Artikel mit den Tags "Stil"

Wie kommt der used look auf die Jeans?

Mittwoch, 22. Juli 2009

Ich bin immer noch westlich von Istanbul und versuche herauszufinden, wie der used look auf meine Jeans kommt, die ich anhabe. Die vielen Näherinnen und Näher, welche die einzelnen Denim-Stoffe zu einer Jeans zusammennähen, habe ich bereits kennen gelernt. „Destroy“ ist beim Thema used look ein wichtiges Stichwort (= kaputt machen). Schon ein bisschen merkwürdig, dass Sachen kaputt gemacht werden, damit sie Leute interessant werden. Gleichwohl ist auch dieser Vorgang unglaublich interessant.

Als erstes werde ich in die Laser-Abteilung gebracht. Viele Jeans haben “Streifen” zwischen den Beinen oder an der Hüfte und am Po. Diese werden mit einem Laser eingebrannt. Faszinierend. Doch was ich gezeigt bekommen habe, hat mich wirklich vom Sockel gehauen. Ich habe am Anfang noch nicht ganz verstanden, warum der Bereichsleiter ein Foto von mir machen wollte. Aber warum eigentlich nicht? Mein Foto hat er dann auf einen Rechner übertragen, der die Lasermaschine steuert. Und dann wurde mein Kopf auf ein Stück Jeanstoff gelasert! Tatsache – das bin ich! Eine schöne Erinnerung. An der Wand hängen Leonardo Di Caprio und Angelina Jolie. Auch in Jeans gelasert. In Massenproduktion wird mein Bild nicht gehen – stolz bin ich aber trotzdem!

Die mit Laser behandelte Jeans geht nun weiter in die Waschabteilung. Hier kommen die Jeans zusammen mit kleinen Steinen in riesige Maschinen. Stone Washed-Methode nennt sich das. Dadurch wird die Hose an manchen Stellen heller – der used look ist da. Eine geniale Möglichkeit, diesen Look ohne Sandstrahlen zu bekommen. Zu dieser umweltfeindlichen und für den Mensch schädlichen Methode hatten wir in unserem Blogbeitrag über „Blut-Jeans“ berichtet. Daher freue ich mich, eine für Mensch und Umwelt gesunde Möglichkeit zu finden und im täglichen Gebrauch zu sehen.

Da es heute Trend ist, Hosen mit Löchern zu kaufen, gibt es noch ein paar Mitarbeiter, welche die Hose endgültig “zerstören” dürfen. Mit einer kleinen Schleifmaschine und Schleifpapier werden Risse und Löcher gemacht. Alle Mitarbeiter haben dabei Schutzanzüge und Atemmasken an. Jetzt bekommt die ein oder andere Jeans noch eine Raffung. Dazu werden Teile der Jeans zusammengerafft, geklammert und fixiert. Trendiges Extra.

Ein langer, heißer und erfolgreicher Tag geht zu Ende. Ich bin gespannt, was ich mit meiner Jeans alles erleben werde. Meine Jeans gebe ich so schnell nicht mehr her – auch ein Zeichen von Nachhaltigkeit. Was mich interessiert: Was haben Sie alles mit Ihrer Jeans erlebt? Was macht Ihre Jeans zu einem besonderen Stück?

design for life

Montag, 25. Mai 2009

Ausnahmezustand bei hessnatur. In den letzten drei Wochen fanden hier im Hause Konzeptpräsentationen für den nächsten Frühjahr/Sommerkatalog statt. Da in dieser Veranstaltung über die zukünftige Kollektion entschieden wird, ist dies eine der wichtigsten Veranstaltungen im Rahmen unseres Kollektionserstellungsprozesses. Einen kleinen – wenn auch nur groben – Einblick in diese Abläufe wollte ich heute gerne geben.

Wir arbeiten hier im Haus in den verschiedenen Bereichen immer mindestens an drei verschiedenen Saisons gleichzeitig. Zum Beispiel wickelt die Logistik gerade die aktuelle Frühjahr/Sommer-Saison ab, die Einkäufer kümmern sich um die Anlieferung der Ware für den Herbst/Winter und unsere Designer sind schon ein ganzes Jahr voraus und erstellen die Kollektion für Frühjahr/Sommer 2010.

Zweimal im Jahr, immer für den Hauptkatalog, durchlaufen wir den Prozess für die Kollektionserstellung. Vom Design des Kleidungsstückes bis zum fertigen Muster.
Startschuss zur neuen Saison ist die intensive Analyse der vorherigen Saison. Anschließend werden die Designer auf die nächste Saison eingestimmt oder gebrieft – wie man so schön auf neudeutsch sagt – und sind auf Messen und in Städten unterwegs, um die Trends, z.B. Farben oder Materialien, aufzuspüren. Dies alles in die hessnatur-Kollektion umzusetzen, ist die große Herausforderung an unsere Designer, denn natürlich sind wir aufgrund unserer strengen Qualitätskriterien und auch aufgrund unserer Naturmaterialien in der Umsetzung eingeschränkt. Andererseits wollen wir natürlich nicht nur modische Artikel im Sortiment haben und müssen auch nicht jeden Modetrend mitmachen. Die schönen Naturmaterialien und ihre exotischen Mischungen bieten sich doch auch besonders für zeitlose, langlebige Mode und Basics an.

In der Konzeptpräsentation, die ca. sechs Wochen nach den Analysen stattfindet, stellen die Designer dann bereits die Zeichnungen der Produkte vor und haben Stoffmuster und Farblaschen dabei. In diesem Gremium wird entschieden, ob und in welcher Form das Produkt in die Kollektion aufgenommen wird. Vertreten sind in dieser Sitzung natürlich die Designer, die Geschäftsleitung sowie die Bereiche Innovation und Ökologie, Einkauf und Technik. Auch Mitarbeiter aus unserem Laden nehmen an der Besprechung teil, denn sie haben den direkten Kontakt zu unseren Kunden und steuern wertvolle Hinweise bei. Diskutiert und entschieden werden hier Fragen wie zum Beispiel, ob die Rohstoffe aus unseren Projekten wie zum Beispiel kbA-Baumwolle aus Burkina Faso oder Hessen Leinen in der Produktion eingesetzt werden. Mögliche Lieferanten werden diskutiert, Schnittführung und Passform betrachtet, Farben und Anlässe besprochen.

Dass es hier hoch hergeht, wird schon deutlich durch die Zusammensetzung dieses Gremiums. Die unterschiedlichen Anforderungen aus den einzelnen Bereichen treffen aufeinander und müssen in Einklang gebracht werden. Da wird ausgiebig und sehr differenziert diskutiert. Eine super anstrengende, interessante Veranstaltung, in der aber auch der Spaß an der Arbeit nicht zu kurz kommt.

Schon acht bis zehn Wochen später sind zur Artikelauswahl die Muster im Haus (wenn alles gut geht) und werden jetzt von dem gleichen Team noch einmal begutachtet und gegebenenfalls überarbeitet. Nach dieser finalen Runde wird die Kollektion an das Werbeteam zur Fotografie übergeben. Das sind dann die anderen Rädchen, die unser großes Rad antreiben.

Video: hessnatur bei Design-Workshop in Berlin

Freitag, 15. Mai 2009
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Hier kommt ein Interview von Rolf Heimann, der bei hessnatur den Bereich Innovation & Ökologie leitet. Enstanden ist es bei einem Workshop in Berlin, der im Rahmen des Projektes „next generation bright green fashion“ stattfand, organisiert von der Berliner Modschule Esmod.

Rolf Heimann erklärte den Jungdesignern aus Berlin und Dänemark, auf was bei der Auswahl der natürlichen Stoffe geachtet werden muss und unter welchen Bedingungen mit ihnen entlang der textilen Kette ökologisch gearbeitet wird.

Neues Video: Fotoshooting auf Mallorca

Dienstag, 24. März 2009
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Hier ein nettes Video unseres Fotografen Pete Ruppert, das er während des Fotoshootings im März auf Mallorca gedreht hat. Dort wurden die Aufnahmen für unseren neuen Herbst/Winterkatalog gemacht.
Viel Spaß beim Anschauen!

Unser Chefkoch empfiehlt: Crêpes mit Orangenfilets und Grand Marnier

Mittwoch, 11. März 2009

Es ist doch immer wieder das Gleiche. Alle sprechen vom leckeren Bio-Essen in der Kantine, wo man ohne Nachschlag nicht rausgehen möchte und man selber sitzt nur vor dem Rechner, liest die lecker beschriebenen Zeilen und bekommt vor Hunger auch noch schlechte Laune.

Den heutigen Beitrag wollen wir mal etwas anderes gestalten und Euch zum Nachkochen oder vielleicht zum selber kreieren anregen. Unser Chefkoch hat einmal den Anfang gemacht und möchte uns sein heutiges Rezept vorstellen. Wir würden uns aber auch über eigene Rezepte von Euch freuen oder über lustige Bildern wie die Küche nach einem neuen Kochexperiment aussieht.

Ich persönlich greife gerne beim Backen auf die Rezepte von meiner Oma zurück. Sie gelingen einfach immer und schmecken am Besten. Was ist denn Euer Geheimrezept was immer gelingt und die Gäste beeindruckt?

Das heutige Rezept ist etwas für Süßmäulchen und Nachtischliebhaber: Dass man mit Crêpes mehr machen kann, als Sie einfach nur mit Zucker zu bestreuen, seht Ihr an dem tollen Rezeptvorschlag von unserem Küchenchef. Versucht es doch einfach mal mit Orangenfilets und Grand Marnier. Für die Zubereitung werden bis auf den Gran Marnier ausschließlich nur Bio-Produkte verwendet.  Die schmecken nicht nur gut, sondern machen die Crêpes auch ökologisch und fair. 

Doch jetzt kommt mit: Unser Chefkoch Herr Wolf führt uns in seine Küche und lüftet sein Geheimnis köstlich duftender Crêpes…

Man nehme
Für den Teig:
¼ l Milch
2 El Zucker
1 Prise Salz
125g Mehl
2 Eier
30g flüssige Butter
etwas Öl zum ausbacken

Für die Füllung:
4 Orangen
2cl Grand Marnier
10g Butter

Schritt 1
Milch, Zucker, Eier, flüssige Butter und Salz in eine Schüssel geben und verquirlen. Das Mehl über den Teig sieben und anschließen zu einem glatten Teig verrühren. Den Teig bei Zimmertemperatur etwas ruhen lassen.

Schritt 2
In der Zwischenzeit die Orangen filitieren. Hierzu die Schale der Orangen so dick abschneiden, dass auch die weiße Haut mit entfernt wird und man die Rückseite der Orangenfilets offen sehen kann. Die Filets zwischen den Trennhäuten herausschneiden. Den Saft aus den entstandenen Resten ausdrücken.
Anschließend die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Orangenfilets mit dem entstandenen Saft in die Pfanne geben. Mit dem Grand Marnier ablöschen und alles etwas einreduzieren lassen.

Schritt 3
Jetzt den Crêpeteig noch einmal durchrühren. In einer großen Pfanne etwas Öl erhitzen und den Teig unter schwenken in der Pfanne zerfließen lassen. Sobald die Oberseite des Teiges stockt, den Crêpe wenden und die zweite Seite backen. Übrigen Teig ebenso verarbeiten. Die Crêpes warm halten.

Schritt 4
Die fertigen Crêpes mit den Orangenfilets füllen und mit Puderzucker oder Nougat-Sauce verfeinern. Bon appetit!

Für all diejenigen, die Ihren Nach-Tisch noch etwas schöner decken möchten, haben wir hier und hier und hier tolle Ideen zum dekorieren. :)