Artikel mit den Tags "Nachhaltigkeit"

Unser Besuch bei Zotter in Österreich

Freitag, 12. Februar 2010

ZotterAnfang dieser Woche hatten wir – mein Kollege Ingo Bittner vom Marketing und Vertrieb und ich – die Möglichkeit, eine außergewöhnliche Firma in Österreich kennenzulernen: die Zotter Schokoladen Manufaktur. Nach einem sehr herzlichen Empfang zeigte uns Ulrike Zotter ihre Firma vor und brachte uns sehr anschaulich mit dem Schokoladen-Laden-Theater, mit viel Herzblut und Begeisterung ihre Philosophie näher.

Der Greenpeace-Einkaufsratgeber marktcheck.at hat anlässlich des Valentinstags, der ja am Sonntag ansteht, Schokoladenpralinen unter die Lupe genommen. Von 38 Produkten sind nur vier der Firma Zotter sowohl fair als auch umwelt- und tierfreundlich hergestellt. Einige der überprüften Produkte enthalten problematische Zusatzstoffe, die Mehrheit ist unnötig aufwändig verpackt. Die Produkte großer Schokoladeproduzenten erreichen bei Ökologie, Soziales und Tierschutz nur ein „kritisch“ oder „ungenügend“.

Claudia Sprinz von Marktcheck empfiehlt: „Bewussten KonsumentInnen rate ich dringend, die problematisch bewerteten Süßigkeiten im Regal stehen zu lassen, die Hersteller ihrer Lieblingsprodukte zu kontaktieren und von ihnen faire, umwelt- und tierfreundliche Produkte einzufordern. Für Valentinstag würde ich zu fairer Bioschokolade greifen.“

Das passt zu dem, was ich bei Zotter auch erlebt habe. Ökologie und Umweltbewusstsein sind für Zotter keine Nebensächlichkeiten, Nachhaltigkeit und Verantwortung für Mensch und Natur gleichermaßen verbinden uns – da sind Ulrike Zotter und ich auf einer “Wellenlänge”. Selten habe ich eine so konsequente und begeisterte Firmechefin erlebt! Ich freue mich sehr darauf, in Zukunft gemeinsame Aktionen von hessnatur und Zotter zu starten.

Die Erinnerung an Mitmenschlichkeit

Dienstag, 2. Februar 2010

ARK Website

Ich bin auf eine total verrückte Idee und deshalb so inspirierende Seite gestoßen, die kann ich Euch nicht vorenthalten: http://www.arkhq.com. Ark steht für “Act of random kindness”. Ein junger Ire mit einer genialen Idee: Tu jeden Tag ein gutes Werk. Gib Deinen Platz im Bus her, kaufe einem Fremden einen Kaffee, verschenke High-Fives, lade einen Obdachlosen zum Essen ein. Mit einem T-Shirt-Aufdruck erinnert das junge Ark-Team beim Anziehen schon daran: Es ist ganz einfach! Jedes Mal, wenn Du das T-Shirt trägst, lass Dir was einfallen und tu was Gutes!

Ja, wir könnten mehr davon brauchen! Das Leben in den Städten bedarf mehr Menschlichkeit und Anteilnahme. Hinschauen statt wegschauen sollte Motto sein.

In meinem Mail-Austausch mit Niall fand ich einen Satz, der eben auch ganz klar zeigt, wohin es die junge Gruppe mit Ihrer eigentlich simplen Idee gebracht hat, nämlich zu echten Lebensansichten:

“…we’re more about the recognition that we all have our ups and downs, our on days and our off days but we just want to try and redress the balance a little more towards those moments in life when we see glimpses of what it’s all about.”

Was wohl am Anfang ein Spaß sein sollte, wächst jetzt zu einer echten Marke heran, nachhaltig im wahrsten, menschlichsten Sinne. Wie seine E-Mail endete, kann ich nur zurückgeben:

Keep the faith.

Das LOHAS-Forum 2009 mit Wolf Lüdge

Mittwoch, 20. Januar 2010
YouTube Preview Image

Seit kurzem sind die Videos der LOHAS Konferenz aus Boulder veröffentlicht. Die Konferenz setzt sich zusammen aus CEOs und Gründern nachhaltiger Unternehmen. Gemeinsam wird über Innovationen im “Lifestyle of Health and Sustainability” (LOHAS) Bereich gesprochen.

Mit dabei ist unser hessnatur-Chef Wolf Luedge, der unter anderem Fragen zur Innovationsbereitschaft von hessnatur beantwortet, Auskunft über Missstände in konventionellen Textilproduktionen gibt und über soziale Projekte in Burkina Faso, Nepal and Bangladesch berichtet.

Da auf Youtube Videos maximal zehn Minuten lang sein, dürfen ist die Konferenz auf fünf Videos aufgeteilt.

Teil 1Teil2 - Teil 3Teil 4Teil 5

Eco-Tee Design Contest – Wir haben eine Siegerin!

Dienstag, 29. September 2009

Eco-Tee Desing Contest - Siegerdesign von Lindsay Seligman

In meinen letzten Post habe ich über den Beginn unseres „Eco-Tee Design Contest“ in den USA geschrieben, den wir zusammen mit PlanetGreen.com durchgeführt haben und der nun zu Ende gegangen ist. Bei dem Wettbewerb war jedermann eingeladen, ein Design mit ökologischer Botschaft für ein T-Shirt einzureichen. Hochladen konnte man seine Idee über Planet Green. Wir haben viele verschiedene Designs aus den USA erhalten, eine Slideshow zeigt eine Auswahl von 50. Im Rahmen einer öffentlichen Abstimmung wurden 5 Finalisten gewählt, die dann durch eine hochkarätige besetzte Jury bewertet worden sind. Und die Entscheidung ist gefallen: Lindsay Seligman hat den Eco-Tee Design Contest gewonnen!

Ihr Design stellt eine grazile und gleichzeitig kraftvoll durchgezogene grüne Line dar,  die vereint und verbindet: Zu erkennen ist eine Zeichnung von einem Vogel, einem Gesicht, einer Maus, einem Frosch, einem Schmetterling und einer Katze. Alles entspringt aus dem Wort „one-life“. Das Shirt wird im Dezember in allen Webshops von hessnatur erhältlich sein.

Lindsays Design wird bei Grameen Knitwear in Bangladesch produziert. Die Textilfabrik, die sich in Sachen Qualität und Sozialstandards von den vielen anderen Fertigungsstätten in Bangladesch abhebt, gehört zur Grameen Bank. Ein Teil des Verkauferlöses wird an das hessnatur Scholarship Program gespendet, dass das Grameen Shikkha Projekt unterstützt. Hier wird unterprivilegierten Studenten eine Ausbildung ermöglicht.

Glückwünsche nicht nur an unsere Gewinnerin, Lindsay Seligman, sondern auch an alle, die uns großartige Designs  zugeschickt und sich damit für einen gesünderen Planeten engagiert haben!

Was haltet Ihr vom Design? Freue mich über eure Meinung.

Die Farbe Lila

Montag, 14. September 2009

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Wie heißt es so schön: “Man lernt nie aus.” Nach Aussagen der Einheimischen hier lebe ich in der Lavendelhauptstadt der Vereinigten Staaten. Das Lavendel-Festival zieht jährlich bis zu 30.000 Besucher an und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zu erst mal war ich überrascht von den zahlreichen internationalen Besuchern.

Das hat mich auf angenehme Art an Frankfurt erinnert, wo täglich mehrere Sprachen zu hören sind. Drei Tage im Juli öffnen die ortsansässigen Farmer ihre Felder für die Öffentlichkeit. Begleitet wird das Ganze von jeder Menge Livemusik, Ständen mit Kunsthandwerk, Essen und Trinken und mit Demonstrationen rund um die Lavendelverarbeitung.

KG_P1000653_lowEinige der Farmen bauen zertifiziert biologisch an, die anderen legen Wert darauf zu erwähnen, dass auch sie biologisch wirtschaften. Ohne Zertifikat. Die Meinungen, ob es wert sei, sich eine staatliche Zertifizierung zu kaufen oder nicht, gehen hier, wie ich feststellen musste, stark auseinander.
Auf dem Festival habe ich einiges über die Destillation des Lavendels und den Lavendelanbau im allgemeinen gelernt. Es gibt ca. 250 Arten und nur wenige sind für die Gewinnung von Lavendelöl geeignet. Neue Setzlinge müssen nur die ersten zwei bis drei Jahre bewässert werden. Ein Bauer erzählte mir, dass er seine Pflanzen seit sieben Jahren nicht mehr bewässert habe.

Die Sommer hier sind sehr trocken und normalerweise muss ich immer wieder erleben, wie hier mit Wasser um sich geworfen wird. Großflächige Rasenflächen werden in der prallen Mittagssonne „geflutet“. Da scheint mir Lavendelanbau die vernünftige Alternative.
Außerdem scheint Lavendel eine gute Futterplanze für Insekten zu sein. Beim Durchstreifen der Felder konnte ich geschäftiges Treiben beobachten. Jede Menge Hummeln und Wildbienen. Auch Honigbienen waren darunter, die hier in den USA leider zu Raritäten werden.

KG_P1000654_low Ich für meinen Teil fand den Destillationsprozess am spannendsten. Der ganze Stängel wird geschnitten, nicht nur die Blüte. Man benötigt für eine Dampfdestillation die Ernte von ca. 80 bis 100 Pflanzen. In 1 ½ Stunden werden dann aus dreißig bis vierzig Kilo Pflanzenmaterial ca. 1 Liter Lavendelöl. Ein so genanntes „Beiprodukt“, das dabei entsteht, ist das Hydrolat. Diese wässrige Lösung wird unter Aromatherapeuten favorisiert und dem Lavendelöl sogar vorgezogen. Besonders für Frauen von Interesse, da es eine stringente, sprich glättende, Wirkung haben soll.

Was mich am meisten überrascht hat, ist die Tatsache, dass frisch destilliertes Lavendelöl entsetzlich stinkt. Es muss ein Jahr lang gelagert werden, bevor es den Geruch bildet, den man sonst mit Lavendel in Verbindung bringt. Das Hydrolat dagegen riecht angenehm nach Honig.

Meine Lavendelbüsche sehe ich jetzt aus einer ganz neuen Perspektive. Trotzdem sind es zu viele (sie waren beim Hauskauf inklusive). Ich werde die Pflanzen ausgraben und verteilen, denn im Moment stehen sie wie Zinnsoldaten in Reih und Glied. Ich betreibe ja schließlich keine Lavendelfarm. :)