Archiv für die Kategorie "Schulkleidung"

Reportage über die Behinderten-Hilfe Wetterau

Montag, 16. November 2009

BHWHier kommt eine schöne Reportage über die Behinderten-Hilfe Wetterau, die in der Frankfurter Rundschau erschienen ist.

Mit den Werkstätten der Behinderten-Hilfe arbeiten wir in Sachen Schulkleidung zusammen: Alle T-Shirts, Polos und Jacken bekommen in Ockstadt das Schullogo aufgestickt, bevor wir die Schulkleidung an die Schulen verschicken.

14 Schulen haben übrigens schon unsere Schulkleidungs-Kollektion bestellt – wer mehr darüber erfahren möchte und Interesse daran hat, kann sich hier informieren.

Unsere Zusammenarbeit mit der Behindertenhilfe Wetteraukreis

Mittwoch, 1. April 2009

Am Freitag besuchten meinen Kolleginnen Jessica, Julia und ich die Wetterauer Werkstätten der Behindertenhilfe in Ockstadt, um uns die Arbeitsschritte einer Logobestickung auf unserer Schulkleidung anzusehen.

Für das hessnatur Schulkleidungsprojekt unterstützt uns die Behindertenwerkstatt in Ockstadt mit der individuellen Bestickung von Logos auf der Schulkleidung. Die Schulen entwerfen hierfür ihr eigenes Logo, in Form eines Bildes oder eines Schriftzuges, welches dann von der Behindertenhilfe auf die Kleidung gestickt wird.

In der Behindertenhilfe in Ockstadt sind ca. 200 Menschen mit Behinderungen in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern beschäftigt. Je nach der persönlichen Neigung und Fähigkeit sind sie unter anderem in den folgenden Arbeitsbereichen tätig: Verpackungsservice, Mediendesign, Garten- und Landschaftspflege oder dem Logo-Fix Studio, in dem unsere Schulkleidung bestickt wird.

Zu Beginn wurden wir von Herrn Engel, dem Produktionsleiter in den Wetterauer Werkstätten, freundlich empfangen und bei Plätzchen und Kaffee mit Informationen rund um die gemeinnützige Einrichtung versorgt. Ein gemeinsamer Rundgang führte uns durch verschiedene Werkstattbereiche bis hin zu dem Arbeitsraum, in dem die textile Veredelung stattfindet und die Mitarbeiter des Schulkleidungsprojekts arbeiten.

Das geschäftige Treiben dort verriet uns, dass hier schon kräftig an der Schulkleidung gearbeitet wird. Allein 10 Mitarbeiter sind im Logo-Fix-Studio beschäftigt und werden durch weitere vier Betreuungspersonen unterstützt.

Bevor jedoch überhaupt mit der eigentlichen Bestickung begonnen werden kann, sind verschiedene Vorarbeiten mit dem Computer durchzuführen, die dann auf die hochmodernen Stickmaschinen übertragen werden, wie z.B. die Anpassung der Logo-Größe, Zuordnung der Garnfarben etc. Begleitet von dem feinen Schnurren der Nähnadel erhält das Logo dann seine finale Position. 

Trotz des technischen Standards ist die professionelle menschliche Arbeitskraft einfach nicht wegzudenken. Die Wunschpositionen des Logos, die vom Schüler vorher ausgesucht wurden, müssen dabei präzise und individuell vermessen und anschließend in die Stickrahmen gespannt werden.

Auch die Arbeit von Peter Winkler, einnem Mitarbeiter (hier auf dem Bild zu sehen), trägt zur schnellen Bearbeitung der Schulkollektion bei. Er sorgt zum Beispiel für die Zuordnung der hessnatur Banderole am Kleidungsstück. Heidrun Krohm hingegen ist für die Säuberung des Logos von Vliesresten und die abschließende Verpackung zuständig.

Der Besuch in der Behindertenhilfe Ockstadt hat uns einen tollen Einblick in den dortigen Arbeitsalltag gegeben, der einer der wichtigsten Bausteine des Schulkleidungsprojektes ist. Vielen Dank.

Schulkleidung – Pioniere aus Thüringen

Montag, 2. März 2009

In meinem ersten Beitrag über unser Engagement für eine verbindende Schulkleidung an deutschen Schulen habe ich versucht zu erklären, was hessnatur hier tut, warum wir es tun.

Nun möchte ich etwas konkreter werden und wie versprochen die erste Schule vorstellen, die sich schon Ende 2007 für eine gesunde und faire Schulkleidung entschieden hat: die Bergschule St.Elisabeth im Heilbad Heiligenstadt. Die christliche Schule aus dem Eichsfeld (wunderschönstes Thüringen!) hat uns von Anfang an tatkräftig unterstützt. Wir haben uns besucht und beraten, Optionen und Restriktionen zusammen getragen, Schüler- Workshops organisiert und abends mit dem schulischen Projektteam weiter diskutiert. Nur so konnte die aktuelle hessnatur Schulkleidungs-Kollektion aus 15 Artikeln in 8 verschiedenen Farben entstehen.

Ein großer Lacher war übrigens meine unbedachte Formulierung beim ersten Besuch in der Schule. Ich wollte meiner Begeisterung mal so richtig Nachdruck verleihen und lobte die Schüler und Lehrer als absolute “Pioniere” im Projekt. Diese Bezeichnung weckte allerdings eher großes Schmunzeln aufgrund eindeutiger Assoziationen mit Ernst Thälmann, anstatt meinen Enthusiasmus zu unterstreichen. Naja, verstanden haben wir und trotzdem von Anfang an…

Gerade im Vergleich mit anderen Schulen wurde mir hier auch zum ersten Mal klar, warum genau hier gesellschaftlicher Wandel Wirklichkeit werden kann, und warum man sich anderenorts manchmal schwer tut: Wo Lehrer und Eltern eng und offen zusammen arbeiten, wo Schüler von Beginn an mit eingebunden werden, da hat die Vision einer gemeinschaftlichen Kleidung den richtigen Nährboden. In Schulen dagegen, die ausschließlich auf die Unterstützung und das Tun von hessnatur warten, gerät die Entwicklung und Überzeugungsarbeit immer wieder ins Stocken.

Noch immer meldet sich die Projektleiterin Ulrike Plath regelmäßig bei uns und berichtet uns über neue Entwicklungen und Ideen zur Schulkleidung – eine wertvolle Verbindung, um gemeinsam zu wachsen und zu lernen! Auf der Homepage der Schule finden Interessierte auch Erfahrungsberichte, die einen lebendigen Einblick in Sachen Schulkleidung geben.

Und so ganz nebenbei hat die “Europaschule” & “Schule ohne Rassismus” gerade die vierte Zertifizierung erreicht: Das anspruchsvolle Qualitätszertifikat EFQM. Herzlichen Glückwunsch! hessnatur ist wirklich stolz, mit solchen vorbildlichen Schulgemeinschaften zusammen zu arbeiten.

Demnächst noch mehr über unsere tollen Schulen: Die Bugenhagenschulen Hamburg, die Schrenzerschule Butzbach, Die IGS Kandel, die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, die Freie Waldorfschule Buxtehude, und viele mehr!

Ein neuer Katalog entsteht

Donnerstag, 29. Januar 2009

 

Diese Woche ist wieder „Artikelauswahl“! Das sind die Termine bei hessnatur, in denen die neueste Kollektion von der Geschäftsleitung verabschiedet wird.

Dieser Prozess, der sich über zwei Wochen hinzieht, hat für alle, die dazu eingeladen sind, absolute Priorität. Wir erwarten diese Tage auch tatsächlich mit Spannung: Was haben sich unsere Designer in den letzten Monaten einfallen lassen? Welche modischen Themen wurden aufgegriffen? Welche neuen Materialien wurden verarbeitet?

Anstrengend wird es allemal. Mindestens 10 Kollegen und Kolleginnen mit verschiedenen Schwerpunkten schauen auf die vorgestellten Modelle. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln werden Strickjacken, Hosen, Shirts und Jacken für die Kollektion Herbst/Winter 2009 unter die Lupe genommen. Dabei immer den Kunden im Blick: Was möchte unsere hessnatur-Kundin nächsten Herbst gerne tragen? Wie trifft der hessnatur-Kunde seine Entscheidung?

Gestern saßen wir mit Birgit Strehlow zusammen, unserer HAKA-Designerin (Herrenmode), die dafür extra aus Hamburg angereist ist. Es sollte ein langer Tag werden. Um halb 11 haben wir begonnen und arbeiten uns durch die einzelnen Doppelseiten. Modell für Modell wird besprochen, bewertet, hinterfragt.

Vom Einkauf werden die Kosten beleuchtet, die Technik registriert Passformänderungen, die Designleitung stellt mit der Designerin das Konzept der Seite vor. Bernd Oppenrieder, Berater der Geschäftsleitung und mit der Kollektionsbetreuung beauftragt, hinterfragt aufmerksam und akribisch jedes Detail.

Jede Änderung, die jetzt noch notwendig wird, muss mit Hochdruck umgesetzt werden. Da sind die Technikerinnen gefordert, mit den Lieferanten zu telefonieren, Infos und geänderte Maße zuzuschicken, um bis zur Fotoreise noch das neue Fotomuster hierher zu bekommen. Eine aufregende, nein, die heiße Phase der Katalogerstellung! Für uns alle.

Auf der anderen Seite des Tischkreises sitzt das Team „Werbung“. Hier blicken drei Kolleginnen auf die Präsentation, die sich um die Darstellung im Katalog Gedanken machen. Vom Layout her, vom Bild und vom Text. Und alle ziehen an einem Strang, auch wenn manchmal kontrovers diskutiert wird. Unterm Strich sind hier alle Vollblut-hessnaturler. Deshalb wird immer für die Sache gekämpft. Nach dem Ende der Marathon-Sitzungen wird überall weiter auf Hochtouren gearbeitet. Bis der Katalog gedruckt wird, der bei Ihnen dann im Briefkasten liegen wird, vergehen noch einige Wochen und Monate. Wir werden weiter berichten…

Ps: Gestern ging´s bis 20.00 Uhr. Und heute früh geht’s weiter…

Individualität kontra Gemeinschaftsbildung

Montag, 19. Januar 2009

„Wo ist denn bloß mein St.Pauli-Sweatshirt?“, ruft meine 14-jährige Tochter genervt aus ihrem Zimmer. Montag morgen, 6.30 Uhr, und sie findet mal wieder nichts zum Anziehen.

Die Zeit ist schon lange vorbei, in der ich ihr am Abend vorher noch die Klamotten für den nächsten Tag rauslegen konnte – und sie diese unkommentiert angezogen hat. Nein, heute läuft da ein ganz anderer Film ab: Wie präsentiere ich mich in meiner „Gang“? Sind meine Turnschuhe überhaupt noch cool genug? Und passt das T-Shirt von unserer letzten Shopping-Tour überhaupt zur blauen xy-Jeans?

An diesen oder anderen Fragen dürften zahllose Familiendiskussionen am und vor dem Frühstück entbrennen.  Das Leidige an dem Thema aber ist für uns „außenstehende“ Mütter: Je nachdem, wie der erste Moment mit den Freundinnen und Klassenkameraden am Morgen verläuft, so verläuft dann der restliche Tag. Die hormonelle Umstellung der pubertären 14-jährigen tut ihr Übriges zu den Stimmungsschwankungen, denen sie besonders durch das Bedürfnis nach äußerer Wirkung stark unterlegen sind.

Sich selbst wahrnehmen und definieren, sich abgrenzen und gleichzeitig dazugehören, das sind die Spannungsfelder, in denen die Jugendlichen stehen. Gefüttert und genährt wird dieses Selbsterleben durch die Medien. „Germany´s next Top Model”, Soaps und Co. suggerieren, dass jeder und jede populär werden kann. Da wird vor dem Spiegel geübt, es wird nachgeahmt, kopiert und nach Idolen Ausschau gehalten. Das eigene Ich, die eigene Persönlichkeit wird gar nicht wertgeschätzt, sondern an von außen vorgegebenen Maßstäben gemessen.
Für mich als Mutter ist Schulkleidung da wirklich eine Lösung. Die Kids werden durch die gemeinsame Kleidung befreit vom Diktat der Mode- und Medienwelt, denn die Schulgemeinschaft beschließt, was getragen werden soll. Und das ist gar nicht mehr so unbequem und Uniformen ähnlich wie man das von früher kennt. In modernen, bequemen, ökologisch und sozial fair hergestellten Sweatshirts und T-Shirts kann sich jede/r Jugendliche wohl fühlen. Mit gutem Gewissen und gut zur Haut. Es ist sicher nicht einfach, Jugendliche davon zu überzeugen, dass es eine Erleichterung sein kann, sich morgens keine Gedanken machen zu müssen, was sie anziehen. Und die Themen in der Gruppe werden sich auch wandeln.

Es geht nicht mehr um neueste Modefarben oder den letzten Schrei aus der letzten TV-Serie, den sie jetzt selbst am Körper tragen. Persönlichkeit und Eigenständigkeit können so wieder an Wert gewinnen, die Pausengespräche erhalten eine andere Qualität. Schulen, die damit schon Erfahrungen gesammelt haben, erkannten, dass der Zusammenhalt größer, die Ausgrenzung Einzelner geringer wurde. Für die Entwicklung zu einem verantwortungsbewussten jungen Erwachsenen ist das sicher ein wichtiger Schritt. So kommt – aus der Nähe betrachtet – die Individualität trotz oder durch die Gemeinschaftsbildung nicht zu kurz. Im Gegenteil.

In einem Elternabend im Herbst, in der 9. Klasse Realschule, entbrannte dann also die Diskussion über genau dieses Thema.  Die Schule meiner Tochter hat tatsächlich vor, die Schulkleidung von hessnatur auf freiwilliger Basis einzuführen und sammelte über die Elternabende jetzt Stimmen dazu.

Sehr kontrovers und Zeit einnehmend befanden Mütter und wenige Väter es als sehr schwierig, ihren Sprösslingen solche Auflagen zu machen. Das wäre was für die Grundschulen, da könne man so was machen. Ich lag also gar nicht so richtig mit meiner Euphorie für die gesunde Einheitskleidung. Schade, dachte ich bei mir, aber ein Gutes hatte es doch: Wenn wir Eltern den halben Elternabend hitzig über gemeinsame oder individuelle Kleidung und deren Auswirkung sprechen konnten, dann fanden diese Gespräche und Gedankengänge in irgendeiner Weise auch bei den Jugendlichen statt.

Und das ist meine Hoffnung für diese gute Sache: Allein schon der Impuls, sich über das äußere Erscheinungsbild – Individualität oder Gemeinschaft –   Gedanken zu machen und andere Meinungen der Freunde und Kameraden zu hören, wird auf jeden Fall etwas in Bewegung setzen. Und dass es gesunde Kleidung gibt, dürfte so auch dem einen oder anderen, der darauf noch keinen Wert gelegt hat, jetzt ein Begriff geworden sein.