Artikel mit den Tags "Haut"

Die “Guten” und die “Bösen”

Montag, 11. Juli 2011

Immer wieder gibt es kontroverse Meinungen zum Thema Sonnenschutz der Haut. Es gibt Stimmen, die behaupten: Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser kann Hautkrebs verhindert werden.

Die Schweizerische Krebsliga hingegen macht darauf aufmerksam, dass mit dem Faktor 15 bereits neunzig Prozent der UV-B-Strahlen herausgefiltert werden könnten.  Mit höheren Schutzfaktoren nehme die Filterwirkung nur noch sehr geringfügig zu, unter Umständen sei aber die Belastung für die Haut durch chemische Inhaltstoffe höher. So steht es in einem Kosmetikratgeber von Heinz Knieriemen. Ganz sicher ist es auch nicht vorteilhaft, wegen des vermeintlich besseren Schutzes länger in der Sonne zu verweilen.

Bei den Lichtschutzfiltern wird grundsätzlich zwischen chemischen und physikalischen UV-Filtern unterschieden. Die chemischen Filter dringen in die Haut ein, bilden in der Hornschicht einen unsichtbaren Schutzschild und absorbieren dort die Sonneneinstrahlung. Um einen breiten Schutz zu erreichen, wird meist die Kombination verschiedener Substanzen als UV-Filter eingesetzt. Mineralische Filter dringen nicht in die Haut ein. Sie liegen auf der Hautoberfläche und reflektieren dort das Licht, wirken also physikalisch. Unangenehme Begleiterscheinung ist ein weißlicher Film, den inzwischen einige Hersteller durch natürliche Einfärbung abschwächen konnten.

Bis zum Faktor 25 sind Sonnenschutzmittel ohne chemische UV-Filter erhältlich. Umso mehr wundert es mich, dass Ökotest in seiner aktuellen Ausgabe zwei Lippenpflegestifte mit UV-Schutz empfiehlt, die chemische Lichtschutzfilter enthalten. Das ist dem Begleittext aber leider nicht zu entnehmen. Ok, es ist die Rede von den „anderen“ UV-Filtern, zu denen es an entsprechenden Untersuchungen bezüglich der hormonellen Effekte mangeln würde. Aber ob die nun bewertet werden oder nicht, geht daraus nicht hervor.

Darum habe ich mal nachgeschaut und in der INCI der empfohlenen Produkte folgende Stoffe entdeckt.

BUTYL METHOXYDIBENZOYLMETHAN + ETHYLHEXYL METHOXYCINNAMAT:

beeinflusst negativ die Fortpflanzungsfähigkeit
kann Erbgut verändern
hormonaktiv
allergisierend
nicht UV-stabil
löst häufig Hautirritationen aus
schützt das kosmetische Mittel vor den Einwirkungen von UV-Licht
Filtert bestimmte UV-Strahlen, um die Haut oder das Haar vor deren schädlichen Einwirkungen zu schützen
schützt vor Sonnenbrand

Die Wirkungen dieser Stoffe sind auf der Webseite der Stiftung zur Förderung der Hautgesundheit zu finden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, über Risiken und Nebenwirkungen von Kosmetikprodukten aufzuklären.

Beruhigend sind dagegen die Wirkungen der mineralischen Lichtschutzfilter.

TITANIUM DIOXID:

verringert die Transparenz und Lichtdurchlässigkeit von kosmetischen Mitteln
schützt das kosmetische Mittel vor den Einwirkungen von UV-Licht
schützt vor Sonnenbrand
reflektiert UV-Strahlen
dringt nicht in die Haut ein
empfehlenswerter Stoff

ZINC OXID:

verringert die Schüttdichte von kosmetischen Mitteln
schützt das kosmetische Mittel vor den Einwirkungen von UV-Licht
schützt vor Hautkrebs
reflektiert UV-Strahlen
hilft schädigende Einwirkungen auf die Haut durch äußere Einflüsse zu vermeiden
schützt vor Sonnenbrand
pflegt die Haut
empfehlenswerter Stoff
dringt nicht in die Haut ein

Also … ich habe keine Zweifel bei der Auswahl des richtigen Sonnenschutzes. Und auch bei uns im Laden Butzbach gibt es nur die “Guten”, das kann ich Ihnen versichern!

Feel beautiful – Glücklich macht schön

Freitag, 20. Mai 2011

Die Gesichtspflege ist die Königsklasse der Kosmetik. Auch in Bezug auf Wirksamkeit und Hautverträglichkeit zählt sie wohl zur anspruchvollsten Kategorie bei den Pflegeprodukten. In mehr als zwei Jahren hat sich ein kreatives Team der Firma Farfalla von den in der Natur vorkommenden Kräften inspirieren lassen und eine überzeugende Pflegelinie zertifizierter Biokosmetik entwickelt.

Am Freitag, 27. Mai haben Sie die Gelegenheit, sich die Ergebnisse dieser Entwicklung im hessnatur-Laden in Butzbach anzuschauen und auch zu probieren. Von 10.00 bis 18.00 Uhr wird eine Mitarbeiterin der Firma Farfalla bei uns im Laden sein und kann Fragen zu den Produkten beantworten und ausführliche Anwendungshinweise geben.

Die Haut unterliegt natürlichen Zyklen – und es wäre illusorisch zu glauben,  diese biologischen Zyklen dauerhaft aufhalten zu können.  Auch junge und gut durchfeuchtete Haut wird im Alter trockener – und hierzulande wird man immer älter. Eigentlich ist die Haut ein gut ausgeklügeltes System, das sich selbst mit allem Nötigen versorgt. Die heutigen Lebensumstände wie Stress, trockene Räume oder Umweltbelastungen stellen jedoch an die perfekten Funktionen und Selbstregulationsfähigkeit sehr große Anforderungen.

Der Haut, diesem genial funktionierenden Organ, soll größtmögliche Wertschätzung entgegen gebracht werden. Dies soll die Entwicklung der neuen Wirkstoffkosmetik der Firma Farfalla leisten: Die Haut dort zu unterstützen, wo sie Hilfe braucht und auf natürliche und effektive Weise mit pflanzlichen Wirkstoffen dazu stimulieren ihre Eigenschutzfunktion selber wahrzunehmen. Während im Winter der Schutz- und Pflegebedarf der Haut steigt, ist im Sommer eine leichtere Pflege angenehm. Auch haben Stadtmenschen, die täglich einer Art von City-Stress ausgesetzt sind, andere Hautbedürfnisse als Landbewohner.

Statt dem klassischen Liniensystem sollen die 18 neuen Bio- und Naturkosmetikprodukte den ständig wechselnden Hautbedürfnissen angemessen Unterstützung sein. Ein Baukastensystem, das die Haut individuell unterstützt, nährt, schützt, strafft oder beruhigt. Mit natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffen, möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau, wird versucht in puncto Innovation, Anti-Ageing-Effektivität, Verträglichkeit und Pflegewirkung überzeugende Ergebnisse zu erzielen.

Der Schmetterlingsfliederextrakt soll zum Beispiel die sensible und empfindliche Haut vor Umwelteinflüssen, und toxischen Radikalen wie Ozon sowie photochemischem Smog schützen. Die Riesendistel hat sich dank ihrer hautregenerierenden Eigenschaften qualifiziert. Sie soll  außerdem die natürliche Schutzfunktion der Haut schützen, ihre Hydro-Lipid-Balance ausgleichen und so für ein entspanntes Hautgefühl sorgen.

Den sogenannten „Dorminen“ aus der Zwiebel der Sommerschneeflocke gelingt es anscheinend die Zellteilung zu verlangsamen, was auch zu einer Verlangsamung der Hautalterung führen kann. Diese Innovation in der Anti-Ageing Forschung wurde dermatologisch und klinisch bewiesen – und ist sozusagen das “Highlight” der Entwicklungsabteilung von Farfalla.

Weitere Pflanzen, wie Parakresse, Auferstehungspflanze, Inkanuss und Brasilianischer Pfefferbaum, ergänzen das Spektrum der Pflegewirkungen und werden in Anbauprojekten überall auf der Welt gewonnen. Ein ausgeklügelter Pflegeplan hilft dabei, das passende Produkt für das jeweilige Hautbedürfnis zu finden. Mittelpunkt und Namensgeber der gesamten Serie ist die „Glückscreme“ mit der Aufforderung: „be beautiful“. Sie enthält Wirkstoffe, die einen positiven Einfluss auf die Ausschüttung von Dopamin haben. Dopamin wird auch als das Glückshormon bezeichnet, es verbessert u. a. die Blutzirkulation. Der Effekt: ein strahlendes Aussehen, wie frisch verliebt!

Rund um Babys Po: Wickelvarianten

Mittwoch, 9. März 2011

Als ich das erste Mal anhand von Bildern versucht habe das Stoffwickelverfahren zu verstehen, bin ich schier verzweifelt. Welche Einlage unter welche Schicht und wo dann zubinden und was dann darüber ziehen und welche Wickeltechnik überhaupt? Falttechnik, Bindewindeln oder Windelhöschen?

Deswegen will ich nun eine kurze Zusammenfassung aller Wickeltechniken, von denen ich bis jetzt gehört habe, niederschreiben. Über Ergänzungen und Verbesserungen freue ich mich sehr, da ich bis jetzt ja nur „theoretisch“ gewickelt habe.

Die Falttechnik ist, denke ich, die aufwendigste Methode und bedarf bestimmt viel Übung, Geschick und Geduld, da man jede Windel einzeln vorfalten muss. Schnitttechnisch gibt es doch schon einige Vereinfachungen, siehe z.B. die Höschenwindel, wobei ich gespannt bin, ob diese noch optimiert werden können.

Zur Wickeltechnik: man faltet das Mulltuch  zur Mullwindel und legt die gewünschten Einlagen - entweder Baumwolleinlage, Moltoneinlage, Bouretteseideneinlage oder Windelvlies – dazu und schnürt das Ganze feste ums Baby und befestigt es dann irgendwie. Ich glaube, dass dafür häufig auch Sicherheitsnadeln verwendet wurden/werden.

Wickeln mit der Bindewindel: Das Wickeln mit der Bindewindel wurde mir sehr empfohlen, da es durch die anatomische Form und die Bänder zum Schnüren sehr schnell geht, sich die Windel optimal an das Kind und dessen Größe anpasst und mit dem Baby mitwächst. Hier eine Anleitung mit Bildern.

Das Wickeln mit der Höschenwindel stelle ich mir sehr simpel und schnell vor. Schließlich ist sie komplett vorgeformt und einfach zum Zubinden durch Bänder oder Druckknöpfe. Auch hier legt man einfach die gewünschten oder nötigen Einlagen drauf und schließt sie um den Babypopo. Zu guter Letzt kommt dann noch das Schurwollhöschen über egal welche Windel, damit die Nässe aufgesaugt wird und das Baby schön warm gehalten wird, egal ob nass oder trocken unten drunter. Damit es durch das häufige Waschen nicht so schnell verfilzt, würde ich zum kalten Wollwaschgang ein spezielles Wollwaschmittel und Essigessenz verwenden. Allerdings nimmt Wolle wenig Gerüche auf und hat eine natürliche Selbstreinigungsfunktion, weswegen man diese Wollhöschen auch nicht nach jedem Wickeln waschen müsste.

Wie Lederschuhe unsere Gesundheit beeinflussen

Mittwoch, 23. Februar 2011

Füße haben ein Leben lang nicht nur viel zu tragen, sondern oftmals auch viel zu ertragen. Zu oft werden sie in Schuhe geschnürt, deren Materialien sie kaum atmen lassen. Damit sich unsere Füße in ihren Schuhen wohlfühlen, hängt neben einer guten Passform auch von den verwendeten Materialien ab. Die wirken sich nämlich auf das Klima in den Schuhen aus, , denn immerhin befinden sich auf jeder Fußsohle ca. 250.000 Schweißdrüsen, die hier wie am ganzen Körper für die Wärmeregulation zuständig sind. Ein Schuh muss also mit einer gewissen Feuchtigkeits- und Wärmeentwicklung umgehen können.

Leder hat den Vorteil, dass es atmungsaktiv ist: Fußwärme kann durch die Poren dringen, und Körperfeuchtigkeit kann zu einem gewissen Grad aufgenommen und wieder abgegeben werden. Dadurch wird das Klima im Schuh reguliert und ein angenehmes Tragegefühl entsteht. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das anders aus. Denn Lederschuhe herkömmlicher Herstellung enthalten oftmals gesundheitsschädliche Stoffe, weil sie mit Chromsalzen gegerbt und mit schwermetallhaltigen Farbstoffen gefärbt wurden. Diese lösen sich beim Tragen durch Schweiß oder Nässe heraus und können auf der Haut zu allergischen Reaktionen führen. Und das beeinträchtigt dann nicht nur unsere Füße, sondern unsere gesamte Gesundheit.

Begünstigt wird dieses schadstoffreiche Klima zusätzlich durch verschiedene Beschichtungsverfahren, die das Leder „makellos“ erscheinen lassen sollen, ihm aber dadurch fast vollständig die Atmungsaktivität nehmen. Der Teufelskreis schließt sich: Schweiß und Hitze können nicht aufgenommen und durchgeleitet werden, dadurch erhöht sich die Feuchtigkeit und die Temperatur und der Fuß schwitzt noch mehr. Durch die hohe Feuchtigkeit lösen sich die schädlichen Stoffe aus dem herkömmlich behandelten Leder und setzen dem Fuß zusätzlich zum so oder so schon unangenehmen Klima gesundheitlich zu.

Und nicht nur unsere eigene Gesundheit wird durch diese Art der Lederbehandlung und –verarbeitung aufs Spiel gesetzt. Auch die Gesundheit der Umwelt und der Arbeiter werden diesen giftigen Stoffen oftmals ungeschützt ausgesetzt. Dabei ging es früher auch anders. Erst in den vergangenen hundert Jahren verdrängte die zeit- und kostensparende Chromgerbung die für Natur und Mensch verträglichen Methoden. Wir sehen es als unsere besondere Herausforderung, Leder ohne Chromsalze zu verarbeiten. Stattdessen setzen wir natürliche Gerbstoffe aus Holz, Früchten, Rinde, Wurzeln oder Blättern ein, deren gesamte Rückstände biologisch abbaubar sind. Auch auf der Oberfläche lassen wir keine der üblichen Kunststoffbeschichtungen zu. So bleibt die natürliche Atmungsaktivität des Leders voll und ganz erhalten. Das Ergebnis ist eine gesunde Umwelt, gesunde Arbeitsbedingungen und gesunde Schuhe aus lebendigem Leder, die ihr Wohlbefinden direkt an Ihre Füße weitergeben. Beim Gehen, Tanzen, Laufen und in der Pflege.

Kurioses aus der Kosmetik-Welt

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Folgendes habe ich in der mehrseitigen Werbung einer Kosmetikfirma zum Thema „Verantwortung” in einer Fachzeitschrift für KosmetikerInnen gefunden:

„Schon die Vereinten Nationen (UNO) stellten 2006 in einer FAO-Studie fest, dass die Erzeugung tierlicher Produkte die Hauptursache der drohenden Klimakatastrophe und eine der schwerwiegendsten Gefahren für die Umwelt ist. Das renommierte WorldWatch Institute enthüllte 2009 in einer Studie, dass die Produktion von tierischen Produkten für mindestens 51% der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich ist.”

Weiter heißt es, dass die Firma – den Namen habe ich weggelassen, es soll um die Vermittlung der Inhalte gehen – wegen der oben genannten Gründe zum Beispiel keine Inhaltsstoffe getöteter Tiere verwende.

“Wir klären auch über die Zusammenhänge von Umwelt- und Klimaschutz, Tier- und Menschenrechten auf, so dass sich für jeden die Möglichkeit eröffnet, einen effektiven und positiven Beitrag für Umwelt, Klima, Tiere und Mitmenschen zu leisten.”

Tatsächlich ist diese Firma sehr aktiv in Sachen Tierschutz – einen Einfluss auf das Klima wird der oben erwähnte Verzicht auf „tierliche Produkte” allerdings wohl kaum ausüben.

Denn die tierischen Rohstoffe für Kosmetik werden sowieso bevorzugt aus Schlachtabfällen gewonnen. Wie zum Beispiel das Collagen aus gemahlenen Rinderhäuten oder Geflügelfüßen; Elastin aus der Haut, den Sehnen und den Bändern, oder aber die Hyaluronsäure aus Hahnenkamm. Ebenso werden für die Herstellung von Seifen oft Talg und Fette aus Abdeckereien als Grundlage eingesetzt.

Bei zertifizierter Naturkosmetik ist die Verwendung von Rohstoffen toter Wirbeltiere generell ausgeschlossen, gestattet sind lediglich auch zur Ernährung geeignete Zutaten, wie Milch, Honig oder Lanolin. Die Begrenzung auf Wirbeltiere erlaubt jedoch zum Beispiel die Verwendung des natürlichen Farbstoffes Karmin, gewonnen aus den Panzern der Cochenille Laus. Beliebt ist auch der wunderbar Feuchtigkeit spendende und straffende Seiden-Extrakt, der bei der Seidenproduktion für Textilien abfällt. Bei manchen Naturkosmetikprodukten wird ganz und gar auf den Einsatz tierischer Rohstoffe verzichtet, dementsprechend sind sie mit der Bezeichnung „vegan” ausgelobt.

Das Thema Tierversuche für Kosmetikprodukte ist seit 1998 geregelt: Seit dem 11. März 2009 sind Tierversuche zum Testen von Kosmetika einschließlich ihrer Inhaltsstoffe EU-weit verboten. Allerdings müssen neue Rohstoffe, die in Kosmetikprodukten eingesetzt werden sollen, aufwändige Verträglichkeitstest durchlaufen. Unter anderem werden sie am sogenannten „perfundierten Kuheuter” getestet.

Nun denn, ich habe ja bereits meine Zweifel, bei der Übertragung der Testergebnisse von Tierversuchen auf den Menschen.

Es wäre ja auch möglich, auf die ständige Neuentwicklung von Schönheits- und Körperpflegemittel weitgehend zu verzichten und auf bewährte Produkte und Rohstoffe zurückzugreifen, wie die traditionellen Naturkosmetik-Hersteller das überwiegend tun.