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Ein Statement für Burkina Faso

Freitag, 12. März 2010

Das Anbauprojekt für Bio-Baumwolle in Burkina Faso in Westafrika begleitet uns schon seit über vier Jahren. Im Jahr 2005 begann hessnatur gemeinsam mit der Schweizer Entwicklungshilfeorganisation Helvetas sein Engagement in dem westafrikanischen Staat, 2006 wurde die erste Bio-Baumwollernte eingefahren. Engagement in solchen Projekten zeichnen hessnatur seit Jahrzehnten aus – das gehört einfach zu unserer Marke dazu.

Um das Burkina Faso-Projekt und dessen nachhaltige Bedeutung zu würdigen – der Anbau von Bio-Baumwolle ist schließlich besser für die Umwelt als auch den Menschen -, hat sich unsere Designerin Simone ein tolles Statement für ein T-Shirt einfallen lassen, das beispielhaft für unser Engagement in Burkina Faso steht und natürlich auch aus der Burkina Faso-Baumwolle hergestellt wurde.

Ihre Botschaft „The seeds of today are the flowers of tomorrow”, in Verbindung mit dem afrikanischen Kontinent, ist nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes auf den Baumwollanbau bezogen. Denn wir haben es auch in der Hand, heute Nachhaltigkeit zu säen, um damit Zukunft für die nachfolgenden Generationen zu schaffen. Unser Burkina Faso-T-Shirt gibt es ab sofort im hessnatur-Onlineshop!

Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen zu unseren Statement-Shirts, die wir Euch in dieser Woche im Blog vorgestellt haben. Welche Themen bewegen Euch, welche Botschaft wünscht Ihr Euch auf ein T-Shirt? Wir sind gespannt auf Ideen und Vorschläge.

Das T-Shirt “Out of Order”

Donnerstag, 11. März 2010

In der bengalischen Hauptstadt Dhaka, so erzählt man sich vor Ort, könne man anhand der Farbe des Flußes Buriganga die nächste Mode-Trendfarbe ablesen – sind doch zig hunderte Textilfabriken in und um Dhaka angesiedelt, die nicht nur unter fragwürdigen sozialen, sondern auch schlechten ökologischen Standards produzieren und ihre Abwässer aus der Textilproduktion in den Fluß leiten.

Die Zustände in einem der ärmsten Ländern der Welt schreien zum Himmel. Ein ebensolcher Aufschrei ist das aktuelle Statement-Shirt der Frühjahr/Sommer-Kollektion von hessnatur Kreativdirektor Miguel Adrover. Sein Thema: „Out of Order“ – die Welt außer Betrieb, der Planet im Ausnahmezustand. Dringendes Handeln ist notwendig. Auf dem Motiv der Erdkugel weist uns „It´s getting hot“ auf die Klimakatastrophe hin, „Out of Business“ oder „Under Protest“ fühlen politisch und wirtschaftlich auf den Zahn. Während es in der Arktis wärmer und wärmer wird, gibt es im Süden keinen Fisch mehr – „Fish sold out“.

Produziert wurde das T-Shirt, das es für Damen und Herren gibt, bei Grameen Knitwear in Dhaka. Hier wird unter guten sozialen Bedingungen als auch ökologischen Bedingungen gearbeitet. Mit reiner Bio-Baumwolle, ohne schädliche Chemikalien – und ohne dabei den Fluß Buriganga zu belasten.

Respect your Mother Earth

Mittwoch, 10. März 2010

T-Shirt Nr. 3 in unserer Statement-Shirt-Woche ist das T-Shirt “Respect your Mother Earth” aus der Herbst/Winter-Kollektion 2009, dessen Design aus der Feder von Miguel Adrover stammt und das ebenso wie das „One Life“-T-Shirt von Lindsay Seligman in Bangladesch produziert wurde. “Respect your Mother Earth” gibt es für Damen als auch Herren noch in unserem Onlineshop (das Kinder-T-Shirt dazu ist leider schon ausverkauft).

Angefangen mit unseren Statement-Shirts haben wir bei Grameen Knitwear im Herbst/Winter 2008. Und seit dieser Zeit unterstützt der Verkauf jedes T-Shirts die Ausbildung von bengalischen Studentinnen und Studenten. Konkret heißt das, dass wir einen Fonds aufgelegt haben, der Schule und Studium finanziert.

Das Motto „Respect your Mother Earth“ ist während eines Gesprächs mit Miguel entstanden, das sich um “Gaia” drehte – “Gaia” steht in der griechischen Mythologie ja für die personifizierte „Mutter Erde“, der wie allem Leben auf der Erde unser Respekt gelten sollte.

Diesem Gedanken wird auch die Produktion bei Grameen Knitwear in Dhaka/Bangladesch gerecht. Professor Muhammad Yunus – zum Netzwerk der von ihm gegründeten Grameen Bank gehört Grameen Knitwear – hat bereits bei Planung der Textilfabrik vor einigen Jahren großen Wert darauf gelegt, dass hier ökologisch gearbeitet wird. So gibt es u.a. mehrstufige Kläranlagen zur Wasseraufbereitung. Und durch das Know How und die Schulung von hessnatur werden bei Grameen Knitwear nun – Tendenz steigend – mehr und mehr Textilien aus Bio-Baumwolle hergestellt.

Das Statement-Shirt des Tages: „One Life“

Dienstag, 9. März 2010

Unser zweites Shirt im Rahmen der Statement-Shirt-Woche ist der Gewinner unseres Designwettbewerbs, den wir im vergangenen Jahr zusammen mit Planet Green veranstaltet haben: Lindsay Seligman aus Kalifornien hat das besondere Motiv entworfen, das mit nur einer Linie verschiedene Tiere und den Slogan „Love Life“ formt. Für alle, die das Video von Lindsay dazu noch nicht kennen, gibt’s hier noch mal den Link zu YouTube.

Das „One Life“-T-Shirt reiht sich in die Reihe der Shirts ein, die in Zusammenarbeit mit Grameen Knitwear in Bangladesch entstanden sind. Hier lassen wir seit 2008 produzieren – der Betrieb gehört zum Netzwerk der Grameen Bank von Professor Yunus, der sich in Sachen Sozialstandards positiv abhebt. Die Textilindustrie in Bangladesch in dieser Hinsicht als problematisch zu bezeichnen ist mehr als untertrieben. Vor einem Jahr – im März 2009 – war ich im Rahmen meiner Asienreise bei Grameen Knitwear zu Besuch und konnte sehen, dass es in puncto Arbeitsbedingungen auch anders geht. Nämlich fair und menschenwürdig.

Der Verkauf der T-Shirts unterstützt – wie alle unseren Shirts von Grameen Knitwear – die Initiative Grameen Shikkha, das ist sozusagen das Bildungsprogramm des Grameen-Netzwerkes. Zusammen mit den Verantwortlichen haben wir das “hessnatur Scholarship Program” ins Leben gerufen, was die Ausbildung von bengalischen Studentinnen und Studenten finanziell fördert.

Zum T-Shirt kommt mir gerade noch eine Idee: Wie wäre es, wenn Ihr hier im Blog einen Gruß an Lindsay platziert? Und schreibt, wie Euch das T-Shirt gefällt? Wir leiten ihr Euer Feedback gerne weiter!

Live-Blogging: Lieferantenbesuch in Istanbul

Montag, 8. März 2010

Ich bin gerade in Istanbul in der Türkei. Draußen ist es sonnig, der Wind bläst kalt vom Meer rüber. Davon werde ich heute nicht allzu viel mitbekommen. Denn ich bin am heutigen Montag bei einem unserer Lieferanten hier zu Besuch. Normalerweise bin ich mit unserer Agentin alleine unterwegs. Heute nicht. Wir sind ein großes Team und überprüfen unsere Arbeit gegenseitig.

Die hessnatur-Agentin und ich, wir sind schon bekannt hier. Wir waren bereits zwei mal vor Ort bei einem hessnatur-Lieferanten in Istanbul, um die Fabrik auf Sozialstandards zu überprüfen. Die Produktionsstätte ist sehr groß, gerade nähen die Arbeiter Shirts aus Bio-Baumwolle für uns. Außerdem gibt es eine hausinterne Färberei, ein großes Lager und einen Raum, in dem die einzelnen Teile eines Textils geschnitten werden. Bei rund 500 Mitarbeitern ist natürlich auch die Kantine entsprechend riesig. Heute gab es Nudeln mit Rosenkohl und Linsensuppe – dazu natürlich Ayran.

Henrik und Margreet sind von der holländischen Fair Wear Foundation (FWF), die die Arbeitsbedingungen zusätzlich zu unseren Kontrollen überprüft. Auch sie sind heute den ganzen Tag in der Fabrik. Beide trainieren im Auftrag von FWF lokale Auditteams vor Ort. So kann sichergestellt werden, dass die hohe Qualität und die vielen Ansprüche – sowohl von der Fair Wear Foundation als auch von hessnatur – umgesetzt werden. Außerdem überprüfen sie meine Arbeit zusammen mit dem Lieferanten in den letzten anderthalb Jahren: Wie gut kenne ich den Lieferanten und die Arbeitsbedingungen vor Ort? Arbeitet der Lieferant nach dem Verhaltenskodex von hessnatur?

Das von der Fair Wear Foundation ausgebildete Auditteam besteht aus drei Personen: Zeynep, Alpay and Ufuk. Die drei haben unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit bei der Überprüfung von Sozialstandards. Und sie haben heute am meisten zu tun. Alpay ist der Chef im Team und inspiziert alles, was wir Fachfrauen und -männer unter „Health and Safety“, zu deutsch Gesundheit und Sicherheit, zusammenfassen. Zum Beispiel: Gibt es Feuerlöscher, Fluchtwege? Wie ist die Temperatur, das Licht in der Näherei? Zeynep ist zuständig für die Mitarbeiter-Interviews. Bereits letzte Woche war sie da und hat Mitarbeiter auf ihrem Weg zur Fabrik interviewt. Heute spricht sie mit einzelnen Mitarbeitern am Arbeitsplatz. Alpay darf sich den ganzen Tag mit Dokumenten beschäftigen. Gibt es Arbeitsverträge? Beinhalten sie alle relevanten Informationen?

Heute Abend wird dann alles auf einen Tisch gepackt: Was macht der Lieferant gut? Gibt es Mängel? Wurden diese durch hessnatur bereits vorher schon aufgedeckt? Was kann der Lieferant noch weiter verbessern?

Ich werde wahrscheinlich nach dem Tag heute Abend müde ins Bett fallen. Aber mit dem guten Gefühl, dass sich unsere Arbeit lohnen wird. Morgen haben wir dann ein Abschlussgespräch mit dem Management der Fabrik. Deren Reaktion ist immer wieder spannend. Jeder Mensch geht unterschiedlich mit Lob und Kritik um. Und schließlich müssen wir danach alle noch mal die Ärmel hochkrempeln, so dass auch die letzten kleinen Verbesserungsmöglichkeiten bald angepackt sind.