Artikel mit den Tags "Stil"

“choose life” oder was ist der letzte SCHREI?

Mittwoch, 11. Februar 2009

Wenn man einen fremdsprachigen Markt erobern möchte, sollte man auch die Sprache sprechen sowie die Gepflogenheiten kennen. Aus diesem Grund ist der Englisch-Unterricht in unserem Unternehmen zum freitäglichen Ritual geworden :)  Damit wir auch inhaltlich nah dran sind, hat sich Thomas – unser Englisch-Lehrer – überlegt, einen Artikel über Katharine Hamnett zu bearbeiten.

Katherine Hamnett steht, wie fast kein weitere/r DesignerIn, für das Thema „ethical fashion“ und wurde in den 80ern bekannt, wo Sie u.a. in Bezug auf die US nuklear Missiles, mit einem T-Shirt und dem Slogan „58 percent don´t want pershing“ 1984 zu einem Treffen mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher erschien. Aktuell wird Sie weiter mit T-Shirts in Übergröße und den Slogans „Choos Life“ oder auch „Use a Condom“ in Verbindung gebracht.

Wo sich bei mir hier wieder die Frage stellt „Wie provokant (oder auch laut) sollte man sein, um Aufmerksamkeit zu erlangen?“. Manchmal habe ich nämlich schon das Gefühl, dass wir hier bei hessnatur viel zu zurückhaltend sind und wie man so schön sagt, das Licht unter den Scheffel stellen. Oder  liegt es einfach daran, dass wir uns eher der Aufklärung verschrieben haben und uns mit der Provokation für die gute Sache schwer tun?  Letztes Jahr hatten wir einen ersten Versuch gewagt und ein T-Shirt entwickelt, welches „provokant“ die Aussage trägt – 7qm giftfreie Erde (bezogen auf die Ackerfläche, welche ein T-Shirt von hessnatur rettet), was aus meiner Sicht nicht gerade den Riesen-Hype ausgelöst hat :)

Weiter lobt Hamnet aber auch die schneller wachsende „consumer power“ und dessen Einfluss, welche sich im Bereich der nachhaltigen Mode immer stärker entwickelt. Aus ihrer Sicht wird ein schlafender Riese geweckt. OK, aktuell gibt es jede Menge Unternehmen, welche auf den Zug aufspringen, doch nur das Angebot von Bio-Baumwolle ohne die Berücksichtigung von sozialen Aspekten ist doch eher suboptimal. Daher befindet sich der Riese für mich doch eher noch im Halbschlaf und sollte schleunigst wach gerüttelt werden! Müssen wir provokanter (lauter) sein?

Produkttester gesucht: der Countdown läuft

Donnerstag, 29. Januar 2009

Die Bewerbungsphase für das Projekt Produkttester geht nun in die letzte Runde! Am 31. Januar schließen wir das Bewerbungsformular.

Es werden insgesamt 100 hessnatur Produkttester in ganz Deutschland gesucht.

Wer sich noch bewerben möchte, kann das gerne hier über unseren Fragebogen tun. Wir haben schon viele spannende Bewerbungen erhalten!

Weitere Infos zum Projekt gibt es hier. Viel Glück!

Miguel ist da

Dienstag, 27. Januar 2009

Bei uns im Haus wird schon fleißig an der neuen Herbst/Winter-Kollektion 2009 gearbeitet. Alle Designer sind im Haus und schauen sich die Muster ihrer Modelle an – da darf natürlich auch Miguel Adrover nicht fehlen. Er ist seit gestern zusammen mit seinem Assistenten Luis Corrujo (rechts im Bild) bei uns und arbeitet an seinen Entwürfen.

Das, was ich schon gesehen habe, sieht sehr interessant aus! U.a. gibt es einen Pullover und einen Rock, die von Motiven unserer Ausstellung „Hidden in Natur“ von der New York Fashion Week inspiriert sind. Gefertigt sind sie aus reiner Alpaka-Baumwolle, die aus Peru kommt. Vor Ort kümmert sich übrigens Matthias Hess, Sohn des Firmengründers Heinz Hess, um die Abwicklung mit unseren Lieferanten.

Gestern Abend war ich nach einem Termin noch länger im Büro und hatte die Gelegenheit, mit Miguel und Lluis zu „schnacken“ und ein kurzes Interview für den Blog zu machen. Here it is!

Miguel, warum hast Du Dich entschieden, für hessnatur zu arbeiten?

Miguel: Die Philosophie und die Geschichte der Marke war der Grund für mich, die einfach einmalig ist. hessnatur  wertschätzt die natürlichen Ressourcen unseres Planeten und macht daraus einzigartige Kleidung. Das ist die echte Verbindung zwischen uns, sich für Natur und Mensch gleichermaßen einzusetzen.

Du sagst, dass Kleidung für Dich sehr viel mit Botschaften zu tun hat. Was willst Du damit in dieser Hinsicht ausdrücken?

Miguel: Ich finde, dass Kleidung notwendig für jeden Menschen ist. Und deswegen sind auch alle Menschen für mich gleich, egal ob sie reich oder arm, schwarz oder weiß sind. Kleidung ist für mich so was wie ein „Kommunikator“, der Menschen miteinander verbindet und Kulturen zusammenbringt. Das, was ich mit meiner Kleidung rüberbringen will, ist einfach die Realität. Jeder sollte Kleidung haben, die weder unserer Erde noch den Menschen schadet, die auf ihr leben.

Wenn Du an Deinen Kollektionen arbeitest, von was lässt Du Dich inspirieren?

Miguel: Ich lasse mich immer von der Natur inspirieren, natürlich. Aber auch vom Leben, vom Alltag, der Politik und Menschen aus anderen Kulturen.

Du lebst und arbeitest auf Mallorca, wie kann man sich einen ganz gewöhnlichen Arbeitstag von Dir vorstellen?

Miguel: „I find the balance in the unbalance“.

Social Networks – Sind Naturtextilien sexy?

Montag, 26. Januar 2009

Wie Darius in der letzten Woche geschrieben hat, treffen wir in den USA auf ein ganz neues mediales Umfeld, in dem uns die Präsenz in Social-Networks sehr wichtig ist.

In der letzten Woche Dienstag war es dann soweit und wir haben voller Stolz unsere Unternehmens-Seite auf Facebook veröffentlicht. Wirkliche ein komisches Gefühl, da wir damit völliges Neuland betreten und auch nicht sicher sind, ob wir dort die richtigen Menschen treffen… Wir wollen unsere Botschaft in die Welt senden und sind uns sicher, dass sie auch dort den interessierten Menschen nicht verwehrt bleibt.

Spannend für mich persönlich war natürlich auch die Verbreitung unserer “Firmen”-Seite in meinem persönlichen Freundeskreis und die Reaktionen darauf. Ich bin nun schon seit ein paar Monaten dort aktiv, und habe mir einen respektablen Freundeskreis bei Facebook (69) aufgebaut. Also ich muss sagen, dass ich total positiv bzgl. der Resonanz überrascht bin, denn immerhin wurden schon fast ein Viertel “Fan” von hessnatur, die über mein Profil gekommen sind!

Neben der Resonanz durfte ich auch noch eine sehr interessante Unterhaltung verfolgen. Nach der Aussage:

“Hey! hessnatur kenne ich noch von meiner Mutter… was haben die denn heute zu bieten?” kam direkt die Rückantwort: “eine ordentliche Auswahl an Naturtextilien… nur der Style ist nicht so sexy und die Schnitte sind auch gewöhnungsbedürftig”, welche fast auch mit dem gleichen Atemzug wiederum revidiert wurde: “Warte!! Ich nehme alles zurück… war gerade auf der Seite und hab mich direkt in ein paar Teile verliebt. Ich glaub, ich muss direkt bestellen :) – hoffentlich ist Gernot mir nicht böse über meinen ersten Kommentar”.

Tja, eine Konversation, welche ich jetzt schon oft erlebt habe und viele Menschen vom Gegenteil überzeugen konnte. Haben Naturtextilien wirklich den Touch des verstaubten und kratzigen?