Neu gekauft – und schon die Gewässer verschmutzt!

Wenn ich mir etwas neues zum Anziehen gekauft habe, kommt es erstmal in die Waschmaschine. Das machte meine Mutter schon so. Ich denke darüber überhaupt nicht nach, warum und wieso. Jetzt lese ich aber aus einer aktuellen Greenpeace-Studie: „Import-Textilien verschmutzen die Gewässer in Deutschland: Giftige und hormonell wirksame Chemikalien gelangen auch durch die normale Haushaltswäsche in deutsche Gewässer: Nach einer Greenpeace-Untersuchung treten bis zu 94% der Nonylphenolethoxylate (NPE) in Import-Textilien bei der ersten Wäsche aus.“ – Klingt nicht gut. Aber es wird noch schlimmer: „Im Abwasser bildet sich aus NPE das Umweltgift Nonylphenol (NP).“

In der EU ist die Verwendung dieser Chemikalien verboten, doch Greenpeace geht davon aus, dass mehr als 88 Tonnen NPE pro Jahr in die hiesigen Gewässer gelangen. So werden wir als Kunden solcher Import-Textilien zu passiven Umweltverschmutzern. Manfred Santen von Greenpeace fordert deshalb zurecht: „Die Branche muss ihre Produktion endlich entgiften.“

Dass es auch anders geht, zeigte kürzlich ein Beitrag im Bayerischen Fernsehen über unsere Rhönschaf-Jacke. Die ungefärbt verwebte Wolle wird in langen Waschprozessen gewalkt und gefilzt. Da hier nur natürliche Rohstoffe verwendet werden, die anschließend ganz leicht herausgeklärt werden können, kann das Abwasser des deutschen Lodenherstellers auch wieder in den Fluss vor der Tür geleitet werden. Geht also.

Ähnliches sichern wir in unserer textilen Kette überall auf der Welt ab. Produzent für hessnatur kann nur werden, wer eine zweistufige Kläranlage nachweisen kann. Und nicht nur das: Schon im Herstellungsprozess kommen bei Bleiche, Färbung oder Druck solche hochgiftigen Substanzen erst gar nicht zum Einsatz.

Durch die Greenpeace-Kampagne haben sich verschiedene Markenhersteller auf den Weg gemacht, bis 2020 ihre Produktion umzustellen. Wieso das so lange dauern muss, fragt sich nicht nur Greenpeace.

Übrigens, zurück zum Ausgangspunkt: Natürlich macht mein Waschen vor dem Tragen Sinn, damit die Haut möglichst keine Schadstoffe abbekommt oder gar aufnimmt. Aber im Grunde ist es Augenwischerei. Wenn die Substanzen erstmal ins Grundwasser gekommen sind, dann nehmen wir sie über Umwege auch wieder zu uns. Also ist eine Vermeidung solcher Textilien immer noch die beste – und einzig wirksame – Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und Umweltschutz zu leben.

 

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