Artikel mit den Tags "Nachhaltigkeit"

Zwei hessnatur-Stipendien für „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD

Montag, 3. Juni 2013

hessnatur vergibt erneut zwei Stipendien für den einzigartigen Studiengang „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD, internationale Kunsthochschule für Mode in Berlin.

Das englischsprachige Studium, das im Oktober 2013 startet, ist Teil des Internationalen Master-Programms und hat eine Dauer von 12 Monaten. Auf dem Kursplan stehen Themen wie Innovation, Forschung, kreative Praxis, Professionalität und Unternehmergeist, welche unter ökologischen, ethischen, sozialen und ökonomischen Aspekten behandelt werden. Ziel des Studiengangs ist es, ein neues Bewusstsein in der internationalen Modebranche zu etablieren und Lösungen sowie positive Veränderungen zu entwickeln. Der Kurs “Sustainable Textiles and Production” wird von Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Corporate Responsability bei hessnatur, geleitet.

Gerade hat sich die Studentengruppe einem Upcycling-Projekt gewidmet, bei dem hessnatur-Kleidung aus vergangenen Saisons neu erfunden worden ist. Anna Johannsen war 2011/12 die glückliche Stipendantin. Nach erfolgreichen Abschluss arbeitet sie heute im Bereich Corporate Responsibility bei hessnatur.

Bewerben könnt Ihr Euch für den innovativen Masterstudiengang noch bis zum 30. Juni 2013. Für mehr Informationen rund um den Bewerbungsablauf und die hessnatur-Stipendien wendet Euch an Lizzie Delfs, Communications and Student Liaison, master@esmod.de, Tel.: +49 (0)30 322 961 685.

Geld, das Sinn stiftet

Montag, 22. April 2013

Heute, am 22. April ist Earth Day. Das Motto des Deutschen Komitees für dieses Jahr ist Grünes Geld. Da fällt mir ein, dass die Mutter eines alten Freundes mir neulich eine Seite aus Frankfurter Allgemeinen Zeitung in die Hand gedrückt hat. Das macht sie gerne, wenn sie einen Artikel gut findet und will, dass ich ihn auch lese. Doch dieses Mal habe ich aus Versehen statt des Textes über die Geschichte des Suhrkamp-Verlages den auf der anderen Seite über Geld, Gier und die Ungleichverteilung in heutigen Gesellschaften gelesen. „Maßhalten! Maßhalten?“ ist der Titel.

Es geht um den Umgang mit Geld, vornehmlich derjenigen, die in Form von Boni und Top-Gehältern ziemlich viel davon bekommen. Ein Plädoyer für die bürgerliche Gesellschaft, Privateigentum, Gewinnstreben als Leistungsanreiz, aber auch für ein starkes Gemeinwesen. Unternehmer und Konzernchefs sollten selbst auf die Idee kommen, unverhältnismäßige und unethische hohe Löhne zu deckeln. Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, die Löhne der Top-Manager zu regeln, sondern es sei Zeit für die Empfänger dieser Löhne abzukehren von der Gier.

Was können wir tun?

Das mag ja schön und gut sein, an die Werte und das Gewissen von Bankern zu appellieren, aber was nützt das eigentlich Dir und mir, die wir weder die Macht haben, Gesetze zu erlassen, noch in die Verlegenheit kommen, unethisch hohe Gehälter zu beziehen? Das größte Problem, dass durch die Finanzkrise offenbar wurde, ist doch das völlig unnachhaltige Wirtschaften der Finanzindustrie. Die fortgesetzte Euro-Krise schafft im Augenblick auch nicht das Vertrauen, dass demnächst sich alles zum Guten wenden könnte. Was also tun?

Der Earth Day ruft dazu auf, privates Geld nicht länger in den Kreislauf der konventionellen Finanzindustrie einzuspeisen, sondern grünen, weil umweltbewussten, nachhaltig wirtschaftenden Banken anzuvertrauen. hessnatur beispielsweise ist Kunde der GLS Bank. Einen Überblick über Grüne Banken gibt es auf utopia.de.

Kriterien, die relevant sind für den nachhaltigen Umgang mit Geld:

Sinn-Strategie: Wie sinnvoll sind das Produkt und die Dienstleistung?

Maßstäbe: Wie ökologisch wird produziert, verkauft, konsumiert und entsorgt?

Transparenz: Wo wird investiert, wie werden die Erträge verteilt?

Fairness: Wird beim Verteilen des Geldes auf gerechte Arbeitsbedingungen geschaut?.

Mit-, nicht Gegen-einander: Wie kooperativ ist das Unternehmen auf dem Markt? Wie nutzt es seine
wirtschaftliche Kraft, um nachhaltig sinnvolle Partnerschaften einzugehen?

Der Earth Day findet jedes Jahr am 22. April in über 190 Ländern der Erde statt. Unter dem Motto  “Global denken, lokal handeln” will die Initiative den Menschen ins Bewusstsein rufen, was die Forderungen der Agenda 21 vom UN-Erdgipfel aus dem Jahr 1992 sind: Ein nachhaltiger Lebenswandel zum Wohle aller Menschen und der Umwelt, damit die Erde auch in Zukunft ein lebenswerter Ort bleibt.

Ja, aber…warum sind Naturfasern noch mal nachhaltig?

Donnerstag, 11. April 2013

Heute ist Tag 4 der Woche der Nachhaltigkeit. Ich habe mich nochmals gefragt, warum Naturfasern, die wir ja bei hessnatur ausschließlich verarbeiten, nachhaltig sind. Dafür ist ja diese Woche da, um einen ein wenig aus dem Alltagstrott zu schubsen und neue Denkanstöße zu geben. Jedenfalls bin ich auf einen Artikel der Initiative People for Future gestoßen. Er heißt: „Warum sollte Kleidung nachhaltig sein?“ und ist sehr lesenswert. Am Seitenrand gibt es einen kleinen Infokasten, in dem vier kleine Fragen stehen, die es in sich haben:

Wusstest Du, dass…

  • …synthetische Kleidung aus Erdöl besteht?
  • …jährlich 30.000 Menschen bei der Baumwollproduktion sterben?
  • …ein Viskosehersteller so viel Abwasser produziert wie eine Stadt mit 50.000 Einwohnern?
  • …eine Näherin an einer Jeans für 100 Euro gerade mal 1 Euro verdient?

Bei hessnatur können wir auf die Fragen antworten mit:

Ja, aber…

  • …wir fertigen und vertreiben nur Kleidung aus naturbelassenen Naturfasern.
  • …wir unterstützen den nachhaltigen Anbau von Biobaumwolle.
  • …für uns kommen Kunstfasern nicht in die Tüte bzw. in die Kollektion.
  • …wir garantieren, dass unsere Näherinnen zu sozialen Bedingungen arbeiten und fair bezahlt werden.

Doch was heißt “naturbelassene Naturfasern”? In unserer aktuellen Sommerkollektion finden sich vier textile Fasern, deren umwerfende Eigenschaften vorzustellen sich immer wieder lohnt:

Da ist einmal die Baumwolle. Sie gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird vermutlich seit mehr als 6000 Jahren angebaut. Sie ist besonders saugfähig und sehr zart auf der Haut. Ihre Zugfestigkeit macht sie besonders pflegeleicht: Man kann Biobaumwolle problemlos häufig in der Maschine waschen. Baumwolle ist im konventionellen Anbau sehr spritzgift- und bewässerungsintensiv. Der ökologische Anbau von Baumwolle trägt erheblich dazu bei, diese Umweltbelastungen zu vermindern, wenn nicht sogar zu vermeiden.

Leinen ist ebenfalls eine uralte Kulturpflanze. Seine langen Fasern sind kühlend und atmungsaktiv, schmutz-unempfindlich und langlebig. Lieder wird bisher nur circa ein Prozent des weltweit produzierten Leinens kontrolliert biologisch angebaut. hessnatur ist im Jahr 2006 Mitinitiator des Hessen-Leinen-Projektes gewesen, für das seither Bauern in Mittelhessen die vergessene Tradition des ökologischen Leinenanbaus wieder aufleben lassen.

Hanf ist eine der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe. Er kann bis zu vier Metern in nur 100 Tagen wachsen. Dabei ist er aber robust und verlangt per se kaum nach Pestiziden und Herbiziden. Kleidung aus Hanf ist kühl, robust, mit einem Glanz, der an Leinen erinnert und sehr strapazierfähig.

Seide gehört wie die Wolle zu den tierischen Faserstoffen. Im Unterschied ist die Seide zur Wolle jedoch kein Haar, sondern ein Faden, den die Seidenraupen spinnen. Die Bezeichnung Bio-Seide weist darauf hin, dass die Maulbeerbäume für die Seidenzucht kontrolliert biologisch angebaut werden. Naturbelassene Seide ist von allen Textilfasern der menschlichen Haut am ähnlichsten ist. Seide sagt man eine hautberuhigende, temperaturausgleichende Wirkung nach, die Feuchtigkeit schnell weiterleitet. Gerade für Menschen mit empfindlicher Haut ist sie besonders zu empfehlen.

Naturbelassene Naturfasern sind nachhaltig, weil sie umweltfreundlich in der Erzeugung sind, weil sie Menschen im Anbau und der Produktion keinen Schaden zufügen und gesund sind, um sie auf der Haut zu tragen. Und zu guter Letzt sind sie zu 100% biologisch abbaubar, womit sich der Kreislauf der Nachhaltigkeit schließt.

Zu Tisch, zu Tisch!

Dienstag, 9. April 2013

„Treffen wir uns in der Cafete?“. Das ist ein Satz, den man gar nicht so selten im Hauptsitz von hessnatur in Butzbach hört. Gemeint ist der helle Saal mit der langen Theke, auf der das Küchenteam jeden Mittag zwischen 12 und 14 Uhr allen Mitarbeitern ein Bio-Essen serviert. Zur Auswahl stehen drei Menüs, davon ein erklärt vegetarisches. Und schon morgens gibt es dort auch ein leckeres Frühstück.

An einem normalen Wochentag könnte der Speisezettel so aussehen: Tortelloni mit Spinat und Ricotta gefüllt in Tomatensoße. Hackbraten mit Rahm-Wirsing und Kartoffeln. Aber das ist natürlich längst nicht alles. Da gibt es eine Salatbar mit grünem Salat, gemischtem Salat, möglicherweise gegrillten Zucchini und Auberginen mit Schafskäse. Oder ein Couscous-Salat. Außerdem gibt es in den Servierpfannen immer noch etwas Unerwartetes. Vielleicht einen Reis und noch eine Teigtasche mit Spinat gefüllt? Ganz wichtig ist auch der Nachtisch, der auf einem Tisch in der Mitte des Raumes steht. Da wird mal Vanillecreme mit Kirschen und Krokant serviert, eine hausgemachte Tiramisu oder einen Streuselkuchen.

Der Küchenchef erzählt

Thomas Wolf ist unser Küchenchef. Seit 1992 sorgt er täglich dafür, dass das Bio-Essen in der Cafeteria auf den Tisch kommt. Von ihm erfahre ich auch, was es heißt eine nachhaltige Betriebskantine zu führen. Das interessiert mich ausgerechnet jetzt, weil vom 8. bis 12. April die bundesweite Woche der Nachhaltigkeit läuft.  Thomas Wolf erzählt: „Das fängt damit an, dass wir in der Küche Wert darauf legen, nicht nur Bio-, sondern auch vorzugsweise regionale Produkte zu verarbeiten.“ Obst und Gemüse bezieht der Küchenchef über den Bio-Großhandel Phönix im benachbarten Rosbach. „Phönix macht transparent, woher die Erzeugnisse kommen, so können wir sicher sein, dass wir ganz regional einkaufen“, sagt der Küchenchef.

Fleisch dagegen bezieht er aus Alsfeld von der Hephata Hessisches Diakoniezentrum. „Der Betrieb arbeitet mit Behinderten und Menschen zusammen, die sich über die Arbeit sozial rehabilitieren können“, so Wolf, „das passt ja sehr gut zu uns.“ Denn die Küche in Butzbach ist ein Ausbildungsbetrieb, wo Köche und Beiköche ausgebildet werden, auch solche mit Lernbehinderungen oder sprachlichen Defiziten.

Optimierte Resteverwertung

Die Essensreste gingen bis vor einigen Jahren an einen Bauern, der sie einkochte und an seine Schweine verfütterte. Das sei heute leider nicht mehr möglich, bedauert Wolf, da gesetzliche Bestimmungen Vorschriften machten, die der Bauer nicht habe erfüllen können. So wandern die Speisereste mittlerweile mit dem übrigen Bio-Müll von hessnatur in die 20 Kilometer entfernte Biogasanlage in Wölfersheim-Berstadt, wo sich der ökologische Kreislauf der in der Kantine verbrauchten Lebensmittel schließt.

Es gäbe noch sehr viele Details zu berichten, die Teil im Gefüge nachhaltigen Wirtschaftens in der  hessnatur-Küche sind. Aber wichtig wäre Thomas Wolf noch ein ganz anderer Aspekt der Nachhaltigkeit, nämlich das Soziale. „Wir, das Küchenteam, spüren, dass das gemeinsame Essen den Mitarbeitern bei hessnatur richtig gut tut. Da können Interna quasi auf dem kürzesten Dienstweg erledigt werden, aber auch für private Gespräche gibt es Raum. Das ist ja auch wichtig zum Kennenlernen“, sagt er. Die soziale Ursituation, nämlich gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen und zu reden, das sei ein wesentlicher Aspekt der Betriebskantine, so Wolf. „Und wir unterstützen die Mitarbeiter natürlich auch gerne darin, sich wohlzufühlen.“ So etwa beim wichtigsten Küchenevent des Jahres, der Weihnachtsfeier. Dann wird der ganze Speisesaal festlich geschmückt, das Küchenteam zaubert ein hinreißendes Vier-Gänge-Menü mit einer berüchtigten Auswahl an Desserts. „Für hessnatur ist das Weihnachtsgeschäft sehr wichtig und auch anstrengend. Und wenn dann alle platt sind von dieser Anstrengung, ist es uns eine besondere Freude, die Mitarbeiter mit einem ganz besonderen Bio-Essen zu verwöhnen.“

Bundesweite Woche der Nachhaltigkeit und Themenwoche „Konsum“

Montag, 8. April 2013

In dieser Woche findet von Montag, 8. April bis Freitag, 12. April die 4. bundeweite “Woche der Nachhaltigkeit” statt. Auf der Internetseite der Woche gibt es Informationen zu deutschlandweiten Nachhaltigkeitsveranstaltungen und Aktionen.

In diesem Jahr feiert der Begriff „Nachhaltigkeit“ übrigens Jubiläum: Er entstand vor genau 300 Jahren, als im Jahr 1713 Hans Carl von Carlowitz das erste Mal von Nachhaltigkeit in Bezug auf die Forstwirtschaft sprach. Für ihn bedeutete das, dass nicht mehr Holz aus den Wäldern entnommen werden darf als auch wieder nachgepflanzt wird und nachwächst.

Mit dem Thema nachhaltiger bzw. auch nicht nachhaltiger Konsum befasst sich in der Woche der Fernsehsender 3sat, hinterfragt das Leben im materiellen Überfluss, zeigt aber auch Gegenentwürfe. Auf dem Programm stehen in dieser Woche u.a. heute Abend „Die 20 größten Konsumsünden“, der Dokumentarfilm „Supersize Me“ und die Reportage „Schmeiß weg, kauf neu – warum nicht mehr repariert wird“. Eine Übersicht mit allen Sendungen der Themenwoche in 3sat findet Ihr hier.