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Zum Internationalen Tag der Kinderrechte

Freitag, 19. November 2010

Am morgigen 20. November wird zum 22. Mal der Internationale Tag der Kinderrechte begangen. An diesem Tag im Jahr 1989 wurde die Kinderrechtskonvention der UN als Dokument mit rechtsverbindlichem Charakter verabschiedet und von 192 Staaten weltweit ratifiziert – Ausnahmen sind die USA und Somalia.

Nach den Anfängen im Jahr 1924, bei denen der Völkerbund eine Erklärung zum Schutz und zur Sicherung der Versorgung von Kindern verabschiedete, war diese Konvention erstmals ein umfassendes Dokument, das alle Lebensbereiche der Kinder – Gesundheit, Bildung, die Rolle des Kindes in Gesellschaft und Familie, etc. – einbezog.

Da die Sorge um das Kindeswohl überhaupt erst der Auslöser für die Entwicklung der Unternehmensidee für hessnatur war, liegt uns dieses Thema sehr am Herzen. Hier in Deutschland ist die Konvention unter Vorbehalt ratifiziert und die gesetzliche Grundlage für das Wohlergehen unserer Kinder weitgehend geregelt.

Doch auch bei uns gibt es immer wieder zu viele Fälle, in denen uns klar wird, dass der Weg zur Umsetzung der Ziele noch weit ist. Berichte über Kinder, die ihr Leben durch Vernachlässigung durch ihre Eltern verlieren, und Diskussionen über Teilhabe aller Kinder am gesellschaftlichen Leben sind an der Tagesordnung, da heute jedes 6. Kind in Deutschland in Armut lebt.

Doch ein Blick auf andere Kontinente zeigt uns weitere Gründe auf, die ein ständiges Pochen auf die Umsetzung der Ziele der Kinderrechtskonvention notwendig machen. Kindersoldaten, die in Kriegshandlungen in Afrika zu den Waffen gerufen werden, Kinder, die in Asien für wenig Geld Baumwolle pflücken, T-Shirts nähen oder gar in Steinbrüchen arbeiten, Kinder in Südamerika, die auf Blumenfarmen oder in Gold- und Edelsteinminen arbeiten und dann zu müde zum Lernen sind; sie alle brauchen Unterstützung auf dem Weg in ein besseres Leben. Unicef hat eine Seite, die einlädt, mehr zu lesen.

Dieser Artikel wurde von unserer Praktikantin und Mutter von drei Kindern, Kathrin Kenntemich, geschrieben. Sie hat damit nicht nur ein interessantes Thema beleuchtet, sondern sich auch selbst mal näher mit dem Thema Blog auseinandergesetzt. Und findet vielleicht auch Spaß daran – wie wir!

Ein Blick in die Lebensgemeinschaft Sassen

Dienstag, 16. November 2010

Sassen liegt zwischen Rhön und Vogelsberg in einer vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gegend. Idyllisch muss man das Fleckchen Erde unweigerlich nennen, wenn man nach der letzten Straßenbiegung direkt auf das kleine Dorf der Lebensgemeinschaft Sassen eV. zufährt. Hier leben und arbeiten seit der Gründung 1968 geistig behinderte mit nichtbehinderten Menschen zusammen. Auf der Grundlage der Anthroposophie Rudolf Steiners ist hier eine zukunftsfähige und sozial tragende, dörfliche Gemeinschaft entstanden.

In den Räumen der Textilwerkstatt klappern die großen Webstühle, zwei Frauen summen beim Spinnen ihrer pflanzengefärbten Wolle. Im Nebenraum werden Schnüre gedreht, die Fäden wurden quer durch das ganze Zimmer gespannt.  Dahinter ein weiterer Raum, in dem ebenfalls an verschiedenen Maschinen und Vorrichtungen mit immer dem gleichen Material Neues geschaffen wird – nämlich mit reiner Schurwolle. Es ist ein besonderer, warmer Geruch, den Wolle an sich hat. Ob vom Waschen in der Seifenlauge oder durch die natürliche Lanolinschicht hervorgerufen, der Geruch vermischt sich mit dem honigwarmen Licht, das durch das Holz der Webstühle und der natürlichen Raumverkleidung entsteht. Die harmonische Betriebsamkeit der 40 behinderten und 10 nichtbehinderten Mitarbeiter der Textilwerkstatt sei ein Stück harte Arbeit, erklärt Textilwerkstattleiter Weinand, während er uns herumführt. Sehr einfühlsam schafft er für Menschen mit starken Einschränkungen Möglichkeiten und Hilfsmittel, um sie aktiv am gemeinschaftlichen Arbeitsprozess zu beteiligen.
Jeder einzelne profitiert hier von dieser persönlichen Zuwendung. Für jeden wird eine Arbeit gefunden, wenn nicht, dann wird sie er-funden! Hier wird ein Gestell zum einfachen Filzen entwickelt, dort  wird ein besonderer Webstuhl eingesetzt, mit dem gleichmäßige Fransenkissen entstehen. Das vernetzte Miteinander freut den Werkstattleiter: „Ich finde für jeden eine Arbeit, die er leisten kann.“

Es ist erstaunlich, was hier alles entsteht. Mit der Liebe zum Material, der reinen Schurwolle, wird traditionsreiches Handwerk bewahrt und gleichzeitig bekommen Menschen eine wertschätzende Aufgabe, die in unserer hektischen Arbeitswelt keinen Platz fänden. Dieses alte Textilhandwerk gibt Menschen eine Aufgabe, gestaltet ihren Lebensinhalt innerhalb ihrer Lebensbedingungen und lässt sie vor allem eines erleben: dass sie wichtig sind für die Gemeinschaft.

Schönes für Weihnachten haben wir wieder mit “nach” hessnatur gebracht. Direkt aus Sassen – mit viel Liebe gemacht!

Ein Bereich feiert: Grillfest der Kundenbetreuung

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Es war ein Freitag, an dem wir, die Kundenbetreuung im gelben Haus, von unserem Chef, Harald Gossler, zu einem gemeinsamen Fest eingeladen wurden – und deshalb freuten wir uns, fast fünfzig Kollegen und Kolleginnen, auch sehr. Denn normalerweise sitzen wir ja hinter den Telefonen, haben wenig Zeit untereinander zu reden, aber dafür umso mehr Zeit für Sie!

Die Sonne meinte es an diesem Tag sehr gut mit uns, und so konnte es nur ein schöner Abend werden. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich sah, welche Leckereien meine Kolleginnen und Kollegen mitgebracht hatten: von Salaten, Nürnberger Bratwürstchen bis hin zu tollem Nachtisch und Kuchen. Auch der Getränketisch sah fantastisch aus: Neben alkoholfreien Getränken und Bionade gab es Bier, natürlich auch hier Alkoholfreies, und Wein – aber das Beste war der Aperol, mein persönliches Lieblingsgetränk im Sommer, dazu Bio-Champagner aus der Schweiz von unserem Christian Peter, unserem Leiter des Callcenters in der Schweiz, der extra zu unserem Fest angereist war.

Lustig anzusehen war Herr Gossler, der hinter dem Grill stand, und sich eine Schürze umgebunden hatte, die aus zwei Geschirrtüchern zusammengeknotet war. Ja, sie stand ihm gut, fand ich. Frau Hauck war es, die auf diese witzige Idee kam und das schöne und praktische Exemplar für ihn geknotet hatte, damit er sich nicht vollspritzte. Vor allem hatte er damit den Grill richtig gut unter Kontrolle. Und natürlich waren die Würstchen auch aus seiner Heimat-Region echt lecker. Ehrlich gesagt: Es war auch mal schön, sich von seinem Chef bedienen zu lassen.

Der Abend verging sehr schnell, bis in die Nacht hinein wurde viel geredet und gelacht. Es war wirklich ein sehr gelungenes Fest. Die Idee mit dem Fest war spitze und ich hoffe – und mit mir viele andere, die dabei waren – dass wir im nächsten Jahr auch wieder so ein tolles Fest feiern.

Natürlich stylisch…

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Gastbeitrag von Katharina Rinn:

… vor meinem Praktikum bei hessnatur war Mode für mich entweder stylisch oder eher ökomäßig langweilig.
Das es auch stylisch UND natürlich geht, ist eine Erkenntnis, die ich durch mein Praktikum, sozusagen „am eigenen Leib“ erfahren durfte, wie ihr auf meinen Bildern erkennen könnt: meine Lieblings-Outfits.

Die Sachen sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch gut an. Und das Beste ist, sie sind ökologisch und nachhaltig hergestellt. Nachdem ich mich mit der Herstellung von Kleidung und der textilen Kette beschäftigt habe, kann ich jetzt eigentlich kein Kleidungsstück mehr anziehen, ohne dass ich mir unweigerlich  Gedanken über dessen Herstellung und Herkunft mache.

Das Beeindruckende bei hessnatur ist für mich, dass ein ökologisch verträgliches und über den gesamten Fertigungszyklus nachhaltig hergestelltes Textil  zu guten  Preisen entsteht. Das bedeutet für mich ein gutes Gewissen zu haben, weil ich weiß, dass die Menschen, die meinen Pulli hergestellt haben, fair behandelt und bezahlt wurden. Und das in einer Welt, in der unser Wohlstand oft auf Ausbeutung beruht.

Was 1976 mit der Idee begann, unbehandelte Babykleidung herzustellen, war der Anfang einer Idee, die ihrer Zeit weit voraus war und heute den Grundstein für ein sozial- und umweltverträgliches Unternehmen bildet, das sich den Herausforderungen und Verantwortungen des 21. Jahrhunderts stellt. Danke für Ihre Vision, Heinz Hess.

Nachhaltigkeit – in Hessen heute zum Tag ernannt

Donnerstag, 23. September 2010

Was fangen wir mit diesem Wort eigentlich an? Es wird gedehnt in alle Richtungen, es füllt Versprechungen mit Wichtigkeit und bleibt dann doch gern auf der Strecke. Oder wo begegnet Euch die Nachhaltigkeit? Wenn ich gerade den Weltarmutsgipfel in USA zum Thema Milleniumsziele (auch so ein Wort) mitverfolge, wird mir ganz schlecht. Versprechungen wurden da gemacht, auch gestern wieder trennte man sich mit stolz geschwängerter Brust. „Ja, wir haben viel erreicht“, noch mehr ist möglich. Traurig ist, ehrlich gesagt, das Ergebnis. Bis heute – 10 Jahre sind seit dem Ausruf der Milleniumsziele vergangen – ist nicht viel passiert. Die Armut wächst, die Kindersterblichkeit ist immer noch zu hoch und die Maßnahmen sind dünn, oft konzeptlos und ohne die erwartete Wirkung. Nachhaltig? Nein, ganz sicher nicht. Es sind eher Lippenbekenntnisse, die mehr oder weniger pro forma umgesetzt werden. Um das Gesicht zu wahren. Ohne Herzblut, ohne Überzeugung.

Von daher ist dieser 1. hessische Tag der Nachhaltigkeit zwar ein Zeichen, ein Gipfelkreuz, das eingerammt werden will. Ja, wir Hessen sind es, die sich für nachhaltige Ziele und Werte einsetzen. Tun wir es auch wirklich? Oder fragen wir nur ab, was denn hierzulande in Sachen Nachhaltigkeit getan wird? Was bedeutet denn Nachhaltigkeit tatsächlich?

Mit Blick an den Horizont zu handeln, das heißt es für mich persönlich. Die folgenden Schritte, ob politisch, sozial engagiert oder unternehmerisch, sie sollten langfristig eine Wirkung haben, anstatt nur kurzfristig ein monatliches Umsatzziel zu verbessern. Vergessen sind doch viele Maßnahmen in Kürze, verhallt der Ruf nach Nachhaltigkeit.

Hier fällt mir unser Burina Faso-Projekt ein, oder die Unterstützung von New SADLE in Nepal. Auch unser Engagement in Bangladesh ist mir wichtig. Und hier sind es das Rhönschafprojekt, die tolle Zusammenarbeit mit der Lebensgemeinschaft Sassen und das regionale Leinen-Anbauprojekt. Da gibt es viel, worauf wir stolz sein können. Ich freue mich immer wieder, das auch nach draußen kommunizieren zu können. Was mich persönlich betrifft? Ich weiß nicht, ob ich so nachhaltig lebe, wie ich es gerne hätte. Das Wunschziel ist noch lange nicht erreicht. Aber ich versuche jeden Tag, dem näher zu kommen. Würde mich interessieren, was Euch zum Thema Nachhaltigkeit in den Kopf kommt und was Euch bewegt.