Heute abend einschalten: Sehenswerte Doku über Gentechnik

2. Mai 2012

Der Film „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ von Bertram Verhaag, seit rund einem Jahr erfolgreich in den Kinos gelaufen und mehrfach ausgezeichnet, läuft am heutigen Mittwoch Abend um 23.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen. In der sehenswerten Dokumentation geht es um Einfluss und Machtausübung multinationaler Konzerne wie etwa Monsanto und deren „Aktivitäten“ , die Freiheit der Wissenschaft zu untergraben.

Die beiden Wissenschaftler Árpád Pusztai und Ignacio Chapela haben unabhängig voneinander ihre starken Zweifel an der modernen Gentechnik publik gemacht und befassten sich mit der möglichen negativen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Kurz darauf sind ihre Karrieren ruiniert, nachdem sich eine systematische, sabotierende Lobbyarbeit in Bewegung gesetzt hat.

Die Dokumentation “Gekaufte Wahrheit” hat neben zahlreichen Filmpreisen auch den Stuttgarter Friedenspreis 2009 erhalten. Sie gleicht sogar eher einem politischen Thriller, so unfassbar muten die zutage geförderten Zusammenhänge an, wenn es um die um die zerstörerische Gewalt der „Grünen Gentechnik“ gegen die Natur, die Pflanzen, die Tiere und unsere Gesundheit geht. Dem Vertuschen und Zurückhalten von Informationen steht der Mut gegenüber, mittels Aufklärung gegen Goliath anzutreten.

Wir finden: sehr sehenswert – unbedingt heute Abend einschalten oder aufnehmen!

Dieser Artikel wurde von Michael Krause geschrieben.

Inclusive Design oder: wie ein Rucksack ensteht

30. April 2012

Die Internationale Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin hat den Studiengang „Sustainability in Fashion“ ins Leben gerufen. hessnatur unterstützt den einjährigen Masterkurs mit der Entsendung einer Lehrkraft und die Vergabe eines Vollstipendiums an Anna Johannsen, die hier im hessnatur-Blog von ihren Erfahrungen berichtet. Heute schreibt Anna über den Workshop „Inclusive Design“ und die Entstehung eines Rucksacks:

„Ziel des Workshops war es, eine Sport- oder Freizeittasche zu entwerfen und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu  realisieren. Der Begriff „Inclusive Design“ bezieht sich auf eine ganzheitliche Betrachtung des Nutzens, den das Produkt hat. Dieser Ansatz ermöglicht es, eine breite Zielgruppe anzusprechen, wobei darauf geachtet wird, dass niemand aufgrund gesundheitlich-bedingter Nachteile ausgeschlossen wird.

Um die Lebenssituation und die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen oder Rollstuhlfahrern nachvollziehen zu können, haben wir an verschiedenen Workshops teigenommen, u.a. Blinden-Fußball und Rollstuhl-Basketball. Außerdem haben wir Studierende zwei Stunden in völliger Dunkelheit in einem Trainingszentrum verbracht und dabei geübt, mit einem Blindenstock zurecht zu kommen. Es gab einen Parcours bestehend aus drei Räumen: Wald, Stadt und Bar-Atmosphäre. Besonders die Erkenntnis über die Wichtigkeit der richtigen und bedachten Kommunikation und des genauen Zuhörens nehme ich aus diesem Workshop mit. Zudem war es sehr interessant zu „beobachten“, wie die anderen Sinne – wie Hören, Fühlen, Riechen - sensibilisiert und gestärkt wurden.

Nach fundierter Recherche und verschiedenen Interviews habe ich mich entschieden, einen Rucksack zu entwerfen und herzustellen. Die Vorzüge gegenüber einer Tasche, der gute Sitz auf dem Rücken und die freien Hände sind für meine gewählte Zielgruppe wichtig. Um das Finden von mitgenommenen Gegenständen zu erleichtern, besitzt mein Rucksack den Clou, dass er durch einen vertikalen und zwei horizontale Reißverschlüsse komplett zu öffnen ist.

Innen befindet sich u.a. eine große Eingriffstasche mit Gummizug, zum Beispiel für Sportschuhe. In dem Mittelteil ist hinten eine gepolsterte Laptoptasche, davor sind Fächer für Handy, Stifte und den Braille-Schreib-Computer. Auch Blindenstock und Regenschirm finden Platz. Zusätzlich bietet der Boden Stauraum für Handtücher oder nasse Sachen, da der Boden wie auch die Oberklappe wasserfest ist.

Die Materialien sind zum größten Teil recycelt. Die Klappe und der Boden bestehen aus 100% Auto-/Traktor-Reifenschlauch, das Innenfutter ist aus 100% Bio-Baumwolle und das übrige Material ist Segel vom Müggelsee in Berlin. Neben dem nachhaltigen Ansatz durch das Recyceln hat Segeltuch übrigens die Eigenschaft geräuschvoll zu rascheln, wenn es berührt wird. Das sollte den Rucksack vor Diebstahl schützen – ein Problem, dass viele meine Interviewpartner genannt haben.”

Dieser Artikel wurde von Anna Johannsen geschrieben.

Als Familienbeauftragte unterwegs

26. April 2012

Der Kreis Wetterau in Friedberg, Hessen, hatte zum Infotag Wiedereinstieg 2012 eingeladen. Es ging um Themen rund um den Wiedereinstieg für Frauen, die durch Schwangerschaft und Kindererziehung aus dem Berufsleben ausgestiegen waren und jetzt wieder zurück in den Beruf kommen. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellt, als ich mich mit Besucherinnen über ihre Situation unterhalten habe. Ich war als Familienbeauftragte von hessnatur nach Friedberg zum Infotag gekommen, um das Unternehmen zu repräsentieren.

Der Infotag sollte die Möglichkeiten für die Arbeitsuchenden verbessern helfen und eine Kontaktplattform bieten. Dazu waren familienfreundliche Unternehmen aus der Region eingeladen worden. Neben hessnatur, seit 2006 als familienfreundliches Unternehmen auditiert, waren Vertreter von Rewe und des Hotels Dolce Bad Nauheim aufs Podium gebeten worden, um die Themen Jobsuche, Neu-Orientierung und die Angebote der Unternehmen für die Zuschauer anschaulich zu diskutieren (mich seht ihr links im Bild). Das geschah unter professioneller Moderation, im Anschluss war Zeit für alle Interessierten, mit den Unternehmen ins Gesprächzu kommen.

Ich war überrascht über den Mut und die vielfältigen Lebensumstände der Frauen, die auf mich zugekommen sind. Eine Vielzahl der Arbeitssuchenden konnten keine Ausbildung vorweisen. Die Suche nach einer Arbeit ohne Kenntnisse bzw. ohne Ausbildung ist doppelt schwer auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Je besser die eigene Qualifikation ist und Fortbildungen auch während der Erziehungspause stattgefunden haben, desto leichter wird der Wiedereinstieg gelingen.

hessnatur bietet gerade Müttern vielfältige Möglichkeiten und Bedingungen an. „Im Grunde haben wir so viele Arbeitszeitmodelle, wie wir Mitarbeiter haben“ – Dieser Satz, den unsere Personalchefin Ute Tiegs mir mit auf den Weg gegeben hatte, kennzeichnet die Flexibilität von hessnatur und die täglich gelebte Familienfreundlichkeit. Dennoch muss diese Flexibilität auch Erwiderung finden. Deshalb waren an diesem Tag auch Initiativen eines Notfallkindergartens vor Ort. Rewe konnte punkten mit einer Teilzeitausbildungsinitiative, besonders für junge Frauen, die früh ein Kind bekommen hatten. Und wie gesagt “lebenslanges Lernen“ – für hessnatur ein Kernthema der Personalentwicklung. Gerade das wurde mir angesichts der Lebenssituationen der Anwesenden deutlich.

Einige Bewerbungsunterlagen konnte ich mit in unser Personalbüro nehmen, einige werden sich noch melden. Ich drücke allen die Daumen, dass es irgendwo klappt. Vielleicht hat dieser Infotag ein paar Menschen weitergeholfen – dann hat er sich in jedem Falle gelohnt!

Dieser Artikel wurde von Dagmar Reichardt geschrieben.

hessnatur baby-Blog: Jeans und Nicki-Shirt im Test

25. April 2012

Die Zeit der langärmeligen Sachen geht nun langsam vorbei und wir rüsten uns für den Sommer und die milden Tage. Ich habe aus den ganzen Kisten, die mir meine Tanten gegeben haben, die Sommersachen herausgeholt und sie in die Waschmaschine gesteckt. Dabei ist mir ein Malheur passiert: Der Kurzarmbody aus Schurwolle und Seide von hessnatur ist bei der ganzen Wascherei mit in die 60 Grad-Maschine gekommen und … nun ja, etwas eingegangen. Ich habe ihn gezogen und gedehnt und es geschafft, dass er Jonas wieder passt. Allerdings wird er ihm nicht mehr allzu lange passen. Leider, denn er ist -  genauso wie sein langärmeliger Verwandter - einfach unglaublich. So weich und flauschig, kühlend und gleichzeitig wärmend, so süß geringelt und in einem so schönem Blau. Die Mamas, die ich kenne, meinten, er sei zu teuer. Aber ich denke, er ist sein Geld wert. Vor allem, weil er einem sehr lange erhalten bleibt, weil er nicht oft gewaschen werden muss und weil er so angenehm auf der Haut ist.

Dann haben wir noch die Jeans mit Softbund getestet. Ich war erst etwas skeptisch, denn ich mag steife Hosen nicht gern. Aber die Jeans hat mich völlig überzeugt. Sie ist sehr strapazierfähig, also super für kleine Eroberer, die alle Ecken erkunden. Auch die verstärkten Knie finde ich sehr gut. Dann sieht sie noch super aus und sitzt perfekt. Einzig der Bund lässt mich zweifeln, da er sehr breit und weich ist, aber bis jetzt hat er mich nicht enttäuscht. Ich habe Jonas die Hose auch viel größer bestellt, damit sie ihm noch lange passt, was ich nur empfehlen kann. Durch das breite Bündchen am Saum rutscht die Hose nicht über die Füße und kann so lange mitwachsen. Zwar ist sie beim Anziehen sehr fest und unhandlich, aber durch die Druckknöpfe im Schritt muss man sie zum Wickeln auch nicht wieder ausziehen! Einfach sehr zu empfehlen.

Das Nicki-Shirt ist ebenfalls zu empfehlen. Ich wollte endlich mal ein Shirt ohne Kapuze, das aber nicht gleich so dünn wie ein Shirt aus Singlejersey ist. Mit dem Nicki-Shirt habe ich es gefunden. Der Nicki-Stoff ist schön flauschig und wärmt gut, es stört keine Kapuze. Durch die Knopfleiste kann man das Shirt super an- und ausziehen. Die Ärmelbündchen verhindern unpraktisches Hochkrempeln und „in-die Finger-rutschen“. Auch die Länge von dem Shirt finde ich super, da es Jonas, egal welche Verrenkungen er macht, nie über den Hosenbund rutscht. Und die Farbe „kirsche“ finde ich einfach klasse!

Dieser Artikel wurde von Michael Krause geschrieben.

World Earth Day am 22. April

20. April 2012

Um unsere Erde zu bewahren, müssen wir alle mitmachen.

Okay, es ist Zeit, denn übermorgen, am Sonntag, 22. April ist wieder World Earth Day. Das diesjährige Motto des Aktionstages, der mittlerweile in mehr als 150 Ländern der Erde begangen wird, ist “Wahre die Schätze unserer Erde! Mobilise the Earth!”

Der erste Earth Day im Jahr 1970 war eine spontane Studentenaktion im US-amerikanischen Washington. Ziel des ersten Earth Days war es, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es eine Umweltbewegung gab, die vorhatte, etwas zu bewegen. 42 Jahre später gibt es bereits seit 20 Jahren die Agenda 21, in der sich die Staaten der Erde den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung verschrieben haben. Auf dem Papier jedenfalls.

Die Wahrheit ist oft widersprüchlich. Die Klimakonferenz in Durban Ende 2011 gab keinerlei Anlass zu Jubelschreien. Der Handel mit Emmissionszertifikaten ist hierzulande seit der Finanzkrise 2008 fast vollständig zum Erliegen gekommen. Die Streichung der Solarenergie-Förderung des Bundes treibt eine ganze Branche in den Ruin. Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten.

Wir bei hessnatur sind froh, dass wir seit mehr als 35 Jahren erfolgreich für saubere, naturreine Kleidung kämpfen dürfen. Um den Ansprüchen des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung gerecht werden zu können, arbeiten wir nach dem so genannten holistischen Prinzip. Doch was heißt das eigentlich genau?

Das holistische Prinzip

Die Firmenphilosophie und Firmenpraxis von hessnatur beruht auf vier Säulen, die ich hier so knapp wie möglich umreißen möchte:

1. Ökologie
Gegründet wurde hessnatur aus dem Wunsch heraus, naturreine, schadstofffreie Kleidung für kleine und auch große Menschen anbieten zu können. Das ist der humantoxologische Aspekt. Auf der anderen Seite wollte der Ökopionier Heinz Hess auch, dass durch die Rohstoffgewinnung für Kleidung die Erde so wenig wie möglich belastet wird (Man bedenke: Baumwolle aus konventionellem Anbau muss bis zur Ernte rund 55 Mal mit Pestiziden und Herbiziden gespritzt werden). Bei hessnatur verzichten wir ganz bewusst auf Umweltgifte. Und das geht!

2. Sozialstandards
Bei hessnatur haben wir einen Bereich, der sich Corporate Responsibility (vormals Innovation & Ökologie) nennt, was auf deutsch Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung heißt. Die Experten in diesem Bereich haben ein Monitoring-System entwickelt, damit wir überprüfen können, dass in unseren Herstellungsbetrieben die Sozialstandards, basierend auf den Arbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der UN), eingehalten werden. Diese sind:

• Keine Zwangsarbeit
• Keine Diskriminierung
• Keine Kinderarbeit
• Achtung der Vereinigungsfreiheit
• Gerechte Löhne
• Geregelte Arbeitszeiten
• Menschenwürdige Arbeitsbedingungen
• Geregeltes Beschäftigungsverhältnis

Faire Arbeitsbedingungen für alle sind möglich. Bei hessnatur setzen wir uns tagtäglich dafür ein.

3. Fair Trade
Um den Kreislauf von Raubbau an den Ressourcen unseres Planeten, Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und menschlichen Lebens und globalem wirtschaftlichen Gefälle zu durchbrechen, ist es ein Anliegen bei hessnatur, Rohstoffe aus fairem Handel zu beziehen. Wo das möglich ist. hessnatur treibt Projekte voran, um ökologisch produzierte und fair gehandelte Rohstoffe für die eigene Produktion zu gewinnen. Zum Beispiel in Burkina Faso, Peru, Nepal, Bangladesch, aber auch direkt vor unserer eigenen Haustür in der Rhön (Rhönschafwolle) und in Mittelhessen (Hessen-Leinen).

4. Nachhaltige Produktion
Bis Ihr hessnatur T-Shirt bei Ihnen im Schrank landet, ist es die ganze textile Kette durchlaufen: Vom Anbau, über die Garnverspinnung und Stoffherstellung, die Färbung und das eigentliche Nähen bis zum Versand in Butzbach. Um sicherzugehen, dass diese Reise eine gute ist, ohne Mensch und Umwelt zu schaden, setzt sich hessnatur für größtmögliche Transparenz ein.  hessnatur ist Gründungsmitglied des IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) und war das erste deutsche Mitglied der Fair Wear Foundation. Außerdem hat unsere Entwicklungsabteilung über die Arbeit im IVN zur Entstehung des GOTS-Siegels (Global Organic Textile Standard) beigetragen.

“Wahre die Schätze unserer Erde!” - dafür steht auch unser aktuelles hessnatur-Statement-Shirt “Forever Green”. Mit dem Kauf dieses Shirts aus Bio-Baumwolle finanzieren Sie die Ausbildung junger Menschen in Bangladesch mit. Bekennen Sie sich zu unserer Erde, wir haben nur diese eine.

Dieser Artikel wurde von Natalie Soondrum geschrieben.