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Vor Ort beim Stricklieferanten

Dienstag, 7. September 2010

Herzlich begrüßt wurden wir auch bei einem Lieferanten von hessnatur. Von der Modedesignerin Mariella Gonzales und ihren Mitarbeitern bekamen wir gleich handgehäckelte Blumen angesteckt und wurden durch den Betrieb geführt.

Vom Einkauf der Garne, über die Musterabteilung bis hin zur Qualitätskontrolle und Versand wurden wir in jede Abteilung geführt und sind dabei mit den Mitarbeitern ins Gespräch gekommen. So wurden unsere Fragen ausführlich beantwortet. Was zuvor nicht wussten, ist, dass es in Peru bereits gesetzlich strenge Regelungen bezüglich der Sozialstandards gibt und Kontrollen durchgeführt werden.

Die 30 Mitarbeiter arbeiten ca. acht Stunden am Tag mit einer Stunde Mittagspause und sind durch unbefristete Arbeitsverträge beschäftigt. Das Unternehmen arbeitet u.a. in einem Projekt mit einer Kooperative in Lima zusammen, wo Frauen in ihrer Selbstständigkeit gestärkt werden.

Die für hessnatur produzierten Textilien sind Pullover, Schals und Mützen aus hochwertiger Alpaka-, Babyalpaka- und Merinowolle. Um den Kunden einwandfreie Waren anbieten zu können, finden bereits vor Ort genaue Qualitätskontrollen statt. Hierfür sind mehrere qualifizierte Mitarbeiterinnen zuständig, die kleinere Strickfehler sofort ausbessern.

Die hessnatur-Muster werden, nach den Entwürfen der Designer, vor Ort entwickelt und mithilfe von Flachhandstrickmaschinen hergestellt. Näheres dazu berichten wir im nächsten Beitrag.

Jeans-Produktion für hessnatur

Freitag, 10. Juli 2009

Ich hatte ja keine Ahnung! So viele Menschen, so viele Arbeitsschritte, um eine Jeans herzustellen. Jeder hat sie, jeder trägt sie. Ich kenne zumindest keinen, der ohne Jeans auskommt. Seit meiner Reise zu unseren Lieferanten in der Türkei ist meine Blue Jeans nicht mehr nur eine Blue Jeans, sondern ein Meisterwerk!

Ich bin in Istanbul bei unserem Jeans-Lieferanten. Herzlich werde ich im Büro empfangen. Ich bin hier, um mit dem Lieferanten am Thema Sozialstandards zu arbeiten. Diese Produktionsstätte kenne ich bislang aus Berichten meiner Kollegen bei hessnatur. Daher wird es Zeit, auch den Stand der Arbeitsbedingungen vor Ort zu erfassen.

Mit dem Management gehe ich zusammen die acht Sozialstandards laut Internationaler Arbeitsorganisation durch. Hierzu gehört zum Beispiel die Kontrolle der Arbeitsverträge und Gehaltsabrechnungen. Die Gespräche mit dem Management sind wichtig. Ohne das Einverständnis des Managements und ohne das Verständnis für soziale Belange kann in einer Produktionsstätte nichts bzw. nicht viel erreicht werden. Aber kein Grund zur Sorge – so vorbildliche und einwandfreie Dokumente, wie ich sie hier finde, erfreuen mich.

Nur schwer kann ich mich auf meinem Stuhl halten. Ich will die Produktion sehen. Wo stecken die angeblich 100 Näherinnen und Näher? Und wer genau hat meine Jeans produziert, welche ich schon den ganzen Tag stolz trage?

Eine Reise in die Jeans-Welt beginnt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele verschiedene Jeans auf einen Blick gesehen. Die einen nähen die Taschen, die anderen bedienen die Maschine für Stickereien am Gesäß, wieder andere sind dabei den Reißverschluss einzuziehen. Und die Jeans stapeln sich! Wenn ich meine Jeans ansehe, muss da aber noch was passiert sein. Meine sieht “used” aus. Die Jeans hier sind alle gleichfarbig. Von unten bis oben – immer die gleiche Farbe. Keine Waschungen, Färbungen oder ähnliches. Wie der used look auf meine Jeans kommt – dazu im nächsten Beitrag mehr!