gutes Designkonzept an: Fertig ist das elegante und zugleich sehr komfortable Kleid. Das etwas enger gefasste Bündchen am Hals mit den schmal zulaufenden, geschoppt zu tragenden Ärmeln, die an 80er-Jahre Fledermausärmel erinnern, und die geschoppte Taille machen das Teil zu einem Hingucker: Dieses zeitlos schlichte Kleid, ist das wirklich nicht viel mehr als ein raffiniert geschnittenes Oversized-Sweatshirt? Das kann man so oder so sehen. Auf jeden Fall ist es super schick, und der Sweat-Charakter ist ein gestalterisches Augenzwinkern, eine Einladung sich modisch gekonnt zu entspannen.

Die Designerin

Hella Lynggaard-Nielsen (26) kam über Umwege zum Modedesign: Zunächst absolvierte sie eine dreijährige Handelsschule in der dänischen Stadt Vejle. Danach erst schrieb sie sich an der Universität Aarhus ein, wo sie den Bachelor in Anthropologie und Design ablegte. Im Augenblick belegt sie dort den Masterstudiengang für Designmanagement. An der ESMOD Berlin belegte sie als Austauschstudentin den ersten Teil des Masterstudienganges „Sustainability in Fashion“. Zurück in Dänemark arbeitet sie jetzt an ihrer Abschlussarbeit: „Geschlossene Regelkreise in Fast Fashion Unternehmen“, das auch das Thema Beziehungsmarketing (Marketing unter Einbeziehen von Kundenfeedback) umfasst.

HellaLynggaard-Nielsen

Dritter Preis

Der Look

Neue Üppigkeit: Aus zwei patentgestrickten Baumwoll-Cardigans ist ein taillenkurzer anthrazitfarbener Pullover entstanden, mit voluminösen Ärmeln und zwei „Ausgängen“ für die Hände. Ergänzt wird er durch einen bodenlangen schmalen Rock, der durch die geschickte Verarbeitung mehrerer Versatzstücke von ehemals sieben T-Shirts aus Biobaumwolle einen raffinierten Faltenwurf erhält, ohne pompös oder im Alltag „untragbar“ zu wirken. So ist ein Styling entstanden, dass an avantgardistische Entwürfe japanischer Designer erinnert: Elegant, edel, zeitlos und luxuriös, ohne Ressourcen zu verschwenden.

Die Designerin

Danijela Simonovska (40), kommt aus Skopje, Mazedonien. Sie studierte Textil- und Modedesign an der Universität Zagreb in Kroatien. Danach legte sie am Medieninstitut Mazedonien in Skopje ein Diplom für Print- und Onlinejournalismus ab. Sie hat sich im Lauf der Jahre in verschiedenen Funktionen dafür eingesetzt, die junge Modeindustrie in Mazedonien mit aufzubauen. So war sie im Modemanagement, in der PR-Branche, an Universitäten und auch als Journalistin tätig. Nebenher etablierte sie sich als Designerin und Stylistin und gründete 2004 ihr eigenes Label: „The Queen Without a Kingdom“. Momentan absolviert sie den Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD in Berlin.

DanijelaSimonovska

Vierter Preis

Der Look

Ein lässig verspielter Overall mit schmal zulaufenden Hosenbeinen und einem asymmetrischen Ausschnitt samt sensationeller Raffung: Während die eine Schulter frei bleibt, fällt das Oberteil dieses eleganten Einteilers auf der anderen Seite lässig bis über den halben Arm. Die üppigen, scheinbar wahllosen Raffungen des edlen Baumwoll-Seide-Gemischs (ehemals fünf Tunika-Kleider), schmücken den Ausschnitt mit blumenähnlichen Ornamenten. In Wahrheit sind die Ornamente jedoch abstrakt und dadurch zeitlos. Als Abschluss dient das Taillenband des ehemaligen Tunika-Kleides auf der schulterfreien Seite des Ausschnitts und schafft so die Illusion einer zufällig zusammengezurrten Raffung. Der so entstehende Faltenwurf verleiht dem Oberteil dieses Overalls eine oversized-Weite. Auch hier schafft ein seitliches Bindeband eines der Tunika-Kleider oberhalb der Taille die Illusion einer zufälligen Raffung. Lange Worte, kurzer Sinn: Ein Stück sinnlicher nachhaltiger Mode aus edlem Biomaterial.

Die Designerinnen

Rahel Guiragossian (23) ist armenischer-libanesischer Herkunft. Ihr Großvater und Vater sind die bekannten Maler Paul Guiragossian (1925-1993) und Emmanuel Guiragossian, deren Kunst sie zu ihren eigenen Entwürfen inspiriert. Sie studierte Modedesign am privaten „Istituto Marangoni“ in London. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie als Designerin bei dem Beiruter Luxuslabel „Maison De Couture, ZUHAIR MURAD“, wo sie die Produktion der Kollektionen für Haute Couture, high fashion Pret-à-Porter und Brautmode kennenlernte. Seit 2013 hat sie den Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD Berlin belegt.

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Monica Pieracka (24) ist aus Polen. Sie studierte Modedesign an der Wyzsza Szkola Sztuki i Projektowania in der Polnischen Stadt Łódź. Im Anschluss arbeitete sie sechs Monate lang als Praktikantin beim Berliner Modelabel Boessert/Schorn in Berlin. Dort war sie für die Schmuckkollektion im Herbst/Winter 2013/14 verantwortlich. Monica Pieracka möchte sich gerne auf das Entwerfen nachhaltiger Accessoires in der Mode spezialisieren. Seit Oktober 2013 hat sie den Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ belegt.

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Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.

Die Serial Upcycling Collection No.2!

7. Juli 2014

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Sie sind frech, cool, qualitativ hochwertig bis luxuriös und bequem: Die vier Upcycling-Looks, die sechs Masterstudentinnen des Kurses „Sustainability in Fashion“, für hessnatur gestaltet haben, und die wir im Green Show Room der Berlin Fashion Week am 10. Juli vorstellen. Bereits zum zweiten Mal haben wir einen Workshop für Upcycling innerhalb des ESMOD-Studiengangs gefördert. Upcycling, das ist ein nachhaltiger Trend innerhalb des Fashion Designs, der alte Modelle und/oder Stoffabfälle zu neuer, tragbarer Mode veredelt. Zu diesem Zweck haben wir in unserem Lager gestöbert und den zwölf Studenten an der ESMOD Stücke aus vergangenen Kollektionen zur kreativen Verfügung gestellt.

Auch das ist nachhaltig: Im Jahr 2011 hatte die Internationale Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin den Masterstudiengang „Sustainability in Fashion“ aus der Taufe gehoben. Der einjährige Kurs ermöglicht es zwölf Nachwuchskräften in der Modebranche, sich für den Zukunftsmarkt der nachhaltigen Mode zu qualifizieren. Mittlerweile steuert bereits der dritte Jahrgang auf den Abschluss zu. Von Anfang an haben wir von hessnatur der Berliner Modeschule tatkräftig zur Seite gestanden: Durch die Vergabe von Stipendien und durch das Entsenden einer Lehrkraft. Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Corporate Responsibility bei hessnatur, gibt den Studenten Einblicke in seine umfangreiche Erfahrung im Bereich „Nachhaltige Textilien & Produktion“.

Unter der Anleitung von Friederike von Wedel-Parlow, der Leiterin des Studienganges, haben die Studenten ihre Modelle geschaffen. „Am meisten hat mir die Freude gefallen, die die Studenten empfanden, als sie vor den völlig neuen Looks standen, die sie aus den vorgefundenen Teilen geschaffen hatten.“ Und mit den Stylings war es längst nicht getan: Die Studenten mussten ihre Kreationen mit einer kompletten Marketingstrategie samt Logo für ein virtuelles Upcycling-Label präsentieren. Bewertet hat die Looks eine  Jury zusammengesetzt aus Friederike von Wedel-Parlow, ESMOD-Präsidentin Silvia Kadolsky sowie Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Corporate Responsibility hessnatur und die Leiterin Design von hessnatur, Denise Marie Rupp.

Den ersten Preis hat das Design-Duo Teresa Krönung und Ina Budde erhalten für einen hinreißenden Lagenlook, der seinen neuen Pfiff daraus bezieht, dass Details – wie Brusttaschen und ein frecher Materialmix – offen daran erinnern, dass das Material aus dem ihre Stücke sind, einmal eine andere Verwendung hatte. Der zweite Preis geht an die Dänin Hella Lynggard-Nielsen, die aus einem Sweatshirt-Kleid kurzerhand ein anderes geschneidert hat, und so einem Basic-Teil ihre Vorstellung von Eleganz und Tragbarkeit verliehen hat. Der dritte Preis fällt an Danijela Simonowska, die aus alten Cardigans und T-Shirts ein avantgardistisches Ensemble aus kurzem Pullover und langem Rock geschaffen hat. Der vierte Preis, der an sich nicht vorgesehen war, den die Jury aber wegen der Originalität des Entwurfs an die Studentinnen Rahel Guiragossian aus dem Libanon und Monica Pieracka aus Polen verliehen hat, ist ein edel-verspielter Overall aus Seide und Baumwolle. Ein Hauch von tragbarem, nachhaltigen Luxus.

Wie die Kollektion genau aussieht erfahrt Ihr schon bald auf unserem Blog und in unserem Online Shop!

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.