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EARTH DAY: Flüsse – die Lebensadern unserer Erde

Dienstag, 22. April 2014

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Der Earth Day wird heute 44 Jahre alt! Im Jahr 1970 entstand der Aktionstag als spontane Studentenbewegung in den USA. Er sollte dem Washingtoner Establishment und der Öffentlichkeit demonstrieren, dass es in Nordamerika eine Umweltbewegung gab und dass die Natur von nun an über eine starke Lobby verfügen würde. Mittlerweile wird dieser Aktionstag für die Umwelt in mehr als 150 Nationen der Erde begangen.

In Deutschland steht der Earth Day in diesem Jahr unter dem Motto „Lebensader Flüsse aktiv schützen“. Zum einen steht die Wasserverschmutzung auf dem Spiel. Wie ich schon hier im Blog berichtet habe, sind stinkende Kloaken und Schaumberge selten geworden. Die Gefahr geht heute von Chemikalien aus Industrie, Landwirtschaft und Medizin aus.

Wir von hessnatur tun durch unsere strengen Richtlinien einiges dafür, unsere kostbare Naturressource Wasser, nicht zu belasten. Wir verwenden weder für den Menschen, noch für die Umwelt giftige Substanzen, um unsere Kleidung herzustellen: Weder Spritzgifte beim Faseranbau, toxische Farbstoffe für die Textilfärbung noch schädliche Appreturen für die Ausrüstung unserer Stoffe. So fallen auch keine Stoffe an, die das Wasser von Flüssen und Bächen verunreinigen könnten.

Daneben stellen Wasserprojekte wie Staudämme, Begradigungen und Umleitungen ein großes Problem da. Flüsse, die unser Klima nachhaltig beeinflussen, werden aus ihrem natürlichen Verlauf geleitet. Überall auf der Erde verschwinden die Wasservorräte, umgeleitete Flüsse sollen das geplünderte Grundwasser in ausgetrockneten Gebieten wieder auffüllen. Doch während Wasserbauer weltweit ihre Hoffnungen auf solche Flussumleitungen setzen, warnen Wissenschaftler vor Gefahren für Menschen, Klima, und Umwelt.

Was wir alle tun können, um Flüsse und Bäche zu schützen:

-Feste Abfallstoffe sollten nie in die Kanalisation gelangen, wie Textilien, Wegwerfwindeln, Hygieneartikel, Watte, Ohrenstäbchen, Rasierklingen, Zigarren- und Zigarettenreste, Kleintiersand.
- Pflanzenschutzmittel auch im Garten vermeiden. Dünger sehr selten anwenden.
- Keine Farbreste wie Lacke, Benzin, Lösungsmittel in die Kanalisation oder auf den Waldboden geben.
- Alte und gebrauchte Medikamente nicht ins WC schütten.
- Waschmittel dosieren.
- Reinigungs- und Putzmittel sparsam verwenden.
- Autos nur da waschen, wo die Abwässer aufgefangen werden.
- Verstopfte Abläufe nie mit chemischen Mitteln durchgängig machen.
- Streusalz vermeiden. Es schadet der Flora und Fauna und versalzt das Grundwasser.

Seit fast 40 Jahren setzen wir auf ökologische und soziale Standards, um Ressourcen der Natur zu schützen und Menschen mit ihrer Würde und Arbeitskraft zu respektieren. Der Earth Day fordert uns jedes Jahr auf, uns für den Umweltschutz einzusetzen. Um den Earth Day gebürend zu feiern, verschenken wir heute 20% Rabatt auf Alles!
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Verpestete Meere? Wir haben eine Antwort!

Mittwoch, 12. März 2014

verpestetemeere

Unsere Meere versinken im Plastikmüll! Die Schlagzeile ist in aller Munde. Die Medien berichten darüber und seitdem bekannt ist, dass im Pazifischen Ozean ein riesiges Plastiktrümmerfeld existiert, das unter dem Namen Great Pacific garbage patch bekannt ist, gibt es auch einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu dem traurigen Problem. Und wieder müssen wir feststellen, dass die Textilindustrie keine geringe Rolle in der Problematik spielt.

Wie ich schon einmal hier im Blog geschrieben habe, hat ein irisches Forscherteam schon vor anderthalb Jahren herausgefunden, dass Plastik-Mikropartikel 65 Prozent des Plastikmülls ausmachen. Das sind Mikrofasern wie sie aus Fleece-Pullovern beim Waschen ins Abwasser gelangen. Bei jeder Wäsche verliert ein Fleece-Teil circa 2000 Fasern, die so klein sind, das sie mühelos alle Filter und Kläranlagen passieren können.

In dem betreffenden Blogpost  hatte ich auf unsere Alternative hingewiesen: Wollfleece von hessnatur, eines unserer Basismaterialien, garantiert giftfrei und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Und auch was Funktionswäsche im Outdoor-Test anbelangt, punktet die Wollunterwäsche von hessnatur im Vergleich zu synthetischen Fasern.

Beim Wollexperiment, das hessnatur im vergangenen Herbst gemeinsam mit 15 hessnatur-Insidern und dem Wanderexperten Michael Andrack unternommen hat, haben wir Daten erhoben, die ein Wissenschaftler-Team der Universität Graz um Professor Herfried Pessenhofer ausgewertet hat. In der wissenschaftlichen Auswertung heißt es:

Aus dem „Wollexperiment“ kann daher der Schluss gezogen werden, dass Unterbekleidung aus Wolle bei mäßigen und wechselnden physischen Belastungen, wie sie beim entspannten Wandern vorliegen, und bei gemäßigten Umgebungstemperaturen (keine extreme Hitze) aufgrund des Pufferverhaltens thermoregulatorische Vorteile besitzt. Diese Vorteile wirken sich verstärkt bei feuchtem Wetter aus.

Wandergruppe

Dabei trugen die Teilnehmer an der Wanderung entlang des Rheinsteigs im Wechsel jeweils einen Tag Wäsche aus 100 Prozent Bio-Merinowolle von hessnatur sowie aus 100 Prozent konventionellen Kunstfasern. Ein Regelwerk stellte auf der Wanderung sicher, dass die Kleidung einheitlich und damit für das Wissenschaftsteam immer überprüfbar getragen wurde.

„Wollfasern und synthetischen Fasern verhalten sich im Vergleich wie ein Kachelofen zu einem Heizlüfter. Während der Kachelofen seine Wärme gleichmäßig abgibt, heizt der Lüfter zwar schnell auf, kühlt aber rasch wieder ab“, sagt Professor Pessenhofer.

Ja, tatsächlich, während Funktionswäsche aus Synthetik nur auf Atmungsaktivität, also den Transport von Körperfeuchtigkeit nach außen ausgelegt ist, kommt bei der Merinowolle,  aus der die Funktionswäsche von hessnatur gefertigt ist, die Eigenschaft dazu, dass sie Feuchtigkeit speichern kann, ohne an Temperatur zu verlieren. Das heißt, während es die Wolle der Synthetik an Feuchtetransport gleich tut, ist sie ihr, was die Feuchtespeicherung anbelangt, sogar deutlich überlegen.

Insofern bestätigt die wissenschaftliche Analyse die subjektive Erfahrung der Teilnehmer am Woll-Experiment, die angaben, dass der Körper im Synthetik-Shirt schneller auskühle als in dem aus Merinowolle. Es gibt also auch im Textilbereich eine Alternative zum Plastik! Tun Sie sich und den Weltmeeren etwas Gutes.

Unsere Jeans macht Fernseh-Karriere

Dienstag, 10. Dezember 2013

jeanshessnaturlaserlogo

Ich bin eine Blue Jeans, ich könnte auch bald Deine sein. Gerade liege ich flach auf einer industriellen Arbeitsunterlage und über meinem rückwärtigen Bund tanzt ein dünner roter Lichtstrahl, dann dampft es kurz und plötzlich erscheint in weiß das hessnatur-Logo auf dem jeansblauen Untergrund. Dann zaubert der Strahl auf meine Hosenbeine breite helle Streifen, künstliche Abnutzungseffekte.

hessnatur bietet mich ab Herbst/Winter 2014 an, eine mit Hilfe von Lasertechnik bearbeitete Jeans. Meine Schwester, eine Bio-Denim mit leichten Auswaschungen in Five-Pocket-Form gibt es schon. Hergestellt ohne exorbitantem Wasserverbrauch, ohne Einsatz von giftigen Chemikalien. hessnatur verwendet für Dich ressourcen-schonend hergestellte Denim-Stoffe: Biobaumwollanbau, Waschungen und Konfektion sind in einem Land konzentriert, das Ökomode-Label verzichten auf Produktionstourismus. Die unbedenklichen Indigofarbstoffe klärt hessnatur nach den GOTS-Richtlinien aus dem Abwasser. Das Unternehmen verzichtet auf gentechnisch modifizierte Materialien und hält strenge soziale Standards für alle Arbeitskräfte ein.

Giftiger 80er Jahre Chic

Wer hingegen in den 80ern zur Schule gegangen ist, erinnert sich an meine Tante, die war eine moonwashed Jeans. Für diese damals so coole Jeans haben die Teenies Domestos genommen! Die Chlorbleiche haben sie meiner Tante aufgespritzt und sie dann gewaschen. Cool, fanden die das. Aber nicht ihre Mütter. Die haben entweder gemeckert, weil sie die Bleiche-Vorräte aufgebraucht hatten, oder wenn sie aus umweltbewussteren Haushalten kamen, kriegten sie die Hucke voll, weil sie das Zeug ins Haus schleppten.

Doch Chlorbleiche ist eine Chemikalie, mit der ich mich heute ganz bestimmt nicht behandeln lassen möchte. Und ich möchte keine Chlorreste in der Trommel der Waschmaschine wähnen oder sie ins Abwasser spülen lassen. Klar, das ist heute total out. Auch die gefährliche Sandstrahltechnik kommt bei hessnatur zum Glück nicht zum Einsatz. Bevor hessnatur mich, die Laserjeans, entwickelt hat, hat das Unternehmen eine wissenschaftliche Studie zum Einsatz neuer Technologien in der Jeansproduktion gefördert.

Marina Chahboune hat Modedesign studiert an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Helsinki Metropolia University in Finnland. Sie ist Gründerin und Chefredakteurin des Blogs Beyond Fashion und gehört zum „Grüne Mode“-Team von Kirsten Brodde. Für hessnatur hat sie in einer Studie alle umweltrelevanten Faktoren und den Ressourcenverbrauch unterschiedlicher Jeanswaschungen evaluiert. Sie dient hessnatur als Grundlage für die Entwicklung neuer, aktueller Jeansmodelle.

Wer gerne mehr wissen möchte, kann dazu den gestrigen Beitrag im WDR-Fernsehen anschauen.

Das Brandschutzabkommen für Bangladesch

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Bangladesch

Wer diesen Blog verfolgt, erinnert sich vielleicht daran, dass es im August im Frankfurter Nordend eine Podiumsdiskussion zu fairer Bekleidung gab. Dort ging es auch um das Rana Plaza-Unglück in Bangladesch im April 2013, bei dem ein neunstöckiges Gebäude einstürzte, in dem  mehrere Textilfabriken produzierten. Dabei wurden 1133 Menschen getötet und 2438 weitere verletzt. Das Unglück löste weltweit Betroffenheit und Empörung aus.
In der Folge begannen sich Hersteller aus Europa, den USA, Asien und Australien zu einem Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz (Accord) zusammen zu schließen. Im Mai 2013 unterzeichnete auch hessnatur das Abkommen. Hörte sich erst Mal gut an, doch vor kurzem habe ich mich gefragt, was daraus geworden ist.
Ich beschloss also, bei Kristin Heckmann aus dem Bereich Corporate Responsibility nachzufragen, worauf sich die rund 100 Textilunternehmen aus 19 Ländern (Stand 17. Oktober 2013) denn in dem Abkommen festgelegt hätten. Kristin Heckmann war gemeinsam mit Rolf Heimann, dem Leiter des Bereichs Corporate Responsibility bei dem Treffen der Firmenrepräsentanten in Genf dabei.

Kristin erzählte mir, dass sich alle beteiligten Textilunternehmen zunächst dazu verpflichtet hätten, für fünf Jahre mit den Herstellern in Bangladesch zusammenzuarbeiten. Das gebe den Fabriken Planungssicherheit und sei eine realistische Laufzeit, um Maßnahmen umzusetzen.
Dazu gehört eine umfassende Dokumentation. Alle Unternehmen melden die Daten ihrer Produzenten in Bangladesch an Fair Factories Clearinghouse. Die  gemeinnützige Organisation mit Sitz in New York hilft Unternehmen  bei Dokumentation und Datenverarbeitung, um Arbeitsplätze in Fertigungsbetrieben fairer und ethisch korrekt zu gestalten. Die Textillabel, die am Brandschutzabkommen beteiligt sind, melden, wo sie produzieren, wie viele Stockwerke die Fertigungsstätten haben, das Auftragsvolumen usw. Auf Basis dieser verfügbaren Daten können dann Verbesserungsmaßnahmen effizient gestaltet werden. Mit den von Fair Factories Clearinghouse dokumentierten Daten, führt der Accord dann einen Sicherheits-Screen durch, bei dem jedes Gebäude nach Sicherheitskriterien bewertet wird. Es geht um Brandsicherheit, Fluchtwege und Statik. Aber auch allgemeine Gesundheitsaspekte, etwa die Luftzufuhr. Sollten aufgrund dieser Bewertung Betriebe bei der Umrüstung geschlossen werden müssen, können künftig noch Ausfallzahlungen für die Betroffenen Arbeiterinnen vereinbart werden. Die Höhe der Beiträge soll  sich nach dem Umfang der Produktion der einzelnen Unternehmen richten.

hessnatur ist dem Abkommen beigetreten, weil faire Sozialstandards eine Säule unserer Firmenpolitik sind und weil wir uns mit einem so großen und wichtigen Projekt zur Verbesserung für  etwa zwei Millionen Arbeiter-/innen in 1600 Textilbetrieben (Zahlen von UNI global union) solidarisch erklären. Seit 2005 sind wir (erstes deutsches) Mitglied der Fair Wear Foundation und entwickeln unsere Instrumente zur Sicherstellung fairer Produktionsbedingungen bei unseren Herstellern immer weiter.

 

“Ich habe wieder dazugehört”

Donnerstag, 17. Oktober 2013

hessnatur Blog Schweiz Frau ZimmerliAls hessnatur vor 20 Jahren in die Schweiz expandierte, da gab es einen kleinen, feinen Laden in Aarwangen, nicht weit vom heutigen Standort Langenthal. Im Erdgeschoss eines alten Hauses wie es typisch ist fürs Berner Land, ging ein kleines, feines Team zu Werke. Die damalige Vermieterin, Hanna Zimmerli, ist heute 87 Jahre alt. Sie  trägt Hosen und einen silbergrauen Kurzhaarschnitt und ist für ihr Alter sehr rüstig. In Gesprächen ist sie sehr aufmerksam, kein Detail, keine Kleinigkeit entgeht ihr. Emsig serviert sie ihren Gästen Bretzeli, so nennt man im Berner Land mürbe Oblaten, die natürlich hausgemacht sind, und dazu frischen Süßmost. „Sieht sie nicht 20 Jahre jünger aus?“ fragt mich ihre Tochter, Irene Zimmerli, bei hessnatur in der Unternehmenszentrale in Butzbach im Einkauf tätig. Ja, das tut sie wirklich. Und sie erinnert sich auch noch daran, wie das war, als hessnatur vor 20 Jahren in die Schweiz kam.

Frau Zimmerli, wie war das damals, als hessnatur bei Ihnen unten im Haus einzog?

Ich muss sagen, ich kannte hessnatur vorher nicht. Mein damaliger Mieter verkaufte zunächst pflanzengefärbte Wolle en gros. Dann kam also der Versand, man fing ganz klein an. Ich glaube, es waren zuallererst nur zwei Leute. Sie bearbeiteten die Retouren. Und ich durfte auch dort mitarbeiten. Das war für mich sehr, sehr schön. Mein Mann und ich hatten zuvor 15 Jahre lang einen Gemischtwarenladen in den Räumen betrieben. Doch leider ist er sehr bald gestorben, nachdem wir uns zur Ruhe gesetzt hatten.

Das heißt also, Sie hatten Ansprache …

… und eine Aufgabe. Wo hätte ich denn sonst mit 66 Jahren noch eine Arbeit gefunden? Ich war wieder Mitglied in einer Gemeinschaft. Es ging auch sehr familiär zu. Die Mitarbeiter gingen zu mir hoch in die Küche, um Kaffee zu kochen. Das war richtig gemütlich. Und auch das WC war damals bei mir im ersten Stock. Ich habe die Kataloge adressiert und an die Kunden verschickt. So immer 200, 300 Stück.

So haben sie hessnatur kennengelernt.

Ja, zunächst durch die Kataloge. Die Kleider, das war etwas anderes. Die waren aus Seide, Baumwolle und Leinen. Die Qualität hat mich sehr erstaunt. Es war alles ein wenig teurer als ich es gewohnt war, aber das hat sich ja gelohnt. Und das fanden wohl auch die Schweizer Kunden. Nach und nach wuchs das Team, so auf zehn, zwölf Personen. Das waren ganz nette Leute. Zu Yvonne Wälchli, die von der ersten Stunde an dabei war, habe ich heute noch Kontakt. Da wurde der Laden bei mir im Haus dann  bald zu klein …

… und vier Jahre nach der Gründung zog hessnatur nach Langenthal.

Das war traurig für mich, ich bin als Mitarbeiterin auch nicht mehr mit umgezogen. Aber was dafür besonders schön war: An meinem siebzigsten Geburtstag, da haben mich meine hessnatur-Kollegen mit einem Fest überrascht. Sie sind alle gekommen und haben mich mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Das war wirklich etwas ganz besonderes, meine Erfahrung mit hessnatur.

Und gibt es etwas Besonderes, an das Sie sich erinnern?

Ja, natürlich. Das war der Besuch von Heinz Hess. Der Besuch von Familie Hess. Sie sind alle gekommen, Frau Hess, die Söhne. Sie haben sich sehr für alles interessiert und haben sich alles ganz genau angeguckt. Ich war sehr angenehm überrascht von dieser Begegnung. Das waren ganz angenehme Menschen. Ich muss es noch mal sagen, meine Zeit mit hessnatur war sehr schön für mich.