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Jeans-Produktion für hessnatur

Freitag, 10. Juli 2009

Ich hatte ja keine Ahnung! So viele Menschen, so viele Arbeitsschritte, um eine Jeans herzustellen. Jeder hat sie, jeder trägt sie. Ich kenne zumindest keinen, der ohne Jeans auskommt. Seit meiner Reise zu unseren Lieferanten in der Türkei ist meine Blue Jeans nicht mehr nur eine Blue Jeans, sondern ein Meisterwerk!

Ich bin in Istanbul bei unserem Jeans-Lieferanten. Herzlich werde ich im Büro empfangen. Ich bin hier, um mit dem Lieferanten am Thema Sozialstandards zu arbeiten. Diese Produktionsstätte kenne ich bislang aus Berichten meiner Kollegen bei hessnatur. Daher wird es Zeit, auch den Stand der Arbeitsbedingungen vor Ort zu erfassen.

Mit dem Management gehe ich zusammen die acht Sozialstandards laut Internationaler Arbeitsorganisation durch. Hierzu gehört zum Beispiel die Kontrolle der Arbeitsverträge und Gehaltsabrechnungen. Die Gespräche mit dem Management sind wichtig. Ohne das Einverständnis des Managements und ohne das Verständnis für soziale Belange kann in einer Produktionsstätte nichts bzw. nicht viel erreicht werden. Aber kein Grund zur Sorge – so vorbildliche und einwandfreie Dokumente, wie ich sie hier finde, erfreuen mich.

Nur schwer kann ich mich auf meinem Stuhl halten. Ich will die Produktion sehen. Wo stecken die angeblich 100 Näherinnen und Näher? Und wer genau hat meine Jeans produziert, welche ich schon den ganzen Tag stolz trage?

Eine Reise in die Jeans-Welt beginnt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele verschiedene Jeans auf einen Blick gesehen. Die einen nähen die Taschen, die anderen bedienen die Maschine für Stickereien am Gesäß, wieder andere sind dabei den Reißverschluss einzuziehen. Und die Jeans stapeln sich! Wenn ich meine Jeans ansehe, muss da aber noch was passiert sein. Meine sieht “used” aus. Die Jeans hier sind alle gleichfarbig. Von unten bis oben – immer die gleiche Farbe. Keine Waschungen, Färbungen oder ähnliches. Wie der used look auf meine Jeans kommt – dazu im nächsten Beitrag mehr!

Ein Besuch bei Grameen

Freitag, 20. März 2009

Im März bin ich durch Kambodscha gereist und war zuvor auch einige Tage in Bangladesch. Beim Aufenthalt in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, habe ich die Möglichkeit genutzt, um Grameen Knitwear einen Besuch abzustatten. Das ist die Textilproduktion der Grameen Stiftung von Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus. Dr. Yunus gilt als Vorreiter des “Social Business”, zu deutsch soziales Unternehmertum. Das bedeutet, dass Unternehmen in erster Linie dafür gegründet werden, um soziale Probleme zu lösen und Armut zu bekämpfen. Klar soll dabei auch Geld verdient werden, aber eben für einen guten Zweck und nicht für den kapitalistischen eigenen Geldbeutel. Bei Grameen Knitwear produziert hessnatur seit 2008 ein T-Shirt aus 100 % Bio-Baumwolle, mit Designs von Miguel Adrover.

Kurz vor Abflug Richtung Asien haben Steffi und ich uns die neuen Grameen-Shirts „The world in your hand – Die Welt in Deiner Hand“ bei hessnatur gekauft, die wir natürlich beim Besuch von Grameen Knitwear tragen :-)

Die Textilfabrik liegt etwas außerhalb von Bangladesch in der Freihandelszone. Um dort hinzukommen, werden wir in Dhaka von Alam abgeholt, der mit uns zu Grameen Knitwear fährt. Er arbeitet im Verkauf und hat zusammen mit seinem Kollegen Pijush die T-Shirts von hessnatur betreut. „Oh, that’s my production!“, ruft Alam erfreut, als er uns mit unseren „The world in your hand“-Shirts sieht.

Auf der Fahrt zu Grameen Knitwear komme ich mit Alam ins Plaudern. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen seien stolz auf die „Corporate Culture“, die gepflegt wird. Das fängt schon damit an, dass die Arbeitsbedingungen bei Grameen Vorbildcharakter haben. Es gibt geregelte Arbeitszeiten und die Bezahlung ist weit über dem Minimum-Lohn, den viele andere Textilfabriken in Bangladesch zahlen und der den Menschen nur schwer zum Leben reicht. Jeder Mitarbeiter bei Grameen, egal welche Funktion er hat, bekommt nach einer Zeit eine Lohnerhöhung. Außerdem gibt es regelmäßig zweimal pro Jahr Treffen des Management-Boards (Vorsitzender ist Dr. Yunus), und über dessen Beschlüsse und die aktuelle Geschäftsentwicklung werden die Mitarbeiter dann informiert.

Bei Grameen angekommen, entdecke ich in deren „Showroom“ unser aktuelles T-Shirt. Nach einem kurzen Mittagessen mit Alam machen wir uns auf, um die Textilproduktion zu besichtigen. Mehr dazu wird es im nächsten Blog-Beitrag von mir geben.

Neues Video: Sozialstandards bei hessnatur

Freitag, 30. Januar 2009
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Für unsere Unternehmensseite haben wir ein kurzes Video zum Thema “Sozialstandards in der Textilkonfektion” produziert, was ich heute im Blog vorstellen möchte.

Darum gehts: hessnatur achtet neben den ökologischen Richtlinien bei der Herstellung der Kleidung auch auf menschengerechte Arbeitsbedingungen vor Ort. Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Innovation & Ökologie, und Stefanie Karl, CSR-Managerin für Sozialstandards, waren bei verschiedenen Produktionsstätten und Lieferanten in der Türkei. Dabei sind auch die Filmaufnahmen entstanden.