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Social Business: Der Traum einer besseren Welt

Dienstag, 19. Januar 2010

GCL Website

Am Wochenende kamen sie wieder zusammen: Zum Grameen Creative Lab, diesmal in der Alten Schmelze in Wiesbaden, wo alle TeilnehmerInnen sofort spüren konnten, was social business bedeutet und welche Energie hier freigesetzt werden würde. Ziel ist es, an der Seite von Muhammad Yunus die Armut dieser Welt ins Museum zu verbannen. Die Ideen dazu sind so vielfältig, wie wertvoll. Menschen aller Altersgruppen und mit den unterschiedlichsten Hintergründen erfuhren an diesem Wochenende mit Hans Reitz und Saskia Bruysten, was sich seit dem letzten Lab getan hat. Die beiden hauchen dem Ganzen Leben ein, nehmen uns alle mit auf ihrem Weg zur Realisierung ihrer Vision und bringen Kreative auf einer genialen Plattform zusammen.

GCL WorkshopEs ging an dem Wochenende nicht nur um die Armutsbekämpfung in Afrika – nein, zum Einstieg in die 24 Stunden-Schulkasse zeigte das Team des Lab ein Video über Hartz IV-Schicksale. Also auch Armut in Deutschland im Fokus. Kreativ und schon etabliert stellte uns Carsten sein Projekt der Bücherbrücke für die Mongolei vor. Genial und einfach – und es funktioniert. Die Beispiele, große wie kleine, machen Mut selbst anzufangen. Ideen fallen hier auf einen fruchtbaren Nährboden.

In einzelnen Workshops haben wir aktiv und frei an verschiedenen Themen gearbeitet. Wer mehr dazu wissen möchte, kann hier tiefer einsteigen.

Das Wochenende war unglaublich inspirierend. Durch die Menschen, die Michi und ich kennenlernten. Und durch Hans, Saskia und das ganze Team, die uns entzündet haben für die große Idee. Es wird eine große Welle werden.

Vision Summit 2009 – Die Mauer der Armut soll fallen

Mittwoch, 11. November 2009

Vision Summit
Berlin steht unter dem Motto „Social Business – Another Wall to Fall“. Im Mittelpunkt des Vision Summits die Botschaft, dass die Mauer zwischen Arm und Reich fallen muss. Erklärtes Ziel von Prof. Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger aus Bangladesch: Armut gehört ins Museum!

Bewaffnet mit Visitenkarten ziehe ich in der Mission, mich für eine sozial gerechte und nachhaltige Welt einzusetzen, nach Berlin. Ich bin bereit mich zu vernetzen, auszutauschen und inspirieren zu lassen. Unglaublich, wie viele Menschen den Weg nach Berlin zum Vision Summit finden.

Social Business ist ein Prinzip, mit dem soziale Probleme durch unternehmerisches Handeln gelöst werden. Die Wirtschaft als Diener der Gesellschaft, als Mittel für eine nachhaltige Welt. Erste erfolgreiche Modelle gibt es bereits. So produziert Grameen Danone Joghurt in Bangladesch, welcher mit Nahrungsergänzungsmittel präpariert ist, gut schmeckt und günstig im lokalen Markt zu erwerben ist. Eine tolle Möglichkeit Gesundheit und Business miteinander zu verknüpfen. Und: Erlöse gehen nicht an anonyme Stakeholder – sie werden für die Mitarbeiter, die Gemeinschaft und die weitere nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens eingesetzt. Den „Vision Award 2009“ hat Grameen Danone (neben weiteren) auf jeden Fall verdient.

Als Referenten treffe ich zentrale Vorkämpfer der Nachhaltigkeitsszene wie Dr. Franz Alt, Gerd Leipold, Prof. Günter Faltin, Prof. Götz W. Werner und natürlich Prof. Dr. Muhammad Yunus. In geballter Ladung, von morgens bis spät in die Nacht, erlebe ich drei Tage lang große wie auch kleine Social Entrepreneurs mit ihren Social Business Ideen. Es besteht Konsens unter den Teilnehmern. „Stop talking!“, „Stop blaming!“, „Start acting!”

Symbolisch fallen am Abend des 9. Novembers Dominosteine statt der Berliner Mauer – leider nicht bis zum Ende. Auch ein Zeichen, dass noch viel zu tun ist, um die Mauern zwischen Arm und Reich endgültig zum Fallen zu bringen …

Vom guten Geiste

Freitag, 6. November 2009

Yunus

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein beeindruckender Vortrag von Prof. Muhammad Yunus, gestern Abend im Wiesbadener Kulturzentrum Schlachthof! Das Grameen Creative Lab hatte anlässlich des Deutschlandbesuchs von Yunus dazu eingeladen.

Es ist das erste Mal, dass ich Professor Yunus live, „echt“ erlebe. Das Charisma, das spitzbübische Lachen und das Aufblitzen der Augen, das ich von Fotos und Videos her kenne – all das ist auch hier in Wiesbaden da. Yunus geht auf die Bühne und dieses Gefühl von Präsenz kommt auf – man kennt das ja: Jemand kommt in einen Raum und der Raum ist plötzlich voll.

Wer einen Vortrag erwartet hat, ist fehl am Platz. Professor Yunus spricht, agiert, lacht und denkt nach mit dem Publikum, mit uns. Er nimmt uns mit in die 1970er Jahre, nach Chittagong. Hier hat er an der Universität gelehrt, und in der Nähe in einem kleinen Dorf seine erste Mikrokredite vergeben. U.a. an eine Frau, die Bambus-Stühle herstellt und sich – um den Bambus kaufen zu können – Geld von einem Geldverleiher leiht. Als Gegenleistung muss die Frau ihm die Stühle abliefern. Die dann von ihm zu einem wesentlich höheren Preis verkauft werden. Das will Yunus nicht verstehen – und recherchiert, wer in dem Ort noch abhängig vom Geldverleiher ist. Schließlich vergibt er 27 Dollar in Kleinkrediten an 42 Dorfbewohner. Die damit ihr eigenes, unabhängiges Geschäft starten können. Losgelöst vom Geldverleiher. Und: alle zahlen ihren Mikrokredit an Yunus zurück.

Yunus setzt seine Vision, den Armen Geldmittel zu verschaffen, fort. Er lernt dabei vom weltweiten Bankensystem, wie er uns erzählt. Denn er macht beim Aufbau von Mikrokreditprogrammen genau das Gegenteil von dem, was Banken und Kreditinstitute machen: Darlehen an Reiche – Yunus vergibt Kredite an Arme. Kreditnehmer klopfen bei den Banken zwecks Darlehen an – Yunus geht auf die Menschen zu und bietet Hilfe an. In Bangladesch kriegen im Grunde genommen nur Männer einen Kredit – Yunus stellt Kredite für Frauen bereit.

„Es sind nicht die Armen, die Armut verursacht haben“, sagt Yunus. Bis 2030 will er die Armut weltweit ins Museum verbannen. “Start to re-design the system”, fordert dafür der Visionär. Das sei die Chance, die uns die Krise jetzt auch biete.

Von diesem guten Geiste, der von Wiesbaden ausgeht, lassen sich hoffentlich viele anstecken. Mit dem Ansatz von Social Business – dem sozialen Unternehmertum – hat Yunus schon vor den Schwächen der Wirtschafts- und Finanzkrise den Beweis angetreten, dass es auch anders geht. Das Unternehmertum ist nicht auf Gewinnmaximierung aus, sondern will Nöte lösen, will Armut und Elend bschaffen. Und will vor allem eins sein: menschenwürdiger.

Video von Dr. Muhammad Yunus zu Social Business

Dienstag, 5. Mai 2009
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Hier kommt ein interessantes Video von Dr. Muhammad Yunus, dem Gründer der Grameen Bank in Bangladesch. Ich habe es in Wiesbaden beim Treffen des Grameen Creative Lab gesehen. Dr. Yunus, der für seine Verdienste um Mikrokredite mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, erklärt anschaulich die Prinzipien des so genannten “Social Business”, des sozialen Unternehmertums.