Archiv für die Kategorie "Umwelt"

Die 3.000 Tester für das “Stärkste Shirt” stehen fest

Dienstag, 21. Mai 2013

Die 3.000 Frauen und Männer stehen fest, die in den kommenden Wochen das “Stärkste Shirt” von hessnatur testen werden! Heute und morgen verschicken wir die Zusagen und Absagen per E-Mail an alle Insider, die sich für den Produkttest unter www.hessnatur-Insider.com beworben haben. Bitte schaut in Eurem E-Mail-Postfach bzw. im Spam-Ordner nach, ob Ihr unsere Mail erhalten habt. Falls unsere Mail im Spam-Ordner gelandet ist, markiert sie am besten als “Kein Spam”. Damit ist sichergestellt, dass Ihr all unsere E-Mails auch erhaltet.

Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen und auf das Feedback zu unserem neuen und innovativen Bio-Baumwoll-Material!

P.S. Falls Ihr erfahren wollt, was ich mit dem “Stärksten Shirt” in Afrika erlebt habe, schaut Euch hier meinen Beitrag im Insider-Blog an.

 

Morgen Themenabend auf ARTE: Das Geschäft mit dem Klima

Montag, 13. Mai 2013

Politiker planen in Europa die große Energiewende: Bis zum Jahr 2050 sollen die Stromanbieter ihren Strom ohne den Ausstoß von CO2 produzieren. Doch sind die Maßnahmen, mit denen dieses Ziel erreicht werden soll, überhaupt wirksam? Wie haben sich Klimaprojekte entwickelt, die mit viel Geld gefördert worden sind? Gibt es wirklich Lösungen, oder werden wir seit Jahren betrogen und finanzieren mit unseren Steuergeldern nur Klima-Geschäfte der Industrie? Diesen und weiteren Fragen gehen zwei Dokumentationen nach, die am morgigen Dienstag Abend auf Arte unter dem Thema „Das Geschäft mit dem Klima“ gezeigt werden.

Saubere Energie – Das falsche Versprechen“ heißt die Dokumentation von Steffen Weber und Reinhard Hornung, die morgen Abend um 20.15 Uhr erstmalig gezeigt wird. Für sauberen Strom wird vor allen Dingen mit der Kraft aus Wind und Sonne geworben. Dabei deckt sie gerade einmal ein Prozent der europäischen Energieversorgung ab. In Wahrheit, so heißt es in der Ankündigung des Film, würden Politik und Industrie vor allem auf Biomasse setzen. Aber für Energiepflanzen werden selbst wertvolle CO2-Speicher wie Moore vernichtet. Und die Flächen für den Nahrungsmittelanbau werden knapp. Das löst weltweit eine Kettenreaktion aus. Was steckt wirklich hinter den schönen Versprechen von sauberer Energie?

Über den „Profit mit schmutziger Luft“ hat Filmemacherin Inge Altemeier (unser Foto) recherchiert; ihre Dokumentation ist morgen Abend um 21.10 Uhr zu sehen, ebenfalls als Erstausstrahlung. Die Idee, dass man das Klima retten kann, indem man Verschmutzungsrechten ein Preisschild umhängt und CO2 an den Börsen handelt, ist gescheitert. Inzwischen sind die Wertpapiere fast unverkäuflich und der weltweite CO2 Ausstoß ist massiv gestiegen. Hintergrund: Die Europäische Union hat ihr eigenes Handelssystem ausgehöhlt. Statt Umweltverschmutzung teuer zu machen, hat sie immer mehr Ausstoßrechte verschenkt. Die Industrie hat sich den europäischen Klimagesetzen entzogen und ist in Länder ganz ohne CO2-Auflagen geflüchtet.  Die Chance, das Klima zu retten, wurde an den Börsen verspielt, so das Fazit der Filmemacherin. Wie kann man dem undurchsichtigen Zertifikate-Handel und dem Klimawandel noch begegnen?

Warum grüne Smoothies zu grüner Mode passen

Samstag, 11. Mai 2013

Vergangene Woche habe ich darüber geschrieben, wie eine ernährungsbewusste Mutter und Ehefrau, Viktoria Boutenko, die Diät von Schimpansen studierte und so auf die Idee kam, grüne Smoothies zu erfinden. Einfach 60 Prozent Früchte und 40 Prozent Blattgemüse oder Kräuter in den Mixer, fertig. Bei meinen Recherchen zum Thema, bin ich auf eine US-amerikanische Frau gestoßen, die sich Green Smoothie Girl nennt. Sie verdient ihren Lebensunterhalt damit, dass sie kranken, weil schlecht ernährten US-Bürgern zeigt, wie sie mit einfachsten Mitteln ihr Leben im Handumdrehen verbessern können. Das führte mir die paradoxe Situation der Welternährung nochmal so richtig deutlich vor Augen.

Denn es ist eine Tatsache, dass im Zeitalter der industrialisierten Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion jeder achte Mensch auf diesem Planeten hungert. Das sind in absoluten Zahlen 870 Millionen Frauen, Männer und Kinder. Darüber hinaus leiden zwei Milliarden von 7,1 Milliarden Menschen unter Mangelernährung. Das heißt, sie erhalten über einen längeren Zeitraum, wenn nicht schon ein Leben lang, nicht die ausreichende tägliche Kalorienzufuhr. Als ausreichende Kalorienzufuhr für einen erwachsenen Menschen setzt die Welternährungsorganisation als Schwellenwert täglich 1.800 Kalorien an. Ein Problem der Quantität, also.

In den Ländern des Überflusses hingegen, dazu zählen auch die USA und Europa, gibt es jedoch ein Phänomen, das einen wirklich, wirklich traurig machen kann. In diesen Ländern werden Menschen von zu viel und vor allem von falschem Essen krank. Sie werden übergewichtig, bekommen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck, einige Krebsarten, um nur einige zu nennen.

Besonders in den USA, dem Herkunftsland der großen Nahrungsmittel- und Agrarkonzerne, sind es so genannte Lebensmittel wie zuckerhaltige Limonaden, frittierte Speisen, Fast Food und Fertiggerichte, ohne nennenswerte Nährstoffe, dafür aber massig Industriezucker, denaturierte Stärke und ungesunde Fette, die die Gesundheit der Menschen massiv angreift. Dieses ist ein Problem der Qualität. Wie die New York Times schreibt, werden in den USA die Kosten, die durch Fehlernährung bedingte Krankheiten verursacht werden, für das Jahr 2018 bereits auf umgerechnet 262,5 Milliarden Euro geschätzt. 60 Prozent der Kosten kommen dabei auf den Staat zu. Das ist krass. Aber auch in Europa ist der Zusammenhang zwischen Fehlernährung, Übergewicht und chronischen Erkrankungen hinreichend bekannt. So schrieb EUFIC (European Food Information Council) im Oktober 2009: „Schlechte Ernährung ist ein gewichtiges Problem und eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit des 21. Jahrhunderts. (…) In Europa sind 30-80% der Erwachsenen von Übergewicht betroffen, und der Anteil an fettleibigen Menschen steigt drastisch an.“

Wenn man sich den Zusammenhang zwischen industrialisierter Landwirtschaft, unhaltbaren Zuständen bei der Erzeugung von Textilfasern (genmanipulierte Baumwolle, nicht artgerechte Haltung von Schafen, etc.) und denaturierten und giftbelasteten Lebensmitteln  ansieht, kommt unweigerlich zum Schluss, dass Grüne Smoothies und  Grüne Mode gar nicht so schlecht zusammen passen.

Jedenfalls erzählt das Green Smoothie Girl immer wieder Herz zerreißende Geschichten von US-Amerikanern, denen durch ihre Vorträge, die mehr frisches und rohes Obst und Gemüse auf dem Speisezettel propagieren, klar wurde, dass sie solche Nahrungsmittel im Alltag überhaupt nie im Haus haben. Hier ist der Link zu der Geschichte einer Frau, die durch ihre Ernährungsumstellung ihre Depressionen loswurde. Und weiter unten gibt es ein Video mit einer fünfachen Mutter, die dachte, sie müsste bis ans Ende ihrer Tage Blutverdünnungsmittel nehmen, und die sich mit frischem Obst und Gemüse heilen konnte. – Ach ja, und wenn noch einmal jemand fragt, ob man mit Bio die Welt überhaupt ernähren könnte, dann ist ein Teil der Antwort, dass das System der industrialisierten Landwirtschaft es jedenfalls nicht kann.

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Ernährt Euch wie die Schimpansen!

Donnerstag, 2. Mai 2013

Bekannte von mir sind so genannte Rohköstler, das heißt, sie ernähren sich nur von rohen, vegetarischen oder sogar veganen Speisen. Mal abgesehen davon, dass ich sehr gerne warm esse und selber sehr gerne koche, war ich einigermaßen erstaunt, dass eben diese Rohköstler sich im Café Schokotorten und Kaffee bestellten und später sogar Tiefkühlpizza aßen.

Was mich jedoch maßgeblich fasziniert hat, war, wie diese Rohköstler morgens aufstehen, in die Küche gehen und Äpfel, Orangen, Bananen, Zitronen und ganze Ladungen Feldsalat sowie Kräuter von der Wiese in einen Mixer werfen und daraus eine grüne, naja, Pampe hört sich abschätzig an, also ein grünes dickflüssiges Getränk mixen und dann als Frühstück zu sich nehmen. Ich habe auch mal gekostet und war angetan.

Die Bekannten drückten mir noch ein Buch von der Rohkostfamilie Boutenko in die Hand, die nach einigen Jahren der Rohkost, an der sie zunächst gesundet waren, begannen, gesundheitlich wieder abzubauen. Die Mutter, Victoria Boutenko, recherchierte und kam darauf, dass Schimpansen, die mit den Menschen zu 99 Prozent genetisch übereinstimmen und als unsere nächsten Artverwandten gelten, sich zu 50 Prozent von Früchten und zu 40 Prozent von grünen Grünzeug ernähren. Daraufhin studierte sie die Nährwertzusammensetzung  grüner Blätter, die in der menschlichen Ernährung vorkommen.

Das Ergebnis war verblüffend: Kohlblätter, Salate, Spinat und Wildkräuter wie Brennesseln, Giersch und Löwenzahn enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und Proteine und bieten besonders durch den Chlorophyllgehalt gesundheitliche Vorteile wie kaum andere Lebensmittel. – Nach ein paar Überlegungen, wie Victoria Boutenko ihre Familie dazu bringen könnte, Grünzeug zu essen, stopfte sie Grünkohlblätter und Bananen mit Wasser in den Mixer und hatte die Lösung gefunden. Der Green Smoothie war geboren.

Nach dem langen und vor allem lichtlosen Winter, den wir alle durchgemacht haben, war ich im März dreimal hintereinander krank. Außerdem war meine morgendliche Yoga-Routine so anstrengend, dass ich schon über Sportlernahrung nachdachte. Da fielen mir wieder die Rohköstler mit ihrem Mixer ein. Jetzt habe ich auch einen –  es komme weniger auf die Wattstärker als auf die Umdrehungszahl des Messers an, habe ich mir sagen lassen.

Seit vier Wochen mixe ich mir nun täglich grüne, dickflüssige Getränke und bin total begeistert: Ich nehme in der Regel Apfel, Banane, eine halbe Zitrone (geschält) und Stangensellerie als Grundlage, aber Kiwis, Avocados und Mangos verwende ich auch gerne. Und da der Frühling jetzt doch kommt, habe ich im Wald schon Berge junger Brennnesseln, Giersch und Löwenzahn gesammelt. Manchmal nehme ich auch Petersilie, Rucola oder Spinat. Meine Grünen Smoothies sind leicht verdaulich und wenn ich morgens auf der Yoga-Matte die ersten Atemzüge tue, ist mein Geist schön klar und ruhig. Und krank war ich seither auch nicht mehr.

Ich rümpfe schon gerne mal die Nase, wenn mal wieder irgendein Hype für den Sommer prognostiziert wird. Aber einen Green-Smoothie-Hype, den kann ich nur befürworten! Vor allem, wenn dadurch weniger billig produzierte denaturierte Nahrung aus reiner Stärke und Industriezucker und Fleisch, das von Tieren stammt, die unter fragwürdigen Bedingungen aufgezogen und gehalten werden, konsumiert werden. Geht in den Wald, sammelt (Un-)Kräuter und ernährt Euch wie Schimpansen!

Erster Veggie-Day bei hessnatur!

Freitag, 26. April 2013

Bei hessnatur haben gestern alle Mitarbeiter mittags vegetarisch gegessen. Aus, Schluss, basta? Kein Fleisch, kein Fisch mehr? Nein, es geht nicht darum, irgendjemanden zur Abkehr vom Fleischessen zu bewegen. Dagegen würde sich Silvia Fischer-Mehwald, seit 21 Jahren Mitarbeiterin bei hessnatur und Mitglied in der Arbeitsgruppe Ernährung, strikt verwahren wollen. „Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er Tiere essen will oder nicht“, sagt die überzeugte Vegetarierin. Bei der Einführung des so genannten Veggie-Tages bei hessnatur, der fortan jeden Donnerstag stattfindet, geht es vielmehr um Bewusstseinsbildung.

Es geht darum, wie wir uns in der heutigen Welt ernähren, und welche Konsequenzen die Wahl unserer Speisen für den Planeten hat. Das Fleischessen führt zu Problemen wie dem der Massentierhaltung, dem des Leides der nicht artgerecht gehaltenen Tiere, das Problem der Grundwasserbelastung durch ihren Kot und Urin sowie die Monokulturen in der Landwirtschaft, als Folge des steigenden Tierfuttermittel-Bedarfs, um nur einige zu nennen.

Eine vegane Azubine setzt sich für das Vorhaben ein

„Voriges Jahr hat mich jemand angesprochen, ob wir nicht den Veggie-Tag bei hessnatur einführen wollten. Ich habe ihm gesagt, unsere Küche würde doch täglich auch vegetarisches Essen anbieten“, erzählt Silvia Fischer-Mehwald. Doch die Person hätte nochmals betont, dass es bei diesem Tag mehr darum ginge ein Zeichen zu setzen. Als sich dann die Auszubildende, Magdalena Schneider, die sich auch in der AG Ernährung engagiert, als Vegetarierin herausstellte, die sich sogar entschloss, zukünftig vegan zu essen, nahm die Initiative innerhalb der Gruppe Fahrt an. Gemeinsam mit den Familienbeauftragten, die regelmäßig Vorträge für die Mitarbeiter organisieren, wurde Petra Kühne vom anthroposophischen Arbeitskreis für Ernährungsforschung in Bad Vilbel eingeladen, um einen Vortrag über Ernährung zu halten.

„Es ging um drei Ernährungstypen, die so genannten Kopf-, Herz- und Bauchmenschen und ihre unterschiedlichen Nahrungsbedürfnisse“, so Michael Krause aus dem Bereich PR & Social Media. Kopfmenschen hätten oft Bedarf nach Süßem, Herzmenschen nach Fettigem und die Bauchmenschen nach Proteinen. „Das war herrlich. Der Input hat einfach mal wieder dazu angeregt, scheinbar Selbstverständliches aus einer anderen Perspektive anzuschauen“, so Silvia Fischer-Mehwald. Dann sähe man, dass der ganzheitliche Ansatz, den hessnatur auch in seiner Firmenphilosophie vertritt, der Realität tatsächlich gerecht wird: „Der Vortrag hat mir gezeigt, dass eins wirklich mit dem anderen zusammenhängt und der Kreis sich immer wieder schließt.“ Dazu brauche man allerdings auch Räume: „Im Alltag sieht man das nicht, dazu muss man immer wieder heraustreten.“

Ein Hoch auf unser Küchenteam

Darum wird das Küchenteam unter der Leitung von Thomas Wolf jeden Donnerstag aus dem Küchenalltag heraustreten und der Belegschaft ein voll-vegetarisches Mittagessen servieren. Zum Auftakt standen auf der Speisekarte: Bärlauch-Sauce, Tomaten-Tajine, Aglio olio e peperoncino und eine leckere Gemüse-Pfanne mit Räucher-Tofu, dazu eine Auswahl verschiedener Nudeln wie Steinpilzbandnudeln und Kamut-Spaghetti. Außerdem gab es die übliche, große Auswahl an Salaten und zur Nachspeise einen leckeren Obstsalat mit Joghurt. Als Aperitif hatte hessnatur-Geschäftsführer Marc Sommer zur Feier des ersten Veggie-Tages für alle alkoholfreien Sekt und Ananas-Kokos-Saft ausgeschenkt, dazu gab es Gemüsechips aus Karotten, rote Beete und Pastinaken (eine echt tolle Alternative zu Kartoffelchips!) sowie frisches Bauernbrot mit vegetarischen Aufstrichen.

Diskutiert wurde auch: Ob er wirklich nötig sei, der Veggie-Tag, woher Thomas Wolf das Fleisch wirklich bezieht und wie viel Fleisch wir eigentlich essen sollten. Dazu hatte Petra Kühne in ihrem Vortrag etwas gesagt: Würden alle Fleisch in Demeterqualität kaufen, das fünfmal so teuer ist wie konventionell erzeugtes, dann würde die verzehrte Menge ganz alleine zurückgehen auf eine Größenordnung, die für Fleischesser gesünder, und für die Tiere und die Umwelt verträglicher wäre.  Das gibt zu denken – soll es auch. Schönen Veggie-Tag noch!