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„Die Mode braucht wieder echte Vorbilder“

Donnerstag, 19. Januar 2012

Nach einem spannenden Tag gestern in Berlin bei der Vergabe des Humanity in Fashion Award (HIFA) an Sandra Goldmann stehe ich heute – wieder zurück am Schreibtisch in Butzbach – immer noch unter den tollen Eindrücken: Angefangen von der Location der Berliner Bauakademie, deren Innenraum für die Präsentation der HIFA-Finalisten mit Lichter- und Farbenspielen, Pflanzen und Holzmöbeln dekoriert wurde und richtig heimelig wirkte, bis zu den Installationen der drei Finalisten Agne Biskyte, Willem Gremliza und Siegerin Sandra Goldmann, die nicht unterschiedlicher hätten sein können.

Dementsprechend alles andere als leicht ist es der Jury – bestehend aus Susanne Gundlach (Fashion Director Brigitte), Prof. Stephan Schneider (UdK Berlin), Dr. Alfons Kaiser (F.A.Z.), Dr. Stefanie Schütte (dpa) und Designer Miguel Adrover – gefallen, aus den drei Finalisten heraus den Sieger zu küren, betonte Jurymitglied Kaiser bei der Siegerehrung. Ebenso schwierig sei es schon im vergangenen Jahr gewesen, aus der Vielzahl der eingesandten Bewerbungen die Teilnehmer fürs HIFA-Finale auszuwählen. Die drei Finalisten würden einzigartige Konzepte zeigen, „richtige modische Leckerbissen“.

Das Strickkleid von Agne Biskyte, Strickdesignerin aus Litauen, das man mittels verschiedener Tragemöglichkeiten zu ganz unterschiedlichen Anlässen tragen könne, unterstreiche damit einen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt, bewertete die Jury. Modehistorisch sei ihr eine Referenz an die 1920er Jahre gelungen.

Willem Gremliza sieht Mode als Schnittstelle der Natur zum menschlichen Körper. Er besteche durch „glamouröse Entwürfe“. Schöne Kleidung wolle er nicht nur für 30-Jährige, sondern auch für 60-Jährige kreieren – um seiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen, „dass man auch sexy sein kann, wenn man schon älter ist.“ „Souverän und authentisch“, so das Urteil der Jury mit Blick auf Gremlizas Umgang mit Mode und Körper.

Sandra Goldmann zaubere mit ökologischen Färbetechniken die „schönsten und wildesten Muster“ auf Kleidung. Die Jury erkenne Referenzen an Designer Alexander McQueen in der „sehr experimentellen Installation“, die von Jurymitglied Dr. Stefanie Schneider-Schütte gar als „substantialistisch“ beschrieben wurde.

Besonders habe der Jury gefallen, dass Sandra Goldmann der Frage nachgehe, wie Mode überhaupt erschaffen werde und dabei kritisch den Produktionsprozess von Textilien reflektiere. Mit ihren gerade mal 25 Jahren spiele die junge Studentin „gekonnt mit Referenzen, ohne von ihnen abhängig zu sein.“ Mit dem Konzept „Hinschauen“ sei ihr der „entscheidende Twist“ geglückt, um zur HIFA-Preisträgerin 2012 gewählt zu werden. Ihre reichhaltige und sehr variable Kollektion würde viele Ansätze für einen erfolgreichen Verkauf bieten, urteilte die Jury. Ihr Preis: eine Fördersumme von 25.000 Euro und eine DOB Capsule Collection für hessnatur, die 2013 erscheinen wird.

hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge überreichte Sandra Goldmann den Staffelstab des Humanity in Fashion Award. Den drei Finalisten empfahl er, mit ihren allesamt überzeugenden Ideen in der Modewelt „neue Wege zu gehen – und gehen Sie die, die nicht unbedingt einfach sind. Mein Rat an Sie: Machen Sie das, was man nicht von Ihnen erwartet.“ Denn die Mode brauche wieder echte Vorbilder, „die glaubwürdig sind, die sich engagieren“. Wahre Schönheit liege in der Balance von trendbestimmter Mode und Nachhaltigkeit – was sich nicht nur auf giftfreie Kleidung beziehe, die dem Menschen nicht schade, sondern auch auf Ästhetik, Design und Nutzen. Wolf Lüdge: „Die Mode muss immer dem Menschen dienen, muss seiner Natur folgen, nicht umgekehrt.“

Fotos: Marcus Schneider, Silke Weinsheimer, Michael Krause

Die Klimaretter vor unserer Haustür

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Was hier so futuristisch daherkommt ist ein Paradebeispiel für nachhaltige Architektur: Die Berghütte Monte Rosa ist ganz aus Holz gebaut und mit einer Photovoltaikanlage verkleidet.

Während kurz vor Weihnachten das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen brummt, haben die  Menschen kaum Zeit stehen zu bleiben und mal eine Nase voll Tannenduft zu nehmen, geschweige denn kurz darüber nachzudenken, wie schön sie sind, die wichtigsten Klimaretter auf unserem Planeten.

Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ erklärt, was vielen wahrscheinlich entgangen sein wird. Doch nun hat in letzter Minute das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ eröffnet, die noch bis zum 5. Februar 2012 zu sehen ist.

Ein Lichtblick, wenn man bedenkt, dass zeitgleich der Klimagipfel in Durbanes nicht schafft, positive Signale zur weltweiten Reduktion der CO2-Emission auszusenden. Nicht nur sind die größten CO2-Schleudern China und die USA nach wie vor nicht dem Kyoto-Protokoll oder einem Folgevertrag beigetreten. Soeben hat sich Kanada vorzeitig aus dem Vertrag veabschiedet, Japan und Russland wollen folgen.

Filigrane Hülle aus Sperrholz

Im Münchner Museum hingegen wird der Besucher von einer Fülle von Eindrücken überrascht. Da ist einmal im gläsernen Windfang des Hauses eine sphärische Form, die aussieht wie eine überdimensionierte Bastelarbeit aus Fischertechnik, bestünden die Bauelemente nicht aus unbehandeltem Holz. Obwohl die filigrane Hülle sich organisch rund im Raum ausdehnt, sind die einzelnen Bauteile aus planem Sperrholz zugeschnitten. Das ist das Werk digitaler Berechnungsmöglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen. Der Computer macht’s möglich.

Beim Eintritt in den Ausstellungsraum steht der Besucher dann vor einem riesigen Wurzelballen, hinter dem sich ein 40 Meter langer Fichtenstamm erstreckt, der nach Wald und Weihnachten duftet. 84 Jahre alt war der Baum bei der Fällung. In dieser Zeit hat er rund eine Tonne Kohlendioxid aus der Erdatmosphäre gebunden und im Gegenzug eine Dreiviertel Tonne Sauerstoff freigesetzt, wie der Besucher von Schautafeln an den Wänden erfährt.

Das ist eine Ökobilanz, die Holz als einen der nachhaltigsten Baustoffe überhaupt ausweist. Ein nachwachsender Rohstoff, der zu seiner Entstehung nichts als Sonnenenergie verbraucht. Ein Drittel der Erdoberfläche ist bewaldet, und etwas mehr als ein Drittel der Jahresholzernte in Deutschland würde genügen, das gesamte Neubauvolumen im Land zu decken. Dazu verabschiedet sich der wieder neu entdeckte Baustoff im Eiltempo von seinem Blockhütten und Öko-Folklore-Image. Das zeigen 150 Beispiele in der Ausstellung.

Etwa die Neue Monte Rosa Hütte im schweizerischen Wallis auf 2883 Metern Höhe, die 120 Schlafplätze und ein Restaurant beherbergt. Die futuristische Konstruktion des asymmetrischen Vielflächners ist mit dem Computer berechnet, gebaut wurde sie aus zum Großteil vorgefertigten Holzbauteilen. Verkleidet ist das Gebäude mit Aluminumplatten, die eine Photovoltaikanlage tragen, die das Gebäude weitgehend energieautark macht.

Ein ganz anderes Beispiel für nachhaltige Funktionalität ist das Weingut Pèrez Cruz in Paine, südlich von Santiago de Chile. Die drei Baukörper folgen dem geschwungenen Straßenlauf. Das fliegende Dach liegt auf starken, aber dennoch filigran wirkenden Stützen und sorgt für eine optimale Belüftung. Dazu passt sich die Farbe des Holzes der Radiatakiefer harmonisch in die Umgebung ein.

hessnatur spart 108 Tonnen CO2

Während die Politik beim Klimaschutz derzeit kaum Fortschritte macht, treiben umweltbewusste Firmen, Unternehmer und Privatleute die CO2-Reduktion bereits durch nachhaltige Bauweise voran. Auch hessnatur kann sich in die Liste einreihen. Der Laden in Butzbach, der 2006 eröffnete, ist größtenteils aus Holz aus nachhaltigem Anbau errichtet. 108 Tonnen CO2-Emmission konnten wir dadurch einsparen, wofür wir im Jahr 2009 eine Auszeichnung von der CO2-Bank erhalten haben.

Die Natur liefert uns die besten Lösungen für unsere Probleme, weil wir ein Teil von ihr sind. Daran können wir in diesem Jahr ruhig mal einen Gedanken verschwenden, wenn wir endlich mit unseren Lieben vor dem festlich geschmückten Weihnachtsbaum sitzen.

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Die nächsten Gewinner beim hessnatur-Adventskalender

Dienstag, 20. Dezember 2011

Die nächsten Türchen in unserem Online-Adventskalender haben sich geöffnet, hier kommen die Gewinner aus der vergangenen Woche:

Ein Handtuch-Set aus Bio-Baumwolle ging am 12. Dezember nach Tirol, an Samira L. in Innsbruck. Am 13. Dezember gab’s in unserem Adventskalender mehrere Geschenksets mit Pflegeprodukten aus Sanddorn von Weleda zu gewinnen, über die sich Karl B. aus Göppingen, Anika H. aus Magdeburg, Gina B. aus Nürnberg, Monika M. aus Eitorf, Gabriele P. aus Bochum, Frank B. aus Sassnitz, Christine B. aus Kerpen, Petra H. aus Karlsruhe, Ines B. aus Berlin und Kathrin B. aus Essen freuen können.

Gerhard F. aus Neckargemünd hat am 14. Dezember einen hessnatur-Gutschein im Wert von 100 Euro gewonnen; am 15. Dezember gab es für Angelika R. aus Kiel einen Geschenkkarton mit leckeren Gewürzen und Tees von Sonnentor. Bestens ausgestattet für die Winterzeit ist jetzt Sandra M. aus Schönau-Berzdorf, die am 16. Dezember einen Schal und eine Mütze aus Kaschmir von hessnatur bekommen hat.

Eine Handtasche aus Rindsleder hat am 17. Dezember Ingeborg B. aus Mönchengladbach gewonnen, und über ein Schuh-Abo von Snipe darf sich seit dem 18. Dezember Johannes K. aus Braunschweig freuen.

Bis Samstag warten noch einige schöne Preise im Adventskalender auf Euch, u.a. unser Hauptpreis am 24. Dezember!

Weiterhin viel Spaß beim Mitmachen und viel Glück!

“Die schmutzige Welt der Kosmetik” – ein Nachtrag

Montag, 19. Dezember 2011

„Es ist der Verbraucher, an dem man den Versuch macht“ – das ist die Kernbotschaft der Dokumentation “Ungeschminkt”. Denn viele der eingesetzten Rohstoffe in Kosmetik sind weniger unbedenklich als man sich das vorstellen mag. Die Reportage wurde am vergangenen Montag im WDR ausgestrahlt (im Blog hatten wir darüber berichtet) und kann auch noch online angeschaut werden.

So haben bereits 20% aller Menschen Probleme mit Kontaktallergien. Die Reaktion auf die unverträglichen Produkte stellt sich allerdings oft erst zwei Tage nach der Benutzung ein, was es umso schwerer macht herauszufinden, auf welches Produkt genau reagiert wird.

Ungefähr 30.000 neue Kosmetikprodukte werden jährlich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angemeldet, darüber hinaus ist die Lebensmittelüberwachung für die Überprüfung der Qualität zuständig.  Doch wirft man mal einen Blick in die geltende Kosmetikverordnung, wird deutlich, dass in Sachen Produktsicherheit vieles eher unklar geregelt ist.

Abgesehen davon, dass sehr häufig der Konjunktiv angewendet wird, stehen dort Sätze wie:

„Stoffe, die gemäß der Verordnung (EG)Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 16. Dez. 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen als karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft sind, sollten aufgrund ihrer gefährlichen Eigenschaften in kosmetischen Mitteln verboten werden.“

Das wäre doch eine klare Ansage, aber es geht leider so weiter:

„ Da aber eine gefährliche Eigenschaft eines Stoffes nicht unbedingt stets ein Risiko nach sich zieht, sollte die Möglichkeit bestehen, die Verwendung von als CMR-2-Stoffe eingestuften Stoffen  zu gestatten, wenn angesichts der Exposition und Konzentration vom SCCS festgestellt worden ist, das ihre Verwendung in kosmetischen Mitteln sicher ist und sie in den Anhängen dieser Verordnung geregelt ist.“

Das bedeutet also: An einer Stelle werden Stoffe zwar als gesundheitsschädlich eingestuft, doch an anderer Stelle wird geregelt, wie diese eigentlich gesundheitsgefährdenden Stoffe uns doch wieder zugemutet werden können. Dahinter steckt nämlich das eigentliche Problem. Denn wer weiß schon, mit wie vielen verschiedenen dieser Stoffe man im Laufe seines Lebens in Berührung kommt und welchen Schaden dann dieser Giftcocktail auf unsere Haut oder im Körper anrichtet.

Zurückkommend auf den Film,  gibt es noch dazu einen großen Spielraum, in dem sich die Kosmetikhersteller bewegen. Und der dementsprechend weitläufig ausgenutzt werden kann.

Meine Empfehlung ist: Je unkomplizierter die Rezepturen der Produkte sind, umso weniger haben unerwünschte Stoffe die Möglichkeit hinein zu geraten.

Fotoshooting bei 23 Grad

Donnerstag, 15. Dezember 2011

… jetzt im Winter, geht das? Es geht – während wir uns hier in Butzbach in warme Kleidung hüllen, sind unsere Fototeams Richtung Süden aufgebrochen. Auf Teneriffa haben sie unsere Sommerkollektion 2012 und die Frühjahrs-Basics ins rechte Licht gerückt.

Fotografiert wurde vor allem im Süden der Kanaren-Insel rund um den Ort Adeje – und die beiden Fototeams mussten sich dabei stellenweise heftigem Wind beugen. Die 23 Grad tagsüber haben das Fotografieren allerdings auch ganz angenehm gestaltet. 

Besonders angetan waren unsere kreativen Köpfe von den Kindermodels, die mit viel Spaß an der Sache vor der Kamera agiert haben – bei hessnatur gibt es die schöne Tradition, dass die Kids für das Fotoshooting jeweils vor Ort gesucht und gefragt werden, ob sie Lust haben in hessnatur-Kleidung aus unserer „Kiko“ vor der Kamera zu stehen. Das sind meistens Kinder, die vor Ort mit ihren Familien leben oder ihren Urlaub gerade dort verbringen, wo wir unsere Kollektion fotografieren.

Weitere Eindrücke vom Fotoshooting, die meine Kollegin Tina von ihrem Aufenthalt mitgebracht hat, könnt Ihr Euch auf unserer Facebookseite und bei Flickr anschauen.