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Aufruf zur Hilfe: Professor Yunus in Bedrängnis

Freitag, 11. März 2011

Es geistert schon einige Tage durch die Presse: Die Regierung von Bangladesch hat Professer Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger 2006, von seinem Position, der Geschäftsführung der von ihm gegründeten Grameenbank, entlassen. Er sei zu alt für diesen Posten, hieß es von seiten der Premierministerin Sheikh Hasina. Der Rausschmiss ist jetzt der Höhepunkt im offenen Kampf der Regierung gegen den Volkshelden Bangladeschs. Durch den Vorwurf, Fördergelder nicht für die vorgesehenen Projekte verwendet zu haben, kam Yunus erst vor wenigen Monaten in die Schlagzeilen. Das norwegische Entwicklungsministeriums widerlegte diese Vorwürfe (lt. Spiegel-online) . Doch der Druck stieg weiter.

8.35 Millionen Menschen sind Anteilshalter und Kreditnehmer der Grameenbank, zu 95% Frauen – sie stehen geschlossen hinter Yunus. In Hunderten Demonstrationen zeigen die Menschen in diesen Tagen ihre Unterstützung für Yunus und die Grameenbank. NGO´s, Wissenschaftler und viele andere sprechen sich offen für den Nobelpreisträger aus. So auch Hilary Clinton, die belgische Prinzessin Mathilde und eine Verwandte von Präsident John F. Kennedy, Kerry Kennedy. Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, gründete jetzt die Friends of Grameen, um Unterstützer weltweit zu bündeln.

hessnatur arbeitet seit 2008  mit Yunus und der Grameen Knitwear, einem Unternehmen der Grameen Bank, zusammen. Unsere Statement-T-Shirts aus der Bio-Baumwolle von Burkina Faso werden dort gefertigt. Das Know How über die Verarbeitung nach den hohen hessnatur -Standards brachte Rolf Heimann dort persönlich ein und schulte die Grameen Knitwear –Verantwortlichen vor Ort. Erst kürzlich brannte eine Etage der Näherei aus unbekannter Ursache aus. Ein schwerer Schlag für Grameen und Yunus, der sich zum Ziel gesetzt hat, “die Armut auf der Welt ins Museum zu zu bringen“. Auch Studentinnen und Studenten unterstützt hessnatur aktiv über die Grameen Shikka, ebenfalls  ein Tochterunternehmen der Grameenbank, das sich für Bildung und Ausbildung der Anteilshalterinnen und –halter stark macht. Während die KreditnehmerInnen zumeist noch Analphabeten sind, können deren Kinder zu einem großen Teil studieren und damit einer sicheren Existenz entgegengehen.
Yunus, dessen gerichtlicher Einspruch vor dem Obersten Gericht in Bangladesch gerade abgewiesen wurde, fleht nun sein Volk um Hilfe an. Helfen Sie mit. Wir wollen mit Ihnen  unsere Unterstützung für Yunus zum Ausdruck bringen.

Weltfrauentag – Frau sein heute

Dienstag, 8. März 2011

Laut einer Statistik sind die Aktivitäten, an diesem Tag für die Rechte von Frauen aktiv an die Öffentlichkeit zu gehen, seit einigen Jahren rückläufig. Was heißt das? Ist alles erreicht? Geht es uns gut?

Schauen wir nur mal auf die Aktivitäten der GrameenBank und Prof. Muhammed Yunus, der vielen Frauen in Bangladesh überhaupt erst eine Zukunft ermöglicht ha; 95% seiner Mikro-Kreditnehmer sind Frauen. Die Idee hat Nachahmer gefunden, aber auch Gegner – mit denen er sich jetzt selbst am härtesten auseinander setzen muss.

Aber zurück zu uns Frauen. Ich möchte es nicht ins Lächerliche ziehen, aber die Inbrunst, mit denen die Gender-Aktivitäten in Wort und Bild stattfinden, scheint zeigen zu wollen, wie sehr wir doch alle die Gleichberechtigung wollen. Liebe Antragstellerinnen und Antragsteller – oder liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer. Manchmal kommt man dabei kaum auf das Thema … Und oft bleiben es Lippenbekenntnisse.

Gerade stehen in Deutschland Kommunalwahlen vor der Tür. Wie stellt sich eigentlich das Verhältnis von Kandidatinnen zu Kandidaten dar? Ich denke, es steht schlecht um die Frauen in der Politik. Wird das durch eine Quote zu regeln sein? Liegt es an uns selbst, dass wir uns dieses Terrain nicht zutrauen? Oder ist es das männlich gestrickte Spielfeld mit seinen oft unbeweglichen Gremien, Ausschüssen, Tagungen und Beschlüssen? Jedenfalls sind laut neuesten Zählungen 19,1% aller Parlamentarier Frauen. Beruhigend?

Was mir mehr Sorgen bereitet, ist, dass immer noch viele Frauen Analphabeten sind (65%) und keinen Zugang zu Bildung haben. Viele Frauen können immer noch kein freies, selbstbestimmtes Leben führen. Die weltweite, konventionelle Textilproduktion ist da kein Vorzeigesektor. Der Markt billigt das – im wahrsten Sinne des Wortes. Nein, damit müssen wir anfangen und konsequent werden. hessnatur verankert diese Werte in seinen Sozialstandards. Handeln ist viel wichtiger als eine Gender-Verpflichtung beim Texten und Reden. Meint Ihr nicht auch? Was mich interessieren würde, wären tolle Projekte, die Frauen wirkliche Chancen bieten. So, wie die Leprastation in Nepal oder unser Bio-Baumwollprojekt in Burkina Faso. Hier unterscheiden wir von hessnatur nämlich nicht zwischen Frauen und Männern, wir unterstützen einfach. Und oft hilft es gerade den Frauen.

„Nähen für einen Hungerlohn“: Spannende Diskussion im ZDF

Mittwoch, 8. Dezember 2010

In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ ist über das Thema „Nähen für einen Hungerlohn – Billigkleidung aus Bangladesch“ diskutiert worden. Aufhänger war die vor einigen Monaten in der ARD gezeigte „KiK-Story“ des Reporters Christoph Lütgert, der u.a. in bengalischen Textilfabriken Missstände aufgedeckt hat.

Als Gast in der Sendung war neben der 26-jährigen Näherin Jessmin Begum (Bildmitte) aus Dhaka auch Rosi Gollmann (rechts im Bild), Gründerin der Andheri-Hilfe. Mit Rosi Gollmann verbindet uns nicht nur die Zusammenarbeit in einem Projekt in Bangladesch, sondern auch eine persönliche Freundschaft. Die Andheri-Hilfe, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Bonn, ist in vielen Projekten in Indien und Bangladesch aktiv und will die Lebenssituation der armen Bevölkerung vor Ort verbessern.

Im Rahmen ihrer Arbeit haben die Mitarbeitern der Andheri-Hilfe immer wieder mit der Textilproduktion zu tun. Und so konnte Rosi Gollmann die Aussagen der 26 Jahre alten Näherin Jessmin in der Sendung bestätigen: Dass die Arbeiter in den Nähereien bei einem Monatslohn von gerade mal 35 Euro vielfach schlechte Arbeitsbedingungen haben. Jessmin berichtet von drei Toiletten für über 400 Mitarbeiter, die sich im siebten Stock des Produktionsgebäudes befinden. Von unbezahlten Überstunden, Beleidigungen und Strafen beim Zuspätkommen zur Arbeit. Und das alles, damit Unternehmen – auch in Deutschland – Kleidung zu Dumpingpreisen anbieten können. Wie zum Beispiel eine Jeans für 5,99 Euro.

Die Bilder, die in der Talkshow eingespielt wurden, haben mich an meinen Aufenthalt in Dhaka im Frühjahr 2009 erinnert. An Nähereien, untergebracht in Hochhäusern in Old Dhaka, die man allein schon an den vielen Neonröhren hinter den Fenstern und den vielen Stofffetzen vor den Fenstern erkennen konnte. Positiv ist mir dagegen der Besuch von Grameen Knitwear in Erinnerung, mit dieser Textilproduktion besteht seit 2008 ein Gemeinschaftsprojekt mit hessnatur, in dem unsere Statement-Shirts produziert werden. Erstmalig in Bangladesch nach ökologischen Richtlinien mit Bio-Baumwolle und unter sozialen Arbeitsbedingungen. Der Verkauf der Shirts unterstützt ein Ausbildungsprogramm für bengalische Studentinnen und Studenten.

Was mir gefallen hat, ist der Appell von Rosi Gollmann zum Schluss der Sendung: Jeder könne etwas tun, sagt sie, „und wenn die Verkäuferin im Bekleidungsgeschäft keine Antwort auf die Frage geben kann, woher die Kleidung kommt und wie sie produziert wird, dann kommen Sie in der nächsten Woche noch mal und fragen das Gleiche!“.

Wer die Sendung sehen möchte: Hier geht’s zum Mitschnitt der Sendung in der ZDF-Mediathek.

Übrigens: Mit der Andheri-Hilfe unterstützen wir im Rahmen der Freundschaftswerbung seit 2009 ein Projekt in Bangladesch. Dabei werden junge Frauen vom Stamm der Manipuris im Nordosten des Landes sechs Monate lang zur Schneiderin ausgebildet.

Post von der Andheri-Hilfe

Montag, 11. Oktober 2010

Wir haben Post bekommen. Post von Frau Elvira Greiner. Sie ist die 1. Vorsitzende der Andheri-Hilfe Bonn e.V.. „Gemeinsam für mehr Menschlichkeit“ ist ihr Motto. hessnatur ihr Partner. Und Sie – liebe Kundinnen und Kunden – helfen mit, vor Ort bei einem Projekt in Bangladesch viel zu erreichen. Nun aber erst einmal von vorne …

Die Andheri-Hilfe Bonn e.V. ist eine freie, unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Mit Hilfe der Prämienspende der Kundinnen und Kunden von hessnatur werden Frauen in Bangladesch unterstützt. Genauer: Wir unterstützen den Ureinwohner-Stamm der Manipuris im Norden Bangladeschs. Hier lernen Mädchen Schneiderarbeiten. Sie nähen, sie besticken und sie bedrucken verschiedene Stoffe. Durch diese Ausbildung haben sie gute Chancen, eine Anstellung zu finden oder sich mit einer kleinen Schneiderei selbstständig zu machen.

Elvira Greiner kommt gerade aus Bangladesch. Sie hat die dort Mädchen besucht und Geschichten mitgebracht: Derzeit ist in Bangladesch Regenzeit. „Auf dem Weg Richtung Nordwesten passieren wir dann aber immer wieder Straßen, die kaum noch aus dem Wasser heraus ragen. (…) Nein, das sei keine Flut, wird mir erklärt. Das sei ganz normal. Dieses Land sei eben extrem flach und so würde es jedes Jahr in der Monsumzeit unter Wasser stehen. Die Menschen hätten sich darauf eingestellt. Anpassung an den Klimawandel auf bangladeschische Art!“

Auf dem Weg in den Norden begegnet Elvira Geiner einer mobilen Schneiderschule: „Es ist nicht mehr als ein Wellblechschuppen, doch drinnen sitzen 15 Mädchen an ihren Nähmaschinen, mit ihren Strickrahmen in der Hand, oder sie stehen an dem großen Tisch, wo sie Stoffe bedrucken. Sie alle hatten keine Chance, die Schule zu beenden; hatten keine Arbeit, fühlten sich nutzlos. So haben Sie alle dieses Angebot mit Freude ergriffen: Sie strahlen, dass sie zu den Auserwählten gehören, die hier eine Ausbildung machen können.“

Die Fahrt zum Dorf war abenteuerlich. „An der Abzweigung, die zum Dorf führt, endet die Teerstraße. Schnell wird klar: Mit dem Wagen können wir diese schmale Lehmpiste nicht befahren. Wir wollen es zu Fuß versuchen. Doch der aufgeweichte Boden lässt uns rutschen wie auf Glatteis.“ Im Dorf angekommen staunt Frau Greiner. „Ich bin überrascht, wie viel diese einfachen Dorffrauen bereits verändert haben: Sie haben jetzt alle Zugang zu sauberem Trinkwasser (…). Alle Kinder gehen jetzt zur Schule: die Kleinstem im Dorf (…), die Älteren im größeren Nachbarort.“ Einige der Mädchen können sogar die weiterführende Schule besuchen. Die Frauen haben Mut gefasst und sie wissen, dass sie was verändern können.

„Ich bin dankbar zu wissen, dass wir – auch mit Hilfe von hessnatur – diesen jungen Menschen eine echte Zukunftsperspektive geben können!“, schreibt sie. Diesen Dank wollen wir hiermit gerne weitergeben. Denn Sie, unsere Kundinnen und Kunden, treten mit Ihrer Unterstützung und zusammen mit hessnatur und der Andheri-Hilfe Bonn e.V. für mehr Menschlichkeit ein!

“Not without you!” – Das neue Statement-Shirt von Miguel

Sonntag, 3. Oktober 2010

Mit unserer Herbst Basics-Kollektion ist auch das neue Statement-Shirt von hessnatur-Designer Miguel Adrover erschienen, das den Titel „Not without you“ trägt. Das Shirt gibt’s für Damen und Herren.

Für das Design hat sich Miguel von Afrika und seiner Geschichte inspirieren lassen: “Dieser Kontinent mit seinen vielen Ländern und Kulturen ist so unglaublich wertvoll, genauso wie seine Landschaften, Regenwälder und der Artenreichtum“, betont der Designer. „Hier schlägt für mich das Herz der Erde, das es zu bewahren und zu beschützen gilt. Wir haben die Zukunft in der Hand.“ „Not without you“ fordert er – Nicht ohne Dich, Afrika!

Produziert wurde das T-Shirt aus 100 % Bio-Baumwolle bei Grameen Knitwear in Bangladesch. Die Zusammenarbeit mit der Textilkonfektion in Dhaka, die zur so genannten Grameen-Familie von Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus gehört, besteht übrigens schon seit zwei Jahren – im Herbst 2008 kam zur Fashion Show von hessnatur in New York das erste Statement-Shirt heraus.

Unser Engagement trägt Früchte: Denn jedes verkaufte T-Shirt aus unserem Projekt unterstützt das „hessnatur Scholarship Program“ von Grameen Shikkha. Diese Initiative fördert die Ausbildung von bengalischen Studentinnen und Studenten. Aktuell können wir 39 junge Menschen damit fördern. Das hessnatur Scholarship Program zahlt bis zum Abschluss ihre komplette Ausbildung und das Universitätsstudium. Mit Bildung langfristig Nachhaltigkeit schaffen,  und das in einem der ärmsten Länder der Erde.