Artikel mit den Tags "soziales"

Statement-Shirts: “Du bist, was du trägst”

Mittwoch, 3. März 2010

Statement-Shirts sind ja im Grunde genommen wie Aufkleber: Sie erzählen Gott und der Welt, woran wir glauben, was wir hoffen, was wir gut und schlecht finden und überzeugen im besten Falle auch andere, sich für sinnvolle Sachen zu engagieren.

Von Montag bis Freitag in der nächsten Woche wollen wir Euch hier im Blog fünf von unseren Statement-Shirts vorstellen. Jeden Tag eins. Jedes für sich hat eine eigene Botschaft auf kreative Art und Weise, die sich dafür stark macht, die Welt ein bisschen zu verbessern. Wir laden Euch ein, mit Eurem Kommentar Euren Favoriten zu wählen – und sind gespannt auf Eure Meinungen!

Und vergesst nicht: Wenn jede Person auf der Welt Abstand nimmt von T-Shirts aus konventioneller Baumwolle und Produktion und stattdessen T-Shirts aus Bio-Baumwolle trägt, die fair hergestellt sind, kann jeder einen Beitrag dazu leisten, die Umwelt als auch die Lebensumstände von vielen vielen Menschen zu verbessern. Denn: Kleidung ist mehr als nur etwas “zum Anziehen”. Es ist die klare Entscheidung für einen nachhaltigen Lebensstil.

P.S. Einige Kolleginnen und Kollegen haben heute schon mal für die Statement-Shirt-Woche geprobt und – passend zum schönen Wetter in der Wetterau – ihre Statement-T-Shirts angezogen :-)

Aktive Entwicklungshilfe: Mittagessen in der Schule

Montag, 15. Februar 2010

Schulspeisung

Können Sie sich noch erinnern? In unserem Katalog Herbst/Winter 2009 haben wir Ihnen eine völlig neue Art der Neukunden-Prämie zur Auswahl gestellt. Statt einem Geschenk oder einem Gutschein in Höhe von 20€ konnten Sie sich dafür entscheiden, den Gegenwert Ihrer Prämie für das Mittagessen eines Schulkindes in Komadougou, einem unserer Bio-Baumwoll- Anbau-Dörfer in Burkina Faso, zu spenden. Hessnatur legte die gleiche Summe obendrauf und konnte jetzt den stattlichen Betrag von 2850€ an die Schule dort überweisen.

Es ist also geschafft! Die Kinder bekommen jetzt jeden Mittag ein warmes Essen. Sie müssen nicht über manchmal mehrere Kilometer, meist barfuß, nach Hause laufen, um dort eventuell etwas zu essen. Meist reicht das Essen in den Familien gar nicht für alle.

„Die Lernergebnisse werden sich verbessern, wenn die Kinder in der Schule bleiben können und den Nachmittag nicht hungrig verbringen müssen,“ verspricht sich der Direktor der Schule Ouba Domènique, der die Schule seit 2004 leitet. Jetzt sind also alle 375 Schulkinder für knapp drei Monate mit Mittagessen versorgt. Ein Ergebnis, das unsere Erwartungen übertrifft. hessnatur sagt Danke!

Wie einfach es ist zu helfen, zeigt diese kleine Aktion; wir freuen uns mit der Schule dort. Die Kinder profitieren doppelt: einmal über ein ausgewogenes Mittagessen und zum anderen über Bildung, die ihnen in der Zukunft helfen wird, aus der Armut herauszukommen.

Machen Sie bitte weiter.  Gemeinsam schaffen wir es, die Schulkinder weiter zu unterstützen. Hier geht es zur Freundschaftswerbung und zur Prämienauswahl.

Die Erinnerung an Mitmenschlichkeit

Dienstag, 2. Februar 2010

ARK Website

Ich bin auf eine total verrückte Idee und deshalb so inspirierende Seite gestoßen, die kann ich Euch nicht vorenthalten: http://www.arkhq.com. Ark steht für “Act of random kindness”. Ein junger Ire mit einer genialen Idee: Tu jeden Tag ein gutes Werk. Gib Deinen Platz im Bus her, kaufe einem Fremden einen Kaffee, verschenke High-Fives, lade einen Obdachlosen zum Essen ein. Mit einem T-Shirt-Aufdruck erinnert das junge Ark-Team beim Anziehen schon daran: Es ist ganz einfach! Jedes Mal, wenn Du das T-Shirt trägst, lass Dir was einfallen und tu was Gutes!

Ja, wir könnten mehr davon brauchen! Das Leben in den Städten bedarf mehr Menschlichkeit und Anteilnahme. Hinschauen statt wegschauen sollte Motto sein.

In meinem Mail-Austausch mit Niall fand ich einen Satz, der eben auch ganz klar zeigt, wohin es die junge Gruppe mit Ihrer eigentlich simplen Idee gebracht hat, nämlich zu echten Lebensansichten:

“…we’re more about the recognition that we all have our ups and downs, our on days and our off days but we just want to try and redress the balance a little more towards those moments in life when we see glimpses of what it’s all about.”

Was wohl am Anfang ein Spaß sein sollte, wächst jetzt zu einer echten Marke heran, nachhaltig im wahrsten, menschlichsten Sinne. Wie seine E-Mail endete, kann ich nur zurückgeben:

Keep the faith.

Die „Grünen“ werden 30

Mittwoch, 13. Januar 2010

Die ersten Grünen

Der 13. Januar 1980 war ein folgenschwerer Tag in der Geschichte der deutschen Politik: Die Partei „Die Grünen“ wurden damals in Karlsruhe gegründet. Rechte Baumschützer und gescheiterte Bewegungslinke trafen sich in Karlsruhe zu diesem geschichtsträchtigen Termin. Petra Kelly fasste die Gründungsidee rückblickend so zusammen:

Wir, die Grünen, sind ein historischer Versuch, zugleich “Bewegung” zu bleiben, aber auch Partei zu sein, die “Partei” für diejenigen ergreift , die im herrschenden System vergessen oder unterdrückt werden. So verstehen wir uns unter anderem auch als Vertreter der Minderheiten, der Diskriminierten, der Kranken, der sozial schwachen, der Kinder, der kommenden Generationen, der Tiere und der Pflanzen.


Die Abstimmung in Karlsruhe nach tagelangem Gerangel: 414 der 548 Delegierten stimmten für eine Teilnahme der Grünen an den Bundestagswahlen 1980. Damals scheiterten die Grünen noch an der 5%-Hürde; im März 1983 gelang ihnen dann der Einzug ins Bonner Parlament. Und 1985 wurde Joschka Fischer mit seinen legendären Turnschuhen Umweltminister in Hessen. Bewegende Momente! Und umwälzende dazu. Was haben die Grünen alles in Gang gebracht: Die Frauenquote, das Rotationsprinzip, einfach Gleichberechtigung, schon in den Gremien. Die „grüne“ Politik haben heute alle Parteien auf dem Schirm. Dank der Grünen, die in den letzten dreißig Jahren immer unbequem blieben und den Finger auf viele Wunden legten.

Ich weiß noch, was das bei uns zuhause auslöste: meine politischen Wurzeln haben Joschka und Co. geprägt. Eindeutig. Ansonsten wäre mir, damals 15-jährig, das parlamentarische Leben glatt entgangen. Noch heute zehre ich von den heftigen Diskussionen, die ich von da an mit meinem Vater beim Abendbrot führte. Über die Grünen, ihre „neumodischen“ Ideen, ihre provokante Ablehnung der Kleiderordnung und über das Brechen verstaubter Regeln. Ein Hochgenuss für mich Pubertierende. Und meinungsbildend dazu – besser als jeder schulische Unterricht.

Heute wird die energie- und ökopolitische Aktivitätsbereitschaft durch Aktionisten wie Greenpeace, Campact, über Internetforen und Blogs wieder rebellischer. Das Genmais-Verbot in Deutschland beispielsweise war Dank der vielen Unterschriften ein sichtbar gewordener, von unten gesteuerter Erfolg. In Bewegung bleibt also weiterhin alles, was „grün“ ist und werden muss. Sie sind noch lange nicht überflüssig, die „Grünen“. Inzwischen längst etabliert, doch auch etwas träge geworden – muss ich leider attestieren. Die alternativen Bärte, die Turnschuhe, das Strickzeug. Mir persönlich fehlen die kleinen Provokationen. Ich zähle und warte auf die jungen Grünen, die mit dem Web 2.0 groß werden. Da geht noch was.

„Make money – give money“ – Ideen zu Social Business

Montag, 27. April 2009

Die Themen Grameen, Friedensnobelpreisträger Dr. Muhammad Yunus und Social Business – zu deutsch soziales Unternehmertum – sind in unserem Blog ja schon mehrfach behandelt worden.

Ich knüpfe heute daran an und möchte vom „Klassentreffen“ des Grameen Creative Lab berichten, das am Samstag in Wiesbaden stattfand. Das Grameen Creative Lab ist eine gemeinsame Initiative zwischen dem Yunus Center in Dhaka in Bangladesch (das zur Grameen Stiftung gehört) und Circ Responsibility, einem Tochterunternehmen der Agentur Circ von Hans Reitz. Das gemeinsame Ziel der beiden Initiatoren Yunus und Reitz: Die Bekämpfung von Armut weltweit und deren Auslöschung bis 2030. Dafür bringt das Grameen Creative Lab Mitstreiter zusammen, berät Unternehmen in Sachen Social Business und vernetzt Investoren.

Spannend war es zu erfahren, welche Prinzipien Dr. Yunus dafür aufgestellt hat. Er sieht Social Business gleichberechtigt neben dem traditionellem Unternehmertum. Aber: Social Business verfolgt ein soziales Ziel. Investoren geben Startkapital, verlangen keine Zinsen und bekommen bei Rückzahlung nur ihr eingesetztes Kapital zurück – ohne Dividende. Und: Ein Social Business ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung zum Geld sammeln, sondern zum Geld verdienen, dessen Gewinne wieder in den Ausbau des Geschäfts oder in neue Projekte fließen. Kurz gefasst: „Make money – give money“. In dem Zusammenhang soll Dr. Yunus auch mal gesagt haben: „If you want to change the world – go for it. I go to work“.

Der Tag, der von vielen Diskussionen und Präsentationen in verschiedenen Workshop-Klassen geprägt war, war ungemein inspirierend: Viele Ideen, viele neue und nette Kontakte und viele Mitstreiter, die im sozialen Wirtschaften Sinn und Nachhaltigkeit sehen. Bemerkenswert übrigens die Location des Klassentreffens: eine Hauptschule in Wiesbaden. Die Schüler haben den kompletten Tag organisiert und mit der Schülerband Wahnsinns-Stimmung gemacht – Respekt!

Ich für meine Fälle bin am Samstag Abend mit einem pickepackevollen Kopf voller Ideen nach Hause gefahren! Ein Gedanke hat mich besonders beeindruckt: Es geht in erster Linie darum, konkret mit einer Idee anzufangen und die voranzutreiben. So, wie wir es bei hessnatur mit einem T-Shirt in Bangladesch gemacht haben. Und darauf aufzubauen. „Das ist so wie in der Natur“, hat Hans Reitz erzählt, „die kann auch keine riesigen und ausgewachsenen Bäume pflanzen. Zuerst einmal müssen die Samen verteilt werden – damit beginnt Wachstum.“

In den kommenden Monaten sollen weitere Treffen des Grameen Creative Lab stattfinden – mehr dazu soll es in Kürze auf der Website geben. Ich war am Samstag zum ersten Mal bei einer Veranstaltung dieser Initiative dabei – aber sicher nicht zum letzten Mal. :-)