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Billige Klamotten, billigere Leben

Mittwoch, 23. April 2014

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Anika Rabbani, 33, lebt mit ihrer zweijährigen Tochter und ihrem Lebensgefährten in Dhaka/Bangladesch. Heute arbeitet sie als Yoga-Lehrerin.

 

 

 

 

 

 

Anika, Du bist als freiwillige Helferin am 26. April Augenzeugin bei den Bergungsarbeiten nach dem Einsturz des Rana-Plazas gewesen. Welcher Beschäftigung gingst Du damals nach?

Ich habe Öffentlichkeitsarbeit für das UN- Welternährungsprogramm gemacht. Die UNO hatte sofort ihre Unterstützung angeboten, aber die Regierung hat sie aus Imagegründen abgelehnt. Mit Hilfe der Spezialisten hätten so viele Leben mehr gerettet werden können.

Was hast du erlebt, als Du am Ort des Unglücks angekommen bist?

Es war unheimlich, die Luft war schwanger von einem starken Verwesungsgeruch. Überall waren riesige Flutlichter aufgestellt worden, und es wimmelte nur so vor Menschen, die alle verzweifelt aussahen. Die Umgebung war abgesperrt, hin und wieder gab es Aufruhr von Textilarbeitern außerhalb der Absperrungen. Die Polizei und das Militär drängten sie zurück. Wir zogen die ausgegebenen Helfer-T-Shirts über und gingen in die Ruine hinein.

Ich nehme an, wenn man mitten in so einer Ausnahmesituation steckt, dann funktioniert man einfach, um den Notleidenden zu helfen. Aber wie hast Du dich hinterher gefühlt?

Ich war Monate lang depressiv. Ich erinnere mich an eine Leiche, die von einer Maueröffnung baumelte, aus der wir Retter versuchten, Überlebende zu bergen. Dann war da eine Mutter, die weinte, ja fast schon halluzinierte, und ihre Tochter und ihre Enkelin suchte, die beide in der Fabrik gearbeitet hatten. Sie umklammerte meine Hand, und ich konnte keine Worte finden, um sie zu trösten. Und dann bin ich im Dunkel auf etwas getreten. Es hätte ein Teppich, aber auch genauso gut der Arm oder das Bein eines Opfers sein können.

Du bist so eine moderne, positive junge Frau. Man kann sich kaum vorstellen, dass Du je Zeugin einer solchen Tragödie geworden bist. Wie hat diese Erfahrung Dein Leben verändert?

Ich schätze mein Leben seitdem mehr. Mir ist bewusst geworden, wie klein der Einzelne innerhalb des Kosmos ist, aber auch, wie sehr sein Leben zählt. Als Gesellschaft haben wir versagt gegenüber denjenigen, die im Rana-Plaza sterben mussten. Ich würde mir wünschen, dass wir dem Leben der Armen mehr Wert beimessen. Es gibt eine zynische, aber leider wahre Bemerkung, die zum Zeitpunkt des Unglücks die Runde machte: „Billige Klamotten, billigere Leben“. Mir ist aber auch klar geworden, wie viel Kraft wir in Ausnahmesituationen entwickeln, mit deren Hilfe wir weitermachen können.

Ein Jahr nach dem Einsturz berichten westliche Medien, die Überlebenden hätten immer noch keinen Schadensersatz aus dem von der ILO eingerichteten Fonds erhalten. Viele große Firmen haben nicht einmal einbezahlt. Wie beurteilst du die Situation von Bangladesch aus?

Ich habe Zweifel daran, dass der Fonds jemals die Opfer ausbezahlt. Es sind so viele. Wer nimmt sich schon die Zeit, ist so selbstlos oder verantwortungsbewusst, denen zu helfen, deren Stimme nicht bis in die abgeschirmten Wohnzimmer der westlichen Geschäftsleute reicht? Selbst wenn sie gehört würden, würde das einen Unterschied machen? Bis jetzt nicht.

Was an der Tragödie und ihren Folgen ist in Deinen Augen typisch für Dein Land und seine Leute? Gibt es positive Seiten, die Du der Welt gerne zeigen würdest?

Mich hat berührt, wie viele Menschen sich spontan eingesetzt haben. Selbst die einfachen Leute hier sind so warmherzig und sanft. Ein paar Stunden nach dem Unglück stieg der Preis für Sauerstoffflaschen schlagartig. Die Menschen spendeten Geld dafür und  für medizinische Versorgung, spendeten Blut. Ich habe nicht das geringste Vertrauen in unsere Regierung, aber umso mehr in die Güte der Menschen hier.

Wie denken die Menschen in Bangladesch über das Unglück? Glaubst Du, es wird unfair über Dein Land geurteilt?

Textilfabriken sind der Lebenssaft unseres Landes. Jedoch sollten kurzfristige Geschäfte, wie sie ja Aufträge für die Produktion billiger Kleidung immer sind, einhergehen mit strengen gesetzlichen Reglementierungen, die die Menschen, die sie herstellen, schützen. Die Textilfabriken geben jungen Frauen die Chance ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Heutzutage ist das Straßenbild hier von jungen Frauen in leuchtender Kleidung geprägt, die morgens zur Arbeit gehen. In einer ansonsten überwiegend muslimischen, patriarchal dominierten Gesellschaft spricht dieses Bild meiner Ansicht nach Bände.

Was macht die Arbeitskraft in Bangladesch so billig? Warum können die Firmen nicht höhere Preise verlangen, den Arbeitern bessere Löhne bezahlen und die Fabriken sicherer ausstatten?

Wir sind einfach zu viele. Wir sind ein armes Land, wirtschaftlich und auch an Bildung. Was wir jedoch auf keinen Fall brauchen, sind Almosen, Tischabfälle reicher Länder. Wir verdienen, auf Augenhöhe behandelt zu werden und unsere Arbeiter sollten selbstverständlich ordentliche Löhne verdienen. Dann hätte die Ausbeutung der Armen ein Ende.

 

Helfen Sie den Kindern in Bangladesch!

Dienstag, 17. Dezember 2013

unifecblog

Vom 30. November bis zum 4. Januar engagiert sich hessnatur zusammen mit der tz München für Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Wir haben ein Aktionsshirt aufgelegt, das es für Herren, Damen und Kinder gibt und spenden je drei Euro für jedes verkaufte Shirt an Unicef. Die Shirts aus reiner Biobaumwolle sind sowohl im Münchener Laden von hessnatur als auch bundesweit in unserem Online-Shop verfügbar.

Der Spendenerlös kommt Kindern in den Slum-Schulen von Bangladesch zugute. Unicef konnte bereits 2007 mit Spendengelder in Höhe von 120.000 Euro Lernzentren errichten. Hier erhalten arme Kinder, deren Eltern sich den Schulbesuch der Kinder sonst nicht leisten können, wenigstens zwei bis drei Stunden am Tag Unterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen und in Themen wie Hygiene und Gesundheit. Das eröffnet ihnen die Chance auf besser bezahlte Jobs in der Zukunft. Die Chance, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.

hessnatur hilft übrigens schon seit Jahren, in Bangladesch ökologisch und sozial fair Mode zu produzieren. In einer Kooperation mit Grameen Knitwear in Dhaka, Bangladesch, haben wir den bengalischen Mitarbeitern von der Stickerei über die Färberei bis hin zur Konfektion unser Wissen über die Verarbeitung von Biobaumwolle weitergegeben – gemäß unseren strengen Richtlinien versteht sich.

Grameen Knitwear ist eine Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) der Grameen-Stiftung. Diese wurde gegründet von Muhamad Yunus, dem Friedensnobelpreisträger von 2006 und Erfinder der Mikrokredite in seiner Heimat Bangladesch. Von dem Erlös der von hessnatur verkauften Motto-T-Shirts fließen auch Spenden wieder zurück zu Grameen, um die Ausbildung junger Menschen zu finanzieren. Ein positiver Kreislauf schließt sich.

Übrigens – heute hat Unicef Geburtstag! Am 11. Dezember 1946 wurde das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Wir gratulieren.

Demnächst erscheint ein Interview mit unserem Geschäftsführer Maximilian Lang über das Engagement von hessnatur in Bangladesch.

Ein klares Bekenntnis

Freitag, 13. Dezember 2013

menschenrechte
Diese Woche war der Internationale Tag der Menschenrechte. Er erinnert daran, dass am 10. Dezember 1948 die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet hat. Zur Erinnerung: Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende gegangen, bis jedoch der Krieg im Pazifik beendet war, musste die Menschheit im August 1945 noch den Abwurf der Atombomben durch die USA über Hiroshima und Nagasaki erleben, bevor am zweiten September 1945 auch hier der Krieg ein Ende nahm.

Der Zweite Weltkrieg involvierte 60 Staaten, über 110 Millionen Menschen waren in kriegerischen Handlungen involviert. Die Opferzahlen werden auf 60 bis 70 Millionen Menschen geschätzt. Zum Vergleich sei daran erinnert, dass die Bundesrepublik Deutschland circa 82 Millionen Einwohner zählt. Die Verabschiedung der Menschenrechtscharta geschah direkt unter dem Eindruck der verheerenden Folgen des Krieges, nicht zuletzt der Genozide an Juden und Roma durch das Nazi-Regime in Deutschland.

Die Menschenrechte sind unveräußerlich, das heißt, sie sind für alle Menschen ohne Unterscheidung nach Ethnie, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, religiöser oder politischer Überzeugung sowie sozialer Herkunft gültig. Und vor allem gelten sie auch am Arbeitsplatz. Die Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) hat deshalb die Kernarbeitsnormen formuliert, die von 185 Staaten ratifiziert wurden und zu denen sich hessnatur klar bekennt. Deren vier Grundprinzipien sind:

Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
Beseitigung der Zwangsarbeit
Abschaffung der Kinderarbeit
Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf

Allerspätestens seit dem Rana-Plaza-Unglück in Bangladesch ist es klar, dass Arbeitnehmer der Textilbranche besonders gefährdet für Ausbeutung und gefährliche Arbeitsbedingungen sind. hessnatur setzt sich seit Jahren dafür ein, dass in den Produktionsstätten des Unternehmens faire Arbeitsbedingungen herrschen und auskömmliche Löhne gezahlt werden. Im Jahr 2005 wurde hessnatur als erstes deutsches Unternehmen Mitglied der Fair Wear Foundation, einer niederländischen gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation, die sich für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Textilbranche einsetzt. Weil die Würde des Menschen unantastbar ist und bleibt.

Botschaften aus der fairen Arbeitswelt

Dienstag, 12. November 2013

Day of Social Standards Lima_Gruppenfoto

Die Kollegen aus dem Bereich Corporate Responsibility kommen ziemlich herum. Das liegt daran, dass hessnatur viel Wert auf nachhaltige Lieferantenbeziehungen  legt, und die Herstellerbetriebe regelmäßig besucht. Als ich mich mit der Kollegin Kristin Heckmann unterhalten hatte über das Brandschutzabkommen mit Bangladesch[KH1] , erfuhr ich, dass hessnatur aktuell gar nicht dort fertigen lässt.

Aber weil die Textilindustrie des Landes momentan in aller Munde ist und weil Kristin zusammen mit Rolf Heimann, dem Leiter des Bereichs Corporate Responsibility, ohnehin nach Fernost unterwegs war, genauer genommen nach Thailand, wollte sie sich aus erster Hand ein Bild von den aktuellen Verhältnissen verschaffen. hessnatur will kein Land mit einem Bann belegen, sondern in Zusammenarbeit mit konkreten Lieferanten vor Ort die realen Arbeitsbedingungen verbessern, auch in Bangladesch. Und danach ging es sofort weiter nach Bangkok und anschließend einmal rund um den Globus nach Peru. Die Kollegin Anna Johannsen, die auch dabei war, hat schon berichtet.

Unerwartete Erfahrung

Aber zunächst hat mich interessiert, wie Kristin Heckmann die Fabrik in Bangladesch erlebt hat. Was sie zu berichten wusste, versetzte mich in Erstaunen: „Das ist eine Erfahrung gewesen, die uns gezeigt hat, dass man immer differenzieren muss: Nicht alles in diesem Land ist schlecht. Vor allem dieser Betrieb nicht. Der war in jeder Hinsicht vorbildlich“. An den Brandschutzvorkehrungen könnte sich so mancher Hersteller ein Beispiel nehmen.

Doch, doch, natürlich sei der Verkehr das reinste Chaos gewesen, die vielen Leute und die unbeschreibliche Armut überwältigend. Ja, und die Begegnung mit der Aktivistin aus der Textilindustrie, Nazma Akhter, habe sie berührt. Aber diese Fabrik, die habe bleibenden Eindruck hinterlassen, weil sie zeige, was auch in einem Land wie Bangladesch möglich ist. Der beste und höchste Standard nämlich.

Offene Gespräche

In Thailand wartete sofort die nächste Aufgabe auf  Kristin. Vom Hotel ging es direkt in eine von zwei Flachstrickereien, die direkt in Bangkok liegen. Die Betriebe sind von der Fair Wear Foundation auditiert worden. Kristin hatte eine Corrective Action Plan im Gepäck, Vorschläge, die Arbeits- und Produktionsbedingungen weiter zu verbessern. Neben Gesprächen zum Thema Löhne und Arbeitervertreter  ging es auch darum Fluchtwege in Augenschein zu nehmen und die Lage der Feuerlöscher zu prüfen.

Die beiden Betriebe sind langjährige Produzenten für hessnatur. Vor Ort betreut eine Agentur die beiden Lieferanten und schaut auch  die Einhaltung der sozialen und ökologischen Standards, die gemeinsam definiert worden sind. Mitarbeiter in Produktionsbetrieben haben jederzeit die Möglichkeit sich dort für ihre Belange einzusetzen. „Mir ist aufgefallen, wie gut das Klima in den  Betrieben war. Wenn ich mit den Chefs durch die Hallen gelaufen bin, sind die Gespräche nicht etwa verstummt. Die Mitarbeiter haben mit ihren Vorgesetzten gesprochen. Der Ton war kollegial und freundlich.“ Das sei ein gutes Zeichen, bedeute, dass die Familienbetriebe, die bereits in zweiter und dritter Generation geführt werden, stabile und gewachsene Strukturen bieten mit guter Mitarbeiterzufriedenheit.

Stolze, engagierte Menschen

Und weiter ging es nach Peru, in die Städte Lima und Arequipa. Hier hatte hessnatur, wie Anna Johannsen schon berichtete, jeweils einen „Day of Social Standards“ ausgerichtet. Was Kristin diesmal aufgefallen war, war die völlig andere Mentalität der Menschen. „Die haben in beiden Städten lebhaft diskutiert, Kritik geäußert und Verbesserungsvorschläge gemacht.“ Auch in den Betrieben, die sie im Anschluss besucht haben, hätten die Arbeiter sofort alles zeigen wollen, waren voller Energie „Die Menschen sind sehr stolz, auch in den kleineren Betrieben begegnen einem die Arbeiter auf Augenhöhe. Ihnen sind  ihre Arbeit und deren Ergebnisse sehr wichtig.“

Ich lehnte mich in der Cafeteria in meinen Stuhl zurück und ließ mir die Fülle an Informationen durch den Kopf gehen, die Kristin mir soeben gegeben hatte. Ich fragte sie: „Sag mal, kann das sein, dass diese Prozesse, das Brandschutzabkommen für Bangladesch und die Umsetzung der Sozialstandards, so wie hessnatur das heute macht, dass das ein unausweichlicher Lernprozess der Globalisierung ist?“ Kristin antwortete, ja, in diesem Bereich gehe es viel um zwischenmenschlichen Kontakt. Es sei wichtig, kulturelle Unterschiede nicht nur zu berücksichtigen, sondern ihnen auch Raum zu geben, damit sich bei jedem Einzelnen ein Bewusstsein für die Problematik entwickeln könne.

Der Mensch bleibt der Maßstab. Ein fairer Ausgleich und ein Dialog auf Augenhöhe muss gerade in der globalisierten Arbeitswelt das Ziel ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Wirtschaftens sein.

Das Brandschutzabkommen für Bangladesch

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Bangladesch

Wer diesen Blog verfolgt, erinnert sich vielleicht daran, dass es im August im Frankfurter Nordend eine Podiumsdiskussion zu fairer Bekleidung gab. Dort ging es auch um das Rana Plaza-Unglück in Bangladesch im April 2013, bei dem ein neunstöckiges Gebäude einstürzte, in dem  mehrere Textilfabriken produzierten. Dabei wurden 1133 Menschen getötet und 2438 weitere verletzt. Das Unglück löste weltweit Betroffenheit und Empörung aus.
In der Folge begannen sich Hersteller aus Europa, den USA, Asien und Australien zu einem Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz (Accord) zusammen zu schließen. Im Mai 2013 unterzeichnete auch hessnatur das Abkommen. Hörte sich erst Mal gut an, doch vor kurzem habe ich mich gefragt, was daraus geworden ist.
Ich beschloss also, bei Kristin Heckmann aus dem Bereich Corporate Responsibility nachzufragen, worauf sich die rund 100 Textilunternehmen aus 19 Ländern (Stand 17. Oktober 2013) denn in dem Abkommen festgelegt hätten. Kristin Heckmann war gemeinsam mit Rolf Heimann, dem Leiter des Bereichs Corporate Responsibility bei dem Treffen der Firmenrepräsentanten in Genf dabei.

Kristin erzählte mir, dass sich alle beteiligten Textilunternehmen zunächst dazu verpflichtet hätten, für fünf Jahre mit den Herstellern in Bangladesch zusammenzuarbeiten. Das gebe den Fabriken Planungssicherheit und sei eine realistische Laufzeit, um Maßnahmen umzusetzen.
Dazu gehört eine umfassende Dokumentation. Alle Unternehmen melden die Daten ihrer Produzenten in Bangladesch an Fair Factories Clearinghouse. Die  gemeinnützige Organisation mit Sitz in New York hilft Unternehmen  bei Dokumentation und Datenverarbeitung, um Arbeitsplätze in Fertigungsbetrieben fairer und ethisch korrekt zu gestalten. Die Textillabel, die am Brandschutzabkommen beteiligt sind, melden, wo sie produzieren, wie viele Stockwerke die Fertigungsstätten haben, das Auftragsvolumen usw. Auf Basis dieser verfügbaren Daten können dann Verbesserungsmaßnahmen effizient gestaltet werden. Mit den von Fair Factories Clearinghouse dokumentierten Daten, führt der Accord dann einen Sicherheits-Screen durch, bei dem jedes Gebäude nach Sicherheitskriterien bewertet wird. Es geht um Brandsicherheit, Fluchtwege und Statik. Aber auch allgemeine Gesundheitsaspekte, etwa die Luftzufuhr. Sollten aufgrund dieser Bewertung Betriebe bei der Umrüstung geschlossen werden müssen, können künftig noch Ausfallzahlungen für die Betroffenen Arbeiterinnen vereinbart werden. Die Höhe der Beiträge soll  sich nach dem Umfang der Produktion der einzelnen Unternehmen richten.

hessnatur ist dem Abkommen beigetreten, weil faire Sozialstandards eine Säule unserer Firmenpolitik sind und weil wir uns mit einem so großen und wichtigen Projekt zur Verbesserung für  etwa zwei Millionen Arbeiter-/innen in 1600 Textilbetrieben (Zahlen von UNI global union) solidarisch erklären. Seit 2005 sind wir (erstes deutsches) Mitglied der Fair Wear Foundation und entwickeln unsere Instrumente zur Sicherstellung fairer Produktionsbedingungen bei unseren Herstellern immer weiter.