Artikel mit den Tags "Nachhaltigkeit"

Gemeinsam sind wir stark!

Mittwoch, 27. April 2011

Vielfalt erleben – unter diesem Motto haben wir in den letzten Wochen gemeinsam mit Alnatura und vielen gleichdenkenden Unterstützern aufgerufen, eine Petition zu unterschreiben.

Und ja, es ist geschafft: Unsere Petition hat deutlich mehr als die benötigten 50.000 Unterschriften zusammen bekommen! Das bedeutet, dass wir unser erstes Etappenziel erreicht haben: Die Petition erfüllt die Anforderungen für eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Der Petent Felix Prinz zu Löwenstein vom BÖLW kann die Forderungen der Petition dort persönlich vortragen und diskutieren; stellvertretend für uns alle, die wir das Anliegen der Petition unterstützen und für alle Bürgerinnen und Bürger, die Genfood ablehnen.

Der Deutsche Bundestag möge die Bundesregierung damit beauftragen, dafür einzutreten, dass die Europäische Union die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen zum Anbau aussetzt (Anbau-Moratorium), und er möge in Deutschland die gesetzliche Grundlage für den regionalen Ausschluss gentechnisch veränderter Pflanzen aus der Agrarkultur schaffen.“ (Einleitung des Antrags)

Aktuell können wir von etwa 68.000 Stimmen ausgehen. Über 40.000 Unterstützer haben bisher online gezeichnet und rund 27.000 haben die Petition handschriftlich unterschrieben. Wir freuen uns mit den Initiatoren über dieses tolle Ergebnis! Das konnten wir nur gemeinsam schaffen. Tausend Dank an alle, die die Initiative unterstützt haben.

Übrigens: Die Petition kann auch jetzt noch gezeichnet werden. Die insgesamt sechswöchige Frist endet erst am 10. Mai. Je mehr Stimmen wir bis dahin zusätzlich erreichen, umso deutlicher ist das Signal an die Politiker. Also, bitte zeichnet jetzt!

Jeansherstellung ohne Sandstrahltechnik!

Freitag, 8. April 2011

Anlässlich des gestrigen Weltgesundheitstages der WHO rief die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) zum weltweiten Verbot der tödlichen Sandstrahltechnik bei der Jeansverarbeitung auf. Seit Herbst 2010 kämpft die Organisation für Aufmerksamkeit und Aufklärung über dieses Tod bringende Verfahren; wir berichteten.

Mit der Sandstrahltechnik werden die fertig genähten Jeans mit modischem „Used-Look“ versehen. Abgewetzte Stellen sollen erzeugt werden, die der Jeans eine Optik geben, als hätte sie schon ein Leben gehabt vor ihrem Verkauf. Wer diese Arbeit macht, setzt sich extrem feinem Staub aus und erkrankt in kürzester Zeit an der tödlichen Krankheit Silikose. Tausende leiden in Hersteller-Ländern wie der Türkei, Pakistan, China, Bangladesch oder Ägypten an dieser gefährlichen Lungenerkrankung.

Wahnsinn, oder?! Während uns hier die neue heißgeliebte und abgewetzte Jeans cool und sexy aussehen lässt,  tötet sie auf der anderen Seite der Welt diejenigen, die sie herstellen. Seit dem Aufruf der CCC gegen die Sandstrahltechnik haben eine Vielzahl an Herstellern ihre Produktionen umgestellt und verzichten auf das gefährliche Ausrüstungsverfahren.

Dass es auch anders geht, zeigt hessnatur. Unser Bio-Denim wird mit Enzymen gewaschen, bzw. ver-waschen. Das funktioniert und kostet weder Umwelt noch Menschenleben. Es geht also. Und damit stellt sich für mich die Frage, warum es mit einem Verbot so lange dauert.

Letztendlich entscheiden wir Verbraucher. Mit jedem Kauf können wir unsere Stimme abgeben und zu- oder dagegen stimmen. Ich jedenfalls stimme für faire Arbeitsbedingungen und gesunderhaltende Arbeitsweisen. Ihr auch?!

Alles andere als alltäglich …

Donnerstag, 3. März 2011

… steht auf der Homepage der Hotel- und Thermenanlage Rogner Bad Blumau zu lesen und genau davon können wir heute berichten: hessnatur ist in dieser herrlichen Hundertwasser-Hotelanlage in Österreich praktisch täglich anzutreffen. „Hier sollen sich nicht nur die Gäste wohl fühlen, sondern auch die Mitarbeiter“, eröffnete die Eigentümerfamilie Rogner in der vergangenen Woche eine hausinterne Veranstaltung. Es ging darum, neue Mitarbeiterkleidung an Kolleginnen und Kollegen zu verteilen. Der Philosophie des Hauses entsprechend wurde dies begleitet von einer kleinen Zeremonie, in der 65 der insgesamt 300 Mitarbeiter ihre von hessnatur geschnürten Pakete in Empfang nahmen.

Mit hessnatur war der geeignete Partner für die Umsetzung des Projekts „Mitarbeiterkleidung Neu“ schnell gefunden. „Qualitativ hochwertige, ökologisch und sozial verträglich produzierte Kleidung verstehe ich als eine Investition in das Wohlbefinden eines jeden einzelnen Mitarbeiters und als einen kleinen Beitrag zu einer besseren Welt“, erläuterte Robert Rogner jun. seinen Entschluss, auf Naturtextilien bei der Mitarbeiterkleidung zu setzen

Wolf Lüdge war selbst angereist zu diesem außergewöhnlichen Event und konnte die Freude der Mitarbeiter über die neue Kleidung miterleben. Sie selbst hatten für die jeweils unterschiedlichen Arbeitsbereiche passende Modelle aus dem aktuellen Katalog ausgewählt: Die Empfangsdamen wählten ein Kleid und eine Weste aus der Capsule-Kollektion von Eviana Hartman (Foto oben), für den Wellness- und Badebereich gab es eigene, dem Bedarf angepasste Shirts und Sweats aus reiner Bio-Baumwolle (Foto rechts).

„Wenn man weiß, dass bei der Produktion von Kleidung Menschen krank werden und  sterben, und dass 25% des weltweiten jährlichen Insektizidverbrauchs für den Baumwollanbau aufgewandt werden, obwohl weltweit nur 2% der gesamten Ackerfläche dafür genutzt werden“, so Robert Rogner jun., „dann kann man nicht einfach wegschauen. Insbesondere dann nicht, wenn – so wie bei uns in Blumau – Ehrlichkeit, Bewusstheit, Menschlichkeit und der sorgsame Umgang mit der Natur im Mittelpunkt stehen“. Auf verschiedenen Ebenen kann so Stück für Stück Veränderung einsetzen. „Jeder kann etwas bewegen“, ist hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge überzeugt. „Es genügt, einfach mal im Kleinen anzufangen – vielleicht beim Kauf des nächsten T-Shirts. Schließlich hält ein ökologisch hergestelltes T-Shirt 7 qm Ackerfläche giftfrei. Bei jährlich rund 2,5 Millionen verkauften T-Shirts käme da einiges zusammen.”

In Bad Blumau kommt auf jeden Fall jetzt ein Vielfaches der 7 qm zusammen. In Wellness und Spa, bei Kunst und Kultur – eben alles andere als alltäglich.

Seifenkraut: Zum Waschen gut!

Montag, 21. Februar 2011

Ich bin ja wirklich offen für alle möglichen neuen Ideen, Innovationen und … ja, ich probiere auch grundsätzlich erst mal alles aus. Hmmm, aber beim Wäsche waschen bin ich schon so ein bisschen Gewohnheitstier. Deshalb war auch meine Neugier gepaart mit jeder Menge Skepsis, als ich das „Seifenkraut-Waschmittel“ mit nach Hause nahm, um einen Test damit durchzuführen.

Beim ersten Waschversuch an der heimischen Waschmaschine hatte ich mich erst einmal für eine Ladung T-Shirts von meinen Kids entschieden. Nicht sehr schmutzig, aber eben getragen. Die Waschmittelmenge von nur einem Deckel erschien mir auch recht wenig. (Natürlich dachte ich daran, die Menge zu erhöhen. Damit, wenn die Waschkraft dieses Naturproduktes nicht so gut  wirken würde, die etwas größere Menge das Ganze ausgleichen könnte). Aber ich rief mein Vorurteil zurück und ließ mich auf die vorgeschriebene Menge ein. Wie sonst sollte ich Euch hier im Blog einen echten Bericht abliefern können?!

Also, was soll ich sagen: Das Ergebnis war mehr als beeindruckend! Die T-Shirts waren sauber, sie dufteten frisch, aber nicht parfümiert – genau so, wie wir es lieben. Das nächste Opfer wurden unsere beiden Badezimmervorleger, die mal weiß waren. Schon etwas betagt erfüllen sie noch völlig ihren Zweck. Die kamen bei 60°C in die Maschine, auch mit einer Kappe Seifenkraut. Das Ergebnis überzeugte mich dann wirklich: die Vorleger waren wieder richtig schön weiß geworden!

Jetzt seid Ihr dran. Ich kann Euch nur ans Herz legen: Probiert es aus! Pure Natur – aus den „sämtlichen Pflanzenteilen des Seifenkrauts entsteht eine milde Seifenlauge, so mild, dass sie auch heute noch zum Waschen von antiken Stoffen und Teppichen verwendet wird. Diese hervorragende Eigenschaft nützen wir gezielt in diesem Waschmittel für alle Temperaturbereiche und Stoffarten.“ So lautet die Info des Herstellers dazu.  Von mir gibt’s die Note: „Überzeugt!“ dafür. Meldet Euch gerne mit Kommentaren, falls Ihr schon „User“ seid!

Erschreckend: Selbstmorde indischer Bauern

Donnerstag, 27. Januar 2011

Es ist nicht das erste Mal, dass wir von so vielen Selbstmorden indischer Bauern hören und lesen. Entweder ist es der ausbleibende Regen, der das vertrocknete Land in Armut und Hunger versinken lässt. Oder Meldungen, die von dramatischer Überschuldung aufgrund teurer Preise für genmanipuliertes Saatgut sprachen. Selbstmorde der indischen Bauern, die Folge der totalen Ausweglosigkeit.

Wie wir im Stern-onlineticker vom Montag lesen konnten, haben sich durch eine extreme Trockenheit in 2009 bis heute mehr als 17.000 Menschen das Leben genommen. Vor allem in den drei Bundesstaaten Maharashtra, Karnataka und Andhra Pradesh im Süden und Westen des Landes, war dort zu lesen. Grund: Der fast ausgebliebene Monsunregen 2009 und die darauffolgende magere Ernte. Der Umweltminister hat jetzt die Bauern aufgerufen, auf Bio-Anbau umzustellen. Grund zur Hoffnung? Für uns schon, denn die Anbauflächen für Bio-Baumwollanbau sind durch den Anbau genmanipulierter Sorten extrem gefährdet. Und, aber das ist meine persönliche Einschätzung: Wenn ein Land wie Indien, das früh und besonders expansiv auf genmanipulierten Anbau umgestellt hat, jetzt wieder davon abschwört, setzt das möglicherweise weltweit Zeichen.

In einem Artikel in The Telegraph, India, im Januar 2010, ist die Rede von der schwierigen Situation neuer Schädlinge, die über die neuen, genetisch veränderten Sorten herfallen würden.  Betroffen etwa 90% der Baumwoll-Anbaufläche übrigens. Die Baumwoll-Produktivität ginge, laut diesem Artikel in den letzten drei Jahren deshalb auch deutlich zurück: von 560kg/ha in 2007, über 520 Kg/ha in 2008 zu 512 Kg/ha in 2009. Nach einem verheerend trockenen Jahr folgte nun eine noch schlechtere Ernte. Laut einer Freundin, die sich in Indien für den Erhalt der natürlichen Kamelhaltung und das Zusammenleben der Menschen mit ihren Tieren einsetzt, sind besonders die Bauern von dieser absoluten Ausweglosigkeit betroffen, die keine Viehbestände mehr hätten. Ein Zusammenhang, der noch kaum bewertet und beschrieben wurde.

Indien, auch ein Land, das sich einem vermeintlichen Bio-Baumwoll-Skandal stellen musste. Ein Land, das jetzt möglicherweise wieder auf Bio-Anbau setzen wird. Das würde bedeuten: Bio-Baumwollanbau in Fruchtfolge, Nutzung natürlicher Regenmengen, kein Einsatz umweltschädigender Pestizide und Herbizide und eine Ernte von Hand ohne Einsatz von Entlaubungsmitteln. Wir können nur die Daumen drücken!