Artikel mit den Tags "Fair Trade"

Aktuelle Studie des Südwind-Instituts

Montag, 14. Dezember 2009

Südwind

 

 

 

 

 

 

 

 

Laut der heute veröffentlichten Studie des Südwind-Instituts zum Thema sozial-ökologische Kleidung bietet hessnatur keine fair gehandelten Rohstoffe an. Die taz schrieb daraufhin: “Einzig deutlich negativer Punkt bei der Firma hessnatur, die immerhin etwa 55 Millionen Euro im Jahr umsetzt: Die Rohstoffe sind nicht fair gehandelt.” 

Negativ-Schlagzeilen, die bereits die Runde machen, obwohl die Information so nicht richtig ist.  hessnatur hat ein eignes Anbauprojekt  für Baumwolle, die fair gehandelt und kontrolliert biologisch angebaut wird. Bereits 2004 begann die Zusammenarbeit mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas in Westafrika, 2008 wurde hessnatur für  eben dieses Projekt mit dem Public Eye Positive Award ausgezeichnet. 

Warum Südwind diese Information entgagnen ist?  Weil das Institut die Daten vor fast einem Jahr erhoben hat, als das hessnatur-Siegel für fair gehandelte Baumwolle noch nicht offiziell eingeführt war. Die Daten wurden seitdem nicht aktualisiert, sodass die veränderten Rahmenbedingungen in der Studie keine Berücksichtigung fanden.

Wer Aktuelles zum Thema Fair Trade bei hessnatur wissen möchte: Das Magazin  Natur + Kosmos  hat gerade eine fünfseitige Reportage über das besagte Projekt veröffentlicht.

Sozial-ökologisches Denken: Im öffentlichen Leben angekommen

Freitag, 13. November 2009

schwein_4Der Staat steht im Fokus: Rund 360 Mrd. Euro gibt die öffentliche Hand jährlich für Güter und Dienstleistungen aus. Allerdings wurde da bisher nur nach dem Prinzip „Geiz ist geil“ entschieden. Seit Februar 2009 ist es nun „amtlich“ – allerdings auch nur mit einer „Kann“-Bestimmung: die öffentlichen Gelder können also ab jetzt für sozial faire und ökologische Güter ausgegeben werden. (Anmerkung von mir: unglaublich, dass es dafür ein Gesetz brauchte!!!)

„Keine Ausbeutung mit unseren Steuergeldern!“, das ist die Überschrift für einen Aktionsplan, der Städte und Gemeinden nun auffordern soll, diese Möglichkeit wahr werden zu lassen. “Wir machen der Regierung Beine“, so äußert sich Christliche Initiative Romero (CIR). In einer mehrseitigen Informationsbroschüre stellen der CIR, ver.di und die CCC die dramatischen Zustände in den verschiedenen Bereichen Arbeitskleidungsproduktion und Computerproduktion beispielhaft vor. Und erzählen uns, dass unsere Nachbarländer längst aktiv geworden sind. Barcelonas Angestellte kommunaler Einrichtungen und Universitäten trinken beispielsweise inzwischen Kaffee aus fairem Anbau. In Holland gehen Städte voran auch ohne Regierungsbeschluss. Auch bei uns gibt es sie, die Kommunen, die weiter denken. Und das schon, bevor ein solches „kann“-Gesetz in Kraft trat. Alle Achtung!

Es gibt sie also noch, die aktiven und handelnden Menschen. Das lässt auf Veränderung hoffen. Und wir können einiges dazu tun: jeder einzelne damit, dass er seine Kommunen und Ämter darauf aufmerksam macht. Immer und immer wieder. Und letztendlich durch das Kreuzchen bei der nächsten Kommunalwahl.

hessnatur kann es auch: mit fairer und ökologischer Kleidung in großen Mengen. Wir sind auf dem Weg dahin. Also, Kommunen: erwartet unseren Besuch!

Baumwoll-Leichen in Bern

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Baumwolle1

Krasse Guerilla-Aktion gestern auf dem Waisenhausplatz im schweizerischen Bern: Passanten sehen sich plötzlich mit einer Szenerie wie aus einem Krimi konfrontiert: Dutzende von Leichen liegen auf dem Platz – nicht aus Fleisch und Blut, sondern stilisierte Körper aus weißem Baumwollstoff. „Jährlich sterben 20.000 Menschen an den Folgen von Pestizideinsätzen auf Baumwollfeldern“, steht in blutiger Schrift auf den symbolisch dargestellten Opfern. Die Aktivisten von Helvetas machen damit über die verheerenden Folgen des konventionellen Baumwollanbaus und werben – passend zu ihrer Kampagne „Fragen Sie auch bei T-Shirts nach Bio und Fair“ – für biologisch produzierte und fair gehandelte Mode.

2009_10_15_Aktion 'Baumwollkrimi' 3

Obwohl Baumwolle nur auf zweieinhalb Prozent der weltweiten Ackerflächen wächst, werden laut Helvetas hier 16 Prozent der weltweit eingesetzten Insektizide und Unmengen anderer giftiger Spritzmittel versprüht. „Menschen, die auf Baumwollfeldern arbeiten, nehmen diese Giftstoffe ungewollt auf. Zehntausende erkranken und Tausende sterben daran Jahr für Jahr. Die Baumwollbauern in Entwicklungsländern müssen sich zudem oft verschulden, um diese Pestizide sowie Kunstdünger zu kaufen.“, so Helvetas.

Diese werden im konventionellen Baumwollanbau in rauen Mengen ausgebracht. Sie können ins Wasser gelangen und verunreinigen damit die Trinkwasservorräte. Nützlinge auf dem Feld werden getötet, während Schädlinge mit der Zeit resistent gegen die Gifte werden. Auch die Ertragskraft der Böden vermindert sich mit der Zeit. Frauen können auf den mit Chemikalien gedüngten Feldern nicht arbeiten, weil sie bei einer Schwangerschaft ihre ungeborenen Kinder schädigen würden. Tiere verenden, weil sie von den giftigen Baumwollpflanzen fressen.

Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an ein Interview mit einer Bäuerin in Burkina Faso, die in der Vergangenheit konventionell Baumwolle angebaut hat. Die Früchte, die am Rand der Baumwollfelder geerntet worden sind, waren so pestizid-verseucht, dass eines ihrer Kinder im Säuglingsalter starb.

Ursache für diese Missstände ist häufig fehlendes Wissen, wie mit solchen Chemikalien überhaupt umzugehen ist. Es fehlt an Input zu nachhaltigen Methoden zur Schädlingsbekämpfung und zur Düngung der Baumwollpflanzen. Helvetas engagiert sich mit Projekten in Westafrika und Zentralasien für den biologischen Anbau und fairen Handel von Baumwolle. Sie berät und unterstützt die Bauern vor Ort. Diese profitieren von gerechten Preisen für ihre Ernte und von einer gesünderen Umwelt. hessnatur bezieht Bio-Baumwolle für seine Kollektionen u.a. aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Helvetas in Burkina Faso.

Anlässlich der Aktion hat Helvetas die Passanten in Bern angehalten, selbst aktiv zu werden und sich beim Shoppen für Bio-Mode zu entscheiden. Wir haben es alle in der Hand, ein T-Shirt aus konventioneller Baumwolle mit ungewissem Hintergrund, was die Fertigung angeht, zu kaufen oder uns für ein T-Shirt zu entscheiden, das ökologisch und fair hergestellt ist.

Lifefair – Die Schweizer Messe für fairen Handel

Montag, 31. August 2009

Lifefair-Messe

Vom 4. bis zum 6. September findet zum 2. Mal in den Maag Hallen in Zürich die Lifefair-Messe statt. Sie richtet sich an Konsumenten, die einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil pflegen.

Im Editorial des Lifefair-Magazins schreibt der Chefredakteur Martin Hofer: „Was mich während der Recherchen zu diesem Magazin beeindruckte, war, wie viele Menschen sich bewusst und positiv mit dem Thema eines von Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit geprägten Lebens auseinander setzen.“

Ein Thema, welches bei hessnatur seit jeher eine treibende Kraft im Unternehmen ist. Faires Handeln auf allen Ebenen zeichnet hessnatur aus, ob in regionalen Projekten oder im Sponsoring – der Grundgedanke der Fairness durchdringt das tägliche Tun.

Die Verankerung des Fairness-Gedankens hat bereits Heinz Hess bei der Firmengründung gelegt und durch die ganze Entwicklung zum internationalen Unternehmen erhalten und ausgebaut.

An der Lifefairmesse trifft man die MitarbeiterInnen von hessnatur Schweiz nur als Besucher an, dafür findet man Helvetas, mit welcher hessnatur ein großes Projekt in Burkina Faso verbindet.

Im Lifefair-Magazin kann man neben Stimmen aus Politik und Wirtschaft auch die Haltung von Wolf Lüdge, dem Geschäftsführer von hessnatur, zu dieser Veranstaltung lesen.

Eine Messe also, bei der es sich lohnt die Tage vom 4. bis zum 6. September im Kalender vorzumerken. Übrigens sind auch Kinder herzlich willkommen und werden vor Ort auch betreut.

Pioniere sind Wegbereiter für Neues

Freitag, 7. August 2009

Blog CH

So wie Heinz Hess mit hessnatur neue Wege gegangen ist und in der Welt der Mode Ökologie und fairen Handel eingeführt hat, so hat Ursula Brunner in der Schweiz nahezu zeitgleich für Fair Trade-Bananen gekämpft.

„Wir KonsumentInnen sind die letzten Glieder in einer langen Kette und haben als solche konkrete Möglichkeiten, vieles zu bewegen.“

Die heute 84-jährige ehemalige Kantonsrätin, Pfarrfrau und 7-fache Mutter ist kein bisschen müde. Noch immer engagiert sie sich für den fairen Handel und die Gerechtigkeit für die Menschen in den Produktionsländern. So organisiert und begleitet sie mit dem Verein terrafair Reisen zu den ProduzentInnen in die Dominikanische Republik.

Ursula Brunner ist der Meinung, dass man zum Unvollendeten steht und gleichzeitig alle Menschen zum Tun des Vorläufigen ermutigt. Nur so konnte der damalige Verein Gebana zur heutigen Gebana AG wachsen und sich nun stetig vergrößern im Dienste des fairen Handels.

Hier sind die Parallelen zu hessnatur, welches aus dem „Garagen-Unternehmen“ von Heinz Hess zu einem weltweit tätigen Modeunternehmen gewachsen ist, immer den Grundsätzen Ökologie und fairer Handel verpflichtet.

Es ist gut zu sehen, dass Unternehmen, welche den Begriff Nachhaltigkeit leben und nicht nur als Lifestyle-Begriff benutzen, auch in einer Krise Bestand haben.