Archiv für die Kategorie "soziales"

Alle Menschen sind gleich, warum hungert dann jeder Siebte?

Donnerstag, 16. Oktober 2014

155x250bad14bloggerbadgeDie unabhängige Hilfsorganisation Oxfam meldet, dass die 85 reichsten Menschen der Welt zusammen so viel besitzen wie die ärmsten 3,5 Milliarden. Laut der Welthungerhilfe leidet jeder siebte Mensch an Hunger, das sind rund 842 Millionen. Diese Zahlen sind doch absurd, oder? Und warum ich heute darüber schreibe?
Heute ist Blog Action Day! An diesem Tag kommen seit dem Jahr 2007 Blogger aus aller Welt zusammen und veröffentlichen Beiträge zu einem sozialen Thema, um auf Probleme aufmerksam zu machen. Die Themen bisher waren Umwelt (2007), Armut (2008), Klimawandel (2009), Wasser (2010), Nahrung (2011), Die Macht des Wir (2012) und Menschenrechte (2013). In diesem Jahr ist das Thema soziale Ungleichheit.

Der Blog Action Day wurde von Collis & Cyan Ta’eed gegründet. Mithilfe ihres Teams bei der Agentur Envato für Webdesign in Australien sowie unzähliger ehrenamtlicher Helfer gelang es ihnen gleich für den ersten Aktionstag am 15. Oktober 2007 Tausende Blogger zu mobilisieren, um über das Thema Umwelt zu schreiben.  Der Tag wurde so zu einem unverhofften, spontanen Erfolg.

Wir bei hessnatur folgen als Unternehmen dem holistischen Prinzip. Ganzheitliche Unternehmenskultur heißt für uns, dass wir neben der Wirtschaftlichkeit die Umwelt und die Sozialverträglichkeit unseres Geschäftsgebarens im Auge behalten. Deshalb machen wir auch mit beim Blog Action Day.
Unsere strengen Richtlinien tragen Sorge dafür, dass wir Kleidung aus Naturfasern herstellen, die garantiert ohne für Mensch und Umwelt schädliche Gifte auskommt. Zudem sind Naturfasern biologisch abbaubar. Das ist in unseren Augen der erste Schritt in Richtung sozialer Gerechtigkeit. Bei uns gibt es keine Produktionsstätten, die giftige Chemikalien in die Umwelt pumpen, die den Menschen die Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser, gesunde landwirtschaftliche Böden und frische Luft entzieht.

Darüber hinaus setzen wir uns für soziale Standards in unseren Produktionsstätten ein. Auskömmliche Löhne, Versammlungsrecht, keine Kinderarbeit und Null-Toleranz gegenüber Diskriminierung sind für uns selbstverständlich. Wir haben ein umfängliches System entwickelt, um gemeinsam mit unseren Herstellerfirmen dafür zu sorgen, dass es den Arbeitern gut geht. Seit 2005 ist hessnatur auch Mitglied bei der niederländischen Fair Wear Foundation, die von unabhängiger Warte aus die Einhaltung der sozialen Standards bei unseren Herstellern überwacht.

Wir bei hessnatur wissen aus mehr als 35 Jahren Erfahrung, dass Umweltschutz, Gerechtigkeit und soziales Miteinander nicht vom Himmel fallen. Das muss man wollen! Uns ist bewusst, dass es gerade in der Textilindustrie noch viel zu tun gibt in Sachen Umwelt und fairer Arbeitsbedingungen. Wir setzen uns jeden Tag dafür ein. Jeden Tag ein kleiner Schritt in Richtung gesunde Kleidung für Euch, unsere Kunden, für eine gesunde, saubere Natur und gerechte Arbeit. Wir kämpfen für eine bessere Welt.

Tag der menschenwürdigen Arbeit

Dienstag, 7. Oktober 2014

hessnatur Bio-Baumwolle Burkina Faso

Heute ist der Tag der menschenwürdigen Arbeit. Eingeführt hat ihn der Internationale Gewerkschaftsbund bei seiner Gründung vor acht Jahren als „Tag der Guten Arbeit“. Seit 2008 wird er international begangen. Doch was heißt menschenwürdige Arbeit?

Ganz kurz zum Hintergrund: Dem Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) gehören 305 Gewerkschaften aus 135 Ländern an. Er hat sich gegründet mit dem Ziel, dem Globalisierungsdruck in der Arbeitswelt besser begegnen zu können. Auf der Website des IGB heißt es: „Überall auf der Welt haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterhin unter der globalen Wirtschaftskrise zu leiden…“ Wenn die Wirtschaft krankt, dann werden die Jobs knapper und der Druck auf die Arbeitnehmer wächst, was sich in der Regel negativ auf die Arbeitsbedingungen auswirkt.

Aber zurück zur menschenwürdigen Arbeit. Sie spielt für uns bei hessnatur eine entscheidende Rolle. Wir bestehen darauf, dass die Menschen, die für uns beziehungsweise für Euch die schöne Kleidung aus giftfreien Naturfasern herstellen, dies zu angemessenen Bedingungen tun. Wir richten uns dabei nach den Kernarbeitsnormen, die die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) formuliert hat, und die von 185 Staaten ratifiziert wurde. Deren vier Grundprinzipien sind:

  1. Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  2. Beseitigung der Zwangsarbeit
  3. Abschaffung der Kinderarbeit
  4. Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf

Allerspätestens seit dem Rana-Plaza-Unglück in Bangladesch, bei dem am 24. April 2013 ein Hochhaus einstürzte und mehr als 1000 Näher und Näherinnen unter sich begrub, ist es klar, dass Arbeitnehmer der Textilbranche besonders gefährdet für Ausbeutung und gefährliche Arbeitsbedingungen sind. Wir setzen uns seit Jahren dafür ein, dass in den Produktionsstätten von hessnatur faire Arbeitsbedingungen herrschen und auskömmliche Löhne gezahlt werden.

Im Jahr 2005 wurde hessnatur als erstes deutsches Unternehmen Mitglied der Fair Wear Foundation, einer niederländischen gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Textilbranche einsetzt. Wir haben ein firmeneigenes Monitoring entwickelt, nachdem wir bei unseren Herstellern die Arbeitsbedingungen überprüfen, was wiederum die Fair Wear Foundation regelmäßig extern für uns kontrolliert. Und seit 2006 ist hessnatur durch die Stiftung “Beruf und Familie” auditiert und unterstützt die Mitarbeiter mit verschiedenen Angeboten wie beispielsweise flexible Arbeitszeiten und Vertrauensarbeitszeit, Rückkehrgespräche nach der Elternzeit oder „Home-Office“, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten.

Weil die Würde des Menschen unantastbar ist und bleibt, gerade am Arbeitsplatz.

Uralt und immer noch super cool

Dienstag, 12. August 2014

Okay, die Menschheit ist schon alt, und Textilien hat sie wohl schon immer hergestellt. Dennoch bricht Leinen, die aus dem Flachs hergestellte Pflanzenfaser, alle Rekorde: In der Duzdzuana-Höhle im heutigen Georgien wurden von Menschen hergestellte Leinenfasern gefunden, die mehr als 30.000 Jahre alt sind! Nahezu unvorstellbar.

Leinen zeichnet sich dadurch aus, dass es die Luftfeuchtigkeit leicht aufnehmen und schnell wieder abgeben kann. Es wirkt also kühlend, aber dennoch trocken auf der Haut, was Leinen zu einer beliebten Sommerfaser macht. Im Gegensatz etwa zur Baumwolle ist Leinen kaum elastisch und deshalb knitteranfällig. Jedoch zeichnen das Leinen ein natürlicher Glanz und eine natürliche Stärke aus. Es muss also nicht zusätzlich gestärkt werden. Und beim Anbau ist Flachs kaum auf den Einsatz von Düngern und Pestiziden angewiesen.

Flachs wurde bis zum Siegeszug der Baumwolle während der Industriellen Revolution auch viel in deutschen Landen angebaut. Seit 2005 engagiert sich hessnatur im Projekt „Hessen-Leinen“, im Rahmen dessen mittelhessische Bio-Bauern wieder mit dem Anbau von Leinen begonnen haben, ganz ohne Chemie. Die „Hessen-Leinen“-Kollektion von hessnatur ist ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der hiesigen Landwirtschaft und zur Unterstützung regionaler Bauern.

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Wusstest Du, dass…
…Leinenfasern in der Dzudzuana-Höhle im heutigen Georgien gefunden, die mehr als 30.000 Jahre alt sind?
…Leinen aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen wird und zu den Bastfasern gehört?
…Leinen von Natur aus bakteriozid, flusenfrei, fast antistatisch und schmutzabweisend ist?
…Leinen reißfest ist und natürlichen Glanz und Stärke besitzt?
…Flachs bei der Ernte gerauft, d.h. aus dem Boden ausgerissen wird, da beim Mähen die Fasern zerstört würden?
…hessnatur seit 2005 den Bio-Anbau von Leinen im Bundesland Hessen fördert?
…die Hessen-Leinen-Kollektion von hessnatur die Biodiversität und die regionale Landwirtschaft fördert?
…die Leinenproduktion kaum auf den Einsatz von Kunstdünger und Spritzgiften angewiesen ist?
…bis ins 20. Jahrhundert hinein Leinen in Handarbeit gewebt wurde?
…Leinen traditionell hauptsächlich in Irland, Holland, Westfalen, Sachsen, Schlesien und Böhmen verarbeitet wurde?

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Zwergentreffen in der Cafeteria

Donnerstag, 10. Juli 2014

Die Cafeteria bei hessnatur in Butzbach sieht irgendwie verwandelt aus: Alexandra, Referentin für Personalentwicklung bei hessnatur, hat drei Babydecken auf den Boden gezaubert und dazu mehrere Kisten mit bunten Spielsachen. Dahinter ist einer der Esstische eingedeckt mit farbenfrohen Servietten und Blumen aus dem hessnatur Garten. Da ist doch was im Busch!
Ja, nämlich ein Müttertreffen. Von sieben Müttern in Elternzeit, die sich angemeldet hatten, haben es trotz der Hitze und sonstiger Zwischenfälle vier geschafft, mit ihrem Nachwuchs bei hessnatur vorbeizuschauen. Verena, Bereichsleiterin PR, mit der dreieinhalb Monate alten Marie, Jenny aus dem e-Commerce mit dem fünf Monate alten Finn, Elli ebenfalls aus dem e-Commerce mit dem achtmonatigen Jonathan und Julia aus dem Marketing mit Emma (18 Monate), Anton (4 Jahre) und Paul (6 Jahre). Viele Kollegen, die einfach mal so die Nase in die Cafeteria hereinstecken, sind sofort verliebt. „Ach, wie süß! Oh, das ist ja so schnell wieder vorbei. Meine sind schon so groß!“

Es ist etwas Schönes, wenn man den Kollegen auch mal für eine andere Leistung als eine rein auf den Beruf bezogene Anerkennung zollen kann. Das ist für hessnatur auch sehr wichtig, immerhin sind wir seit 2006 durch die berufundfamilie GmbH auditiert und unterstützen die Mitarbeiter mit verschiedenen Angeboten wie flexible Arbeitszeiten, Vertrauensarbeitszeit, Rückkehrgespräche nach der Elternzeit oder Alternierende Telearbeit, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.

Verena sagt, sie genieße zwar die Zeit zuhause mit der kleinen Marie, sie freue sich aber schon wieder sehr darauf Anfang 2015 an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Für hessnatur-Mütter wie Verena verhandelt Alexandra gerade über ein Kontingent an Plätzen in einer Kita in Butzbach. „Beim letzten Telefonat hieß es, die Chancen sehen ganz gut aus“, sagt Alexandra. Man werde sehen.

Marie1

Der kleine Finn ist ein fröhliches Kind, er strampelt, dreht sich und spielt voller Inbrunst mit seinem gepunkteten Spucktuch. Seine Mutter Jenny ist ganz und gar gelassen, was die Rückkehr an den Arbeitsplatz anbelangt. Sie wartet jetzt mal ab, wie es dem Finn gehen wird, wenn ihr Elternzeitjahr verstrichen ist, wie er sich in der Betreuung, die sie für ihn schon in Aussicht hat, eingewöhnen wird. Elli, die Mutter von Jonathan freut sich jetzt schon darauf, wieder arbeiten zu gehen. Aber noch genießt sie die Zeit zuhause in vollen Zügen. Demnächst fährt sie mit der Familie in den Urlaub. Sie sie ist schon gespannt, wie Jonathan der Strand und das Meer gefallen werden.

Jonathan

Und Julia mit ihrer dreiköpfigen Schar? Sie hat gerade ihre Elternzeit um ein Jahr verlängert. „Ich habe den Druck rausgenommen“, sagt sie. Drei Kinder morgens fertig zu machen und pünktlich beim Job zu erscheinen, dazu müsste sie die Kleinen schon morgens um sechs Uhr aufwecken. Und dann das Bangen, ob auch ja keines krank wird, sagt sie. Derweilen diskutieren Anton und Paul gerade, wer die Brezel teilen darf, während das Lockenköpfchen Emma gerade Baby Jonathan mit ihrem Anteil füttert. „Nein, da hat man ja nur noch das Gefühl, dass man niemandem mehr gerecht wird, weder der Familie noch dem Job.“ Muss ja auch wirklich nicht sein.

Emma füttert sich
Emma, Anton, Paul2

Making Of der Serial Upcycling Collection No. 2

Mittwoch, 9. Juli 2014

Seit heute ist die Serial Upcycling Collection No. 2 in Kooperation mit der Kunsthochschule ESMOD in Berlin in unserem Online Shop erhältlich. Wie bereits berichtet, haben wir auch in diesem Jahr wieder einen Workshop zum Thema Upcycling innerhalb des ESMOD-Studiengangs „Sustainability in Fashion“ gefördert. Zu diesem Zweck haben wir in unserem Lager gestöbert und den zwölf Studenten der Esmod Berlin Internationale Kunsthochschule für Mode Stücke aus vergangenen Kollektionen zur kreativen Verfügung gestellt. Heute zeigen wir euch exklusive Einblicke von dem Fotoshooting der Kollektion!
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