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Am Sonntag ist Welt-Lepra-Tag

Freitag, 28. Januar 2011

Übermorgen, am Sonntag, 30. Januar ist der Welt-Lepra-Tag. Seit seiner Gründung im Jahr 1954 durch den Franzose Raoul Follereau findet dieser Tag in vielen Ländern immer am letzten Sonntag im Januar statt. Die Idee des Gedenktages ist, Menschen auf der ganzen Welt auf die Krankheit Lepra und die Not der Opfer aufmerksam zu machen.

Auch wir bei hessnatur beschäftigen und mit dem Thema. Seit Jahren arbeitet hessnatur mit dem Projekt New SADLE in Nepal zusammen. New SADLE ist eine so genannten NGO, zu deutsch Nicht-Regierungs-Organisation, die sich für die Reintegration von Leprakranken einsetzt. Und dies in ganz besonderer Weise: Neben der medizinischen Betreuung der Leprakranken, bekommen diese Arbeit in der Textilindustrie. Gemeinsam mit gesunden Menschen fertigen sie u.a. für hessnatur Webware. So erzielen sie ein Einkommen und können sich ein Leben in der Hauptstadt Kathmandu leisten. Am Rande von Kathmandu befinden sich auch die Werkstätten und die Krankenstation von New SADLE. Das Konzept des Vereins geht noch weiter: Im Rahmen verschiedener Road-Side-Kliniken werden Menschen fernab der Hauptstadt medizinisch betreut. Für die Älteren gibt es außerdem ein Altenheim, die Kinder sind in Kindergarten und Schule untergebracht.

Im Weihnachtskatalog 2010 hat hessnatur drei feine Pashmina-Schals angeboten – große Tücher, in die man sich richtig schön einkuscheln kann. Aus Kaschmir, Seide und Schurwolle, von Hand gewebt. hessnatur hat versprochen, mit jedem verkauften Pashmina-Schal eine Spende von zwei Euro direkt an New SADLE weiterzureichen: 1.037 Schals haben Sie gekauft, und damit konnten mehr als 2.000 Euro auf das Konto des Vereins überwiesen werden. New SADLE hatte uns vorab mitgeteilt, dass eine der Road-Side-Kliniken dringend weiteres medizinisches Zubehör für einen Operationssaal braucht. Dafür soll nun die Spende eingesetzt werden. Von der Umsetzung vor Ort werden wir natürlich hier im Blog berichten.

Aktuell in der Frühjahr/Sommer-Kollektion gibt es von New SADLE einen Schal aus Bananenfaser und Bio-Baumwolle, den meine Kollegin Dagmar hier im Blog schon vorgestellt hat. Außerdem einen Häckelschal aus reiner Seide. Farbenfrohe Accessoires gefertigt in authentischer Handarbeit. Ein Muss für jeden, der ein tolles Accessoire tragen und damit ein Zeichen für solch ein förderungswürdiges Projekt setzen möchte. Als Botschafter können Sie so die Idee des Welt-Lepra-Tages weitertragen und auf die Not der Opfer der Krankheit Lepra sowie Lösungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Genial: Ein Schal aus Bananenfasern

Mittwoch, 12. Januar 2011

Es klingt doch wirklich verrückt: Fasern aus der Bananenpflanze werden zu einem textilen Faden, ja zu so genannter „Bananenseide“ sogar! Die Banane – als Frucht lieben wir sie seit dem 17. Jahrhundert. Dass sie auch Fasern bildet, die für die Textilproduktion einsetzbar sind, war lange Zeit unbekannt. Rolf Heimann, unser Leiter für Innovation und Ökologie, überraschte uns jetzt mit einem „Mitbringsel“ aus Nepal, einem gewebten Schal aus dieser Bananenseide vom Lepra-Verein New SADLE, den wir schon seit Jahren mit Ihrer Hilfe unterstützen.

Von dort kommen die edlen Pashmina-Schals, die aufgrund ihrer hohen Qualität und der Möglichkeit, sich sozial zu engagieren, so beliebt sind. Rolf Heimann ist Gründungsmitglied des deutschen Trägervereins und reist regelmäßig nach Kathmandu. Lepra-Kranke, Geheilte, Versehrte und gesunde Menschen arbeiten in den New SADLE-Werkstätten zusammen. Die Lepra-Kranken fühlen sich dadurch nicht mehr außerhalb der Gesellschaft, pflegen eine tragende Gemeinschaft und zeigen auch mit ihren Produkten, wie wertvoll ihr Dasein für die Gesellschaft ist.

Die Bananenfaser erinnert an Wildseide. Nach der Ernte der Bananen werden aus dem Stamm der Pflanze die langen Faserhaare herausgewaschen, aus denen dann das feine Garn gesponnen wird. Im Grunde ist es eine Verwertung von Überflüssigem, ja Müll, denn die Bananenpflanzen werden nach der Bananenernte zurückgeschnitten. Diese zusätzliche Verwertung von Pflanzenteilen tut unserer Umwelt besonders gut, es belastet sie nicht weiter. Das Potenzial dieser Pflanzenfaser ist praktisch noch unentdeckt – es ist also eine echte Premiere, diese Faser zu tragen und ihre Eigenschaften kennen zu lernen. Die Idee des Vereins für Leprakranke, regionale Materialien zu verarbeiten und dabei Menschen am Rande der Gesellschaft eine wertschätzende Aufgabe zu geben, ist ganz im Sinne von hessnatur. Eine steigende Nachfrage an der Bananenseide würde für die Menschen in den Dörfern und dem Verein New SADLE eine echte Existenzsicherung bedeuten. Das haben wir selbst nun in der Hand. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie der Schal ankommt und freue mich schon, Eure Kommentare darüber zu lesen.

Übrigens: Ihr findet den Bananenschal zum Bestellen gleich hier!

Unser Pashmina-Schal: Ein Hoffnungsträger für mehr Gesundheit

Freitag, 10. Dezember 2010

Im hessnatur-Adventskalender gibt’s heute einen besonderen hessnatur-Artikel zu gewinnen – den Pashmina-Schal aus unserem Nepal-Projekt mit New SADLE. In den Werkstätten, in denen Lepra-Kranke und gesunde Menschen zusammen arbeiten, entstehen die feinen Pashmina-Schals: Große Tücher, in die man sich richtig schön einkuscheln kann. Die feinen Edelhaare werden giftfrei in neue, modische Farben eingefärbt, die Schals aus einer Mischung von Kaschmir, Seide und Schurwolle von Hand gewebt.

Jeder verkaufte Schal der Wintersaison 2010 unterstützt ganz konkret ein Projekt vor Ort. Und zwar wird für die Roadside-Klinik Pharping, 15 Kilometer südlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu gelegen, dringend weiteres medizinisches Zubehör für einen Operationsaal benötigt. Das will hessnatur gemeinsam mit seinen Kundinnen und Kunden leisten. Und zahlt deshalb für jeden verkauften Pashmina-Schal den Betrag von zwei Euro direkt an New SADLE. Der Verein profitiert damit nicht nur vom Verkauf der Pashmina-Schals an hessnatur, sondern auch durch die zusätzliche Spende – und kann damit hoffentlich bald das benötigte medizinische Gerät anschaffen.

Roadside-Kliniken“, das sind Krankenstationen, die New SADLE abseits des Kathmandu-Tals in der Nähe wichtiger Verkehrsstraßen eingerichtet hat. Denn nicht jeder Bedürftige kann den Weg auf sich nehmen und nach Kapan kommen. In den Einrichtungen will New SADLE Lepra-Kranken, Menschen mit anderen Krankheiten und auch Schwangeren eine medizinische Betreuung geben.

Der Umgang mit Lepra-Kranken ist in Nepal nicht selbstverständlich. Denn diejenigen, die von der Krankheit betroffen und gezeichnet sind, werden damit lebenslang an den Rand der Gesellschaft gedrängt. New SADLE gibt ihnen ihre Würde zurück. In der medizinischen Einrichtung auf dem Gelände in Kapan, im Osten Kathmandus gelegen, kümmern sich Ärzte und Krankenschwestern um die Patienten, säubern Wunden, desinfizieren, stoppen den heimtückischen Verlauf der Krankheit in vielen Fällen erfolgreich.

Das New SADLE-Konzept funktioniert wie ein Kreislauf: In den eigenen Reha-Werkstätten  werden Produkte gefertigt, die überwiegend in Übersee vertrieben werden. Aus dem Einkommen können das Altenheim, der Kindergarten und auch die Roadside-Kliniken finanziert werden.

Die Leprastation bei New SADLE wurde 1989 vom Verein Nepra e.V. aus Deutschland gegründet. Dass Lepra heilbar ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Und den vielen engagierten Menschen bei New SADLE im Laufe der Jahre Kraft gegeben. Das Projekt findet weltweit Anerkennung und Achtung – und der Pashmina-Schal von hessnatur steht symbolisch für diese Verbindung nach Nepal. Weitere Informationen zu der Förderung dieses Projekt findet Ihr hier auf der hessnatur-Unternehmensseite.

Zurück aus Indien

Mittwoch, 28. April 2010

Ihnen von meinem Vulkan-Stress am Flughafen Mumbai zu erzählen, schenke ich mir. Diese Geschichten kann man ja reichlich nachlesen. Was mich allerdings beschäftigt, ist die rasante Entwicklung in diesem Land.

Dazu erst einmal ein Schritt zurück: Vor meinem Reiseantritt nach Thailand, Nepal und Indien haben mich die Kollegen aus der EDV mit einer dieser hochmodernen Reise-Schreibmaschinen ausgerüstet. Okay, ich weiß, es gibt Tage, da bin ich eine Schande für  die Ingenieurs-Zunft und gehe mit diesen Maschinchen einfach respektlos um. Aber, ich muss sagen, jetzt quasi doch Hochachtung, wenn ich dieses flache, kleine Teil (passt echt in jedes Damenhandtäschchen, wobei ich eine Aktentasche habe, aus Leder, vegetabil gegerbt … ) so mitten in Indien benutzen kann, dann bin ich doch beeindruckt.

Mitten zwischen Ochsenkarren und Shiva-Tempel klappe ich den Deckel dieses Gerätes auf und unterhalte mich dank WLAN und dank Videobild per Skype mit meinen Kollegen im Büro! Hat was! Hat was in Indien, diesem Land der Widersprüche – oder besser Parallelen – , mit Jahrtausende alter Kultur, Religion und Spiritualität  neben genutztem High Tech.

Ich war in mehreren Textilfabriken und war beeindruckt. So habe ich eine hochmoderne Spinnerei besucht: Perfekt ausgestattet, mit Marmorfliesen an den Wänden, um absolute Sauberkeit  und höchste Qualität zu garantieren. Ich war in einer Färberei, auch mit neuesten Maschinen ausgerüstet. Die haben dann auch nach dem hohen GOTS-Standard (Global Organic Textile Standard) gefärbt – wieder beeindruckt! Dieses Land mit dem fast zweistelligem Wachstum entwickelt sich technisch und von Seiten der Infrastrukturen her wirklich rasant.

Was mich beschäftigt ist die Frage, wie die Menschen damit umgehen? Werden sich die Kultur und die geistig spirituellen Werte des Landes halten können? Indien nennt sich selber „Bharat“ = Gods own country. Als ich mich auf einer Autofahrt mit einem jungen indischem Geschäftspartner über das Vedanta unterhalten wollte, hat er mich nur verständnislos angeschaut. Nun, meine subjektiven Wahrnehmungen gingen schon so weit, dass ich den Eindruck hatte, dass die jungen Menschen sehr westlich orientiert sind. Konsumverhalten, Bollywood, aber auch langsam steigendes Umweltbewusstsein. Der exzessive Gebrauch der dünnen, billigen Plastiktaschen ist nun von Seiten der Regierung eingeschränkt worden. Die alten, nicht verrottbaren Teile liegen aber auch zu abertausenden an den Straßenrändern. So genug jetzt. Das lass ich mal so stehen, Blockwarthandbremse sozusagen. Obwohl …

Schöne Grüße und  ein letztes Namaska!

Der letzte Tag in Kathmandu

Montag, 19. April 2010

Habe noch mal richtig Gas gegeben. Wir waren am Morgen zuerst bei Ramesh, dem Färber. Hier wird alles für New SADLE gefärbt, also auch die Produkte für hessnatur. Das hatten wir mal vereinbart. Mit Ramesh habe ich nach und nach seine Farbstoffe von „local dye staff“ auf europäische Farbstoffe umgestellt. Von den europäischen Herstellen bekomme ich dezidierte Sicherheitsdatenblätter. Nach ausgiebigen Test auf Schwermetalle, Formaldehyd etc. haben wir dann die Farbstoffe freigeben können. Auch dieses Mal konnten wir wieder einen Farbstoff optimieren, da Ramesh jetzt über einen neuen Färbeapparat verfügt.

Dann hatten wir einen verrückten Termin: Ich habe mir eine Wollfilz-Produktion angesehen. Herrlich bunte, tolle Produkte! Von Filzhüten, irren Taschen bis Filzkugel-Halsketten hab ich hier so einiges gefunden. Mal sehen, was unsere Designer dazu sagen. Apropos Designer: Frau Hoffman, unsere Designerin für Damenmode, sucht bestickte Baumwollstoffe. Hari hat mir heute einige Entwürfe aus Bio-Baumwolle unter die Nase gehalten – und ich war beeindruckt. Etliche Kartons mit Bio-Baumwolle stehen noch bei New SADLE-Büro, also dann ran!

Heute Nachmittag habe ich dann noch ein Meeting mit Frau Dr. Massmann von der GLS-Zukunftsstiftung gehabt. Habe meinen ganzen Charme aufgebracht und mit ihr über die Notwendigkeit einer Brunnenbohrung in Kapan bei New SADLE gesprochen. Über den dringenden Bedarf des Ultraschallgerätes brauchte ich ihr nichts mehr erzählen, darüber hatten wir, liebe Leserinnen und Leser des Blogs, ja schon gesprochen.

Heute Abend hatten wir noch ein zusammenfassendes Meeting. Das ist immer ganz wichtig bei der Vielzahl der Informationen und Ideen. Dann noch ein gemeinsames Abendessen und eine herzhafte Verabschiedung. Dann geht es weiter nach Indien. Da treffe ich unter anderem einen Projektpartner aus unserem Burkina Faso-Projekt. Die Welt ist klein. „Namaste“ heißt dann „Namaska“.