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Wir machen es wie der Herbst

Freitag, 16. Oktober 2009

Haare färben

Zwei Drittel aller Frauen und jeder zehnte Mann färben Haare. Ich mag gar nicht daran denken, was da alles auf den Köpfen und danach im Abwasser landet?! Trotzdem ist das ein Thema, bei dem frau/man sich nur ganz schwer an etwas anderes herantraut. Denn Färben mit Pflanzenhaarfarben ist unbequemer und bringt auch ganz andere Ergebnisse als die Anwendung der chemischen Variante.

Während früher mit Henna nur orange- bis mahagonirote Töne zu erreichen waren, gibt es inzwischen – unter zu Hilfenahme weiterer färbender Pflanzenteile, Wurzeln und Beeren – ein Farbenspektrum, das fast keine Wünsche mehr offen lässt.

Der Herbst bietet uns ein mannigfaltiges Farbenspektrum und zeigt, was möglich ist: Vom Gelb der Sonnenblumen über alle Orange- bis Kupfertöne der welkenden Blätter bis zum kastanien- und umbrabraun der feuchten Hölzer finden wir alles, was das Herz begehrt, sogar schwarz.

Doch es bedarf einiger Tricks, gerade bei der Grauabdeckung, um zufriedenstellende Farbergebnisse zu erreichen. Pflanzenhaarfarben greifen nicht in die Haarstruktur ein wie konventionellen Färbungen, sondern liegen nur außen auf dem Haar auf. Drum sollten vor dem Färben alle Reste von glättenden Spülungen und Shampoos vom Haar entfernt werden. Das gelingt am besten durch Waschen mit Lavaerde oder der eigens dazu angebotenen Colorationsvorbehandlung der Firma Logona.

Danach kann die Farbe aufgetragen werden, entweder direkt aus der Tube oder aber mit Pulver. Dies möglichst flüssig anrühren, dann lässt es sich besser im Haar verteilen. Um anschließendes Tropfen zu verhindern, sollte nach dem Auftragen das Haar kurz angefönt werden, das enthaltene Alginat wird dadurch etwas fest. Anschließend eine Plastikhaube drüberziehen – ich bedecke das Ganze dann mit einem schönen Seidentuch. Je länger die Farbe einwirken kann, umso besser wird das Ergebnis.

Später dann die Farbe auswaschen, das Pulver muss gründlich entfernt werden. Die Colorcremes allerdings sollten zunächst nicht zu gründlich ausgewaschen werden – sondern erst, nachdem die Farbschicht durch das Auftragen des Conditioner eingehüllt wurde.

Am schönsten glänzen die Haare einen Tag nach dem Färben. Wenn nach dem ersten Mal noch nicht soviel zu sehen ist, nicht enttäuscht sein. Da die Farben sich wie eine Hülle um das Haar legen, wird Farbschicht um Farbschicht aufgebaut. Jedes weitere Färben intensiviert die Farbwirkung und kräftigt das Haar. Die natürlichen Farbunterschiede bleiben erhalten, es bedarf dazu keiner aufwendigen Mehrfachbehandlung.

Besonders gut lassen sich graue Haare blond färben – die Gelegenheit also, endlich zu Strähnchen zu kommen ohne die schädlichen Aufheller. Was schwierig ist: graue Haare wieder dunkelbraun oder gar schwarz zu färben. Da graue Haare eine sehr glatte Oberfläche haben, bedarf es immer einiger Rotanteile bei der Färbung, denn die roten Pigmente haften am besten, darüber dann beim nächsten Mal braun oder schwarz färben.

Also nur Mut und mal etwas ausprobieren, die Pflanzenhaarfarben lassen sich wunderbar untereinander mischen!

Hamburgs zweites Herz – umhüllt von Spinnennetzen

Montag, 28. September 2009

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Zunächst ein paar Fakten: Hamburg hat sich das Leitmotiv „wachsende Stadt“ verordnet und erweitert die Innenstadtfläche um 40%. Das größte städtebauliche Projekt Europas entsteht. Eine Vision der Stadt des 21. Jahrhunderts. Eine Retortenstadt in der Stadt – die Hafencity, Fertigstellung 2025.

  • Gesamtgröße: 157 Hektar
  • 800 Meter Entfernung zum Rathaus
  • 10 km neue Kaipromenaden
  • 107 Meter hoch die Elbphilharmonie

Es entstehen 5.500 Wohnungen, Flächen für 40.000 Arbeitsplätze in Einzelhandel, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Anfang 2009 wurden ca. 760 Wohneinheiten fertig gestellt. Ungefähr 1.500 Menschen leben bereits dort und kämpfen nun mit einer Spinnenplage.
Auch die Brückenspinne ist begeistert in die neu entstehende Stadt gezogen und hinterlässt zum Ärger der Bewohner Kot, Kokonrückstände, Reste von Mahlzeiten und spinnt überall ihre Netze.

Sie findet hier ideale Lebensbedingungen wie Wasser, verwinkelte Bauten, die nachts mit kühlem Halogenlicht, statt Natriumdampflampen beleuchtet sind und darum vermehrt Zuckmücken anziehen. Es gibt keine natürlichen Feinde, denn wo Bäume und Büsche fehlen, gibt es auch keine Vögel. Allerdings sind in letzter Zeit vereinzelt „Kamikaze Amseln“ beobachtet worden, die sich an den Fassaden in die Tiefe stürzen, um Insekten einzufangen. Das wird aber wohl nicht reichen, da die Brückenspinne bis zu 1.500 Nachkommen in 7 Monaten Lebenszeit bekommt. An einigen Gebäuden wurden von einer Biologin der Hamburger Universität 70 bis 100 Spinnen pro qm gezählt.

Wenn die Hafencity fertig ist, soll es südlich der Elbe weiter gehen. Dann werden in die Bauplanung in Gewässernähe hoffentlich auch Biologen mit einbezogen, damit Mensch und Natur sich arrangieren können.

Auf die Spinnengeschichte bin ich übrigens gestoßen, weil es sich einige Spinnen in ihren Netzen in den Fensterecken unseres Ladens bequem gemacht haben. Klar, es wird Herbst und Spinnennetze mit glänzenden Tautropfen gehören für mich dazu. Sie haben schon vor 136 Millionen Jahren ihre Fäden gesponnen. Also, bei uns  dürfen die Spinnen bleiben, bis ein Vogel von der Alster herübergeflogen kommt …

Vier Jahreszeiten, viele Schnäppchen und ein Laden

Montag, 20. Juli 2009

Auch wir, der Laden Hamburg, wollen uns zukünftig am Blog beteiligen. Ein schöner Einstieg ist das Erscheinen des neuen Katalogs. Für uns ist das immer eine sehr aufregende Zeit, die uns vor viele logistische Herausforderungen stellt.

Es ist warm, ja wirklich, auch in Hamburg scheint mal die Sonne. Der Herbst/Winter Katalog ist bei den Kunden angekommen, die Händler um uns herum verkaufen sowie wir natürlich auch die Restbestände der Sommerware zu reduzierten Preisen aus.

Da hält das große gelbe Auto vor der Tür und man karrt uns 20 große Kartons in den Laden. Die erste Ware der neuen Saison. Wir freuen uns riesig, denn wir hatten schon einige Anfragen von Kunden, ab wann es denn die schönen neuen Sachen bei uns zum anprobieren gäbe.

Wir selbst im sommerlichen Outfit, fischen neugierig die neue Kollektion aus den Kartons. Es macht großen Spaß, alles selbst schon mal anzuprobieren. Wie sind die Schnitte, stehen mir die Farben, wie fühlen sich die Materialien an?

Das ist schon toll – aber wohin damit? Glücklicherweise ist bereits einiges von der reduzierten Sommerware aus dem Laden „rausverkauft“. So können wir die ersten neuen Teile unseren interessierten Kunden jetzt schon präsentieren. Nicht viel, aber die Sommerware hat ja im Juli durchaus auch ihre Berechtigung noch eine Weile im Laden zu sein.

Alles, was noch nicht hier bei uns zu finden ist, kann natürlich als Kundenbestellung in den Laden bestellt werden. Gerne direkt vor Ort oder per Mail an laden.hamburg@hess-natur.de

Das Bild oben spiegelt wider, wie es im Moment bei uns aussieht: Frühling/Sommer 2009, Herbst/Winter 2009/2010, viele Schnäppchen und neuerdings ein starker männlicher Mitarbeiter, der fleißig mit uns Kisten schleppt.

Ab jetzt bloggen wir mit und haben auch schon viele Themen im Kopf, mit denen wir uns hier einbringen möchten.

Dann sagen wir aus Hamburg jetzt erstmal Tschüss und bis bald!

Circulo Annual

Mittwoch, 17. Juni 2009

Mit unserer Präsentation zur Fashion Week in New York sind wir im September 2008 in den US-amerikanischen Markt eingetreten. Nicht im Zelt am Bryant Park unter all den prominenten Designern, sondern in der Matthews Gallery in Chelsea hat Miguel Adrover für hessnatur seine Installationen „Hidden in Natur“ aufgebaut. Keine wilden, untragbaren Modekreationen auf dem Laufsteg, sondern feine, durchdachte Kompositionen aus Naturmaterialien, die gleichzeitig Kunst, Handwerk, Natur und Mode verbinden. Diese Ausstellung, die auch nach der Fashion Week noch einige Wochen in New York zu sehen war, erregte viel Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Nach New York gingen die Figuren auf Reisen: Higuera wurde vor Weihnachten in Paris ausgestellt und zu Gunsten der Organisation SOL EN SI, die sich für HIV-infizierte Kinder in Afrika einsetzt, versteigert. Seit der Ladeneröffnung im Oktober in München streckt der Banyan Tree dort seine Äste in den Himmel, die elegante Lagrima ist im Laden in Hamburg zu Hause und die restlichen Figuren warten noch auf interessante Ausstellungsorte.

Circulo Annual, die Figur Jahresringe, steht zur Zeit in Butzbach in unserem Ladengeschäft. Bei einem Besuch dort habe ich mir die Figur noch einmal genauer angeschaut und bin nach wie vor fasziniert von der Idee des Kleides und der Komposition.

Das Kleid wurde komplett von Miguel Adrover in Handarbeit hergestellt. Auf einem Unterkleid aus fester Baumwolle und Rosshaar (um dem Kleid Stabilität zu geben) hat Miguel verschiedene Leinenmaterialien in wunderschönen Farben wie Jahresringe aufgearbeitet. Das Leinen stammt aus unserem Leinenprojekt und die Seide für das Futter des Kleides ist ebenfalls „organic“. Getragen wird das Kleid von einem Torso aus Walnussholz, der in Marokko speziell für diese Kombination hergestellt wurde.

Die Idee: Figur und Kleid verdeutlichen durch die verwendeten Materialien – Leinen und Walnussholz – und durch die sowohl im Kleid als auch im Holz auftauchenden Jahresringe die enge Verbindung zur Natur; zeugen gleichzeitig von Vergänglichkeit und Langlebigkeit; symbolisieren Standfestigkeit und Lebenskraft, aber auch Verletzlichkeit und Schutzbedürfnis der Natur.

Ist Naturkosmetik wirklich so gut?

Sonntag, 7. Juni 2009

Immer wieder staune ich, mit welch seichten Informationen uns die Frauenzeitschriften schlau machen möchten. Zum Beispiel ein Artikel aus der FÜR SIE mit der Überschrift „Ist Naturkosmetik wirklich so gut?“ und der Frage „Bio-Pflege hat ein geschmeidiges Image. Aber mag die Haut sie wirklich genauso gern wie unser Gefühl?“

Zu Wort kommt Professor Dr. Christoph Schempp, der das Kompetenzzentrum Skinintegral an der Universitäts-Hautklinik Freiburg leitet. Ganz offensichtlich ist er ein großer Fan von Pflanzenstoffen. Und tatsächlich werden auch eine Reihe von Vorteilen genannt, wenn natürliche bzw. Bio-Rohstoffe bei der Kosmetikherstellung eingesetzt werden.

Weiter heißt es in dem Artikel: „Aber er kennt auch ihre Grenzen und weiß: Ganz ohne Hightech bleiben selbst die besten Wirkstoffe uneffektiv.“ Da werde ich immer hellhörig, die Begründung ist nämlich: „Eine gesunde Hautbarriere lässt normalerweise viele Substanzen nicht durch. Die Kosmetik muss sie einschleusen.“

Hallo? Geht es nur mir so, dass ich dann überlege: „Das ist ja auch gut so, denn die Haut hat doch eine natürliche Schutzfunktion und warum sollte sie übergangen werden?“ Vor allem, wenn sie noch gesund ist. Und ist es nicht das, was ich von Naturkosmetik sogar erwarte? Dass diese nämlich die natürlichen Funktionen der Haut respektiert und unterstützt?

Ganz ehrlich – da gehen die Meinungen der verschiedenen Naturkosmetik-Hersteller weit auseinander, welche Mittel nämlich akzeptiert sind und eingesetzt werden und welche nicht. So kommt es zu den verschiedenen Bezeichnungen wie Wirkstoffkosmetik und Regenerationskosmetik, man spricht von der Wirkung der Substitution (ergänzen, was fehlt) und der Hauteigenkorrektur.

Selbst die Richtlinien von BDIH und NaTru lassen Wirkstoffe zu, die sehr tief in die untersten Hautschichten eindringen, wie z.B. Liposome und Hyaloronsäure oder aber auch Konservierungsstoffe. Diese sind dann zwar pflanzlicher Herkunft oder mindestens naturidentisch, doch trotzdem sehr wirkungsvoll. Jedoch nicht alle Hersteller verwenden alle zugelassenen Stoffe.

Professor Schemp ist da ganz unbedarft: „Ich sehe ein großes Potenzial für die Mesotherapie, mit der Pflanzencocktails direkt unter die Haut gespritzt werden.“ Ist das wirklich nötig? Doch es gibt noch einen Hoffnungsschimmer, „einen Weg, der gut funktioniert. Neue Studien beweisen, dass eine gesunde Ernährung die Anzahl der Antioxidantien im Gewebe positiv beeinflusst. So gehen zum Beispiel die Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe einer Bio-Mango sichtbar unter die Haut.“

Ach, da bin ich aber froh, dass es auch eine „gewaltfreie“ Lösung gibt, die mir ehrlich gesagt viel näher ist. Und dass es Wissenschaftler gibt, die beweisen, was einem der gesunde Menschenverstand bereits sagt.

Eine schlüssige Antwort auf die anfangs gestellte Frage ist der Artikel allerdings schuldig geblieben. Oder sollte dies etwa wieder mal nur ein Versuch gewesen sein, echte Naturkosmetik in Misskredit zu bringen gegenüber den hochpreisigen Hightech-Produkten, die wohl in der nächsten Zeit den Markt überschwemmen werden?