Artikel mit den Tags "Gesundheit"

Statement-Shirts: “Du bist, was du trägst”

Mittwoch, 3. März 2010

Statement-Shirts sind ja im Grunde genommen wie Aufkleber: Sie erzählen Gott und der Welt, woran wir glauben, was wir hoffen, was wir gut und schlecht finden und überzeugen im besten Falle auch andere, sich für sinnvolle Sachen zu engagieren.

Von Montag bis Freitag in der nächsten Woche wollen wir Euch hier im Blog fünf von unseren Statement-Shirts vorstellen. Jeden Tag eins. Jedes für sich hat eine eigene Botschaft auf kreative Art und Weise, die sich dafür stark macht, die Welt ein bisschen zu verbessern. Wir laden Euch ein, mit Eurem Kommentar Euren Favoriten zu wählen – und sind gespannt auf Eure Meinungen!

Und vergesst nicht: Wenn jede Person auf der Welt Abstand nimmt von T-Shirts aus konventioneller Baumwolle und Produktion und stattdessen T-Shirts aus Bio-Baumwolle trägt, die fair hergestellt sind, kann jeder einen Beitrag dazu leisten, die Umwelt als auch die Lebensumstände von vielen vielen Menschen zu verbessern. Denn: Kleidung ist mehr als nur etwas “zum Anziehen”. Es ist die klare Entscheidung für einen nachhaltigen Lebensstil.

P.S. Einige Kolleginnen und Kollegen haben heute schon mal für die Statement-Shirt-Woche geprobt und – passend zum schönen Wetter in der Wetterau – ihre Statement-T-Shirts angezogen :-)

Eindrücklich: Baumwolle weltweit

Freitag, 15. Januar 2010

Baumwolle weltweit

Der Bildband „Baumwolle weltweit“ von Christina Kleineidam und Hans Peter Jost ist gerade im Verlag Lars Müller Publishers erschienen – was ich damit sagen will: er ist es absolut wert, dass ich ihn hier genauer vorstelle. Es präsentiert sich „ein kritisches Portrait einer Kulturpflanze, deren Anbau nicht immer zu Wohlstand führt, sondern oft auch zur sozialen und ökologischen Katastrophe“ – so auf dem Rücktitel zu lesen. Und genau das begegnet mir beim Lesen und Blättern durch den großzügig gestalteten Schwarz-weiß-Bildband. Intensive Bilder, die ihre eigene Sprache sprechen. Eine Sprache, die wir hier kennen. Von Leid und Hunger, von Ausbeutung, Gier und gleichzeitig vom Siegeszug der Baumwolle. Die Begeisterung, in die schon Pietra Rivoli im Vorwort einstimmt, bleibt dem Leser bis tief in den weltweiten Massenanbau und die -Verarbeitung des „weißen Goldes“.

„Nur, wenn Ihr keine Umweltschützer seid,“ so werden die Autoren an mancher Tür empfangen oder abgewiesen. Der Blick, den Hans Peter Jost überall auf dieser Welt durch seine Kamera festhält, ist eindringlich, fesselnd und mahnend. Die Texte von Christina Kleineidam sind wahre Zeitzeugen. Sie berichtet sachlich. Der Leser selbst soll sich eine Meinung bilden. Sie schreibt von Erlebnissen ihrer Reisen zwischen 2006 und 2008 in den wichtigsten Baumwolle produzierenden Ländern. In Indien, China, den USA, Brasilien, Mali und Tansania dokumentieren die beiden Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die in allen Bereichen der profitablen, globalen Wertschöpfungskette der Baumwolle mitmischen. Ob mit genmanipulierter BT-Baumwolle, im konventionellen Anbau mit hohen Pestizideinsätzen oder über den Glück verheißenden Bio-Baumwollanbau.

Denjenigen unter Ihnen, die nicht nur durch unsere Augen auf das Thema Baumwolle schauen wollen, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Es macht die Geschichte leider nicht besser. Aber sehr glaubwürdig. Wie Pietra Rivoli, die selbst sehr tief in diesem Thema steckt, in ihrem Vorwort so schön sagt: „Ich habe 40 Jahre lang T-Shirts, Strümpfe und Blue Jeans getragen, bevor ich eine Baumwollplantage sah.“
Auch wenn wir selbst keine Baumwollplantage besuchen, dem Thema Baumwolle können wir uns allemal stellen. Als Jeans- und T-Shirtträger sollten wir das auch tun! Genau hinschauen und dann nicht mehr einfach konsumieren. Sondern nachhaltig entscheiden in der Wertschöpfungskette der wichtigsten textilen Faser, der Baumwolle.

Übrigens, auf der letzten Seite des Buches weisen die Autoren auf zwei Ausstellungen hin:

Vom 21. Februar bis 06. Juni 2010: Heidelberg, Textilsammlung Max Berk im Kurpfälzischen Museum
Vom 30. Juli bis 26. September 2010: Gmünd in Kärnten, Alte Burg

Die Suche nach Fett

Dienstag, 21. Juli 2009

Ich bin vor 3 ½ Monaten in die USA gezogen und schreibe von dort aus für den amerikanischen hessnatur-Blog. Ich hatte ein kleines Einkaufsabenteuer, über das ich im US-Blog berichtet habe. Hier gibt’s die Geschichte noch mal in deutsch nachzulesen.

Ich finde es recht amüsant zu sehen, wie viele Dinge hier gleich sind und andere wiederum unterschiedlich zu dem, was ich aus Deutschland gewohnt bin. Da ziehe ich also los, um meiner Meinung nach ganz normalen Bio-Joghurt zu kaufen und finde mich umzingelt von Non-fat, Low-fat, Fat-free und Fat-reduced Produkten im Supermarkt.

Quark habe ich auch entdeckt. Ein super seltenes und kaum bekanntes Lebensmittel hier in den Staaten. Leider hat mich der mikroskopische Fettgehalt dazu gebracht, die Packung wieder frustriert ins Regal zu stellen. Besonders bei Bio-Produkten verstehe ich nicht, warum die Hersteller nicht Milch Milch und Joghurt Joghurt sein lassen.

Drei Läden und zwei Stunden später hatte ich dann endlich meinen Bio-Joghurt in all seiner „Fettigkeit“ gefunden. Das Ganze dann im Zwei Pfund-”Container”! Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, dass die Dinge hier generell größer und – sagen wir mal – “umfangreicher” sind (besonders manche Leute, trotz Non-fat).

Allgemein kann ich aber sagen, dass die Auswahl an Bio-Produkten hier riesig ist. Eigentlich so wie „zuhause“. Ich habe in der Nähe einen tollen Mini-Supermarkt gefunden, der so ziemlich alles hat, was das Herz begehrt: Kaffee, Tee, Obst, Gemüse, Getreideprodukte sowie ökologische Putz- und Waschmittel. Die Fleisch- und Wurstwaren sind in der Regel auch bio. Und wenn das mal nicht klappt, dann zumindest immer frei von Antibiotika und den hier sehr beliebten Wachstumshormonen.

Soweit bin ich mit meiner „Ausbeute“ recht zufrieden. Und da ist auch noch die ortsansässige organic-Farm, die ich entdeckt habe. Der Laden, in dem das Obst und Gemüse verkauft wird, ist nichts weiter als eine kleine Holzhütte am Straßenrand. Ein wunderschöner Anachronismus – und das im Land der Mega-Supermärkte. Wer hätte das gedacht!

Wasser bedeutet Leben

Mittwoch, 1. Juli 2009

Ohne Wasser kein Leben, kein Überleben. Und dennoch sind wir nicht in der Lage, unsere Gewässer sauber zu halten. Glauben wir wirklich, dass unser sprudelndes Mineralwasser aus der Flasche sauber ist? Es sieht zumindest so aus. Und meist kommt es ja auch aus so tiefen Tiefen, dass eine Verschmutzung eher unwahrscheinlich ist. Oder?!

Eine Studie, die vom Umweltbundesamt (UBA) innerhalb eines Forschungsprojektes in Auftrag gegeben wurde, brachte es jetzt ans Licht: Eine massive Belastung, ja, eine Kontamination von Hormonen fanden die Wissenschaftler vor: „Wir mussten feststellen,“ so Martin Wagner von der Uni Frankfurt, der mit Prof. Jörg Oehlmann zusammen diese Forschung betrieb, „ dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist“. Na, da wird’s uns doch schlecht, oder?!

Übrigens: in PET-Flaschen verpackt ist der östrogen-aktive Hormoncocktail etwa doppelt so hoch wie in einer Glasflasche. Weichmacher und Co. … Mahlzeit, sage ich da nur!

Es ist doch klar, die Menschheit nimmt seit Jahrzehnten Unmengen an Medikamenten ein (man denke da nur mal an die Pille), wir verunreinigen massiv die Gewässer mit Schadstoffen bei all den konventionell-industriellen Produktionen! Oder denkt nur an die Dauer-Medikamentengaben an die Tiere, die unsere Massenfleischproduktion sichern sollen… Wer glaubt denn heute noch, dass uns diese Inhaltsstoffe in der Nahrungskette nicht wieder begegnen? Und was machen sie mit uns? Gesundheit ist sicher das letzte, was uns dazu einfällt.

Um so wichtiger ist es doch, von vornherein und jederzeit mit den eigenen Konsum-Entscheidungen darauf zu achten, WIE ein Produkt hergestellt wurde. Bei solchen Nachrichten geht einfach nur noch Bio, oder?! Und es wird auch klar, wie wichtig es ist, auch hier bei der textilen Produktion auf Wasser und Abwasser zu achten. Nur bei der Gewährleistung einer geregelten Klärung der Abwässer bekommt eine Färberei von uns den Zuschlag zur hessnatur-Produktion, so höre ich Rolf Heimann aus unserem Bereich Innovation und Ökologie sagen. Das musste ich mir angesichts dieser Nachrichten noch mal vor Augen führen. Und da wir auf den Feldern auch mit natürlichen Wassermengen von oben arbeiten und ohne Pestizide und Herbizide, bleibt der natürliche Regenwasser-Zyklus auch in Ordnung. Soweit, so gut. Und was trinken wir jetzt?!

“Du wirst ernten, was Du säst”

Mittwoch, 15. April 2009

 

Der Satz aus der Bibel und von Xavier Naidoo in aktuellem Sound besungen – hat seit gestern noch eine weitere Bedeutung hinzugewonnen: Der Genmais-Anbau in Deutschland ist verboten! Viele Akteure, viele Unterschriftenaktionen und dank großer Aufklärungsarbeit konnten Menschen Einfluss auf Politik und Entscheidungen ausüben und entgegen rein wirtschaftlicher Interessen für den Erhalt der Natur sorgen. Danke für den Mut zu dieser Entscheidung!

 

Ob wir diesen Schritt für Baumwolle auch einmal erreichen können? Die Informationen über genmanipulierten Baumwollanbau aus der Presse sind breit gefächert und bieten dem Leser kein klares Bild. Das Thema erhitzt die Gemüter, immer weiter wird sie beschnitten, die Kompetenz von Mutter Natur: Der Anbau von genmanipulierter Baumwolle breitet sich mehr und mehr aus, die Folgen sind nicht absehbar, weder für den Träger der daraus gefertigten Textilien, noch für die Natur. Schädlinge sollen nach vier Saisons scharenartig über diese neuen Sorten herfallen, berichtete die Schrot & Korn im September 2008.

 

Wir selbst berichteten schon in unserer Dialogbeilage im Herbst/Winter-Katalog 2004/05 besorgt: „Am Anfang klang es mal wieder so, als könnte die Technik die Natur entlasten und den Menschen dem Paradies ein Stück näher bringen: 1996 begann die Industrie ihre Überzeugungsarbeit hinsichtlich einer genetisch modifizierten (transgenenen) Baumwolle – dieser Stoff sollte in jeder Hinsicht nur Gutes bewirken. Und wie es dann meistens läuft: Erst einmal erlaubt, betrug der Anteil der transgenen Baumwolle in nullkomma nichts ein Viertel der Weltproduktion.“

 

Das war 2005. Wenn wir Textilien aus konventioneller Baumwolle kaufen, wissen wir nicht, ob sie aus transgener Baumwolle hergestellt sind. Sie ist nicht deklarationspflichtig. Nur bei einem können wir sicher sein: Der kontrolliert biologische Anbau von Baumwolle (kbA) verbietet genetisch veränderte Organismen und braucht grundsätzlich keine Chemie. Bio-Baumwolle ist also ein Schutz vor Genmanipulation. – Das Logo hessnatur auch, muss ich jetzt einfach mal stolz – und überzeugt – hinzufügen.