Archiv für die Kategorie "Umwelt"

Unsere Auszubildenden erklären spielerisch die Natur

Montag, 14. April 2014

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Letzte Woche veranstalten unsere Auszubildenden in Kooperation mit dem Kindergarten „Pusteblume“ in Butzbach eine Waldrallye für 30 Kinder. Dieses Projekt wurde von den sieben Auszubildenden gemeinsam auf die Beine gestellt. Hauptziel des Projekts ist es, den Kindern spielerisch die Natur näher zu bringen.

Bei der Waldrallye absolvieren die Kinder in kleinen Gruppen drei Stationen. Sie müssen beim Ertasten von Waldgegenständen Feingefühl beweisen, Geschicklichkeit beim Tannenzapfenwerfen entwickeln und bei verschiedenen Balancierübungen auf einem Baumstamm ihre Körperbeherrschung unter Beweis stellen.
Abschließend spielen alle gemeinsam das Eichhörnchenspiel, bei dem die Kinder nicht nur viel über Eichhörnchen lernen, sondern auch Fairness und Teamfähigkeit entwickeln. Hierbei müssen sie selbst in die Rolle eines Eichhörnchens schlüpfen und ihren Wintervorrat von Nüssen geschickt im Wald verstecken, um sie anschließend wieder zu finden.

Nicht nur für die Kinder ist die Waldrallye eine besondere Herausforderung. Auch die Auszubildenden müssen unter realen Bedingungen zeigen, dass sie ihr Projektmanagement beherrschen. Dabei wird vor allem die Arbeit und Organisation im Team gefordert. Ein rießen Spaß für alle Beteiligten und eine große Erfahrung für unsere Auszubildende.

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Verpestete Meere? Wir haben eine Antwort!

Mittwoch, 12. März 2014

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Unsere Meere versinken im Plastikmüll! Die Schlagzeile ist in aller Munde. Die Medien berichten darüber und seitdem bekannt ist, dass im Pazifischen Ozean ein riesiges Plastiktrümmerfeld existiert, das unter dem Namen Great Pacific garbage patch bekannt ist, gibt es auch einen eigenen Wikipedia-Eintrag zu dem traurigen Problem. Und wieder müssen wir feststellen, dass die Textilindustrie keine geringe Rolle in der Problematik spielt.

Wie ich schon einmal hier im Blog geschrieben habe, hat ein irisches Forscherteam schon vor anderthalb Jahren herausgefunden, dass Plastik-Mikropartikel 65 Prozent des Plastikmülls ausmachen. Das sind Mikrofasern wie sie aus Fleece-Pullovern beim Waschen ins Abwasser gelangen. Bei jeder Wäsche verliert ein Fleece-Teil circa 2000 Fasern, die so klein sind, das sie mühelos alle Filter und Kläranlagen passieren können.

In dem betreffenden Blogpost  hatte ich auf unsere Alternative hingewiesen: Wollfleece von hessnatur, eines unserer Basismaterialien, garantiert giftfrei und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Und auch was Funktionswäsche im Outdoor-Test anbelangt, punktet die Wollunterwäsche von hessnatur im Vergleich zu synthetischen Fasern.

Beim Wollexperiment, das hessnatur im vergangenen Herbst gemeinsam mit 15 hessnatur-Insidern und dem Wanderexperten Michael Andrack unternommen hat, haben wir Daten erhoben, die ein Wissenschaftler-Team der Universität Graz um Professor Herfried Pessenhofer ausgewertet hat. In der wissenschaftlichen Auswertung heißt es:

Aus dem „Wollexperiment“ kann daher der Schluss gezogen werden, dass Unterbekleidung aus Wolle bei mäßigen und wechselnden physischen Belastungen, wie sie beim entspannten Wandern vorliegen, und bei gemäßigten Umgebungstemperaturen (keine extreme Hitze) aufgrund des Pufferverhaltens thermoregulatorische Vorteile besitzt. Diese Vorteile wirken sich verstärkt bei feuchtem Wetter aus.

Wandergruppe

Dabei trugen die Teilnehmer an der Wanderung entlang des Rheinsteigs im Wechsel jeweils einen Tag Wäsche aus 100 Prozent Bio-Merinowolle von hessnatur sowie aus 100 Prozent konventionellen Kunstfasern. Ein Regelwerk stellte auf der Wanderung sicher, dass die Kleidung einheitlich und damit für das Wissenschaftsteam immer überprüfbar getragen wurde.

„Wollfasern und synthetischen Fasern verhalten sich im Vergleich wie ein Kachelofen zu einem Heizlüfter. Während der Kachelofen seine Wärme gleichmäßig abgibt, heizt der Lüfter zwar schnell auf, kühlt aber rasch wieder ab“, sagt Professor Pessenhofer.

Ja, tatsächlich, während Funktionswäsche aus Synthetik nur auf Atmungsaktivität, also den Transport von Körperfeuchtigkeit nach außen ausgelegt ist, kommt bei der Merinowolle,  aus der die Funktionswäsche von hessnatur gefertigt ist, die Eigenschaft dazu, dass sie Feuchtigkeit speichern kann, ohne an Temperatur zu verlieren. Das heißt, während es die Wolle der Synthetik an Feuchtetransport gleich tut, ist sie ihr, was die Feuchtespeicherung anbelangt, sogar deutlich überlegen.

Insofern bestätigt die wissenschaftliche Analyse die subjektive Erfahrung der Teilnehmer am Woll-Experiment, die angaben, dass der Körper im Synthetik-Shirt schneller auskühle als in dem aus Merinowolle. Es gibt also auch im Textilbereich eine Alternative zum Plastik! Tun Sie sich und den Weltmeeren etwas Gutes.

Das geht unter die Haut

Donnerstag, 10. Oktober 2013

ZDF 37 Grad“Kann das sein, dass ein Paar Schuhe 20 Euro kostet?”. Das ist die Frage, mit der die Dokumentation „Gift auf unserer Haut eröffnet“ aus der ZDF-Reihe 37 Grad eröffnet, die in dieser Woche ausgestrahlt wurde. Ich gebe zwei Dinge zu: Erstens, ich habe geweint, und zweitens, ich konnte den Film nicht ganz anschauen, es war zu viel für mich.

Aber ich rate jedem selbst auszuprobieren, wie viel er oder sie von dem, was in dem Film zu sehen ist, aushalten kann – um das nächste Mal daran zu denken, wenn er vor einem paar bunter Lederhandschuhe im Kaufhaus für 9,95 Euro steht. Oder vor einem Paar billiger Schuhe oder gar einer  Mütze mit Pelzbommel (was für mich sowieso das Ende der Fahnenstange und ein absolutes no-go wäre).

Die Filmemacher waren in Hazaribagh, dem Gerberei-Stadtviertel von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Hier wird Leder im Wert von 660 Millionen US-Dollar jährlich produziert zum niedrigsten oder höchsten Preis; je nachdem, wie man die Sache betrachtet. Der Verkaufspreis für das Leder ist spottbillig, weil bei der Herstellung keine Umweltauflagen zu beachten sind, die giftigen Abwässer werden einfach in den Fluss geleitet. Die Arbeiter verdienen umgerechnet 9 Cent in der Stunde.

Doch die Menschen stehen barfuß in der Chrom-(III)-haltigen Brühe, sie werden von den Chemikalien krank, wenn sie sich nicht vorher an den vorsintflutlichen Band-betriebenen Maschinen verletzen. Hier arbeiten auch Kinder. Im Film heißt es, Hazaribagh sei einer der verseuchtesten Flecken Erde auf unserem Planeten. Wenn man das sieht, dann wird einem wirklich anders.

Ein deutscher Chemiker kann es nicht fassen, als er einen Arbeiter barfuß in der Chrom-Brühe stehen sieht. Das Chrom-(III) kann sich im Leder durch Sauerstoffanlagerung zu noch giftigerem Chrom-VI entwickeln, das erbgutschädigend, hochgradig allergen und krebserregend ist. Das ist für die Gerber in Bangladesch schlimm und für alle anderen Menschen entlang der Herstellungskette, bis zum Träger der fertigen Schuhe, Taschen, Gürtel und so weiter.

Doch der Schocker kommt noch, wenn gezeigt wird, wie heilige Kühe aus dem Süden Indiens in die Schlachthäuser von Mumbai geschmuggelt werden. Das ist die schlimmste Tierquälerei, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Danach habe ich ausgemacht, das ging nicht mehr. Solches Leder möchte ich nicht haben!

Aber jetzt mal Schluss mit Emotionen. Es gibt eine gute Nachricht: Leder kann auch hergestellt werden, ohne dass Menschen, Tiere und die Umwelt darunter leiden. Unser Leder kommt nicht aus Fernost und wird auch auf keinen Fall mit Chrom-(III)-Salzen gegerbt. Die Gerbereien, mit denen wir zusammenarbeiten, beziehen alle ihre Rohhäute aus Europa und haben ein funktionierendes Umweltmanagementsystem – dies fordern wir explizit in unserer Qualitätsrichtlinie Leder ein. Wir wissen, woher unser Leder kommt und wie es hergestellt wird, da wir alle unsere, ausschließlich sich in Europa befindenden Gerberein, selbst besucht haben.

Also keine Chrom-VI-verseuchten Baby-Puschen, sondern umwelt- und tiergerecht hergestellte Lederwaren, fair produziert und gut zu unserer Haut.

P.S. Die Organisation Human Rights Watch geht den Gerbereien in Hazaribagh auch in diesem Video nach.

Lebensqualität für alle

Montag, 7. Oktober 2013

hessnatur New SADLE NepalHeute ist der Welttag für menschenwürdige Arbeit, zum sechsten Mal. Seit 2008 organisiert der Internationale Gewerkschaftsbund am 7. Oktober diesen Aktionstag. Hintergrund ist der, dass nach wie vor überall auf der Welt Arbeitnehmer unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise leiden. Bisher hat der Großteil der Unternehmen jeglichen Aufschwung auf dem Rücken der Arbeitnehmer genommen. Sinkende Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen nehmen ungebremst zu, auch bei uns, wie der Wechsel in der Siemensspitze zeigt. Der neue Vorstand Joe Kaeser streicht 5000 Arbeitsplätze in Deutschland, das ist die Existenz von Menschen, die durch ihrer Hände Arbeit zum erwarteten 4 –Milliarden-Euro-Gewinn des Konzerns beigetragen haben.

Besonders junge Menschen leiden unter der Arbeitskrise: Aus offiziellen Zahlen geht hervor, dass weltweit 75 Millionen Junge Menschen (zum Vergleich: die Bundesrepublik hat 82 Millionen Einwohner)entweder keinen angemessenen Arbeitsplatz haben oder keine Aussicht auf ausreichende Ausbildung und Berufsqualifizierung.

Ein Paradoxon: Zugleich gab es in der Bundesrepublik noch nie eine so reiche Generation Minderjähriger. Allein den sechs- bis 13-Jährigen steht jährlich eine Budget von 5,5 Milliarde Euro zur Verfügung. Meine Freundin hat zwei Stieftöchter (17 und 13), das sind die hübschesten blauäugigen, langhaarigen Wesen, die man sich nur vorstellen kann und klug noch dazu. Nur etwas macht meiner Freundin zu schaffen. Neulich bat sie mich tatsächlich, ihr beim Ausmisten der Klamotten der Mädels zu helfen. Mir lag schon eine gesalzene Ablehnung dieses Vorschlags auf der Zunge, da sah in ihren Augen echte Verzweiflung, also stimmte ich zu.

Was ich in dem riesigen Kleiderschrank im Flur zutage förderte, ließ mich dann kurzfristig nach Luft schnappen. Einmal weil dieser von Bergen von „Fähnchen“ überquoll, von denen zum Teil noch nicht einmal die Preis-Etiketten abgeschnitten worden waren. Zum anderen, weil das billige, ungetragene Zeug, das zumeist aus Kunstfasern bestand, nach allen Chemikalien und Appreturen roch, was meine hessnatur-verwöhnte Nase einfach nicht mehr gewöhnt ist. Ich tat etwas, was ich an mir eigentlich schätze: Ich baute mich auf und hielt eine große Standpauke.

Eine Gardinenpredigt über Umweltgifte und ausgebeutete Menschen in der Textilindustrie. Voller Vorwurf stülpte ich das Etikett eines Blümchenkleides um und hielt es meiner Freundin unter die Nase: 100% Polyester, Preis fünf Euro.

Als Mitarbeiterin von hessnatur erkläre ich mit mit allen notleidenden Arbeitnehmern und Arbeitssuchenden in dieser Welt solidarisch. Und ich bin mir ganz sicher, dass alle Kollegen bei hessnatur das genauso tun. Gleichzeitig sind wir froh, dass in unserem Unternehmen jeder Tag ein Tag für faire Arbeitsbedingungen ist. hessnatur setzt sich seit mehr als 35 Jahren für eine nachhaltige Textilproduktion ein. Das heißt, umweltfreundlich, ressourcenschonend, fair für alle Beschäftigten und gesunde und zweckmäßige Bekleidung für unsere Kunden.

Im Jahr 2005 trat hessnatur als erstes Unternehmen der niederländischen Fair Wear Foundation bei, die kontinuierlich und unabhängig die Arbeitsbedingungen in unseren Produktionsstätten überprüft. Der Bereich Corporate Responsibility entwickelt unsere strengen Standards und Richtlinien ständig weiter. Außerdem engagiert sich hessnatur für Projekte wie den Biobaumwoll-Anbau in Burkina Faso, das Rhönschaf-Projekt in Deutschland. Und obwohl hessnatur nur in einem Textil-Projekt in Bangladesch engagiert ist, sind wir dem Brandschutzabkommen in Folge des Rana-Plaza-Unglücks beigetreten. Aus Solidarität. Und weil wir Lebensqualität für alle wollen.

Diesen Film legen wir Euch ans Herz!

Mittwoch, 18. September 2013

“Wir müssen uns klar machen, dass der so genannte freie Markt, die freie Marktwirtschaft, die wir propagieren, den Tod vieler Menschen in Kauf nimmt!” Diesen Satz sagte ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Medico International neulich im Frankfurter Nordend bei einer Podiumsdiskussion zum Brandschutzabkommen mit der Textilindustrie in Bangladesh, an der auch hessnatur sich beteiligt hat. Doch darunter fallen nicht nur die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie weltweit, darunter fällt auch die bittere Realität der voranschreitenden Privatisierung der Ressourcen, die für das Überleben der Menschen essentiell sind: Energie, Land und Wasser.

Wie ich bereits in einem früheren Blogpost erwähnt hatte, führt die Privatisierung von Wasser in Südafrika dazu, dass viele Menschen mit geringeren Einkommen von der Trinkwasservorsorgung einfach abgeschnitten werden. Und in Südindien zapfen Pepsi und Coca Cola das Grundwasser an, um abzupacken und zu verkaufen. In der Folge verdorren ganze Landstriche, weil ihnen das Grundwasser entzogen wird.

Doch es gibt noch einen “Global Player”, der bereits vor vierzig Jahren in die Schlagzeilen geriet, als seine Firmenpolitik zu einem Massensterben von Säuglingen in der so genannten Dritten Welt führte, der Schweizer Konzern Nestlé. Der vermarktete damals künstliche Babynahrung in Gebieten, in denen die Wasserqualität den hygienischen Anforderungen für die Ernährung von Säuglingen nicht gerecht wurde.

1974 entstand die Kampagne “Nestlé tötet Babys“. Es folgte der weltweite Nestlé-Boykott von 1977, der den Konzern Umsatzeinbußen von geschätzt zwei Milliarden US-Dollar einbrachte. Bestätigt hat der Konzern die Zahl natürlich nie, aber in der Folge arbeitete er, wenn auch halbherzig, mit der Weltgesundheitsorganistion zusammen um Richtlinien für die Unterlassung irreführender Werbung und Marketing-Methoden zu erarbeiten.

Heute jedoch hat Nestlé sein Unternehmensportfolio längst erweitert: um Trinkwasser. Der Journalist Res Gehriger hat gemeinsam mit dem Regisseur Urs Schnell einen Film gemacht über das Geschäft des Nestlé-Konzerns mit dem Wasser, der seit dem 12. September in den Kinos läuft. In der Ankündigung heißt es: „Nestlé besitzt weltweit über 70 verschiedene Wassermarken. Trotzdem ist Wasser eine Sparte, über die man bei Nestlé nicht gerne spricht. Das muss der Schweizer Journalist Res Gehriger erfahren. Die Nestlé-Manager verweigern Interviews. Aber Gehriger lässt nicht locker. Auf einer Recherche-Reise erfährt er, wie konfliktgeladen das Geschäft mit dem Trinkwasser ist. “Bottled Life” wirft ein Schlaglicht auf Nestlés Expansionsstrategie im globalen Wassermarkt. Während der Konzern in den USA und in Europa vor allem Quellwasser mit Herkunftsbezeichnung verkauft, hat er für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein anderes Konzept: Dort gibt es “Nestlé Pure Life”, gereinigtes Grundwasser, angereichert mit einem Mineralienmix nach Nestlé-Rezept. Heute ist Pure Life das meistverkaufte Flaschenwasser der Welt.“

Unbedingt anschauen! Wir legen Euch diesen Film ans Herz!