Artikel mit den Tags "Jeans"

Jeansherstellung ohne Sandstrahltechnik!

Freitag, 8. April 2011

Anlässlich des gestrigen Weltgesundheitstages der WHO rief die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) zum weltweiten Verbot der tödlichen Sandstrahltechnik bei der Jeansverarbeitung auf. Seit Herbst 2010 kämpft die Organisation für Aufmerksamkeit und Aufklärung über dieses Tod bringende Verfahren; wir berichteten.

Mit der Sandstrahltechnik werden die fertig genähten Jeans mit modischem „Used-Look“ versehen. Abgewetzte Stellen sollen erzeugt werden, die der Jeans eine Optik geben, als hätte sie schon ein Leben gehabt vor ihrem Verkauf. Wer diese Arbeit macht, setzt sich extrem feinem Staub aus und erkrankt in kürzester Zeit an der tödlichen Krankheit Silikose. Tausende leiden in Hersteller-Ländern wie der Türkei, Pakistan, China, Bangladesch oder Ägypten an dieser gefährlichen Lungenerkrankung.

Wahnsinn, oder?! Während uns hier die neue heißgeliebte und abgewetzte Jeans cool und sexy aussehen lässt,  tötet sie auf der anderen Seite der Welt diejenigen, die sie herstellen. Seit dem Aufruf der CCC gegen die Sandstrahltechnik haben eine Vielzahl an Herstellern ihre Produktionen umgestellt und verzichten auf das gefährliche Ausrüstungsverfahren.

Dass es auch anders geht, zeigt hessnatur. Unser Bio-Denim wird mit Enzymen gewaschen, bzw. ver-waschen. Das funktioniert und kostet weder Umwelt noch Menschenleben. Es geht also. Und damit stellt sich für mich die Frage, warum es mit einem Verbot so lange dauert.

Letztendlich entscheiden wir Verbraucher. Mit jedem Kauf können wir unsere Stimme abgeben und zu- oder dagegen stimmen. Ich jedenfalls stimme für faire Arbeitsbedingungen und gesunderhaltende Arbeitsweisen. Ihr auch?!

Gutes Gewissen, gute Kleidung

Mittwoch, 2. Februar 2011

Hallo! Mein Name ist Leon, bin 15 Jahre alt und besuche die 9. Klasse. Derzeit absolviere ich mein Schulpraktikum bei hessnatur. In dieser Zeit habe ich unter anderem mein Freizeitoutfit zusammengestellt, das aus sechs Teilen besteht. Meine Idee war, einen coolen Look für die Schule und für die Freizeit zu kreieren. Für mich hatten sich viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben und schließlich wählte ich ein Outfit aus einer Strickjacke, darunter ein weißes Shirt, einer Blue Jeans, braunen Schuhen und für den Hals einen Leinenschal. Das Ganze noch abgerundet mit einer Hanftasche, welche zu 55% aus Hanf und zu 45% aus Bio-Baumwolle besteht. Der Vorteil von Hanf ist, dass er ein besonders robuster Stoff ist, welcher die Tasche auch stabil macht. Die Bio-Baumwolle sorgt gleichzeitig dafür, dass die Tasche nicht zu kratzig ist.

Die grau-melierte Strickjacke aus Bio-Baumwolle kann zu vielem angezogen werden und lässt sich gut kombinieren. Zudem ist  diese weich und angenehm zu tragen. Die dafür verwendete Bio-Baumwolle stammt aus der Türkei und ist aus kontrolliert biologischem Anbau. Das darunter angezogene weiße Knopfleisten-Shirt ist ebenfalls aus reiner Bio-Baumwolle. Um die Natur zu bewahren und zu schützen, wurde auf eine Färbung verzichtet. Die, wie ich finde, moderne, coole dunkelblaue Five-Pocket-Jeans ist bequem und macht einen schönen Kontrast zu den eher helleren Oberteilen.

Ein, wie die Ladenverkäuferin mir erzählte,  langlebiger Turnschuh aus 55% Baumwolle und 45% Hanf lässt das Ganze dann noch sportlich aussehen. Schließlich dann noch der hellbraune Leinenschal, welcher einfach prima passt und zu jedem Anlass getragen werden kann.

Alles in allem ein Outfit, dass stylisch und modisch ist, sowie 100% von hessnatur! Ich finde Öko-Mode von hessnatur kann zu jedem Style passend kombiniert werden und kann so von jedem getragen werden. Die zu 100% aus ökologischer Herkunft stammenden Stoffe fühlen sich einfach gut an.

Für mich war es schön zu sehen, dass die Kleidung nicht von Kinderarbeit stammt und sie die Natur schützt. hessnatur  versucht wirklich viel, um unsere Natur zu bewahren und zu schützen. Ein umso schönerer Nebeneffekt ist es, dass die Kleidung cool aussieht und ökologisch ist. Ebenso schön zu sehen oder besser gesagt zu fühlen ist es, wie sanft und angenehm Produkte von hessnatur auf der Haut sind. Ich für meinen Teil werde zukünftig mehr beim Shoppen darauf achten, unter welchen Umständen die Kleidung hergestellt wurde. Mit dem Kauf eines Produkts von hessnatur kann ich der Natur und den Menschen, die Kleidung herstellen, ein Stück weiter helfen.

Stylisches Öko-Freizeitoutfit

Freitag, 28. Januar 2011

Für mich war vor meinem Praktikum bei hessnatur Öko-Mode ziemlich langweilig und öde. Seitdem ich mich mehr mit der Mode beschäftigt habe, habe ich rausgefunden, dass Öko-Mode doch gar nicht so langweilig und öde ist, sondern auch stylisch sein kann. Mit der Idee ein stylisches Freizeitoutfit zu kreieren, entstand mein persönliches Outfit. Dieses Outfit ist perfekt für die Schule, zum Shoppen …

Mein Outfit besteht aus fünf Teilen: einer Jersey Tunika, einer Jeans, Lederstiefeletten, einer Ledertasche und einem Schal – die beiden letztgenannten sind Exklusiv-Artikel aus dem hessnatur-Laden in Butzbach.

Eine weiße Jersey-Tunika habe ich als Oberteil gewählt. Sie besitzt die Möglichkeit die Ärmelriegel zu knöpfen. Die Tunika besteht aus reiner Bio-Baumwolle, die in der Türkei chlorfrei gebleicht und mechanisch behandelt wurde. Durch den kontrolliert-biologischen Anbau fühlt sie sich sehr weich auf der Haut an und schadet ihr nicht. Dazu habe ich einen espressofarbenen Zopfschal kombiniert, der zu 100% aus Schurwolle besteht. Die Wolle wird von Merino-Schafen gewonnen. Sie besitzt die Eigenschaft sehr weich zu sein. Somit hat es mich nicht am Hals gekratzt, was mir persönlich sehr wichtig ist. Eine helle Jeans im stylischen Five-Pocket-Stil habe ich als Unterteil gewählt. Die Denim-Jeans besteht zu 98%aus Bio-Baumwolle, die chlorfrei gebleicht und mechanisch behandelt wurde. Zu 2% besteht sie aus Elasthan, das macht sie dehnbar und elastisch. Die Jeans passt sich den Beinen somit gut an und ist bequem zu tragen.

Braune Lederstiefeletten habe ich passend zur Jeans gewählt. Sie haben einen hohen Tragekomfort und sind mit vielen anderen Klamotten variierbar. Sie bestehen aus pflanzlich gegerbtes Rindleder. Dieses Leder kommt aus Portugal. Produziert wurden die Lederstiefeletten in der Slowakei. Um dieses stylische Outfit abzurunden habe ich eine schokofarbene Ledertasche von der Marke Sonnenleder gewählt. Hierfür wurden ausgewählte Rinderhäute aus Süddeutschland pflanzlich gegerbt und mit Bio-Baumwolle für das Futter verarbeitet.

Wenn ich dieses Freizeitoutfit trage, habe ich ein gutes Gewissen, weil ich weiß, dass die Leute, die es hergestellt haben, fair bezahlt und behandelt werden. Und weil ich weiß, dass mein Outfit naturschützend hergestellt wurde. Bewundernswert ist, dass die Mode von hessnatur komplett giftfrei und naturbelassen hergestellt wird. Ich finde es super, dass man so die Natur schützen kann und gleichzeitig tolle und angenehm auf der Haut zu tragende Klamotten, Schuhe und Accessoires herstellt. Ich werde in der Zukunft mehr darauf achten, wie die Klamotten, die ich kaufe, hergestellt wurden und aus welchen Materialien sie bestehen. Somit kann ich einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Vivien K., Schülerpraktikantin aus Alsfeld im Vertrieb von hessnatur

Wie kommt der used look auf die Jeans?

Mittwoch, 22. Juli 2009

Ich bin immer noch westlich von Istanbul und versuche herauszufinden, wie der used look auf meine Jeans kommt, die ich anhabe. Die vielen Näherinnen und Näher, welche die einzelnen Denim-Stoffe zu einer Jeans zusammennähen, habe ich bereits kennen gelernt. „Destroy“ ist beim Thema used look ein wichtiges Stichwort (= kaputt machen). Schon ein bisschen merkwürdig, dass Sachen kaputt gemacht werden, damit sie Leute interessant werden. Gleichwohl ist auch dieser Vorgang unglaublich interessant.

Als erstes werde ich in die Laser-Abteilung gebracht. Viele Jeans haben “Streifen” zwischen den Beinen oder an der Hüfte und am Po. Diese werden mit einem Laser eingebrannt. Faszinierend. Doch was ich gezeigt bekommen habe, hat mich wirklich vom Sockel gehauen. Ich habe am Anfang noch nicht ganz verstanden, warum der Bereichsleiter ein Foto von mir machen wollte. Aber warum eigentlich nicht? Mein Foto hat er dann auf einen Rechner übertragen, der die Lasermaschine steuert. Und dann wurde mein Kopf auf ein Stück Jeanstoff gelasert! Tatsache – das bin ich! Eine schöne Erinnerung. An der Wand hängen Leonardo Di Caprio und Angelina Jolie. Auch in Jeans gelasert. In Massenproduktion wird mein Bild nicht gehen – stolz bin ich aber trotzdem!

Die mit Laser behandelte Jeans geht nun weiter in die Waschabteilung. Hier kommen die Jeans zusammen mit kleinen Steinen in riesige Maschinen. Stone Washed-Methode nennt sich das. Dadurch wird die Hose an manchen Stellen heller – der used look ist da. Eine geniale Möglichkeit, diesen Look ohne Sandstrahlen zu bekommen. Zu dieser umweltfeindlichen und für den Mensch schädlichen Methode hatten wir in unserem Blogbeitrag über „Blut-Jeans“ berichtet. Daher freue ich mich, eine für Mensch und Umwelt gesunde Möglichkeit zu finden und im täglichen Gebrauch zu sehen.

Da es heute Trend ist, Hosen mit Löchern zu kaufen, gibt es noch ein paar Mitarbeiter, welche die Hose endgültig “zerstören” dürfen. Mit einer kleinen Schleifmaschine und Schleifpapier werden Risse und Löcher gemacht. Alle Mitarbeiter haben dabei Schutzanzüge und Atemmasken an. Jetzt bekommt die ein oder andere Jeans noch eine Raffung. Dazu werden Teile der Jeans zusammengerafft, geklammert und fixiert. Trendiges Extra.

Ein langer, heißer und erfolgreicher Tag geht zu Ende. Ich bin gespannt, was ich mit meiner Jeans alles erleben werde. Meine Jeans gebe ich so schnell nicht mehr her – auch ein Zeichen von Nachhaltigkeit. Was mich interessiert: Was haben Sie alles mit Ihrer Jeans erlebt? Was macht Ihre Jeans zu einem besonderen Stück?

Jeans-Produktion für hessnatur

Freitag, 10. Juli 2009

Ich hatte ja keine Ahnung! So viele Menschen, so viele Arbeitsschritte, um eine Jeans herzustellen. Jeder hat sie, jeder trägt sie. Ich kenne zumindest keinen, der ohne Jeans auskommt. Seit meiner Reise zu unseren Lieferanten in der Türkei ist meine Blue Jeans nicht mehr nur eine Blue Jeans, sondern ein Meisterwerk!

Ich bin in Istanbul bei unserem Jeans-Lieferanten. Herzlich werde ich im Büro empfangen. Ich bin hier, um mit dem Lieferanten am Thema Sozialstandards zu arbeiten. Diese Produktionsstätte kenne ich bislang aus Berichten meiner Kollegen bei hessnatur. Daher wird es Zeit, auch den Stand der Arbeitsbedingungen vor Ort zu erfassen.

Mit dem Management gehe ich zusammen die acht Sozialstandards laut Internationaler Arbeitsorganisation durch. Hierzu gehört zum Beispiel die Kontrolle der Arbeitsverträge und Gehaltsabrechnungen. Die Gespräche mit dem Management sind wichtig. Ohne das Einverständnis des Managements und ohne das Verständnis für soziale Belange kann in einer Produktionsstätte nichts bzw. nicht viel erreicht werden. Aber kein Grund zur Sorge – so vorbildliche und einwandfreie Dokumente, wie ich sie hier finde, erfreuen mich.

Nur schwer kann ich mich auf meinem Stuhl halten. Ich will die Produktion sehen. Wo stecken die angeblich 100 Näherinnen und Näher? Und wer genau hat meine Jeans produziert, welche ich schon den ganzen Tag stolz trage?

Eine Reise in die Jeans-Welt beginnt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele verschiedene Jeans auf einen Blick gesehen. Die einen nähen die Taschen, die anderen bedienen die Maschine für Stickereien am Gesäß, wieder andere sind dabei den Reißverschluss einzuziehen. Und die Jeans stapeln sich! Wenn ich meine Jeans ansehe, muss da aber noch was passiert sein. Meine sieht “used” aus. Die Jeans hier sind alle gleichfarbig. Von unten bis oben – immer die gleiche Farbe. Keine Waschungen, Färbungen oder ähnliches. Wie der used look auf meine Jeans kommt – dazu im nächsten Beitrag mehr!