Jeansherstellung ohne Sandstrahltechnik!

Anlässlich des gestrigen Weltgesundheitstages der WHO rief die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) zum weltweiten Verbot der tödlichen Sandstrahltechnik bei der Jeansverarbeitung auf. Seit Herbst 2010 kämpft die Organisation für Aufmerksamkeit und Aufklärung über dieses Tod bringende Verfahren; wir berichteten.

Mit der Sandstrahltechnik werden die fertig genähten Jeans mit modischem „Used-Look“ versehen. Abgewetzte Stellen sollen erzeugt werden, die der Jeans eine Optik geben, als hätte sie schon ein Leben gehabt vor ihrem Verkauf. Wer diese Arbeit macht, setzt sich extrem feinem Staub aus und erkrankt in kürzester Zeit an der tödlichen Krankheit Silikose. Tausende leiden in Hersteller-Ländern wie der Türkei, Pakistan, China, Bangladesch oder Ägypten an dieser gefährlichen Lungenerkrankung.

Wahnsinn, oder?! Während uns hier die neue heißgeliebte und abgewetzte Jeans cool und sexy aussehen lässt,  tötet sie auf der anderen Seite der Welt diejenigen, die sie herstellen. Seit dem Aufruf der CCC gegen die Sandstrahltechnik haben eine Vielzahl an Herstellern ihre Produktionen umgestellt und verzichten auf das gefährliche Ausrüstungsverfahren.

Dass es auch anders geht, zeigt hessnatur. Unser Bio-Denim wird mit Enzymen gewaschen, bzw. ver-waschen. Das funktioniert und kostet weder Umwelt noch Menschenleben. Es geht also. Und damit stellt sich für mich die Frage, warum es mit einem Verbot so lange dauert.

Letztendlich entscheiden wir Verbraucher. Mit jedem Kauf können wir unsere Stimme abgeben und zu- oder dagegen stimmen. Ich jedenfalls stimme für faire Arbeitsbedingungen und gesunderhaltende Arbeitsweisen. Ihr auch?!

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Dieser Artikel wurde von Administrator geschrieben.

Ein Kommentar zu "Jeansherstellung ohne Sandstrahltechnik!"

  1. irene kühne schrieb:

    Gut, dass hessnatur “nur” die Enzymtechnik nutzt und die ArbeiterInnen keine Silikose bekommen. Aber, neue Kleidungsstücke dürfen neu aussehen. Seit Jahren ärgere ich mich über so eine Verschwendung Bekleidung absichtlich älter zu machen – wodurch sie auch schneller kaputt geht. Der “begehrte Used-Look” ist für mich eher ein Argument ein Kleidungsstück nicht zu kaufen.