TV-Tipp: “Das Gift kommt zurück”

Das Gift kommt zurück

Spannender Globalisierungskrimi, der am Mittwoch, 11. November um 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen wiederholt wird: Die Dokumentation „Das Gift kommt zurück“ von Inge Altmeier.

Es geht um viele Container, die hierzulande aus dem Ausland ankommen und mit giftigen Pestiziden belastet sind. Laut verschiedener Experten ist jeder fünfte Container kontaminiert. Diese Industriechemikalien lassen vermehrt Menschen krank werden. Dabei gilt unter Fachleuten auch, dass ca. 70 % der vorgenommenen Begasungen überflüssig sind.

Zwei Probleme stehen dabei im Vordergrund: Zum einen die Begasung der Container, die auf EU-Vorschriften zurückgeht. Die schreiben fest, dass Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, damit über Holzverpackungen oder Artikel, die Holz enthalten, keine Schädlinge in die EU eingeschleppt werden. Allerdings gibt es für Importware wie z.B. aus Indien oder China nur für einzelne Pestizide Grenzwerte. Und Waren wie Textilien oder Spielzeug, die aus Fernost kommen, bringen damit die Gifte zu uns, weil die Holzplatten wegen des verlangten Transportschutzes begast werden.

Zum anderen können auch die Waren selbst mit Pestiziden behandelt worden sein, um gegen Schädlinge oder Schimmel geschützt zu sein. Die eingesetzten Gifte sind größtenteils geruchlos, d.h. es gibt keine unmittelbare Warnwirkung, die Symptome setzen erst später ein.

Besonders betroffen von der Begasung sind übrigens die Arbeiter, die die begasten Container öffnen und entladen. Laut Vorschrift müssen begaste Container klar gekennzeichnet und vor dem Entladen erst einmal entlüftet werden. Die Kennzeichnung fehlt aber oft; dadurch kommt es immer wieder zu Arbeitsunfällen.

Das Thema beschäftigt uns auch bei hessnatur: Als der Film vor einiger Zeit schon einmal ausgestrahlt wurde, bekamen wir Anfragen von Kunden, die wissen wollten, ob die hessnatur-Kleidung für den Transport auch begast wird, wenn sie von den Produktionsstätten in aller Welt zu uns kommt.

Wir haben dazu eine klare Regelung mit unseren Lieferanten, die in unseren Richtlinien festgeschrieben ist: Keine Begasung! Während Lagerung und Transport dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Außerdem darf die Lagerung nicht in mit Pestiziden kontaminierten Lagerräumen erfolgen. Die Begasung von Transportcontainern bzw. von Holzverpackungsmaterialien und hessnatur-Artikeln zur Bekämpfung von Schädlingsbefall ist nicht zulässig. Hier werden in der Praxis z.B. Methylbromid, Sulfurylfluorid oder Phosphorwasserstoff eingesetzt.

Wir setzen für den Transportschutz auf alternative Verfahren wie z.B. die Wärmebehandlung bei Holzverpackungen (damit keine lebenden Schädlinge aus einem anderen Land eingeführt werden) oder die Verwendung von Kunststoffpaletten. Damit halten wir die gesetzliche Regelung ein, ohne Pestizide einsetzen zu müssen.

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Dieser Artikel wurde von Administrator geschrieben.

4 Kommentare zu "TV-Tipp: “Das Gift kommt zurück”"

  1. hessnatur Blog » Blog Archiv » Kleidung, die krank macht schrieb:

    [...] Film von Inge Altmeier – von ihr stammt bereits der Film „Das Gift kommt zurück“ – und Reinhard Hornung heute Abend von 20.15 bis 21.00 Uhr auf Arte: Unter dem Titel [...]

  2. Verena schrieb:

    Eine interessante Interpretation des Vorfalls…aber gerne schildere ich, was wirklich passiert ist.

    Unsere Wareneingangskontrolle hatte Alarm geschlagen, weil einer Lieferung aus China (Unterwäsche aus Bio-Seide) ein stechender Geruch entströmte. Wegen Verdacht auf kontaminierte Ware haben wir sofort Polizei, Feuerwehr und Notarzt alarmiert und die Ware isoliert. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich unser Firmengelände in eine Hochsicherheitszone, mit Menschen in Schutzanzügen und Gasmasken, umzingelt von Journalisten und Fernsehkameras. Ein Szenario wie aus Wolfgang Petersens „Outbreak“.
    Bilder dazu unter http://www.rtl-hessen.de/videos.php?video=8314

    Die Kollegen, die direkt mit der Ware in Berührung gekommen waren wurden von Sanitätern vor Ort betreut. Während die Ärzte, Chemiker und Einsatzkräfte noch untersuchten bzw. mit der Analyse der Proben beschäftigt waren, zogen einige der Umstehenden bereits Bilanz. Von Mitarbeitern, die ins Krankenhaus eingeliefert werden müssten und von Pestiziden war plötzlich die Rede. Gleiches hätte man ja vor nicht allzu langer Zeit schon mal bei einem Unternehmen in der Nachbarschaft erlebt usw.

    Die Gerüchteküche verstummte kurze Zeit später, mit dem offiziellen Befund von Sanitätern und Einsatzkräften: Die von einem unabhängigen Chemiker entnommen Proben waren beide negativ – kein Nachweis von Schadstoffen. Die Mitarbeiter wurden mit dem Befund „gesund“ aus der ärztlichen Obhut entlassen und konnten an ihre Arbeitsplätze zurück kehren. Unsere internen Recherchen hatten derweil ergeben, dass die Ware beim Transport mit Knoblauch-Öl in Berührung gekommen war, was den intensiven Geruch erklärte, der noch Stunden später an den Kartons haftete. Die Harmlosigkeit des Vorfalls wurde noch am gleichen Abend durch die von der Polizei veröffentlichte Pressemeldung bestätigt (wie am nächsten Tag in den regionalen Medien nachzulesen war).

  3. FunkyA schrieb:

    … und am 08.12.2009 kam das “Gift” dann zurück. Die Feuerwehr rückte unter Vollschutz an (siehe http://www.ff-butzbach.de), die Medien berichteten, der Geschäftsführer versuchte einen möglichen Pestizidunfall zu verharmlosen. Noch heute hätten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Folgen des Zusammenspiels von “Knoblauchöl” und “NATURPRODUKTES” gesundheitlich zu leiden. Wieviel Natur steckt eigentlich in den Produkten dieser Firma???

  4. Miriam schrieb:

    Für alle, die die Dokumentation gestern sehen wollten, aber denen die kurzfristige Programmänderung einen Strich durch die Rechnung gemacht hat:

    Auf dem Sender “EinsPlus” werden sechs Wiederholungen gesendet:

    am 17.11.2009 um 21:00 Uhr ,
    am 19.11.2009 um 13:00 Uhr ,
    am 20.11.2009 um 10:00 Uhr ,
    am 21.11.2009 um 06:00 Uhr ,
    am 22.11.2009 um 03:00 Uhr und
    am 23.11.2009 um 00:00 Uhr