Artikel mit den Tags "Fair Trade"

Ein Statement für Burkina Faso

Freitag, 12. März 2010

Das Anbauprojekt für Bio-Baumwolle in Burkina Faso in Westafrika begleitet uns schon seit über vier Jahren. Im Jahr 2005 begann hessnatur gemeinsam mit der Schweizer Entwicklungshilfeorganisation Helvetas sein Engagement in dem westafrikanischen Staat, 2006 wurde die erste Bio-Baumwollernte eingefahren. Engagement in solchen Projekten zeichnen hessnatur seit Jahrzehnten aus – das gehört einfach zu unserer Marke dazu.

Um das Burkina Faso-Projekt und dessen nachhaltige Bedeutung zu würdigen – der Anbau von Bio-Baumwolle ist schließlich besser für die Umwelt als auch den Menschen -, hat sich unsere Designerin Simone ein tolles Statement für ein T-Shirt einfallen lassen, das beispielhaft für unser Engagement in Burkina Faso steht und natürlich auch aus der Burkina Faso-Baumwolle hergestellt wurde.

Ihre Botschaft „The seeds of today are the flowers of tomorrow”, in Verbindung mit dem afrikanischen Kontinent, ist nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes auf den Baumwollanbau bezogen. Denn wir haben es auch in der Hand, heute Nachhaltigkeit zu säen, um damit Zukunft für die nachfolgenden Generationen zu schaffen. Unser Burkina Faso-T-Shirt gibt es ab sofort im hessnatur-Onlineshop!

Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen zu unseren Statement-Shirts, die wir Euch in dieser Woche im Blog vorgestellt haben. Welche Themen bewegen Euch, welche Botschaft wünscht Ihr Euch auf ein T-Shirt? Wir sind gespannt auf Ideen und Vorschläge.

Eindrücklich: Baumwolle weltweit

Freitag, 15. Januar 2010

Baumwolle weltweit

Der Bildband „Baumwolle weltweit“ von Christina Kleineidam und Hans Peter Jost ist gerade im Verlag Lars Müller Publishers erschienen – was ich damit sagen will: er ist es absolut wert, dass ich ihn hier genauer vorstelle. Es präsentiert sich „ein kritisches Portrait einer Kulturpflanze, deren Anbau nicht immer zu Wohlstand führt, sondern oft auch zur sozialen und ökologischen Katastrophe“ – so auf dem Rücktitel zu lesen. Und genau das begegnet mir beim Lesen und Blättern durch den großzügig gestalteten Schwarz-weiß-Bildband. Intensive Bilder, die ihre eigene Sprache sprechen. Eine Sprache, die wir hier kennen. Von Leid und Hunger, von Ausbeutung, Gier und gleichzeitig vom Siegeszug der Baumwolle. Die Begeisterung, in die schon Pietra Rivoli im Vorwort einstimmt, bleibt dem Leser bis tief in den weltweiten Massenanbau und die -Verarbeitung des „weißen Goldes“.

„Nur, wenn Ihr keine Umweltschützer seid,“ so werden die Autoren an mancher Tür empfangen oder abgewiesen. Der Blick, den Hans Peter Jost überall auf dieser Welt durch seine Kamera festhält, ist eindringlich, fesselnd und mahnend. Die Texte von Christina Kleineidam sind wahre Zeitzeugen. Sie berichtet sachlich. Der Leser selbst soll sich eine Meinung bilden. Sie schreibt von Erlebnissen ihrer Reisen zwischen 2006 und 2008 in den wichtigsten Baumwolle produzierenden Ländern. In Indien, China, den USA, Brasilien, Mali und Tansania dokumentieren die beiden Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die in allen Bereichen der profitablen, globalen Wertschöpfungskette der Baumwolle mitmischen. Ob mit genmanipulierter BT-Baumwolle, im konventionellen Anbau mit hohen Pestizideinsätzen oder über den Glück verheißenden Bio-Baumwollanbau.

Denjenigen unter Ihnen, die nicht nur durch unsere Augen auf das Thema Baumwolle schauen wollen, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Es macht die Geschichte leider nicht besser. Aber sehr glaubwürdig. Wie Pietra Rivoli, die selbst sehr tief in diesem Thema steckt, in ihrem Vorwort so schön sagt: „Ich habe 40 Jahre lang T-Shirts, Strümpfe und Blue Jeans getragen, bevor ich eine Baumwollplantage sah.“
Auch wenn wir selbst keine Baumwollplantage besuchen, dem Thema Baumwolle können wir uns allemal stellen. Als Jeans- und T-Shirtträger sollten wir das auch tun! Genau hinschauen und dann nicht mehr einfach konsumieren. Sondern nachhaltig entscheiden in der Wertschöpfungskette der wichtigsten textilen Faser, der Baumwolle.

Übrigens, auf der letzten Seite des Buches weisen die Autoren auf zwei Ausstellungen hin:

Vom 21. Februar bis 06. Juni 2010: Heidelberg, Textilsammlung Max Berk im Kurpfälzischen Museum
Vom 30. Juli bis 26. September 2010: Gmünd in Kärnten, Alte Burg

Aktuelle Studie des Südwind-Instituts

Montag, 14. Dezember 2009

Südwind

 

 

 

 

 

 

 

 

Laut der heute veröffentlichten Studie des Südwind-Instituts zum Thema sozial-ökologische Kleidung bietet hessnatur keine fair gehandelten Rohstoffe an. Die taz schrieb daraufhin: “Einzig deutlich negativer Punkt bei der Firma hessnatur, die immerhin etwa 55 Millionen Euro im Jahr umsetzt: Die Rohstoffe sind nicht fair gehandelt.” 

Negativ-Schlagzeilen, die bereits die Runde machen, obwohl die Information so nicht richtig ist.  hessnatur hat ein eignes Anbauprojekt  für Baumwolle, die fair gehandelt und kontrolliert biologisch angebaut wird. Bereits 2004 begann die Zusammenarbeit mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas in Westafrika, 2008 wurde hessnatur für  eben dieses Projekt mit dem Public Eye Positive Award ausgezeichnet. 

Warum Südwind diese Information entgagnen ist?  Weil das Institut die Daten vor fast einem Jahr erhoben hat, als das hessnatur-Siegel für fair gehandelte Baumwolle noch nicht offiziell eingeführt war. Die Daten wurden seitdem nicht aktualisiert, sodass die veränderten Rahmenbedingungen in der Studie keine Berücksichtigung fanden.

Wer Aktuelles zum Thema Fair Trade bei hessnatur wissen möchte: Das Magazin  Natur + Kosmos  hat gerade eine fünfseitige Reportage über das besagte Projekt veröffentlicht.

Sozial-ökologisches Denken: Im öffentlichen Leben angekommen

Freitag, 13. November 2009

schwein_4Der Staat steht im Fokus: Rund 360 Mrd. Euro gibt die öffentliche Hand jährlich für Güter und Dienstleistungen aus. Allerdings wurde da bisher nur nach dem Prinzip „Geiz ist geil“ entschieden. Seit Februar 2009 ist es nun „amtlich“ – allerdings auch nur mit einer „Kann“-Bestimmung: die öffentlichen Gelder können also ab jetzt für sozial faire und ökologische Güter ausgegeben werden. (Anmerkung von mir: unglaublich, dass es dafür ein Gesetz brauchte!!!)

„Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern!“, das ist die Überschrift für einen Aktionsplan, der Städte und Gemeinden nun auffordern soll, diese Möglichkeit wahr werden zu lassen. “Wir machen der Regierung Beine“, so äußert sich Christliche Initiative Romero (CIR). In einer mehrseitigen Informationsbroschüre stellen der CIR, ver.di und die CCC die dramatischen Zustände in den verschiedenen Bereichen Arbeitskleidungsproduktion und Computerproduktion beispielhaft vor. Und erzählen uns, dass unsere Nachbarländer längst aktiv geworden sind. Barcelonas Angestellte kommunaler Einrichtungen und Universitäten trinken beispielsweise inzwischen Kaffee aus fairem Anbau. In Holland gehen Städte voran auch ohne Regierungsbeschluss. Auch bei uns gibt es sie, die Kommunen, die weiter denken. Und das schon, bevor ein solches „kann“-Gesetz in Kraft trat. Alle Achtung!

Es gibt sie also noch, die aktiven und handelnden Menschen. Das lässt auf Veränderung hoffen. Und wir können einiges dazu tun: jeder einzelne damit, dass er seine Kommunen und Ämter darauf aufmerksam macht. Immer und immer wieder. Und letztendlich durch das Kreuzchen bei der nächsten Kommunalwahl.

hessnatur kann es auch: mit fairer und ökologischer Kleidung in großen Mengen. Wir sind auf dem Weg dahin. Also, Kommunen: erwartet unseren Besuch!

Baumwoll-Leichen in Bern

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Baumwolle1

Krasse Guerilla-Aktion gestern auf dem Waisenhausplatz im schweizerischen Bern: Passanten sehen sich plötzlich mit einer Szenerie wie aus einem Krimi konfrontiert: Dutzende von Leichen liegen auf dem Platz – nicht aus Fleisch und Blut, sondern stilisierte Körper aus weißem Baumwollstoff. „Jährlich sterben 20.000 Menschen an den Folgen von Pestizideinsätzen auf Baumwollfeldern“, steht in blutiger Schrift auf den symbolisch dargestellten Opfern. Die Aktivisten von Helvetas machen damit über die verheerenden Folgen des konventionellen Baumwollanbaus und werben – passend zu ihrer Kampagne „Fragen Sie auch bei T-Shirts nach Bio und Fair“ – für biologisch produzierte und fair gehandelte Mode.

2009_10_15_Aktion 'Baumwollkrimi' 3

Obwohl Baumwolle nur auf zweieinhalb Prozent der weltweiten Ackerflächen wächst, werden laut Helvetas hier 16 Prozent der weltweit eingesetzten Insektizide und Unmengen anderer giftiger Spritzmittel versprüht. „Menschen, die auf Baumwollfeldern arbeiten, nehmen diese Giftstoffe ungewollt auf. Zehntausende erkranken und Tausende sterben daran Jahr für Jahr. Die Baumwollbauern in Entwicklungsländern müssen sich zudem oft verschulden, um diese Pestizide sowie Kunstdünger zu kaufen.“, so Helvetas.

Diese werden im konventionellen Baumwollanbau in rauen Mengen ausgebracht. Sie können ins Wasser gelangen und verunreinigen damit die Trinkwasservorräte. Nützlinge auf dem Feld werden getötet, während Schädlinge mit der Zeit resistent gegen die Gifte werden. Auch die Ertragskraft der Böden vermindert sich mit der Zeit. Frauen können auf den mit Chemikalien gedüngten Feldern nicht arbeiten, weil sie bei einer Schwangerschaft ihre ungeborenen Kinder schädigen würden. Tiere verenden, weil sie von den giftigen Baumwollpflanzen fressen.

Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an ein Interview mit einer Bäuerin in Burkina Faso, die in der Vergangenheit konventionell Baumwolle angebaut hat. Die Früchte, die am Rand der Baumwollfelder geerntet worden sind, waren so pestizid-verseucht, dass eines ihrer Kinder im Säuglingsalter starb.

Ursache für diese Missstände ist häufig fehlendes Wissen, wie mit solchen Chemikalien überhaupt umzugehen ist. Es fehlt an Input zu nachhaltigen Methoden zur Schädlingsbekämpfung und zur Düngung der Baumwollpflanzen. Helvetas engagiert sich mit Projekten in Westafrika und Zentralasien für den biologischen Anbau und fairen Handel von Baumwolle. Sie berät und unterstützt die Bauern vor Ort. Diese profitieren von gerechten Preisen für ihre Ernte und von einer gesünderen Umwelt. hessnatur bezieht Bio-Baumwolle für seine Kollektionen u.a. aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Helvetas in Burkina Faso.

Anlässlich der Aktion hat Helvetas die Passanten in Bern angehalten, selbst aktiv zu werden und sich beim Shoppen für Bio-Mode zu entscheiden. Wir haben es alle in der Hand, ein T-Shirt aus konventioneller Baumwolle mit ungewissem Hintergrund, was die Fertigung angeht, zu kaufen oder uns für ein T-Shirt zu entscheiden, das ökologisch und fair hergestellt ist.